Feed aggregator

Was vom Tage übrig blieb: Spielerhilfe, Sicherheitsrisiken, Studien und Schmunzelmaterial

netzpolitik.org - 2. April 2020 - 19:00
Wolkig mit Aussicht auf Wolken. Toll.

Wie ein gamender Psychiater Spielern hilft, ihre Videospielsucht zu verstehen (Standard.at)
Der Psychiater Alok Kanojia streamt montags, mittwochs und freitags auf Twitch und beantwortet Fragen – auch zur Abhängigkeit von Videospielen. Er ist selbst leidenschaftlicher Zocker und hat unter anderem die 15-teilige YouTube-Reihe „Video Game Addiction – A Gamer‘s Guide to Understanding and Overcoming“ ins Leben gerufen. Aber bei aller virtuellen Unterstützung: „Kanojia weist immer ausdrücklich darauf hin, dass das Healthygamer-Programm und sein Online-Auftritt niemals eine personalisierte Therapie ersetzen können.“

Konferenz-Software als Sicherheitsrisiko: Zoom ist der neue Flash-Player (Sueddeutsche.de)
Es gibt dieser Tage jede Menge Artikel über Sicherheitsrisiken bei der Verwendung der überaus populär gewordenen Videokonferenz-Anwendung Zoom. Dieser zeichnet sich auch durch seine Überschrift aus. Und die Erklärung, dass Teile der Probleme Zooms schon darin liegen, dass sich die Technologie selbst wie Schadsoftware verhält. „Ich kann mir gut vorstellen, dass sich die nächste Malware-Welle als Zoom-Software ausgibt“, sagt der interviewte Malware-Analyst Felix Seele.

Study looks at how Russian troll farms are politicizing vaccines (Ars Technica)
Eine Studie hat den Einfluss russischer Troll-Twitter-Accounts auf die Impfdiskussion untersucht. Dafür haben die Forschenden der sogenannten Internet Research Agency zugeordnete Accounts untersucht. Eine der Fragen, die sie hatten: Versuchen die Trolle, Impfungen zu politisieren oder sind entsprechende Tweets nur zufällige Beimischungen?

Chefin verwandelt sich während Videocall in Kartoffel (futurezone.at)
Diese Meldung ist zwar strenggenommen so relevant wie die Infos, dass Angela Merkel gerne Stückchen in ihrer Kartoffelsuppe mag, aber immerhin hat sie uns zum Schmunzeln gebracht. Die Lehre: Achte darauf, welche Snapchat-Filter du wild installierst, sonst gehst vielleicht du als Kartoffelchefin viral.

Gesundheitsministerium prüft Dienste von umstrittener Big-Data Firma Palantir (derStandard.at)
Der schwindlige US-Datenkonzern Palantir geht weltweit mit seinen Dienstleistungen hausieren. Im Visier steht nun das österreichische Gesundheitssystem, das mit Hilfe von Big Data „effizienter“ gemacht werden soll. Derweil bereitet die Stopp-Corona-App des österreichischen Roten Kreuzes Datenschützern Bauchschmerzen.

States plan to expand mobile voting amid coronavirus pandemic, despite security concerns (Washington Post)
Anstehende demokratische Wahlen in Zeiten einer Pandemie dürften unsere Gesellschaften in den kommenden Monaten noch Kopfzerbrechen bereiten. Eine komplette Aussetzung wie in Ungarn ist selbstverständlich inakzeptabel, Wählen per E-Mail wie im EU-Parlament auch nicht sonderlich empfehlenswert, und eine Verschiebung wie in Österreich lässt sich auch nicht dauerhaft machen. Ungeachtet dieser Fragen wollen nun mehrere US-Bundesstaaten bisherige digitale Wahlmöglichkeiten deutlich ausweiten, auch über Mobiltelefone (anstatt etwa auf Briefwahlen zu setzen). IT-Experten stellen sich, Überraschung, die Nackenhaare auf.

Jeden Tag bleiben im Chat der Redaktion zahlreiche Links und Themen liegen. Doch die sind viel zu spannend, um sie nicht zu teilen. Deswegen gibt es jetzt die Rubrik „Was vom Tage übrig blieb“, in der die Redakteurinnen und Redakteure gemeinschaftlich solche Links kuratieren und sie unter der Woche um 18 Uhr samt einem aktuellen Ausblick aus unserem Büro veröffentlichen. Wir freuen uns über weitere spannende Links und kurze Beschreibungen der verlinkten Inhalte, die ihr unter dieser Sammlung ergänzen könnt.

Hilf mit! Mit Deiner finanziellen Hilfe unterstützt Du unabhängigen Journalismus.

#DealMonitor - Baby Sweets, Kumpan Electric, Arioso Systems und Tripmakery bekommen Geld

Deutsche Startups - 2. April 2020 - 16:55

Im aktuellen #DealMonitor für den 2. April werfen wir wieder einen Blick auf die wichtigsten, spannendsten und interessantesten Investments und Exits des Tages. Alle Deals der Vortage gibt es im großen und übersichtlichen #DealMonitor-Archiv.

INVESTMENTS

Baby Sweets
+++ bmp Ventures und die Mitteldeutsche Wohnwert – gehört zur MWW Gruppe – investieren einen ungenannten Betrag in Baby Sweets. Das Startup aus Zöschen vertreibt – insbesondere via Social Media – Babymode. Das Unternehmen wurde 2016 von Tino Hartmann und Tom Wachsmann gegründet. Im August 2018 investieren bmp Ventures und GMPVC German Media Pool bereits in das E-Commerce-Startup.

Kumpan Electric
+++ EIT InnoEnergy investiert rund 3 Millionen Euro in  ebility, das Unternehmen hinter der E-Roller-Marke Kumpan Electric. “Ziele des Innovationsprojekts sind die Weiterentwicklung des Produkt- und Dienstleistungsangebots von ebility sowie eine schnellere Markteinführung in weiteren europäischen Ländern”, teilt das Unternehmen mit.  Kumpan Electric wurde 2010 von den Brüdern Patrik, Daniel und Philipp Tykesson in Remagen bei Bonn gegründet.

Arioso Systems
+++ Brandenburg Kapital, der High-Tech-Gründerfonds, der Technologiegründerfonds Sachsen und nicht genannte Business Angel investieren 2,6 Millionen Euro in Arioso Systems, den Anbieter einer “disruptiven neuen Mikro- Lautsprecher-Technologie”. Arioso Systems ist eine Ausgründung des Fraunhofer Instituts für Photonische Mikrosysteme IPMS in Dresden. Das Startup wird von Hermann Schenk geführt.

Tripmakery
+++ Das Investoren-Netzwerk primeCROWD investiert eine sechsstellige Summe in das Wiener Travel-Startup Tripmakery. Pioneers Ventures, Speedinvest und Push Ventures investierten zuvor schon rund eine Million Euro in die Plattform für Gruppenreisen, die 2016 unter dem Namen Tripbakery an den Start ging. “Durch den Aufbau eines einzigartigen Inventars und einer auf Reisegruppen spezialisierten technologischen Infrastruktur möchte das Travel-Startup auch zum Vermittler für andere Online-Buchungsplattformen werden”, teilt die Jungfirma mit.

PAFnow
+++ Volker Straub, Unternehmer und Angel Investor, investiert in das Darmstädter  Process Mining Tool PAFnow.  Das 2014 von Tobias Rother gegründete Unternehmen positioniert sich als “global agierender Lösungsanbieter, der das Process Mining demokratisiert und revolutioniert”. “Mit Volker Straub stellt die PAF ein weiteres Mal die Weichen für das globale Wachstum, das sich vor allem durch den massiven Ausbau des Nordamerikageschäfts ergibt”, teilt das Unternehmen mit.

EXITS

LiveCycle
+++ Die Govecs Group, ein Hersteller von Elektrorollern, übernimmt im Rahmen eines Asset-Deals den Geschäftsbetrieb des Fahrraddienstleisters LiveCycle. “Der Kaufvertrag mit Wirkung zum 1. April 2020 wurde bereits unterzeichnet. Über den Kaufpreis vereinbarten die Beteiligten Stillschweigen. Alle zuletzt 30 Beschäftigten werden vom Erwerber übernommen”, teilt das Unternehmen mit. LiveCycle schlitterte im Februar in die Insolvenz.

Channel Pilot Solution
+++ Die Containerschifffahrtsgruppe CMA CGM Group übernimmt “große Teile der Oxatis Group”. Zum Unternehmen gehört auch das Hamburger Technologie-Unternehmen Channel Pilot Solution gehört. “Die strategische Ausrichtung der Channel Pilot Solutions GmbH wird beibehalten, jedoch wird stärker in die Software-Weiterentwicklung und die Aufstockung der IT-Ressourcen investiert”, teilt das Unternehmen mit.

Achtung! Wir freuen uns über Tipps, Infos und Hinweise, was wir in unserem #DealMonitor alles so aufgreifen sollten. Schreibt uns eure Vorschläge entweder ganz klassisch per E-Mail oder nutzt unsere “Stille Post“, unseren Briefkasten für Insider-Infos.

Startup-Jobs: Auf der Suche nach einer neuen Herausforderung? In der unserer Jobbörse findet Ihr Stellenanzeigen von Startups und Unternehmen.

Foto (oben): Shutterstock

#StartupTicker - 8 1/2 Startup-News, die jeder Kölner gelesen haben sollte

Deutsche Startups - 2. April 2020 - 15:05

In der Domstadt Köln gibt es schon lange eine umtriebige Startup-Szene. Diese werden wir auch 2020 wieder aktiv und intensiv begleiten. In den vergangenen Tagen gab es bereits einige spannende Nachrichten und Meldungen aus Köln, die wir hier noch einmal übersichtlich zusammenfassen. Hier unsere Startup-News, die jeder Kölner gelesen haben sollte.

UnitedCrowd
UnitedCrowd wurde von Michael Göymen und André Wendt in Honkong gegründet. Das Fintech bietet digitale Finanzierungslösungen für Unternehmen. “Kapitalbeschaffung stellt für Unternehmen nach wie vor eine große Hürde dar”, sagt Mitgründer Wendt.

audiocado
Wer Podcast macht, sollte sich einmal audiocado ansehen. Mit audiocado lassen sich in wenigen Sekunden recht stylische Videos zur Promotion von Audioinhalten generieren. Hinter Audiocado stecken die Kölner Storrito-Macher.

SoSafe
Unternehmen wie Vattenfall oder dormakaba, aber auch eine Fraktion im Deutschen Bundestag nutzt SoSafe bereits. “Im letzten Jahr konnten wir unseren Umsatz fast verzehnfachen. Außerdem schreiben wir seit dem Frühsommer 2019 schwarze Zahlen”, sagt Mitgründer Lukas Schaefer.

5G
Der neue Quake Europe 5G Accelerator sucht Startups mit 5G-Anwendungen. Die beteiligten Unternehmen – darunter RTL – werden im Rahmen des Programms Startups auswählen, die an einem Programm mit Zugang zum 5G-Netz der Deutschen Telekom teilnehmen können.

aedifion
aedifion entwickelt eine Software, mit der Immobilienbesitzer die Betriebskosten analysieren und im besten Fall senken können. Das Startup, das von Johannes Peter Fütterer und Felix Dorner geführt wird, wurde 2019 gegründet. BitStone Capital investierte bereits in aedifion.

