Anregungen für unsere Konsumgewohnheiten

Nachhaltiger als Rodungen: MIT-Forscher züchten Holz im Labor

Simon Bertsch - trendsderzukunft.de - 25. January 2021 - 14:32

Holz ist schon seit vielen Jahrtausenden ein wichtiger Baustoff für die Menschheit. Erstaunlicherweise wird der Rohstoff aber heute noch genauso angebaut wie damals: Man fällt ausgewachsene Bäume und schneidet sie zurecht. Ganz unproblematisch ist dies allerdings nicht. Denn aktuell ist die Nachfrage nach Holz so hoch, dass immer mehr Waldflächen weichen müssen. Verstärkt wird die Problematik noch durch die Tatsache, dass es oftmals auch zu Brandrodungen kommt, um landwirtschaftliche Flächen zu gewinnen. Forscher am „Massachusetts Institute of Technology (MIT)“ arbeiten nun aber an einem alternativen Ansatz zur Holzgewinnung. Sie wollen holzartige Strukturen im Labor züchten. Interessant daran wäre nicht nur die Tatsache, dass dadurch weniger Bäume gefällt werden müssten. Stattdessen stellen die Forscher in Aussicht, dass die Eigenschaften der Materialien gezielt auf die Wünsche der Abnehmer zugeschnitten werden könnten.

Bild: böhringer friedrich, CC BY-SA 2.5 <https://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.5>, via Wikimedia Commons Pflanzenzellen können sich zu unterschiedlichen Geweben entwickeln

Konkret arbeiteten die Forscher mit Zinnien. Diese Blütenpflanzen sind im Frühjahr und Sommer in vielen Gärten und Parks zu finden. Aus den Blättern der Pflanze entnahmen die Wissenschaftler lebende Zellen und gaben diese in ein Nährmedium. Dort vermehren sich die Zellen, ohne dass Licht oder Erde benötigt wird. In einem nächsten Schritt werden diese dann in eine gelartige Struktur übertragen. Hier kommt die Tatsache ins Spiel, dass Pflanzenzellen in einem Punkt Stammzellen ähneln: Sie können sich zu unterschiedlichen Geweben entwickeln. Die gelartige Struktur wirkt hier nun wie ein Gerüst und kanalisiert das Wachstum der Zellen in die gewünschte Richtung. Durch die Zugabe von zwei Hormonen – Auxin und Cytokinin – konnten die Wissenschaftler zudem weiteren Einfluss auf die sich bildenden holzartigen Strukturen nehmen. Unter dem Fluoreszenzmikroskop konnten die Forscher die zunehmende Verholzung des Materials beobachten.

Die Eigenschaften des Holzes lassen sich gezielt steuern

Theoretisch wäre es nun denkbar, eine Art Biotinte herzustellen, die dann von einem speziellen 3D-Drucker zum Einsatz gebracht wird. Auf diese Weise könnten dann auch komplexere Strukturen in einem Stück produziert werden. So sprechen die Forscher beispielsweise von einem Tisch, der ohne Dübel, Schrauben oder Leim auskommt. Im Idealfall kann so im Labor Holz produziert werden, bei dem die Eigenschaften und die Form viel besser kontrolliert werden können als beim natürlichen Wachstum in der Natur. Aus diesem Grund könnte das Verfahren auch in der Industrie auf Interesse stoßen. Bis allerdings tatsächlich Verfahren etabliert sind, die eine Serienproduktion ermöglichen, dürften noch einige Jahre ins Land gehen. Außerdem lässt sich aktuell noch nicht abschätzen, wie teuer das Holz aus dem Labor sein wird. Genau dies dürfte aber die entscheidende Frage sein: Flächendeckend kann sich das neue Verfahren nur durchsetzen, wenn es auch preislich wettbewerbsfähig ist.

Via: EurekAlert

Boeing prescht voran: Biokraftstoffe sollen die Flugemissionen um 80 Prozent reduzieren

Simon Bertsch - trendsderzukunft.de - 25. January 2021 - 12:40

Aktuell verursacht die Luftfahrtbranche so wenig CO2-Emissionen wie schon seit vielen Jahren nicht mehr. Verantwortlich dafür ist aber vor allem die Corona-Pandemie. Denn zahlreiche Airlines mussten ihr Angebot aufgrund mangelnder Nachfrage zusammenstreichen. Schaut man allerdings auf die Länder in Asien, in denen die Fallzahlen aktuell wieder niedrig sind, zeigt sich: Der Flugverkehr ist dort wieder auf dem Niveau von vor der Krise. Um wirklich nachhaltig CO2-Emissionen einzusparen, sind daher technologische Innovationen notwendig. Zahlreiche Firmen arbeiten daher an Elektro- oder Wasserstoffflugzeugen. Der amerikanische Konzern Boeing setzt hingegen auf eine Weiterentwicklung der bisherigen Antriebstechnik. Zukünftig soll aber kein herkömmliches Kerosin mehr verbrannt werden, sondern nachhaltige Biokraftstoffe zum Einsatz kommen. Bisher sind hier nur Beimischungen erlaubt. Der Konzern will dennoch ab dem Jahr 2030 nur noch Flugzeuge verkaufen, die mit 100 Prozent Biokraftstoff geflogen werden können.

Bild: Japan Airlines Boeing 777-200 JA008D (1), BriYYZ, Flickr, CC BY-SA 2.0 Bisher ist der Einsatz von Biokraftstoffen noch reglementiert

Gewonnen werden diese aus ganz verschiedenen Quellen. So können Öle und Fette genutzt werden, aber auch Mais, Getreide oder andere Bioabfälle. Selbst Haushaltsabfälle werden teilweise als Energiequelle verwendet. Bisher allerdings schreiben die Sicherheitsvorschriften vor, dass der Tank nur zu maximal fünfzig Prozent mit Biokraftstoffen befüllt werden darf. Aus rein technischer Sicht scheint diese Vorschrift nicht nötig zu sein. Denn im Rahmen eines Tests hat Boeing bereits im Jahr 2018 einen Frachtflug mit ausschließlich Biokraftstoffen absolviert. Aus guten Gründen steht in der Luftfahrt allerdings die Sicherheit an oberster Stelle. Die endgültige Freigabe erfolgt daher erst, wenn endgültig der Nachweis erbracht wurde, dass der Biosprit die Gefahr an Bord nicht erhöht. Boeing will deshalb mit den zuständigen Behörden in Kontakt treten und möglichst zeitnah entsprechende Nachweise erbringen. Denn die Entwicklung von Flugzeugen mit reinem Bio-Antrieb lohnt sich nur, wenn sich dann auch die Vorschriften ändern.

Die bisherigen Einsparungen reichen noch nicht aus

Aktuell ist die Luftfahrt für rund zwei Prozent aller weltweit verursachten Emissionen verantwortlich. Betrachtet man nur den Verkehrssektor liegt der Anteil sogar bei zwölf Prozent. In der Vergangenheit haben die Flugzeugbauer durchaus schon beträchtliche Fortschritte bei der Einsparung von Emissionen gemacht. So sind die Flugzeuge heute leichter als in der Vergangenheit und die Turbinen arbeiten effizienter. Beides hat den Kerosinverbrauch reduziert. Bis zum Ausbruch der Corona-Krise wurden diese Einsparungen allerdings durch das beständige Wachstum der Branche wieder aufgezehrt. Der Einsatz von Biokraftstoffen könnte hier zu einem Durchbruch führen. Denn Berechnungen des internationalen Luftfahrtverbandes IATA haben ergeben, dass sich die Emissionen dadurch um rund achtzig Prozent reduzieren ließen. Könnten entsprechende Flugzeuge ab dem Jahr 2030 vollständig mit Bio-Kerosin betankt werden, wären auch die Klimaschutzziele der Branche leichter zu erfüllen: Diese hat sich verpflichtet, die Emissionen bis zum Jahr 2050 zu halbieren.

Via: Engadget

Hamburger Energiewende: Aus Kohlekraftwerk wird riesige Wasserstoff-Anlage

Simon Bertsch - trendsderzukunft.de - 25. January 2021 - 10:22

Bisher ist das Kohlekraftwerk Hamburg-Moorburg für die beteiligten Akteure alles andere als eine Erfolgsgeschichte. Denn die beiden Blöcke gingen erst im Jahr 2015 ans Netz. Für den Bau hat der schwedische Konzern Vattenfall mehr als drei Milliarden Euro investiert. Auch die Politik unterstützte das Projekt trotz zahlreicher Proteste von Bürgern und Umweltschutzorganisationen. Wirklich glücklich wurde Vattenfall mit dem Kraftwerk allerdings nie. Denn schon bald sorgte die voranschreitende Energiewende dafür, dass selbst moderne Kohlekraftwerke in wirtschaftliche Schwierigkeiten gerieten. Der schwedische Konzern zog daher die Notbremse und beteiligte sich an einer Ausschreibung der Bundesnetzagentur im Rahmen des geplanten Kohleausstiegs. Die Folge: Zum Jahreswechsel wurde das gerade einmal gut fünf Jahre alte Kraftwerk vom Netz genommen. Im Gegenzug erhielt der Konzern eine staatliche Ausgleichszahlung.

Windstrom aus der Nordsee kann direkt verarbeitet werden

Diese eigentlich recht traurige Geschichte könnte nun aber doch noch ein Happy End erhalten. Denn auf dem Gelände soll nun ein riesiger Elektrolyseur zur Produktion von Wasserstoff errichtet werden. An dem Projekt beteiligt sind neben der Stadt Hamburg auch der Ölkonzern Shell, der Industriekonzern Mitsubishi Heavy Industries (MHI) und der bereits erwähnte Energiekonzern Vattenfall. Der Standort gilt aus zwei Gründen als ideal für den Bau einer solchen Anlage. Zum einen ist er bereits an das Hochspannungs- und Fernstromnetz angeschlossen. Sauberer Windstrom aus Schleswig-Holstein sowie von Nord- und Ostsee kann daher direkt angeliefert und genutzt werden. Außerdem verfügte das Kohlekraftwerk über eine eigene Anlegestelle für Schiffe. Theoretisch kann der Wasserstoff also zukünftig auch über den Seeweg importiert oder exportiert werden. Läuft alles nach Plan soll der Elektrolyseur schon im Jahr 2025 den Betrieb aufnehmen.