Ubirch
hubraum, der Inkubator der Deutschen Telekom, die NRW.BANK sowie die Altinvestoren Breed Reply, Attia Ventures, die SchneiderGolling-Gruppe, das Kölner Immobilienunternehmen Bauwens und ProInvest investiveren eine siebenstellige Summe in das Kölner Blockchain-Startup Ubirch, das von Stephan Noller gegründet wurde.

epilot
epilot aus Köln hilft Energieversorgern und Netzbetreibern bei der Vermarktung ihrer Produkte. “Der Vorteil von epilot liegt im E-Commerce-Ansatz. Dieser bietet enormes Potenzial, von dem wir fest überzeugt sind”, sagt enercity-Chefin Susanna Zapreva, die gerade in das Startup investierte.

femtasy
Bei femtasy, das 2018 von Nina Julie Lepique und Michael Holzner gegründet wurde, geht es um sexy Hörspiele. 18 Mitarbeiter wirken bereits für die Jungfirma. trivago-Gründer Rolf Schrömgens und Co. investieren zuletzt eine siebenstellige Summe in das Kölner Startup.

Bonus: 8 junge Kölner Startups, die jeder kennen sollte

Durchstarten in Köln – #Koelnbusiness

In unserem Themenschwerpunkt Köln berichten wir gezielt über die Digitalaktivitäten in der Rheinmetropole. Mit circa 400 Startups, über 60 Coworking Spaces, Acceleratoren und Inkubatoren sowie attraktiven Investoren, zahlreichen Veranstaltungen und Netzwerken bieten Köln und das Umland ein spannendes Ökosystem für Gründerinnen und Gründer. Diese Rubrik wird unterstützt von der KölnBusiness Wirtschaftsförderungs-GmbH#Koelnbusiness auf LinkedInFacebook und Instagram.

Foto (oben): Shutterstock

Desinformation über Corona: Politikerlügen bringen Plattformen unter Druck

netzpolitik.org - 2. April 2020 - 14:14
Quod licet Iovi non licet bovi: Brasiliens Präsident Bolsonaro und Trump CC-BY-SA 2.0 Isac Nóbrega/PR

In der Hoffnung auf ein rasches Ende der Corona-Pandemie findet so manche falsche Behauptung willige Verbreiter. Der brasilianische Präsident Jair Bolsonaro sagt in sozialen Medien, der Arzneistoff Hydroxychloroquin sei ein verlässliches Mittel gegen den Virus. Darüber fehlt es allerdings an gesicherten Erkenntnissen – EU-Behörden testen das Mittel, warnen aber vor möglichen schweren Nebenwirkungen.

Der Corona-Virus löst eine Welle an falschen und irreführenden Meldungen aus, die sich auf Twitter, Facebook und Youtube rasant verbreiten. Einige kommen von mächtigen Figuren: So behaupteten auch der venezolanische Präsident Nicolas Maduro und der New Yorker Ex-Bürgermeister Rudy Giuliani, ein Vertrauter von US-Präsident Donald Trump, es gebe bereits ein zuverlässiges Heilmittel gegen Corona.

Daraufhin reagierten die Plattformen: Facebook, Twitter und Youtube löschten die Aussagen von Bolsonaro und Maduro. Auch Giulianis Äußerung verschwand von Twitter. Leicht anders formulierte Äußerungen blieben hingegen stehen, unter anderem von Donald Trump, der diese Theorie auf allen Kanälen eifrig verbreitet.

EU drängt Plattformen

Die Konzerne stehen wegen der Verbreitung von Falschinformationen über die Pandemie unter Druck. EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen mahnt die Plattformen, schädliche Inhalte rasch zu bremsen oder zu entfernen.

In einer vorgestern veröffentlichen Videobotschaft sagte Von der Leyen, die Konzerne müssten mehr als bisher unternehmen. Der Auswärtige Dienst der EU meldet indes, russische Staatsmedien verbreiteten auf Facebook und Twitter Falschinformationen über Corona. Es gebe Belege, dass die Plattformen diese Desinformation und Verschwörungstheorien auch weiterhin monetarisierten.

Die Plattformen geloben schon länger ein hartes Vorgehen gegen Desinformation. Doch ihre Schritte in der Pandemie sind bislang nicht immer überzeugend.

Tesla-Chef Elon Musk tweetete etwa, Kinder seien „praktisch immun“ gegen den Coronavirus – eine durch Todesfälle von jungen Patienten klar widerlegte Aussage. Twitter will den Tweet dennoch nicht löschen, er ist weiter abrufbar.

Facebook entfernte im März inmitten der Corona-Krise irrtümlich tausende Posts von seriösen Medien wie Politico und dem Sydney Morning Herald als Spam. Der Konzern brauchte einen Tag, um den Fehler zu korrigieren. Erschwerend kommt hinzu, dass viele externe Content-Moderator*innen in der Pandemie nicht oder nur eingeschränkt von zuhause arbeiten können – als Grund nennt Facebook Sicherheitsbedenken.

Eine stete Quelle an Falschbehauptungen sitzt in der Krise im Weißen Haus. Allein in den ersten zwei Märzwochen machte Donald Trump nach Zählung von CNN 33 klar falsche Behauptungen über die Pandemie und das Virus.

Politiker bislang Tabu

Bislang scheuen sich die Plattformen jedoch häufig, falsche Behauptungen von Spitzenpolitikern zu löschen. Dahinter steht auch die langjährige Bemühung der Konzerne, ihre Dienste als neutrale Plattformen zu positionieren, die nicht redaktionell in Inhalte eingreifen.

Twitter verkündete erst im Vorjahr, es werde falsche oder problematische Aussagen nicht löschen, wenn sie Gegenstand öffentlichen Interesses seien. Später präzisierte der Konzern, unter gewissen Umständen doch durchgreifen zu wollen – etwa bei Aufrufen zu Gewalt oder Selbstverletzung.

Facebook und Youtube erlaubten Donald Trump im Vorjahr sogar, mit offenkundig unwahren Behauptungen Wahlwerbung zu machen. Erst vor wenigen Wochen stoppte Facebook schließlich eine Serie von irreführenden Trump-Werbeanzeigen für die derzeit laufende Volkszählung. Youtube entfernte nach eigenen Angaben einige Trump-Videos, wollte aber nicht sagen welche.

Die Beißhemmung gegenüber Trump und seinen Verbündeten gilt auch in Coronazeiten. Verschwörungstheorien gegen den US-Immunologen Anthony Fauci verbreiten sich rasant in Netzwerken von Trump-Unterstützern. Auch ein manipuliertes Video über Trumps wahrscheinlichen Gegenkandidaten Joe Biden, das die Trump-Kampagne verbreitet, wollen Facebook und Twitter nicht löschen.

Eine offenkundig irreführender Tweet Trumps vom 9. März, der Corona mit der Grippe vergleicht, bleibt online. Google schwieg außerdem öffentlich angesichts einer fälschlichen Ankündigung Trumps, der Konzern plane eine USA-weite Webseite, die Hilfe für Coronavirus-Tests biete.

Twitter verkündete zwar vor einigen Tagen, gegen Covid-Falschinformation strenger vorzugehen. Als Beispiel nennt der Konzern irreführende oder falsche Aussagen über Behandlungsmethoden oder vom Virus angeblich nicht betroffene Personen, etwa Kinder.

Unklar ist aber, ob das auch ein strengeres Vorgehen gegenüber Trump und europäischen Rechten bedeutet, die mit Falschmeldungen über die Pandemie Stimmung machen. Twitter antwortete nicht auf Nachfrage von netzpolitik.org, ob nun auch solche Aussagen von Trump oder europäischen Politikern von dem sozialen Netzwerk gelöscht würden.

Google betonte auf Anfrage von netzpolitik.org, es habe zwei Bolsonaro-Videos von Youtube entfernt. In seiner Stellungnahme machte das Unternehmen aber keine Angaben über die Durchsetzung seiner Leitlinien gegen irreführende Aussagen von Politikern. Facebook erklärte, es entferne falsche Informationen über Covid-19, die „zu unmittelbarem physischem Schaden beitragen“. Der Konzern antwortete aber nicht auf unsere Frage, ob er auch Aussagen Trumps entfernen würde.

Die Strategie der Plattformen gegenüber problematischen Äußerungen von Politikern scheint auch in Zeiten des Coronavirus nicht festgelegt und etwas willkürlich.

Hilf mit! Mit Deiner finanziellen Hilfe unterstützt Du unabhängigen Journalismus.

#Interview - “Zeitweise war die Organisation zu wenig fokussiert und testgetrieben”

Deutsche Startups - 2. April 2020 - 13:05

Das 2014 gegründete Hamburger PropTech Hausgold bringt Immobilienverkäufer und Makler zusammen. “Dem Makler geben wir verschiedene digitale Werkzeuge an die Hand, um den gesamten Verkaufsprozess optimal und für den Verkäufer transparent zu gestalten”, sagt Gründer Sebastian Wagner. “Am Anfang mussten wir erstmal viele Daten über die Performance der Makler sammeln und das Netzwerk aufbauen. Heute können wir mit einer sehr hohen Qualität die passenden Makler vermitteln”, blickt der Hanseat auf die Entwicklungen der vergangenen Jahre zurück.

60 Mitarbeiter wirkten derzeit für das Unternehmen. Hauptsächlich aus den Bereichen Produktentwicklung, Software Development, Business Intelligence, Sales & Marketing. “Im Monat haben wir rund 20 Tausend Kundenanfragen, denen auf unserer Plattform über angeschlossenen 3.000 Makler*innen gegenüberstehen. Damit haben wir unserem Maklernetzwerk mittlerweile Immobilen im Wert von 12 Milliarden Euro zugeführt und erwirtschaften einen zweistelligen Millionenumsatz im Jahr”, sagt Wagner.

Im Interview mit deutsche-startups.de spricht der Hausgold-Macher außerdem über Qualitätsindikatoren, Kundenkommunikation und Cherry Picking.

Wie würdest Du Deiner Großmutter Hausgold erklären?
Wir finden für jeden Immobilienverkäufer den perfekten Makler zum jeweiligen Verkaufsobjekt. Dem Makler geben wir verschiedene digitale Werkzeuge an die Hand, um den gesamten Verkaufsprozess optimal und für den Verkäufer transparent zu gestalten.

Hat sich euer Konzept seit dem Start irgendwie verändert?
Unser Konzept hat sich nicht verändert, nur die Prioritäten haben sich im Laufe der Zeit verschoben. Am Anfang mussten wir erstmal viele Daten über die Performance der Makler sammeln und das Netzwerk aufbauen. Heute können wir mit einer sehr hohen Qualität die passenden Makler vermitteln. Zudem haben wir unser Leistungsspektrum erweitert, indem wir jetzt über das Maklermatching hinaus den gesamten Verkaufsprozess mit unserer Plattform begleiten. Wir machen dabei den Verkaufsprozess transparent: Der Verkäufer erfährt quasi in Echtzeit, was der Makler macht oder wie viele Anfragen er bekommt und kann über unsere Tools Nachrichten oder Dokumente einsehen und austauschen.

Die Corona-Krise trifft die Startup-Szene derzeit hart. Wie und in welcher Form spürt ihr die Auswirkungen?
Wir sind sehr gut in das neue Jahr gestartet. Die Corona-Krise hat auch uns und unserem Plan, dieses Jahr mit 100 % Wachstum und Break Even abzuschließen, einen kleinen Dämpfer verpasst. Mit unserem Asset Light Modell, unseren flexiblen Kostenstrukturen und einer sehr guten Team konnten wir sehr schnell auf die Krise reagieren und die Geschäfte laufen weiter. 80 % unseres Teams ist aktuell im Homeoffice, 20 % in verschiedene Büros verteilt. Wir sehen trotz der aktuellen unsicheren allgemeinen Wirtschaftslage sehr positiv in die Zukunft und glauben fest daran, dass wir als gestärkt aus der Krise hervorgehen. Wir sind extrem flexibel mit der Unternehmensstruktur, der digitalen Plattform und unserer Finanzierung, so dass wir auch künftig entsprechend reagieren können – auch und gerade wenn sich die für uns relevanten Parameter in den nächsten Monaten wieder erholen. Gleichzeitig sind wir aber auch realistisch genug zu verstehen, dass eine Rückkehr zur Normalität länger dauern kann.

Wie ist überhaupt die Idee zu Hausgold entstanden?
Die Idee zum Geschäftsmodell kam uns bereits Ende 2013. Die Digitalisierung bei Immobilientransaktionen beschränkte sich bis dato auf klassische Exposés auf Makler- Websites oder das Ausspielen der Angebote auf großen und überwiegend anonymen Plattformen. Das löste jedoch nicht die weitestgehend aus der Intransparenz für den Verkäufer resultierenden eigentlichen Herausforderungen im Markt. Die Chancen der neuen Technik, etwa durch immer intelligenter werdende Algorithmen, blieben ungenutzt. Dabei waren die Fehler im System offensichtlich: Der Maklermarkt war wenig transparent, die Beauftragung eines Maklers zufalls- oder bestenfalls bauchgesteuert. Für den Makler war es in so einer Situation schwierig, sich durch Leistung und Kompetenz beim potenziellen Käufer zu profilieren. Echte Qualitätsindikatoren fanden keine digitale Bühne. Da es keine geeignete Plattform gab, auf der man aufsetzen konnte, entwickelten wir dann Hausgold.

Wie genau funktioniert eigentlich euer Geschäftsmodell?
Über verschiedene Touchpoints verbindet Hausgold Makler und Verkäufer miteinander und fungiert gleichzeitig als Enabler, Vermittler, Moderator und Serviceplattform. Dabei standen bei der Produktentwicklung drei Kernaufgaben im Fokus: intuitive Bedienung durch den Nutzer, maximale Transparenz für den Immobilienverkäufer und die verlässliche Begleitung von Verkäufer und Makler über den gesamten Verkaufsprozess hinweg mit einer Vielzahl von skalierbaren Serviceelementen. Für den Makler ist Hausgold dabei keine Konkurrenz, sondern ein Partner auf Augenhöhe. Neben der Bereitstellung von qualifizierten Kundenkontakten und einem kostenfreien Lead-Management-Tool für Smartphone und PC, über das der Makler auch die Kundenkommunikation abwickeln kann, hält Hausgold den Maklern den Rücken frei und unterstützt sie bei der Akquise, Ansprache, Vermarktung und Verwaltung. Dafür erhalten wir vom Makler eine kleine Gebühr und im Verkaufsfall einen Teil der Provision. Für den Verkäufer findet der eigene selbstlernende Hausgold-Algorithmus in jeder Region und für jede Immobilie den passenden Makler aus einer Datenbank mit mehreren Tausend Partnern. Dabei entscheiden verschiedene Parameter wie bisheriger Verkaufserfolg, Erfahrung mit ähnlichen Objekten, aber auch Kundenzufriedenheit, wer dem Verkäufer tatsächlich vorgeschlagen wird. Über diverse Tools hat der Verkäufer zusätzlich wichtige Statusinformationen, wie etwa die Zahl der bisherigen Besichtigungen bzw. Anfragen beim Makler, stets im Blick. Für den Verkäufer ist die Plattform kostenlos.

Wie hat sich Hausgold seit der Gründung entwickelt?
Wir wachsen sehr schnell. In den letzten Jahren haben wir jährlich unseren Umsatz verdoppelt. So konnten wir ein sehr starkes Team von aktuell rund 60 Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen aufbauen. Gleichzeitig haben wir eine einzigartige digitale Infrastruktur und Datenbasis in Verbindung mit einem Matching-Algorithmus für einen einfachen, transparenten und erfolgreichen Verkaufsprozess geschaffen. Das freut natürlich auch unsere Investoren: Neben dem Gründer der Scout24-Gruppe Joachim Schoss, der Deutschen Bank, Hanse Ventures und Global Founders Capital, dem Investment-Vehikel von Rocket Internet, haben sich mehrere Family Offices an Hausgold beteiligt.

Nun aber einmal Butter bei die Fische: Wie groß ist Hausgold inzwischen?
Wie gesagt: Unser Team umfasst mittlerweile über 60 Mitarbeiter*innen, hauptsächlich aus den Bereichen Produktentwicklung, Software Development, Business Intelligence, Sales & Marketing. Im Monat haben wir rund 20 Tausend Kundenanfragen, denen auf unserer Plattform über angeschlossenen 3.000 Makler*innen gegenüberstehen. Damit haben wir unserem Maklernetzwerk mittlerweile Immobilen im Wert von 12 Milliarden Euro zugeführt und erwirtschaften einen zweistelligen Millionenumsatz im Jahr.

Blicke bitte einmal zurück: Was ist in den vergangenen Jahren so richtig schief gegangen?
Ich denke immer sehr positiv und bin davon überzeugt, dass auch schlechtere Phasen am Ende wieder auf einen guten Weg führen, auch wenn sich das in dem Moment noch nicht abzeichnet. Deshalb sehe ich Fehler wohl nie als so negativ an, aber auch wir haben natürlich welche gemacht: zu lange an Mitarbeitern festgehalten, die nicht zum jeweiligen Aufgabenprofil passten, den falschen Partnern vertraut oder zeitweise war die Organisation zu wenig fokussiert und testgetrieben, um nur einige zu nennen. Letztlich haben aber unsere Fehler uns dahin gebracht, wo wir jetzt sind. Zudem bin ich seit über 10 Jahren Unternehmer und weiß, dass es immer auf- und ab geht und das macht den Reiz für mich auch aus.

Und wo hat Ihr bisher alles richtig gemacht?
Wir setzen von Anfang einen sehr starken Fokus auf das Managen der Kundenbeziehung und die Kundenzufriedenheit. Zudem verfolgen wir konsequent ein Asset Light Modell ohne eigene Makler, obwohl von einigen Seiten immer wieder an mich angetragen wurde, diese Herangehensweise doch nochmal zu überdenken, da Unternehmen wie z.B. Purplebricks in UK mit dem Hybrid-Maklermodell doch sehr erfolgreich sind. Aufgrund unserer sehr guten Entwicklung werden diese kritischen Stimmen jedoch immer leiser und die Vorteile offensichtlich: Wir verbinden unsere Prozess- und Technologiekompetenz mit dem selbstständigen regionalen Unternehmer. So bieten wir kaufmännische Professionalität mit einer starken technischen und personellen Basis. Mit unserem Asset Light Modell können wir dabei schneller wachsen und das zu deutlich geringeren Kosten. Hinzukommt, dass wir durch unser Marktplatzmodell keine direkten rechtlichen Besonderheiten auf den jeweiligen Märkten berücksichtigen müssen – diese Verantwortung liegt auf Seiten des Maklers – und bei der Auswahl der Makler wirklich Cherry Picking betreiben können.

Wo steht Hausgold in einem Jahr?
Hausgold wird bereits 2020 Breakeven und mit großem Abstand die führende Asset Light Plattform für den Immobilienverkauf in Deutschland sein. Und wir werden weitere marktverändernde digitale Lösungen für den Verkauf von Immobilien auf der Plattform eingeführt haben.

Startup-Jobs: Auf der Suche nach einer neuen Herausforderung? In der unserer Jobbörse findet Ihr Stellenanzeigen von Startups und Unternehmen.

Foto (oben): Hausgold

#wirvsvirus-Hackathon: Die nächsten Schritte vom Sprint zum Marathon

netzpolitik.org - 2. April 2020 - 11:12
Bis Menschen wieder zu einem echten Marathon zusammenkommen dürfen, wir es noch eine Weile dauern. Ausdauer wird jetzt trotzdem dringend gebraucht. Vereinfachte Pixabay Lizenz wal_172619

Thomas Gegenhuber (@gegenhuber) ist Juniorprofessor für Digitale Transformation an der Leuphana Universität Lüneburg. Clara Scheve ist wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Leuphana Universität in einem von der Europäischen Union geförderten Projekt zum Thema Digital Entrepreneurship. Laura Thäter und René Lührsen sind Masteranden an der Leuphana und setzten sich mit neuen Organisationsformen und Plattformen auseinander.

Der #WirvsVirus-Hackathon hat innerhalb kürzester Zeit die Zivilgesellschaft mobilisiert um Ideen zu entwickeln, die zur Lösung der Coronakrise beitragen. Der Hackathon-Prozess verläuft in Mustern, die wir aus der Innovationsforschung kennen: Öffnung und Dezentralisierung eignen sich sehr gut, um kreatives Potential zu entfalten. Die Herausforderung liegt aber nun darin, diese Ideen auszuwählen und zu verstetigen.

Ein Trichter für Ideen

Der Prozess der Ideengenerierung und der Ideenselektion folgt üblicherweise einer Trichter-Logik. Auch dies ist beim Hackathon der Fall, wie die Zahlen belegen: Ursprünglich haben sich 42.968 TeilnehmerInnen angemeldet, 26.581 haben schließlich im Slack mitgemacht. Aus der Community-Forschung kennen wir unterschiedliche Aktivitätsgrade: Von jenen, die sich intensiv in Slack-Teams organisiert haben, bis hin zu jenen ohne Teams, die kleinere, punktuelle Aufgaben übernommen haben wie die Teilnahme an Umfragen. Eine Nachlese zur Teilnahme haben wir bereits vorgenommen.

Schließlich hat die Community 1.494 Projekte auf der Entwicklerplattform Devpost gepostet und nochmal 1.221 dieser Projekte haben außerdem ein Pitch-Video auf Youtube hochgeladen. Nicht alle der 1.221 Projekte, die in mehreren YouTube-Playlists gesammelt wurden, sind vollwertig entwickelt.

Die OrganisatorInnen bewerteten die Vielzahl von Ideen in einem zweistufigen Prozess: Im ersten Schritt haben die OrganisatorInnen, ExpertInnen aus der Zivilgesellschaft und MitarbeiterInnen aus den Ministerien alle Projekte auf Devpost, sowie die dazugehörigen Videopitches gesichtet. Eine Mammutaufgabe. Um diese zu bewältigen, haben 600 MentorInnen sowie zusätzlich 70 Personen aus Ministerien sowie 60 Personen aus Tech-Szene und Zivilgesellschaft die Projektideen gesichtet.