Ab 2030 sollen alle großen Abnehmer an das Wasserstoffnetz angeschlossen sein

Mit einer geplanten Leistung von 100 Megawatt wäre er dann eine der größten Anlagen seiner Art in Europa. Dass ein solches Projekt in Hamburg geplant wird, ist zudem kein Zufall. Denn der Stadtstaat bemüht sich schon seit einiger Zeit um den Aufbau einer Wasserstoffwirtschaft. So ist unter anderem die Installation eines rund 45 Kilometer langen Transportnetzes geplant, an das alle potenziellen Großverbraucher angeschlossen sind. Auf dem Gelände des ehemaligen Kohlekraftwerks könnte zudem noch mehr entstehen. So ist unter anderem der Bau eines neuen Biomasse-Kraftwerks angedacht. Die Biomasse könnte ebenfalls per Schiff angeliefert werden. Die Abwärme von Elektrolyseur und Kraftwerk wiederum soll dann in das städtische Fernwärmenetz eingespeist werden. Umwelt- und Klimaschützer begrüßen die geplante zukünftige Nutzung des Kohlekraftwerks. Der Netzbetreiber Tennet allerdings könnte die Planungen noch erschweren. Das Unternehmen prüft aktuell, ob ein Teil des alten Kohlemeilers als Notreserve erhalten bleiben muss.

Via: Taz

Digisexualität nicht nur für Freaks: Wie die digitale Welt das Bedürfnis nach Nähe stillt

Simon Bertsch - trendsderzukunft.de - 24. January 2021 - 17:15

Wir Menschen sind ohne Frage emotionale Wesen, mit vielfältigen Bedürfnissen, selbstverständlich auch sexueller Natur. Die Welt der Computer wird hingegen eher als steril angesehen, technisch und kalt. Dennoch können sich Mensch und Maschine auf intensive Weise begegnen – eine Option, die nicht nur Freaks wahrnehmen.

Digisexualität als neue Normalität? Die Entwicklung führt zu wachsender Authentizität

Das Wort »Digisexualität« ist ein neuer Begriff, der zum ersten Mal 2017 aufkam. Er bezeichnet Menschen, die ihre sexuell-emotionalen Bedürfnisse hauptsächlich über digitale Medien stillen. Dort gibt es inzwischen vielfältige Möglichkeiten der Interaktion, das meiste davon hat mehr mit Fantasie zu tun als mit breitgestreuten Sinnesfreuden. Die Entwicklung weist jedoch in eine eindeutige Richtung: Die Angebote werden immer authentischer, sprechen den Menschen intensiver an, indem sie die Realität umfassender simulieren. Von schlichten Text- oder Sprachnachrichten über einschlägige 2D-Videos bewegen wir uns hin zu einer 360-Grad-Darstellung und dreidimensionale Erlebniswelten per Virtual Reality.

Der Computer soll dem Menschen ein Mensch werden

Und dann wären da noch die VR-Apps, die dem Nutzer die Chance bieten, einen Avatar nach Wunsch zu erstellen, um damit den perfekten Partner (oder die perfekte Partnerin) zu simulieren. Vom japanischen Unternehmen VAQSU gibt es sogar schon die zum Innhalt passenden Gerüche: sicherlich nicht jedermanns Sache, für so manchen User aber interessant. Was bei Aktivitäten über das Internet aber weiterhin fehlt, das ist die Haptik, das Hautgefühl. Denn alles zielt darauf ab, dass der Computer dem Menschen ein Mensch wird – und die Maschine hinter der Maskerade möglichst verschwindet. Weder Bits und Bytes noch Leiterplatten sind emotional interessant, aber Real Life Dolls mit anschmiegsamen Körpern erobern die Herzen. Auch sie bestehen hauptsächlich aus Technik, nur ihre Verpackung spricht eine andere Sprache.

Die teilnahmslose Gummipuppe hat vielleicht bald ausgedient, denn moderne Sex Dolls haben eine warme weiche Haut, zittern und stöhnen und imitieren einen Orgasmus. Sie können sogar kommunizieren, wissen über die Vorlieben ihres Menschen Bescheid und erinnern sich an seinen / ihren Geburtstag. Bedeutet das, wir driften demnächst alle ab in eine Welt der digitalen Verführung? Wahrscheinlich nicht, weil Mensch und Mensch noch immer am besten zueinander passen. Alles andere ist und bleibt (süße – und teils sehr teure) Illusion.

Mehr zu diesem Thema hört ihr heute Abend ab 19 Uhr im Trends Talk bei Clubhouse: Wer bereits bei Clubhouse ist, der kann uns unter folgendem Link folgen und ist zudem gern heute Abend ab 19 Uhr eingeladen dem Talk beizuwohnen und auch mitzugestalten.

-> Hier gehts zum Talk @trendsderzukunft bei Clubhouse

Quelle: gq-magazin.de

Je mehr Geld, desto besser? Forscher erkunden, wann der Mensch zufrieden ist

Simon Bertsch - trendsderzukunft.de - 24. January 2021 - 10:06

Der durchschnittliche US-Amerikaner erreicht seine höchste Zufriedenheit bei einem jährlichen Einkommen zwischen 60.000 und 75.000 Dollar – so besagt es eine Studie aus dem Jahr 2018. Damals hatte der Psychologe Andrew Jebb das tägliche Wohlbefinden seiner Landsleute erfragt und dieses in Verbindung mit dem Verdienst gebracht. Wer über die genannte Summe hinaus verdient, so die bisherige Annahme, schlägt keinen emotionalen Profit mehr daraus. Schuld soll der abnehmende Grenznutzen sein.

Macht Geld glücklich? Macht noch mehr Geld noch glücklicher? Wenn die App fragt: »Wie geht es Ihnen gerade?«

Der abnehmende Grenznutzen besagt in diesem Fall, dass es dem Vielverdiener ab einer gewissen Schwelle nicht gelingt, mit seinem Geld noch mehr für sein seelisches Wohlbefinden zu tun. Allerdings hat eine neue Studie, publiziert in der Fachzeitschrift »PNAS«, die alten Ergebnisse nun über den Haufen geworden. »Je mehr Geld, desto besser«, so ließe sich die Erkenntnis aus dieser Untersuchung prägnant zusammenfassen. Der Psychologe Matthew Killingsworth, tätig an der University of Pennsylvania, befragte 33.000 Erwachsene, die allesamt einem Job nachgehen. Er erreichte seine Probanden zu zufällig gewählten Zeitpunkten per App mit der schlichten Frage: »Wie fühlen Sie sich gerade?«

Reiche glauben, mehr Kontrolle über ihr Leben zu haben

Auf diese Weise sammelte der Forscher 1,7 Millionen Einzeldaten und stellte fest, dass sogar oberhalb der 80.000-Dollar-Grenze das emotionale Wohlbefinden weiter steigt. Killingsworth führt diesen Effekt darauf zurück, dass Reiche glauben, mehr Kontrolle über ihr Leben auszuüben. Einen Grenzwert nach oben konnte der Psychologe nicht benennen. Sein von früheren Untersuchungen abweichendes Ergebnis erklärt er damit, dass er die Probanden in Echtzeit befragte und keine Ja-Nein-Antworten zuließ. Auch führte er eine detaillierte Bemessung des Einkommens durch. Der abnehmende Grenznutzen scheint jedenfalls um Einiges später einzusetzen, vielleicht sogar nie.

Besser Erlebnisse kaufen als Güter, um glücklich zu werden

Im Jahr 2020 stellt das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) fest, dass in Deutschland Millionäre (und natürlich auch Millionärinnen) besonders zufrieden mit ihrem Leben sind. Doch eines spielt neben dem reinen »Geld-Haben« ebenfalls eine wichtige Rolle: Wer in Erlebnisse investiert, ist glücklicher als jemand, der Güter sammelt. Denn Güter nutzen sich ab und lassen sich entwerten, indem man sie immer wieder mit anderen vergleicht.

Quelle: welt.de

Weiter chatten nach dem Tod: So will Microsoft Verstorbene lebendig halten

Simon Bertsch - trendsderzukunft.de - 23. January 2021 - 16:47

Nichts kappt eine menschliche Verbindung endgültiger als der Tod. Alle Leitungen brechen ab, nicht nur in der physischen Welt, auch im digitalen Raum. In den sozialen Medien kehrt dort tiefes Schweigen ein, wo einmal ein Mensch getwittert und gepostet hat, und es entsteht eine schmerzende Lücke. Nun sicherte sich Microsoft ein Patent, das Tote virtuell wieder zum Leben erweckt und die Leerstellen füllt. Wer sich dazu berufen fühlt, lernt seinen persönlichen Chatbot selbst an, der ihn einst vertreten wird.

Weiter chatten nach dem Tod: ein Bot macht’s möglich Ein Chatbot eignet sich einen spezifischen Charakter an

Doch nun erstmal ganz von vorne: Die Zeitschrift Independent berichtet von einem neuen Microsoft-Patent, das genau in diese Richtung stößt, aber auch noch andere interessante Möglichkeiten bietet. Ein Bot soll mit Daten einer bestimmten Person gefüttert werden, bis er in der Lage ist, diesen Menschen im Netz zu imitieren. Zu den benötigten Informationen gehören Sprachdaten, Posts in den sozialen Medien, Bilder, aber auch elektronische Direktnachrichten und vieles mehr. Der Bot bastelt sich aus der Info-Flut einen Charakter zusammen, den er anschließend digital auslebt.

Die Funktion ist nicht nur zur Nachahmung Verstorbener bestimmt, sondern kann sich auch auf lebende Personen beziehen. Der Bot macht Freunde und Bekannte nach, imitiert Stars und Sternchen oder mutiert zu einer fiktiven Persönlichkeit. Auch historische Figuren sind natürlich nicht ausgeschlossen, ebenso wie nicht-menschliche Fantasiewesen. Kurz und gut: Es entstehen rein virtuelle Personen jeglicher Couleur.

»Nur« ein Patent – und eine spannende Idee mit Risiko

Wir haben es allerdings bislang nur mit einem Patent und keiner realen Technologie zu tun. Das heißt, die Technik ist noch nicht ausgearbeitet, nur angedacht und gesetzlich geschützt. Doch allein die Idee, sich Avatare nach eigenem Gusto zu schaffen, die autonom agieren, klingt verlockend – sowohl für den Normalbürger als auch für Leute, die gern Schindluder mit cleverem virtuellen Spielzeug treiben. Alles andere als »Schindluder« wäre es allerdings, sein eigenes Double quasi als Vertreter nach dem Ableben zu erschaffen, um es den Angehörigen als Andenken zu hinterlassen. Das Schweigen auf den toten Kanälen hätte dann ein Ende, ganz ohne dabei in den Okkultismus zu gleiten.