Jede Idee wurde von fünf MentorInnen bewertet – ein Zehnaugenprinzip, um zum bestmöglichen Ergebnis zu kommen. Zwischenbilanz: Eine Vorauswahl mit knapp 197 Projekten. Im nächsten Schritt sichtete eine Jury mit 48 ExpertInnen aus allen gesellschaftlichen Bereichen diese Vorauswahl, um 20 Projekte zu prämieren.

Wie ein Trichter gestaltete sich die Teilnahme am Hackathon Die 20 Gewinner-Ideen im Überblick

Die OrganisatorInnen haben in einer feierlichen YouTube-Live-Übertragung am Montagabend die prämierten Ideen vorgestellt. Wir bieten einen kurzen Überblick, gegliedert nach der grundlegenden Organisationsfunktion der Gewinnerprojekte und stellen je zwei Beispiele vor.

Plattformen institutioneller Akteure

Projekte in dieser Kategorie (IDA, I.R.I.S., DEalog, fastbordercrossing, U:do, Sichertest, Digitales Wartezimmer, callvscorona, wir bleiben liquide, Videobesuch, Coronav) zielen darauf ab, den Informationsfluss, Verwaltungsprozesse, Serviceleistungen oder Ressourceneinsatz für Anspruchsgruppen zwischen institutionellen Akteuren, etwa Krankenhäuser und öffentliche Verwaltung, zu optimieren.

Mit DEalog soll beispielsweise eine komplementäre Plattform zu NINA, einer bereits bestehenden Warn-App des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe, geschaffen werden. Staatliche Krisenkommunikation wird durch geospezifische Warnmeldungen sowie einen individualisierten Newsfeed nutzerfreundlich gestaltet. Mit einer direkten, zentralen, verlässlichen Quelle, die von zuständigen Institutionen (Bund, Länder, Gemeinden etc.) gespeist wird, soll auch Fake News begegnet werden.

Das Digitale Wartezimmer soll eine zentrale, skalierbare und selbstständige Registrierung von Covid-19-Verdachtsfällen mithilfe eines digitalen Fragebogens ermöglichen. Nach Ausfüllen des Fragebogens wird das Krankheitsrisiko des Users automatisch eingeschätzt und ein Arzttermin bzw. ein digitaler Wartezimmer-Platz vergeben. So sollen Fachkräfte entlastet, lange Wartezeiten vermieden und die User mit höherem Risiko schneller behandelt werden.

Austauschplattformen

Diese Projekte stellen einen Match zwischen Angebot und Nachfrage für Informationen, Güter oder Dienstleistungen her (Co:livery, Print4Life, Jay-jobs around you, Small Business Hero, Open Logistics, WirFürUns, Machbarschaft, Remedy, meinegemeinde.digital).

Das Projekt Print4life ist eine Plattform, die 3D-Druck-Anwender und Auftraggeber zusammenbringen soll, um bestimmte Teile im 3D-Druckverfahren herzustellen, die aufgrund von Lücken in der Prozesskette zurzeit fehlen. Medizinische Einrichtungen können sich beispielsweise auf dieser Plattform registrieren und Dateien, Beschreibungen und Lieferadresse hinterlegen sowie eine gewünschte Anzahl ihrer Aufträge angeben.

Small Business Hero ist eine Website, auf der lokale Einzelhändler ihre Waren für ihre Nachbarschaft anbieten können, während ihre Läden aufgrund der Corona-Krise geschlossen sind. Konsumenten haben die Möglichkeit, den Anbieter über die Website direkt zu kontaktieren und Produkte zu erwerben. Dabei sollen für die Händler anders als auf anderen Plattformen wie Etsy oder Ebay keinerlei Gebühren anfallen.

Das Organisationsteam hat außerdem fünf Teams in den Abschluss-Call eingeladen um über ihr Projekt, die Zusammenarbeit im Team und den Hackathon insgesamt zu berichten. Claudia aus dem Team Small Business Hero berichtete: „Ich hatte die Idee zu dem Projekt, als ich vor dem Hackathon einkaufen war und mit den LadenbesitzerInnen gesprochen habe und diese total verzweifelt waren.“ Ein relevantes Problem zu identifizieren, ist Grundlage für eine gute Lösung.

Die Anekdoten der TeilnehmerInnen lassen auch auf einen weiteren potentiellen Erfolgsfaktor schließen: Die bereits bestehende Beziehung der Teammitglieder vor dem Hackathon beschleunigt die Koordinationsfähigkeit der Gruppe. So erzählte Jave von Videobesuch über ihr vierköpfiges Team: „Wir kannten uns eigentlich auch schon davor und arbeiten auch alle an unseren eigenen Projekten, haben die aber mal ein Wochenende beiseite gelegt“. Auch Ferdinand von Sichertest kannte sein neunköpfiges internationales Team schon vorher. „Wir waren alle schon vorher befreundet und waren total motiviert“, berichtete er. Ähnlich war es beispielsweise auch beim Team Small Business Hero.

Wie geht es weiter? Die Verstetigungsstrategien

Um den Verstetigungsprozess ausgewählter Projekte zu unterstützen, haben die OrganisatorInnen, zusammen mit UnterstützerInnen aus verschiedenen Bundesministerien und Behörden einen Prozess bestehend aus mehreren Pfeilern zur Unterstützung der Teams (sowohl finanziell, als auch zur Vernetzung mit interessanten Partnern) aufgesetzt. Teilnahmevoraussetzungen: Commitment im Team mit mindestens 30 Stunden in der Woche (alleine oder als Gruppe), um zu signalisieren, dass das Team „in schnellem Tempo vorankommen“ möchte.

Neben Flexibilität im Umsetzungsprozess sind Open-Source-Lösungen gefragt. Darüber hinaus wurden 15 Handlungsfelder bestimmt, in die die verschiedenen Projekte einzuordnen sind, um einen besseren Überblick über die Vielzahl an Ideen zu erhalten und um gezielter miteinander kooperieren zu können. „Das Programm wird davon leben, dass wir Handlungsfelder haben, in denen ähnliche Lösungen zusammenarbeiten“, hieß es vonseiten der OrganisatorInnen.

Die 15 Handlungsfelder beim #WirvsVirus-Hackathon. Screenshot: YouTube

Damit die 20 prämierten Projekte, weitere Teams des Hackathons, aber auch Menschen mit Ideen, die nicht am Hackathon teilgenommen haben, an ihren Lösungen mithilfe verschiedener UnterstützerInnen weiterarbeiten können, stellten die OrganisatorInnen in ihrem Videocall zur Siegerehrung am Montagabend einen weiterführenden Umsetzungsprozess vor.

Dieser Prozess lässt sich in drei komplementäre Elemente gliedern:

  1. Umsetzungsprogramme: Zwei Bestandteile des Umsetzungsprozesses sind die Programme Solution Enabler und Solution Builder, betonen die OrganisatorInnen: „In den nächsten Wochen und Monaten werden wir gemeinsam mit der Bundesregierung ein Programm aufsetzen […], in dem wir 100 bis 150 ausgewählte Teams begleiten und maximal unterstützen, ihre Lösungen zu testen, gemeinsam mit anderen zu validieren und in die Umsetzung zu bringen.“ Die 20 prämierten Projektteams sind dabei direkt für das Solution-Enabler-Programm qualifiziert. Weitere Teams, die an ihren Projekten feilen möchten und dabei Unterstützung durch das Programm erhalten wollen, können sich für das Solution-Enabler-Programm bis Donnerstag, 02. April 2020, bewerben.

    Ob ein Projekt in das Programm aufgenommen wird, soll von mindestens drei ExpertInnen anhand folgender Kriterien bestimmt werden: gesellschaftlicher Mehrwert, Innovationsgrad, Umsetzbarkeit, Skalierbarkeit und benötigte Unterstützung. Das „Solution Builder“-Programm ist im Vergleich zum „Solution Enabler“ ein, wie von den Organisatoren selbst bezeichnetes, „Überholspur-Programm“, das darauf abzielt, Projektideen so schnell wie möglich in die Tat umzusetzen und gegebenenfalls bei der Teamfindung unterstützt. Wie dieses Programm im Detail aussieht, ist noch nicht bekannt.

  2. Financial Support: Neben den mehr als 1.000 MentorInnen, die auch weiterhin mit ihrem Know-How für die Projektteams als Unterstützung zur Verfügung stehen werden, und Institutionen sowie Unternehmen, die für Kooperationen bereit sind, wird auch von finanzieller Unterstützung für die Projekte gesprochen. Im Rahmen des Umsetzungsprozesses des Hackathons soll es verschiedene Arten finanzieller Hilfen geben. Für die zukünftig geförderten Teams im Social-Enabler-Programm erklärt Philipp aus dem Orga-Team am Montagabend: „Wir arbeiten gerade daran […] bei den Teams, wo es notwendig und sinnvoll ist, auch Lebenshaltungskosten und Umsetzungskosten finanzieren zu können.“

    Darüber hinaus sollen Projekte durch Crowdfunding und einen sogenannten „Matching-Fonds“ finanziert werden. Idee ist, dass jedes Projekt eine Crowdfunding-Kampagne auf der Plattform startnext erstellt – das nötige Wissen zur Nutzung von Crowdfunding soll, sofern benötigt, vorab in Webinaren vermittelt werden. Zusätzlich kommt der „Matching-Fonds“ ins Spiel, welcher im Vergleich zur Crowdfunding-Kampagne nach einem 4-zu-1-Prinzip funktioniert: Spenden Backer (Sponsoren) beispielsweise 10 Euro, so fließen aus dem Fonds (gestiftet von verschiedenen Akteuren, u.a. Unternehmen) noch einmal 2,50 Euro hinzu. Diese Finanzierungsmethode soll laut Organisatoren nächste Woche an den Start gehen.

  3. Community Maintenance: Mit dem Slack-Channel wurde ein zentraler Ort für Information und Austausch geschaffen. Eine Community aufzubauen kostet Zeit und Mühen. Daher ergibt es Sinn, dass die OrganisatorInnen weiterhin Ressourcen für den Erhalt dieser Community einsetzen. Neben den Programmen für eine schnelle Umsetzung der Ideen soll die Slack-Community des #wirvsvirus-Hackathons weiterhin bis zunächst Juni aufrecht erhalten werden. Es soll auch bald die Möglichkeit geben, weitere Mitglieder, die bisher nicht Teilnehmer des Hackathons waren, in die Community aufzunehmen.
Imperfektionen feiern

Dieser Hackathon war der erste seiner Art. Nicht alles ist rund gelaufen. Die Bewertungsgrundlage sollte folgende Überlegung darstellen: Wenn wir wollen, dass der Staat bzw. öffentliche AkteurInnen neue und innovative Formen des Organisierens ausprobieren, dann müssen wir die damit einhergehende Imperfektion akzeptieren. Aus gesammelten Erfahrungen gilt es natürlich zu lernen. Das Wissensmanagement läuft bereits an. Die OrganisatorInnen teilten ihre Erkenntnisse auch schon in einem Video mit interessierten OrganisatorInnen von Hackathons aus anderen Ländern und führen derzeit eine Umfrage unter den TeilnehmerInnen durch.