Quelle: independent.co.uk

Klimatisches Wunder in Österreich: Das Haus ohne Heizung hat sich bewährt

Simon Bertsch - trendsderzukunft.de - 23. January 2021 - 10:02

Bald feiert das Haus ohne Heizung im österreichischen Lustenau seinen achten Geburtstag. Und wie es sich in dem Alter fast schon gehört, ist auch schon ein jüngeres Geschwisterchen da, das in der Nähe von Luzern errichtet wurde. Denn trotz aller Unkenrufe hat sich das Konzept von Architekt Dietmar Eberle bewährt, der ein Gebäude als einen lebenden Organismus ansieht, mit perfekt ineinandergreifenden Funktionen.

Ein Haus, das von selbst warm bleibt, wie ein lebender Organismus 75 Zentimeter dicke Wände: So funktioniert das System »2226«

Eberle wollte der Welt beweisen, dass die Lösung für unsere Energieprobleme in einer Reduzierung der Technik liegt und eben nicht darin, unsere Häuser zu Maschinen umzufunktionieren. Sein Bürogebäude heizt sich sozusagen von selbst, durch die Abwärme der darin genutzten Geräte und der Menschen, die in seinen Räumen arbeiten. Klappen in der Fassade sorgen automatisch für frische Luft, wenn es zu warm oder zu stickig wird. Was fehlt, das ist die Heizungsanlage, aber auch Kühlrohre und Lüftungsschächte gibt es nicht.

Die Mauern sind 75 Zentimeter dick und bestehen aus Backstein, zusätzliches Dämmmaterial ist hier nicht nötig. Die wenigen hohen Fenster bremsen die sommerliche Hitze aus und sammeln im Winter eifrig das Licht. Die Raumtemperaturen pendeln strikt zwischen 22 und 26 Grad, deshalb nennt Eberle sein System 2226.

Der Neuling befindet sich in historischer Lage

Lange hat es gedauert, bis ein weiterer Bauherr Interesse signalisierte. Die Sache klang einfach zu utopisch, die Idee schien zu extrem. Jetzt steht es aber, das zweite Haus ohne Heizung, und zwar in der Schweiz. Beide Gebäude ähneln sich schon rein äußerlich, auch das Prinzip ist dasselbe. Allerdings verfügt der Neuling über ein Schrägdach, das vom Denkmalamt vorgeschrieben wurde. Direkt daneben nämlich steht ein geschütztes historisches Gebäude, aus Zeiten, als die ganze Technik von heute noch gar nicht geboren war. Vielleicht können wir uns demnächst auch wieder ganz viel davon schenken, ohne im Gegenzug an Komfort einzubüßen.

Quelle: tagesanzeiger.ch

Corona: Flieht das Virus vor unserer Immunantwort?

Simon Bertsch - trendsderzukunft.de - 22. January 2021 - 19:32

Dass Viren mutieren, ist völlig normal. Auch SARS-CoV-2 macht da keine Ausnahme. Momentan sorgen gleich mehrere Mutationen des im Volksmund vereinfacht als Coronavirus bezeichneten Virus in der Fachwelt Sorgen aus. Grund für diese Sorgen ist nicht nur die eventuell gesteigerte Infektiösität, sondern auch die Tatsache, dass einige Mutationen auf eine beginnende „Flucht“ vor unserer Immunantwort hindeuten könnten. Ob dies eines Tages zur Immunität gegen die neuen Impfstoffe führen könnte, ist noch komplett unklar.

Auf der Flucht vor dem Immunsystem

Auch SARS-CoV-2 verändert sich fortlaufend. Bereits seit Beginn der Pandemie hat durchlief das Virus immer wieder leichte Mutationen, von denen inzwischen einige weltweit dominieren, andere bereits wieder fast ausgestorben sind. Die meisten dieser Mutationen hatten aber keinen Einfluss auf die Infektiosität des Virus oder die Schwere des Verlaufs der von ihm hervorgerufenen Covid-19-Erkrankung.

In den letzten Wochen jedoch gab es gleich mehrere Varianten von SARS-CoV-2, die unter Fachleuten für Bedenken sorgten – darunter etwa auch die britische Variante B.1.1.7. Diese Varianten haben alle mehrere Mutationen, die die Infektiosität des Virus erhöhen. Besorgniserregender jedoch ist die Frage, wie groß die Wahrscheinlichkeit ist, dass das Virus sogenannte Flucht-Mutationen ausbildet, also Genveränderungen, durch die ein Virus der Immunantwort seines Wirts entgehen kann. Bei derartigen Mutationen verändern sich in der Regel die viralen Proteinstrukturen, an denen die Zellen des Immunsystems ansetzen. Die Folge solcher Mutationen kann sein, dass ein bestehender Immunitätsschutz abgeschwächt oder gar ganz unwirksam wird.

Dem Coronavirus auf der Spur

Forscher rund um Allison Greaney von der University of Washington haben die bereits nachgewiesenen Mutationen auf ihre Auswirkungen auf die humane Immunantwort hin untersucht. Anhand von Zellkulturen untersuchten sie, wie die Mutationen auf die Bindung von Antikörpern wirken. „ Die Stelle, an der Mutationen den größten Effekt auf die Antikörper-Bindung und Neutralisation haben, ist unglücklicherweise E484 – der Ort, an dem mehrere aktuelle Coronavirus-Varianten eine Mutation tragen“, fassen die Forscher ihre Ergebnisse zusammen. Diese Mutation ist etwa bei der südafrikanischen und brasilianischen Variante des Coronavirus vorhanden und verringerte die Wirkung der Antikörperseren im Versuch um das Zehnfache,

Diese Ergebnisse lassen aber nicht den Schluss zu, dass Impfstoffe und die natürliche Immunantwort im Falle der Mutationen 10 Mal weniger Wirksam sind. Die meisten Menschen produzieren Antikörper nämlich nicht nur gegen eine Stelle des viralen Proteins, sondern gegen mehrere. Außerdem gibt es individuelle Unterschiede in der Antikörper-Zusammensetzung.

Die Ergebnisse der Forscher bieten dennoch Anlass zur Sorge, da sie deutlich zeigen, dass das Virus schon erste Flucht-Anpassungen durchlaufen hat. Virologen gehen davon aus, dass Flucht-Mutationen vor allem dort entstehen, wo es viele Menschen gibt, die gegen das Virus immunisiert sind und sprechen bei diesem Effekt von einem Antigen-Drift oder einer Antigen-Evolution. Deshalb lag es auch nahe, dass die Mutationen sich in Brasilien und Südafrika entwickelten, wo die Durchseuchung der Bevölkerung aufgrund ihrer Lebensumstände teilweise bereits bei bis zu 50 Prozent liegt.

Vergleich mit anderen Coronaviren

Relevant ist aber vor allem die Frage, wie groß die Gefahr ist, dass SARS-CoV-2 noch mehr, noch wirksamere Flucht-Mutationen ausbildet. Ein Team rund um Kathryn Kistler und Trevor Bedford vom Fred Hutchinson Cancer Research Center in Seattle untersuchte dies an den vier bereits bekannten Erkältungs-Coronaviren OC43, 229E, NL63 und HKU1, die bereits seit Jahren im Umlauf sin.

Einige dieser Coronaviren können Menschen mehrfach infizieren, aber es ist unklar, in welchem Maße dies auf eine Antigen-Anpassung zurückgeht. Wir wollten daher untersuchen, ob diese mit SARS-CoV-2 verwandten Coronaviren Anpassungen gegen unser Immunsystem entwickelt haben“, so die Forscher. Um dieser Frage nachzugehen, verglichen sie hunderte Erbgutsequenzen der Coronacviren, die über insgesamt 50 Jahre erstellt wurden. Bei zwei von vier der Viren konnten die Forscher einen deutlichen Antigen-Drift feststellen. Genauer gesagt handelt es sich um das enger mit SARS-CoV-2 verwandten Betacoronavirus OC43 sowie das Alphacoronavirus 229E. Im Falle von NBL63 fanden die Forscher keine Hinweise auf einen Antigen-Drift. Bei dem Virus HKU1, das ebenfalls eng mit SARS-CoV-2 verwandt ist, waren die Ergebnisse noch nicht eindeutig.

SARS-CoV-2: Situation noch unklar

Bisher konnte also nur gezeigt werden, dass einige Coronaviren relativ zügig erste Flucht-Mutationen ausbildete. Die Ergebnisse lassen aber noch nicht den Schluss zu, dass dies bei allen Alpha-Coronaviren und somit auch bei SARS-CoV-2 der Fall ist. „ Wenn aber SARS-CoV-2 sich ähnlich entwickelt wie der eng verwandte OC43, dann kann es sein, dass die Impfstoffe gegen Covid-19 häufiger angepasst werden müssen – ähnlich wie bei den Grippe-Impfstoffen“, so Kistler und Bedford.

8 km Wanderung zum Laubach Wasserfall

Typisch Westerwald - 22. January 2021 - 18:52
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Die Rundwanderung führt auf ca. 8  km mit 210 Hm im Anstieg und 200 Hm Abstieg von Altwied über schmale Pfade zum Laubach Wasserfall.  Skulpturenweg zur Burgruine Steinebach und zurück zum Dreifelder Weiher

  

Die Wanderung beginnt und endet am Parkplatz an der Burg Altwied Im Wiedtal 63, 56567 Neuwied.

 

Diese Wanderstrecke ist nicht markiert und sollte mit Karte, GPS-Gerät oder einer Navigations App für das Mobiltelefon gewandert werden! 

 

Zum Nachwandern steht am Ende dieser Seite der GPX-Track, ein Komoot-Link und eine Karte dieser Wanderung zum download.

// Laubach Wasserfall

Der Laubach erstreckt sich über eine Fließstrecke von ca. 5 km von seiner Quelle bei Kurtscheid bis zu seiner Mündung in die Wied an der Laubachsmühle bei Altwied.

 

Er entspringt auf einer Höhe von ca. 360m über NN, im Mündungsbereich beträgt die Höhe über NN nur noch 85 m, woraus sich ein durchschnittliches Fließgefälle von ca. 5% ergibt. 

 

Der Bach stürzt als Wasserfall über etwa 20 m in mehreren Etappen talabwärts. Je nach Jahreszeit ist der Wasserstand sehr schwankend und in trockenen Jahren ist der Bach nur ein Rinnsal. 