Ein Dilemma dieses Hackathons war das Spannungsfeld zwischen Prozessklarheit und Flexibilität. Ein vorab klar kommunizierter Prozess schafft Berechenbarkeit für die TeilnehmerInnen. Gleichzeitig ist es sinnvoll, Flexibilität zu bewahren und bei aufkommenden Problemen Rahmenbedingungen zu ändern und anpassen zu können – zum Beispiel beim Einräumen von mehr Zeit für Einreichungen am Sonntagabend des Hackathons.

Auch bei der Änderungen der Bewertungskriterien waren die OrganisatorInnen flexibel, obwohl diese ein sensibles Thema sind. Teile der Commmunity haben die Abschaffung des Public Votings gefordert, da dies nicht dem „Spirit eines Hackathons“ entspricht und größere Teams Wettbewerbsvorteile in so einem Prozess haben. Diesen Wunsch haben die OrganisatorInnen erfüllt und transparent kommuniziert.

Gleichzeitig wäre ein Public Voting eine Chance gewesen, eine breitere Öffentlichkeit zu erreichen und Aufmerksamkeit zu generieren – unabhängig davon sollte ein Public Voting nicht nur auf aggregierten Likes basieren, um gute Ergebnisse zu gewährleisten.

Eine Herausforderung jeglicher Bewertungssysteme ist ein Verfahren zu bestimmen, das zu einem Ergebnis führt, welches die besten Ideen prämiert und das aus Sicht der ehrenamtlichen Community legitim ist. So betonte Dorothee Bär (Staatsministerin und Beauftragte der Bundesregierung für Digitalisierung) zwar „Alle sind Sieger“ und dankte allen Teilnehmern für ihr Engagement. Nicht alle waren jedoch über die Auswahl glücklich, da beispielsweise keine e-Learning-Projekte nominiert wurden. Die Begründung: In diesem Feld existieren schon zahlreiche Lösungen. Nach diesem Kriterium wären aber auch andere Projekte rausgefallen, zum Beispiel im Bereich Nachbarschaftshilfe.

Der mehrstufige Bewertungsprozess war gut aufgesetzt, aber dennoch ist es schwierig, sich in der kurzen Zeit einen Eindruck über die Projekte auf Basis der wenigen Unterlagen zu verschaffen. Die Krux liegt hier im Detail. Die Abgabe des Pitches im Videoformat gewährte den TeilnehmerInnen viele Freiheiten: Während einige Projektpaten lediglich in einem kurzen Selfie-Video ihr Projekt beschrieben, beeindruckten andere durch vorzeigefähige Prototypen und Animationen.

Ob die stark variierenden Videos einen tatsächlichen, realitätsnahen Eindruck vermitteln und ob einige Projekte durch ein professionelles Video punkten konnten, bleibt somit offen. Auffällig ist jedoch auch, dass bei den 20 prämierten Projekten fast alle Videos professionell produziert wirken. Für nachfolgende Hackathons könnte es überlegenswert sein, neben den Kriterien die Vorgaben für die Einreichungen zu vereinheitlichen (Kombination und Vorstrukturierung für Ideenbeschreibung, Video und kurzer Teambio) – wenngleich dies auf Kosten der Außenkommunikation geschieht.

Public Hackathons zur Lösung gesellschaftlicher Probleme etablieren

Ob diese Form des Organisierens auch für andere Probleme eingesetzt wird wie #WirvsKlimakrise, hängt sicher von dem Erfolg im Nachgang des Hackathons ab. Das politische Interesse daran ist groß, wie die aktive Teilnahme von Staatsministerin Dorothee Bär sowie die Statements von Kanzleramtschef Helge Braun und Bundespräsident Walter Steinmeier zeigen.

Prominente Ansprachen beim #WirvsVirus-Hackathon Screenshots: YouTube

Bundespräsident Steinmeier sagte zum Hackathon: „Über 40.000 von Ihnen haben am Wochenende virtuell die Köpfe zusammengesteckt und hunderte kreative Lösungen für die Sorgen und Nöte dieser Krisenzeit entwickelt. Sie alle, sie sind die Heldinnen und Helden in der Corona-Krise.“

Einen Hackathon als Universallösungs-Instrument zu betrachten, greift aber zu weit. Nicht alle gesellschaftlichen Probleme lassen sich etwa über bessere Plattformen und Informationsaustausch lösen. Das Verständnis eines Hackathons kann man breiter anlegen, das aber ändert wenig. Denken wir an den Klimaschutz: Es mangelt nicht an Ideen, sondern
daran, diese politisch durchzusetzen.

Die abschließende Bilanz: Ein Hackathon generiert wertvolle Ideen. Neue Lösungen nachhaltig in bestehende soziale Systeme zu weben ist ein komplexer Prozess, der viel Ausdauer benötigt. Staatliche AkteurInnen und öffentliche Organisationen müssen Kompetenzen ausbauen, um sinnvoll mit der Zivilgesellschaft zusammenzuarbeiten. Gegenüber Innovationen von außen offen zu sein und diese zu integrieren, braucht es hauseigene Kompetenzen (anstatt internationale Beraterfirmen zu engagieren).

Schließlich dürfen wir auch eines nicht vergessen: Das zu lösende Problem, also die Coronakrise, verändert sich stetig. Deshalb braucht es im Nachgang auch Flexibilität, um die Lösungen an neue Gegebenheiten anzupassen.

Hilf mit! Mit Deiner finanziellen Hilfe unterstützt Du unabhängigen Journalismus.

Daten von Infizierten: Polizei sammelt in mehreren Bundesländern Coronavirus-Listen

netzpolitik.org - 2. April 2020 - 9:48
So ähnlich scheinen die Listen ausgesehen zu haben, die in mehreren Bundesländern an die Polizei übermittelt wurden. (Symbolbild) Gemeinfrei-ähnlich freigegeben durch unsplash.com Markus Spiske | Daniel Laufer | Bearbeitung: netzpolitik.org

Die Polizei hat in mehreren Bundesländern Daten von Menschen erlangt, die mit dem neuartigen Coronavirus infiziert wurden. Auf solchen Listen stehen mindestens zum Teil auch Kontaktpersonen der Betroffenen. In Niedersachsen und Mecklenburg-Vorpommern wurden Gesundheitsämter aufgefordert, diese sensiblen Daten zur Verfügung zu stellen. In Bremen und Baden-Württemberg wurde eine Übermittlung vorerst wieder gestoppt, nachdem Datenschützer:innen interveniert hatten.

Die Unterscheidung zwischen mit dem Coronavirus Infizierten und nicht Infizierten werde die Gesellschaft in den kommenden Monaten prägen, vermutet Stefan Brink. „Wir sind in einer Situation, in der auch die staatlichen Maßnahmen in vielen Fällen eher Versuchen gleichen, als dass sie nach einem klaren Handlungskonzept ablaufen würden. Dadurch wird es auch schwer, Prognosen zu stellen, wer mit solchen Daten in Zukunft in Kontakt kommt.“

Gesundheitsämter erstellten Excel-Dateien

Brink ist Landesbeauftragter für Datenschutz in Baden-Württemberg, wo Gesundheitsdaten bei der Polizei gelandet sind. Schon vergangene Woche hatte der SWR drei lokale Gesundheitsämter ausfindig gemacht, die Listen weitergegeben hatten. Sie beriefen sich demnach auf das Gesetz über den öffentlichen Gesundheitsdienst.

Wie nun deutlich wird, sind noch weitaus mehr Daten geflossen. Das zeigen Recherchen von netzpolitik.org. Mitunter wurden die Informationen wohl auch direkt durch Kommunen übermittelt, wie aus einer E-Mail des Polizeipräsidiums Freiburg hervorgeht.

Mehr als die Hälfte der 13 regionalen Polizeipräsidien des Landes bestätigten, entsprechende Daten zumindest in Teilen erhalten zu haben. Drei Präsidien antworteten nicht auf entsprechende Anfragen.

Das Präsidium in Konstanz berichtete von Excel-Dateien, die Angaben enthielten wie das Geburtsdatum, das Geschlecht oder das Datum des positiven Coronavirus-Tests. Nicht immer wird in Baden-Württemberg deutlich, wie viele Mitarbeiter:innen der Polizei Zugriff auf die Daten hatten. Das Land ist kein Einzelfall.

Anordnung von Quarantänelisten

Auch das niedersächsische Innenministerium erwägt, eine Übermittlung sogenannter Quarantänelisten landesweit anzuordnen. Polizeibeamt:innen könnten sich dann besser schützen. Derzeit gebe es in dem Land keine allgemein gültige Regelung für die Weitergabe solcher Daten. Gehindert hat das bislang offenbar niemanden.

Die Polizeidirektionen Göttingen und Osnabrück bestätigten dieser Redaktion, von einem Teil der Gesundheitsämter bereits Daten wie Name und Anschrift Infizierter eingeholt zu haben. Dabei berufen sich die Sicherheitsbehörden auf einen landesweiten Erlass vom vergangenen Freitag – „zum Vollzug polizeilicher Maßnahmen im Rahmen der Gefahrenabwehr und der Strafverfolgung mit Blick auf die aktuelle Corona-Pandemie“, wie es aus Osnabrück hieß.

Der Vorgang hat nun die niedersächsische Datenschutzbehörde auf den Plan gerufen. Nach Informationen von netzpolitik.org prüft sie aktuell dieses Vorgehen.

Datenstopp nach Medienanfrage

Auch in Bremen hat sich die Datenschutzbeauftragte der Weitergabe von Daten Covid-19-Erkrankter an die Polizei angenommen. Erst durch eine Anfrage dieser Redaktion habe sie hiervon überhaupt erfahren, sagt Imke Sommer am Mittwoch.

Eine Sprecherin des Bremer Innensenators bestätigt, dass die Gesundheitsbehörde des Landes solche Daten weitergereicht hat – und wieder heißt es, dies diene dem Schutz der Beamt:innen. Nun werde „dieser Prozess aus datenschutzrechtlicher Sicht und in Abstimmung mit der Landesbeauftragten für Datenschutz aktuell neu definiert, sodass zurzeit keine Datenübermittlung stattfindet“, teilt die Sprecherin mit.

Imke Sommer hält eine regelmäßige Übermittlung der Gesundheitsdaten an die Polizei für rechtswidrig. Ihre Vermutung: Die angeführte Rechtsgrundlage – das Bremische Gesetz zur Behandlungseinleitung bei Infektionen mit übertragbaren Krankheiten durch Dritte – sei missverstanden worden.

Unbekannt ist, wie viele Menschen in Bremen derzeit tatsächlich von der Weitergabe der Daten betroffen sind. Der Sprecherin des Innensenators zufolge habe die Gesundheitsbehörde lediglich Daten einzelner Erkrankter weitergegeben. Genaue Angaben zum tatsächlichen Umfang wollte sie nicht machen.