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// // GPX-Track 8 km Wanderung zum Laubach Wasserfall 8 km Wanderung zum Laubach Wasserfall.GP XML Dokument 102.6 KB Download // Wanderung zum höchsten Wasserfall im Westerwald: Zum Nenderother Wasserfall //

Westafrika: Ein Netz an Solar-Kühlschränken sorgt für sichere Impfungen

Simon Bertsch - trendsderzukunft.de - 22. January 2021 - 17:23

Ein nicht unerheblicher Teil der Impfungen in West- und Mittelafrika werden von UNICEF organisiert. Zu Beginn der Corona-Pandemie standen die Experten dort aber vor einer gewaltigen Herausforderung. Denn weil der internationale Flugverkehr fast vollständig zum Erliegen kam, wurden ganze Regionen gar nicht mehr angeflogen. Damit fehlten aber auch die Transportkapazitäten, die sonst für den Import von Impfungen genutzt wurden. Gemeinsam mit Partnern aus aller Welt gelang es allerdings innerhalb kürzester Zeit mehr als elf Millionen Impfdosen in die Region zu fliegen. Das Beispiel zeigt, dass die Organisation von Impfungen in armen Ländern weit über den eigentlichen Impfvorgang hinausgeht. Von entscheidender Bedeutung ist zusätzlich auch der Aufbau einer leistungsfähigen Infrastruktur. Dazu gehört auch die Tatsache, dass viele Impfstoffe gekühlt werden müssen.

Bild: UNICEF/UNI337812/Pouget Die Kühlkette reicht jetzt von der Küste bis in das Landesinnere

In vielen Gegenden ohne zuverlässige Stromversorgung ist es für die Helfer daher stets eine enorme Herausforderung, die Impfstoffe sicher bis zu ihrem Einsatzort zu bringen. In Westafrika wurde darauf nun mit dem Aufbau einer nachhaltigen Kühl-Infrastruktur reagiert. Zunächst wurde dafür der Ist-Zustand bis ins Detail analysiert. Die Frage lautete: Wo funktioniert die Kühlkette schon jetzt reibungslos? Und wo sind dringend Verbesserungen nötig? Nachdem auf diese Weise die kritischen Stellen identifiziert wurden, bestellte und installierte die Organisation insgesamt fast 20.000 Solar-Kühlschränke. Auf diese Weise kann nun von den Küsten bis hin zu den Wäldern im Inneren die notwendige Kühlung garantiert werden. Zumindest gilt dies in allen Fällen, bei denen Temperaturen zwischen 2 und 6 Grad Celsius benötigt werden.

Auch die Corona-Impfkampagne wird bereits vorbereitet

Der neue Corona-Impfstoff von Biontech fällt allerdings nicht in diese Kategorie. Denn hier werden noch deutlich tiefere Temperaturen benötigt. Allerdings ist die Nachfrage hier so groß, dass ohnehin kein Impfstoff für West- und Zentralafrika zur Verfügung steht. Ändern dürfte sich die Situation erst, wenn weitere Impfstoffe offiziell zugelassen werden. Viele der sich noch in der Entwicklung befindlichen Produkte benötigen dann lediglich noch die normale Kühlschrank-Temperatur. Hier könnten die Solar-Kühlschränke dann zu einer erfolgreichen Impfkampagne beitragen. Auch in anderen Bereichen wird mit Hochdruck daran gearbeitet, die notwendigen Voraussetzungen für Corona-Impfungen zu schaffen. So werden schon jetzt Milliarden an Spritzen in die Region geflogen. Außerdem arbeitet Unicef daran, ausreichend Transportkapazitäten zur Verfügung zu haben, sobald ein Impfstoff für Afrika zur Verfügung steht.

Via: Unicef

Mehr als 1.000 Kilometer lang: Deutschland beginnt mit dem Aufbau eines Wasserstoff-Netzes

Simon Bertsch - trendsderzukunft.de - 22. January 2021 - 12:39

In dem Ziel sind sich die meisten Politiker und Unternehmen einig: Wasserstoff soll langfristig einen Großteil der heute benötigten fossilen Energieträger ersetzen. Deshalb wird zum einen die Produktion hierzulande deutlich erhöht. Gleichzeitig arbeitet die Bundesregierung aber auch bereits an Kooperationen mit anderen Staaten. So ist unter anderem geplant, Wasserstoff aus dem Königreich Marokko zu importieren. Ähnlich wie beim Strom gilt aber auch hier: Die reine Menge alleine ist noch nicht entscheidend. Viel wichtiger ist, dass der Wasserstoff auch dorthin transportiert werden kann, wo er benötigt wird. Aktuell ist Deutschland hier noch nicht besonders gut aufgestellt. So gibt es nur sehr wenige Wasserstoff-Leitungen, die zudem auch nur direkt vom Erzeuger zum Verbraucher reichen. Ein flächendeckendes Netz wird daher dringend benötigt.