Täglich, 10 Uhr, an den E-Mail-Verteiler

In Mecklenburg-Vorpommern fließen nun offenbar ebenfalls Daten Coronavirus-Infizierter an die Polizei. Einen Fragenkatalog von netzpolitik.org am Freitag ließ das Innenministerium unbeantwortet. Am Montag forderte das Gesundheitsministerium die Gesundheitsämter des Landers dann allerdings schriftlich auf, die sensiblen Daten von nun an herauszugeben, wie der Nordkurier berichtet hatte.

Demnach sollten jeden Morgen pünktlich um 10 Uhr Listen mit Namen und Adressen der Erkrankten an die Polizei gehen. Dem NDR zufolge begründete auch das Ministerium in Mecklenburg-Vorpommern dies mit der Gefahrenabwehr und dem Schutz der Beamt:innen im Einsatz.

Ein Unterschied: Der Datenschutzbeauftragte von Mecklenburg-Vorpommern Heinz Müller hält eine Übermittlung der Gesundheitsdaten zunächst einmal für vertretbar. Das Recht der Patient:innen müsse gegen den Anspruch der Polizeibeamt:innen abgewogen werden, sich in Gefahrensituationen schützen zu können.

Doch Müller betont auch, seine Einschätzung sei grundsätzlicher Natur. Bei einer tatsächlichen Umsetzung, wie sie nun in die Wege geleitet wurde, müsse unter anderem gewährleistet sein, dass die Übertragung der Daten auf einem sicheren Weg erfolgt. Zudem müsse genau geregelt sein, wer auf diese zugreifen kann.

„Zum Zeitpunkt meiner Prüfung kannte ich das Schreiben des Ministeriums noch gar nicht“, sagt Müller dieser Redaktion. Und: „Von den Rahmenbedingungen habe ich auch nichts erfahren.“

Damit bleibt unklar, ob die Weitergabe der Daten, wie sie in Mecklenburg-Vorpommern derzeit erfolgt, nicht womöglich doch rechtswidrig sein könnte. Der NDR berichtete, die Listen würden über einen Verteiler per E-Mail zugestellt. Empfänger: die Einsatzleitstellen sämtlicher Polizeipräsidien.

Die Stadt Rostock oder auch der Landkreis Ludwigslust-Parchim haben sich nach Medienberichten dagegen entschieden, der Anordnung aus Schwerin zu folgen.

Sachsen-Anhalt schweigt

In Sachsen-Anhalt weigern sich Sicherheitsbehörden beharrlich, Fragen zu einer möglichen Übermittlung von Gesundheitsdaten zu beantworten. Polizeiinspektionen in Magdeburg, Halle und Dessau-Roßlau reagieren überhaupt nicht, ein Sprecher der Inspektion Stendal bittet darum, man möge sich in diesem Fall doch direkt an das Innenministerium wenden – von dort würde man eine Antwort erhalten. Geschehen ist das trotz Nachfragen nicht.

Die Innenministerien der übrigen Bundesländer haben indes reagiert. Eine Übermittlung von Coronavirus-Listen an die Polizei habe nicht stattgefunden. Aus Brandenburg etwa heißt es weiter: „Die Polizei wird auch in Zukunft keine Daten sammeln, wer mit dem Coronavirus infiziert wurde.“ Ähnlich deutlich positionieren sich Berlin, Nordrhein-Westfalen und Thüringen. Auch ein Sprecher des saarländischen Polizeipräsidiums äußert Zweifel, dass es hierfür überhaupt eine Rechtsgrundlage gäbe.

Ausnahmen sein könnten Fälle, wie sie das hessische Innenministerium schildert, wobei die Daten aber nicht auf Vorrat gespeichert würden. Sollten Polizist:innen zum Beispiel bei einer Kontrolle bewusst angehustet werden, könnten sie in Einzelfällen bei Gesundheitsämtern anfragen – um „die öffentliche Sicherheit und Ordnung zu gewährleisten“. Zudem könnten vereinzelt Daten übermittelt werden, wenn Beamt:innen etwa dazugerufen würden, weil jemand die angeordnete häusliche Quarantäne nicht einhält.

Verbot per Rundschreiben

Auch Baden-Württembergs Innenministerium will nun offenbar nur noch von dieser Lesart der Datenweitergabe etwas wissen. „Wenn die Gesundheitsämter ortspolizeiliche Maßnahmen auf Grundlage des Infektionsschutzgesetzes vorschlagen oder aufgrund von Gefahr im Verzug selbst anordnen, dürfen die personenbezogenen Daten an die Ortspolizeibehörden übermittelt werden“, heißt es aus Stuttgart. „Anderenfalls können diese ihren gesetzlichen Auftrag nicht erfüllen.“

Kein Wort mehr dazu, dass die ursprünglich erstellten Listen der Gesundheitsämter noch bis vor einer Woche viel umfangreicher gewesen waren. Danach hatte Baden-Württembergs Sozialministerium versucht, all den Datenfluss abzustellen.

„Eine Datenübermittlung an andere Organisationen, beispielsweise den Polizeivollzugsdienst, die Feuerwehr oder den Rettungsdienst ist nicht zulässig“, steht in einem Schreiben, das netzpolitik.org vorliegt und das an alle Gesundheitsämter des Landes ging.

Erkrankte unter Generalverdacht

„Gerade im Krisenfall ist es wichtig, dass man das Vertrauen in den Staat bewahrt und nicht Menschen unter Generalverdacht stellt oder kriminalisiert, weil sie krank sind“, sagt Ministeriumssprecher Markus Jox. „Es wirft nie ein gutes Bild auf den Staat und die Politik, wenn man mit Daten nicht sensibel umgeht.“

Dem Sozialministerium zufolge haben einzelne Gesundheitsämter die Weitergabe der Daten inzwischen eingestellt. Auch mehrere Polizeipräsidien bestätigen dies. Ein Sprecher des baden-württembergischen Innenministeriums schrieb schon am Freitag: „Unser Ziel ist, gemeinsam mit dem Datenschutzbeauftragten eine Lösung zu finden“, die dann auch dem Datenschutz gerecht werde. Bis zum Dienstag hatte es dahingehend offenbar noch keine Bemühungen gegeben.

Stefan Brink sagt, noch habe ihn niemand aus dem Innenministerium hierzu kontaktiert. „Wir brauchen auch keinen Kompromiss, sondern eine Einhaltung unserer Rechtsordnung“, so der Datenschützer. „Solche Infizierten-Listen haben bei der Vollzugspolizei nichts verloren. Sie müssen, wenn sie dort in rechtswidriger Weise hingereicht wurden, sofort gelöscht werden.“

Brink hinterfragt auch die Begründung, wie sie landauf, landab für die Übermittlung der Listen genannt wurde. Immer wieder hieß es, diese habe dem Schutz der Beamt:innen gedient. „Es wäre absurd, wenn Vollzugskräfte umgekehrt in Fällen, wo keine Information über eine Infektion vorliegt, keine Schutzmaßnahmen treffen würden.“ Die Dunkelziffer bei den Infektionen mit dem Coronavirus sei schließlich viel zu hoch, um sich im Einsatz auf die Angaben der Gesundheitsämter verlassen zu können.

Hilf mit! Mit Deiner finanziellen Hilfe unterstützt Du unabhängigen Journalismus.

Coronavirus: Das Netz gegen die Krise

netzpolitik.org - 2. April 2020 - 8:48
Die Welt brennt. Alle Rechte vorbehalten Bernhard Bartsch

Das Team von vollehalle arbeitet seit dem Sommer 2017 daran, das nachhaltige Nachdenken über die Klimakrise und unsere Gesellschaft in Bühnenformate zu verarbeiten. In diesem Jahr hat vollehalle zum ersten Mal eine Diskussion unserer Wirtschaftslogik mit aufgenommen. Sie hatten Glück im Unglück: Am 6. März konnten sie ihre Premiere gemeinsam mit dem Pianisten Igor Levit vor knapp 500 Gästen aufführen und aufzeichnen. Diese Aufzeichnung stellt vollehalle am heutigen Donnerstag ab 20:15 Uhr auf YouTube für die Öffentlichkeit bereit. Ab 21:45 Uhr lädt das Team zu einem Debattensalon ein. Es soll der Auftakt sein zu weiteren digitalen Formaten.

Krisen können neue Kräfte freisetzen und das Beste in uns zum Vorschein bringen. So gesehen sind das gerade Zeiten mit ungeheurem Energiepotential. Man weiß vor lauter Krisen ja gar nicht mehr, wohin man zuerst schauen soll. Ist es die verheerende Lage in Krankenhäusern und Pflegeheimen, bei denen sich jetzt zeigt, dass Gesundheit eben doch keine Ware ist, für die der Markt den besten Preis findet? Oder das Ende der Europäischen Union als Friedens- und Demokratie-Labor? Das Flüchtlingselend im griechisch-türkischen Grenzgebiet und in den libyschen Internierungslagern? Oder die galoppierende Erderwärmung, die sich wie ein Regenbogen über all die anderen Krisen spannt?

Egal, wohin man gerade blickt und hört – in Social-Media-Debatten, Essays großer Zeitungen oder Gespräche unter Freunden und Kolleginnen: Überall weht einem dieselbe Hoffnung entgegen. Die Schockstarre, die die Covid-19-Pandemie über uns gebracht hat, wird alles verändern. Denn werden wir nicht gerade Zeug.innen einer Renaissance von Gemeinsinn und Solidarität? Wir nähen füreinander Schutzmasken und übernehmen Einkäufe für diejenigen, die sich nicht selbst helfen können. Wir organisieren ein digitales Sozialsystem, bei dem jede.r fünf Prozent des eigenen Einkommens in einen Topf wirft, damit niemand unter 1.000 Euro im Monat rutscht.

Die Kräfte, die uns an diesen Punkt geführt haben, werden nach der Krise nicht einfach verschwunden sein

Man könnte solche Beobachtungen schier endlos fortsetzen. Das ist alles schön und gut. Aber wer jetzt darauf setzt, dass es danach kein Zurück mehr geben wird in die Zeit von Profitmaximierung, Eigennutz und die „Die Flut hebt alle Boote“-Parolen, glaubt leider auch, dass er wirklich 1.500 Freunde hat, wenn Facebook das sagt.

Die Kräfte, die uns an den Punkt geführt haben, an dem wir heute stehen, werden nach der Krise nicht einfach verschwunden sein. Im Gegenteil: Schon jetzt versuchen einzelne, aus der Krise Profit zu ziehen. Die einen horten Schutzmasken und versuchen, sie im Netz teurer zu verkaufen. Die anderen versuchen uns weiszumachen, dass Einmalplastik – entgegen erster wissenschaftlicher Studien – ein wirksames Mittel gegen die Ausbreitung des Corona-Virus sei. Das hat bereits dazu geführt, dass in den Vereinigten Staaten Ketten wie Starbucks und Dunkin Donuts die Verwendung von wiederverwendbaren Bechern ausgesetzt haben. Die Vermüllung der Welt als vermeintliche Lösung gegen die Verseuchung – eine Spitzenidee.

Es ist darüber hinaus keineswegs ausgemacht, dass die gegenwärtige Krise (Corona) alle Skeptiker daran erinnert, dass wir auch in der anderen, ungleich größeren Krise (Klima) auf die Wissenschaft hören sollten. Viel wahrscheinlicher ist, dass die in den großen Volkswirtschaften erwartete Rezession dazu führen wird, dass uns die Politik erklärt: Für den Kampf gegen die Erderwärmung haben wir nun wirklich keine Zeit. Jetzt müssen wir uns erstmal ums Wachstum kümmern.

Es wird sich anfühlen, als würde ein Vater zu seiner Tochter sagen: Ich weiß, dass unser Haus bald von einem Tornado weggefegt wird. Aber die Badewanne ist übergelaufen, bitte sei jetzt still und hilf mit, den Boden aufzuwischen.

Das Netz entwickelt sich zur Volkshochschule im besten Sinne

Was also tun? Wir müssen die Köpfe zusammenstecken. Und die Digitalisierung kann uns dabei helfen. Ja, genau die Digitalisierung, von der es so heißt, sie würde die Klimakrise weiter befeuern, weil Netflix, Google und Facebook so viel Energie schlucken. Das Netz entwickelt sich gerade zu einer Volkshochschule im besten Sinne. Es entstehen digitale Debatten-Salons, in denen sich Menschen die Frage stellen: Und jetzt?

Sie sitzen, jede.r für sich, in ihren Wohnzimmern, diskutieren über die intellektuellen Wurzeln des gegenwärtigen Wirtschaftssystems und fragen sich: Welche Ideen können wir jetzt zünden, damit wir in der Post-Corona-Welt loslegen können? VWL-Professoren bieten Online-Werkstätten an mit Titeln wie „Corona-Schock, Neoliberalismus und Staat. Was ändert sich?“ Und wieder andere starten ein Online-College für Kids ab 14 Jahren mit Schulstunden über Punk in der DDR, Dekarbonisierung und das Konzept des bedingungslosen Grundeinkommens. Wenn das, was sich hier gerade aufbaut, die Zeit von Kontaktverbot und Ausgangsbeschränkungen überdauert, wäre wirklich was gewonnen.

Und das gilt auch aus ökologischer Perspektive. „Der Trend ist extrem positiv zu bewerten. Durch die Coronakrise werden die verkehrsbedingten Treibhausgasemissionen stark reduziert werden. Der Energieverbrauch durch verstärkte Digitalisierung, der dagegen gerechnet werden muss, beträgt nur ein Bruchteil davon”, sagt Tilman Santarius von der TU Berlin. Wenn wir also nicht mehr für jedes Meeting durch die Gegend jetten, werden wir neben Zeit und Geld auch enorme Mengen CO2 einsparen.

#flattenthecurve gilt nicht nur für die Ausbreitung des Corona-Virus

Die vielfältigen, ineinander verschränkten Krisen unserer Zeit verweisen uns darauf, dass wir aus dem Blick verloren haben, was Menschsein auf einem Planeten mit endlichen Ressourcen wirklich bedeutet. Radikale Marktgläubigkeit gepaart mit unserem Hang zu Bequemlichkeit und der Annahme, individueller Egoismus führe zu kollektiver Glückseligkeit, haben uns und unseren Planeten schon jetzt verwandelt. Es ist an der Zeit, diese Verwandlung zu stoppen.

Wir müssen endlich damit beginnen, uns als Wesen zu begreifen, die Verantwortung zu übernehmen bereit sind. Für die Menschen um sich herum genauso wie für unsere Ökosystem, in denen wir leben. Der Markt regelt nichts außer sich selbst. Wir müssen die Zügel wieder selbst in die Hand nehmen und eine neue Verwandlung initiieren.

#flattenthecurve gilt nicht nur für die Ausbreitung des Corona-Virus – wir müssen auch unsere Gier nach immer mehr materiellem Wohlstand, billigen Fernreisen und endless consuming summer zum Erliegen bringen. Genauso wie die Angst vor Statusverlust und die ewige Verlockung: Wenn ich mich nicht rücksichtslos verhalte, macht es halt mein Nachbar. Also bitte, was solls?

Wir wollen mit dem heutigen Debattensalon und weiteren Formaten unseren Beitrag leisten. Zusammengehalten wird alles von der Hoffnung, dass wir alle gemeinsam immer intensiver das digital vermittelte Gespräch in dieser Krise führen werden, damit wir anschließend gemeinsam anpacken und die Welt aus ihrem ewigen Krisenmodus herausführen. Wir müssen diese Stimmung von Gemeinsinn und Aufbruch, den gerade viele im Netz erleben, so skalieren, dass davon möglich viele erfasst werden. Es geht um nicht weniger als die maximale Ausdehnung des Humanismus.

Hilf mit! Mit Deiner finanziellen Hilfe unterstützt Du unabhängigen Journalismus.

#Brandneu - 15 frische Startups, die jeder kennen sollte

Deutsche Startups - 2. April 2020 - 8:46

In unserem Newsletter Startup-Radar berichten wir einmal in der Woche über junge, frische und brandneue Startups, die noch nicht jeder kennt. Alle diese Startups stellen wir in unserem kostenpflichtigen Newsletter kurz und knapp vor und bringen sie so auf den Radar der bundesweiten Startup-Szene und im besten Fall auf die Agenda von Investoren, Unternehmen und potenziellen Kooperationspartnern. Mehrere Wochen nach der exklusiven Erstveröffentlichung in unserem Newsletter stellen wir einige der präsentierten Startups (in gekürzter Form) auch auf unserer Website vor. Jetzt Wissensvorsprung sichern und unseren Newsletter Startup-Radar sofort abonnieren!

XbyX
Mit XbyX ging gerade eine Digitalplattform für Frauen online, die sich mit dem Thema Wechseljahre beschäftigt. Neben Wissensvermittlung, einem Gesundheitscheck und einem Audio Kurs, bietet die Plattform pflanzliche Produkte, die unter anderem helfen sollen die Energie, Konzentration oder Lust zu steigern. Gegründet wurde das Berliner Startup von Peggy Reichel und Monique Leonhar

URL: www.xbyx.de
Hashtags: #eHealth  #FemaleFounders #Seriengründerin
Ort: Berlin
Gründer: Peggy Reichelt, Monique Leonhardt

Faktual
Das Jungunternehmen Faktual bietet “Recherche mit einem Klick” an und verspricht, das Leben von Journalisten leichter zu machen. Dabei sammelt Faktual Informationen aus einem Pool verifizierter Quellen, Daten und Zitate. Zu Themen können gezielt Alerts gesetzt werden. KI unterstützt so einen „Qualitätsjournalismus“, so die Gründer Abraham Duplaa und  Moritz Beutter.

URL: www.faktual.de
Hashtags: #Medien #KI
Ort: München
Gründer: Abraham Duplaa, Moritz Beutter

truckoo
truckoo bietet einen deutschlandweiten Verbund an Werkstätten und Partnern für die Verwertung neuwertiger und gebrauchter Nutzfahrzeuge jeder Art – vom Transporter bis zur Schwerlast. “Wir standardisieren Inspektionen und analysieren Preise anhand aktueller internationaler Marktresonanzen”, versprechen Julia Unützer und Maximilian Füchsl, die Macher der jungen Plattform.

URL: www.truckoo.com
Hashtags: #Marktplatz #Nutzfahrzeuge
Ort:München
Gründer: Julia Unützer, Maximilian Füchsl

madeone
madeone bietet eine Plattform für Produktindividualisierung im E-Commerce an. “madeone ist die Antwort auf ein profitables und skalierbares Customization Business für bestehende Produktsortimente, indem die Komplexität von Customization während des End-to-End-Prozesses für Marken und Hersteller reduziert wird“, so Christian Möhring, der zuvor unter anderem Digitalchef bei Nike und Ikea war.

URL: www.madeone.de
Hashtags: #eCommerce #Customization
Ort: Frankfurt am Main
Gründer: Christian Möhring

Oh Baby Party
Bei Oh Baby Party findet man alles rund um das Thema „Baby-Shower“. Von der Deko, über hilfreiche Informationen bis hin zur maßgeschneiderten Unterstützung bei der Planung und Umsetzung. Die Idee für den Online Concept Store hatten Friederike Bauer und Simone Moor. Oh Baby Party ist im Herbst 2019 online gegangen und gleichzeitig ist die Dritte im Bunde, Antonia Lecour, mit eingestiegen

URL: www.ohbabyparty.de
Hashtags: #eCommerce
Ort: Berlin
Gründer: Friederike Bauer, Simone Moor

plantclub
Hinter plantclub, das von Jack Lancaster geführt wird, verbirgt sich ein Abo-Dienst für Büropflanzen. Das Startup, das über zahlreiche Vorbilder verfügt, übernimmt dabei nicht nur die Lieferung und Platzierung des Grünzeugs, sondern auch die Pflege. “Damit du dich nicht um das Gießen, Düngen oder Umtopfen kümmern musst”, heißt es dazu auf der Website. Preislich startet der plantclub bei 90 Euro im Monat.

URL: www.plantclub.io
Hashtags: #eCommerce
Ort: Berlin
Gründer: Jack Lancaster

Zwopr
Das Münchner Jungunternehmen Zwopr bietet eine App für unentgeltliche und gegenseitige Hilfe. Dabei kann man via App hilfsbereite Menschen finden oder selbst Hilfe anbieten. Von Umzugshelfer bis zum Dogwalker sind alle “Nachbarschaftsdienste” erlaubt, solange sie kostenlos sind. Aktuell gibt es bereits über 40 000 “Helfer Angebote” auf der Plattform.

URL: www.zwopr.com
Hashtags: #App #Nachbarn
Ort: München
Gründer: Bernhard Koller, Tassilo Ippenberger, Christian Ebert

Juit Now
Juit Now bietet eine Lösung für eine gesunde Mittagspause mit frisch gekochten Gerichten, von Korean Beef BBQ bis zur veganen Linsenbolognese, die via App ausgewählt und bezahlt werden können. Die saisonalen Gerichte werden aus natürlichen Zutaten von Hand gekocht und im Anschluss schockgefrostet. Juit Now ist Teil der Oetker Gruppe, agiert jedoch als eigenständiges Unternehmen.

URL: www.juitnow.com
Hashtags: #Food
Ort: Bielefeld
Gründer: Serdar Mansour Azar, Ingmar Knudsen

Duschkraft
Das Rostocker Startup Duschkraft hat einen Luftentfeuchter für die Dusche entwickelt, der die Schimmelbildung nach einer heißen Dusche vermeiden soll. Der Entfeuchter nutzt das Prinzip der Kondensation, verringert so die Luftfeuchtigkeit und soll so nicht nur Schimmel vermeiden, sondern auch die Nebenkosten senken. Das Produkt benötigt allerdings für die Luftentfeuchtung eine eigene Stromleitung.

URL: www.duschkraft.de
Hashtags: #ECommerce
Ort:Rostock
Gründer: Stefan Goletzke, David Bredt

Repure
Mit Wissensartikeln, Meditationen, einfachen Rezepten und Yoga-Workouts will das Münchner Jungunternehmen Repure seinen Nutzern dabei helfen gesund zu leben. So soll die App ein täglicher Begleiter fu?r Gesundheit, Schönheit und Wohlbefinden sein, so beschreiben es die Gründer Anton Huber Michael Frick und Karl Seidemann.

URL: www.repure.life
Hashtags: #Yoga #eHealth #App
Ort: München
Gründer: Anton Huber Michael Frick, Karl Seidemann

Inspectra
Das Berliner Startup Inspectra bietet Lebensmittelsicherheit und Qualitätsanalyse für die Lebensmittelproduktion in Echtzeit. Aktuell führt das Unternehmen Pilotprojekte mit Lebensmittelproduzenten durch. Eine Finanzspritze haben sich die Gründer Mohammad Abdo und Filip Skurniak bereits vor dem offiziellen Start von Entrepreneur First gesichert.

URL: www.inspectra.io
Hashtags: #Food #SaaS
Ort: Berlin
Gründer: Mohammad Abdo, Filip Skurniak

Cineamo
Cineamo bietet eine App sowie eine SaaS-Lösung für Kinobetriebe, genannt Cineamo-Control an. Filmfans können mit der kostenlosen App in ihrem Lieblingskino Filmwünsche und andere Eventideen anfragen. Das Kino behält dabei die volle Kontrolle über sein Programm. Ziel des Jungunternehmens ist es, besucherschwache oder freie Terminslots mit Angeboten der Besucher besser auszulasten.

URL: www.cineamo.com
Hashtags:#SaaS #Medien #App
Ort: Würzburg
Gründer: Stefan Farnschläder, Dominic Warok, Christoph Käfer

Monavinci
Monavinci bietet die Möglichkeit aus eigenen Bildvorlagen ein handgefertigtes Unikat in Form eines hyperrealistischen Kunstwerkes erschaffen zu lassen. Nach eigener Aussage ist Monavinci bereits jetzt schon führend auf dem deutschen Markt, wenn es um handgemachte Kunst und daraus resultierenden Geschenkartikeln geht. Eine Zeichnung gibt es ab 69 Euro und kann individuell konfiguriert werden.

URL: www.monavinci.com
Hashtags: #Kunst #eCommerce
Ort: Berlin
Gründer: Hassan El Ammar

Veranstaltungshelden
Mit Veranstaltungshelden möchte Gründer Dennis Heiser die Planung und Umsetzung von Events vereinfachen. Wer Hilfe für ein Event braucht, kann die Rahmenbedingungen direkt bei der Plattform angeben. Dienstleister wie DJs oder Caterer können sich dann direkt bei dem User melden und Angebote unterbreiten. Die Nutzung der Plattform ist kostenlos.

URL: www.veranstaltungshelden.de
Hashtags: #eCommerce #Events
Ort: Mannheim
Gründer: Dennis Heiser

Haus von Eden
Die beiden Gründerinnen Kodzia Edenharder und Melodie Abdollahi wollen mit Haus von Eden einen Online Shop etablieren, der für nachhaltige Produkte und Transparenz steht. Die Produktpalette geht von Kosmetik über Food bis zu nachhaltigen Deko-Artikeln. Abgerundet wird der Shop mit einem Magazin, das Tipps und Tricks rund um das Thema Nachhaltigkeit bietet.

URL: www.hausvoneden.de
Hashtags: #eCommerce #Nachhaltigkeit
Ort: Hamburg
Gründer: Kodzia Edenharder, Melodie Abdollahi

TippJetzt unseren Newsletter Startup-Radar abonnieren!

Startup-Jobs: Auf der Suche nach einer neuen Herausforderung? In der unserer Jobbörse findet Ihr Stellenanzeigen von Startups und Unternehmen.

Foto (oben): Shutterstock

Im Jetzt bleiben

kritisches-netzwerk - 2. April 2020 - 1:21

Im Jetzt bleiben

by NEUE DEBATTE

Eine der Taktiken der zeitgenössischen Herrschaft (wie auch vergangener Regime) ist es, den Einzelnen in eine andere Zeit zu verbannen. Im Heute werden wir de facto physisch aus dem öffentlichen Raum verbannt, in den wir uns tagtäglich hineinträumen. Wenn wir den Stimmen der Menschen im Heute des ambivalenten Ausnahmezustands zuhören, können wir heraushören, dass sie sich in die Zukunft des wiederzuerlangenden öffentlichen Lebens träumen.

Auf gewisse Weise verweigern sie die Akzeptanz des unerträglichen JETZT. Wie das auch schon vor dem Ausnahmezustand der Fall war. Nur dass die Herrschaft des Heute experimentiert, wie weit sie die Daumenschrauben anziehen…

Wasser - Zugang zum blauen Gold der Zukunft

kritisches-netzwerk - 2. April 2020 - 1:21

Wasser – Zugang zum blauen Gold der Zukunft

Wasser ist ein sensibles und allgemeines Gut

von Thomas Kattnig und Iris Strutzmann / A&W blog

Am 22. März 2020 war [geä. H.S.] Weltwassertag. Wasser ist lebenswichtig, weshalb es immer wieder auch neue Begehrlichkeiten gibt, das blaue Gold der Zukunft zu verwirtschaftlichen. Über die Ressource Wasser und den Zugang zu ausreichend leistbarem Trinkwasser zu verfügen ist überlebensnotwendig. Gerade in Krisenzeiten wird das noch deutlicher. Kritische netzgebundene Infrastruktur wie Wasser muss daher jederzeit in hoher Qualität zur Verfügung stehen. Das funktioniert am besten unter öffentlicher Kontrolle.

►…

China: Nach einem Lockdown folgt der andere

telepolis - 2. April 2020 - 1:10
Vor einer befürchteten zweiten Infektionswelle wird erneut Ausgangssperre verhängt - Zugzwang?

"Perfekte Brutstätte": Flugzeugträger mit Corona auf dem Trocknen

telepolis - 2. April 2020 - 1:00
Durch eine unerwartete Bedrohung könnte nun die US-Flugzeugträgerflotte ausgeschaltet werden: SARS Cov-2. Das erste Opfer des Virenangriffs ist der Flugzeugträger CVN-71 U.S.S. Roosevelt

Coronavirus: Das Versagen der alternativen Medien

telepolis - 2. April 2020 - 1:00
Für viele ist es unvorstellbar, dass die Regierung ausnahmsweise etwas richtig macht. Ein Kommentar

NATO-Übung trotz Pandemie: »Defender 2020« light in Polen

junge Welt - Inland - 2. April 2020 - 1:00
NATO-Großmanöver nicht eingestellt, sondern »deutlich reduziert«.

Pandemiefolgen für Mieter: »Krise kann auch eine Chance sein«

junge Welt - Inland - 2. April 2020 - 1:00
Gegen die Logik des Wohnungsmarktes: Wissenschaftler fordern wirksamen Schutz von Mietern in Pandemiezeiten. Ein Gespräch mit Lisa Vollmer.

Eingriff in Grundrechte: Zwangsdienst und Faktensuche

junge Welt - Inland - 2. April 2020 - 1:00
Kritik am geplanten Pandemiegesetz in NRW. Wissenschaftler untersuchen erstmals die Ausbreitung des Coronavirus im Kreis Heinsberg.

Lastenverteilung umkämpft: Aus der Immobilienblase

junge Welt - Inland - 2. April 2020 - 1:00
»Vermieterfeindlichkeit«: CDU-Wirtschaftsrat schießt gegen Mietmoratorium.

Logistikbranche in der BRD: Nomaden auf dem Bock

junge Welt - Inland - 2. April 2020 - 1:00
Ost- und mitteleuropäische Lkw-Fahrer halten hierzulande Lieferketten und Logistik aufrecht – oft unter prekären Bedingungen.

Gesundheitswesen in der BRD: Kliniken in Finanznot

junge Welt - Inland - 2. April 2020 - 1:00
Gesundheitsminister lässt Krankenhäuser auf Kosten sitzen. Verdi warnt vor Kurzarbeit.

Seiten

Subscribe to Ideenwerkstatt zum Aufbau einer von eigenverantwortlichen Menschen selbst organisierten Gesellschaft Aggregator

kostenloser Zugang

Mach mit! Werde Teil der Ideenwerkstatt!

  • hilf mit die Ideenwerkstatt besser zu machen, sowohl die Inhalte, als auch die Technik und das Design - wir sind für alle Vorschläge offen
  • blogge, diskutiere und kommentiere zu deinen Lieblingsthemen
  • erstelle informative Videos, Podcasts und Infografiken
  • entwickle Ideen und formuliere sie für andere verständlich, hilf anderen deine Ideen zu verstehen
  • rufe Projekte und Initiativen ins Leben und realisiere diese mit anderen zusammen

und vieles mehr.

Wir brauchen Menschen, die ihr Bestes geben!

Erkenntnis
Für alle Inhalte die du weitestgehend selbstständig erstellst, behältst du das Urheberrecht und du kannst deine Inhalte frei nach deinen Vorstellungen im Internet vermarkten.
Eine Version deines Inhalts (Video, Podcast, Blog-Artikel, …) aber bleibt auf der Ideenwerkstatt und die Einnahmen, die mit diesem Inhalt erzielt werden, dienen dazu um unsere Ideenwerkstatt fortlaufend im Sinne aller Teilnehmer weiterzuentwickeln.

na-neugierig

           

 

oder zum tieferen Einblick, das eBook " Was tun wir? - Für aktive Mitmacher" [2,5 MByte, PDF] downloaden

Weitere Informationen gibt es im Kennenlern-Paket.

Es besteht aus 3 eBooks (PDF) zum Lesen und einem Audio (mp3, ca. 20 min.) zum Anhören, etwa beim Fahrradfahren, Joggen oder Busfahren.

        

 

kostenpflichtiger Zugang

für 24 € im Jahr - freien Zugriff auf alle Inhalte, die in der Ideenwerkstatt veröffentlicht werden

Erkenntnis
Das Abo gilt nur für ein Jahr und verlängert sich nur, wenn du es wünscht. Du bekommst 4 Wochen bevor dein Jahresabo abläuft, eine Erinnerungsmail.

Als passiver Unterstützer hast du:

  • Zugang zu allen auf der Ideenwerkstatt veröffentlichten Inhalten (Lösungen, Konzepte, Projektideen, FAQs, Blogs, Infografiken, Videos,  …) - aktuell über 400 Artikel und es kommen noch viele weitere dazu
  • Zugang zu den eBooks und Podcasts (aktuell 10 eBooks)
  • jede Woche neue Inhalte
  • Lehrreiche Diskussionsrunden (Chat, Forum, Online-Konferenz) zu den in der Ideenwerkstatt entwickelten Lösungen und Konzepten oder auch zu einzelnen, inspirierenden Artikeln
  • Zugang zum Online-Forum
  • 10 % Rabatt auf die Videokurse, Online-Workshops und eBooks der Lebensunternehmer-Akademy

na-neugierig        

           

weitere Informationen bekommst du im eBook " Was bieten wir? - Für Leser und passive Unterstützer" [5 MByte,PDF]

Weitere Informationen gibt es im Kennenlern-Paket.

Es besteht aus 3 eBooks (PDF) zum Lesen und einem Audio (mp3, ca. 20 min.) zum Anhören, etwa beim Fahrradfahren, Joggen oder Busfahren.