Alte Gasleitungen werden aktuell ohnehin frei

Glücklicherweise muss dieses aber nicht ganz neu aufgebaut werden. Stattdessen sieht der Entwurf für eine Novelle des Energiewirtschaftsgesetzes vor, auf das bereits vorhandene Gasnetz zurückzugreifen. Hier kommt den Planern eine ohnehin laufende Entwicklung entgegen. Denn bisher werden in Deutschland zwei unterschiedliche Arten von Gas transportiert: L-Gas mit einem niedrigeren Brennwert und H-Gas mit einem höheren Brennwert. Diese müssen jeweils auch in unterschiedlichen Leitungen transportiert werden. Schon seit einiger Zeit wird aber daran gearbeitet, immer mehr Abnehmer auf die Nutzung des höherwertigen H-Gases umzustellen. Wenn dieser Prozess in einer Region abgeschlossen ist, werden die dort vorhandenen L-Gas-Leitungen frei. Diese sollen den Plänen zufolge das Grundgerüst für das neue Wasserstoff-Netz bilden.

Die Finanzierung ist bisher noch nicht geklärt

Konkret gehen erste Simulationen davon aus, dass rund 90 Prozent der benötigten Wasserstoff-Leitungen durch freiwerdende Gasleitungen abgedeckt werden können. Der große Vorteil dieser Lösung bestünde darin, dass deutlich weniger Investitionen notwendig wären als bei einem komplett neu aufgebautem Netz. Bisher ist allerdings auch noch gar nicht klar, wie die anfallenden Kosten finanziert werden sollen. Dazu finden sich in dem Referentenentwurf keine Angaben. Denkbar wäre, dass hier staatliche Fördermittel zum Einsatz kommen. So wurde im vergangenen Jahr ein Konjunkturpaket aufgelegt, in dem auch sieben Milliarden Euro für den Aufbau eines Wasserstoffmarkts vorgesehen waren. Alternativ bestünde die Möglichkeit, auf private Investoren zurückzugreifen. Dafür müsste dann allerdings ein Teil der staatlichen Infrastruktur abgegeben werden.

Via: Der Spiegel

Streit in der Bundesregierung: Wer bekommt die Daten aus autonomen Autos?

Simon Bertsch - trendsderzukunft.de - 22. January 2021 - 10:35

Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) steht spätestens seit dem Scheitern der geplanten PKW-Maut in der Kritik. Ob er auch in einer neuen Bundesregierung Berücksichtigung finden wird, ist noch unklar. Auch deshalb möchte der Minister noch in dieser Legislaturperiode einen gesetzlichen Rahmen für das autonome Fahren verabschieden. Damit soll der Einsatz von Roboterautos auf deutschen Straßen außerhalb von Pilotprojekten ermöglicht werden. Angedacht ist zunächst, die Technik im Rahmen von Kleinbussen für den öffentlichen Personennahverkehr einzusetzen. Dadurch könnten abgelegene Regionen einfacher an das Netz angeschlossen werden. Später sollen dann aber auch selbstfahrende Autos auf den deutschen Straßen unterwegs sein. Doch nun ist Scheuer mit seinen Plänen erstmal auf ein Stoppschild gestoßen. Denn die Beamten des Justizministeriums haben der Gesetzesvorlage formal widersprochen.

Der Verfassungsschutz dürfte an den Daten sehr interessiert sein

Die Kritik entzündet sich im Wesentlichen an einer Frage: Wie weit darf der Staat auf die von den autonomen Autos dauerhaft gesammelten Daten zugreifen? Die Experten des Justizministeriums sahen in dem Entwurf des Verkehrsministeriums eine „Datenübermittlungsregelung“, die vorsah, dass im Zweifel auch das Bundeskriminalamt und der Verfassungsschutz auf die Daten zugreifen können. Weil es sich dabei aber auch um personenbezogene und sensible Daten handelt, sei dies aus Sicht des Datenschutzes bedenklich. So könnte mithilfe der Daten beispielsweise ein personenbezogenes Bewegungsprofil erstellt werden. Die in dem Gesetzentwurf vorgesehene Regelung verstoße daher gegen die Datenschutz-Grundverordnung der Europäischen Union, so das Urteil des Justizministeriums. Die Beamten dort fordern daher die Streichung der entsprechenden Passage und einen vollständig überarbeiteten neuen Entwurf.

Unbedenkliche Daten sollen der Allgemeinheit zur Verfügung stehen

Sie machen auch gleich Vorschläge, wie mit den anfallenden Daten umgegangen werden soll. Im Zentrum steht dabei die Datensouveränität des Halters. Wer sich also ein solches Auto kauft, soll zukünftig alleine entscheiden dürfen, was er mit den Daten anstellt. Dies gilt selbst für die Informationen, die die Hersteller erheben, um beispielsweise Schäden frühzeitig zu erkennen. Auch hier wäre demnach eine explizite Zustimmung nötig. Eine Ausnahme sieht allerdings auch der Vorschlag des Justizministeriums vor. So sollen Daten, die keine Rückschlüsse auf einzelne Autos oder Personen zulassen, der Allgemeinheit zur Verfügung stehen. Genutzt werden könnten diese dann etwa in der Verkehrsplanung. Noch ist unklar, wer sich letztlich beim Tauziehen zwischen Justiz- und Verkehrsministerium durchsetzen wird. Eines scheint aber schon festzustehen: In dieser Legislaturperiode wird wohl kein entsprechendes Gesetz mehr durch den Bundestag gehen.

Via: Handelsblatt

In den Niederlanden: Frische Tomaten sollen per Hyperloop transportiert werden

Simon Bertsch - trendsderzukunft.de - 21. January 2021 - 20:54

In Rotterdam befindet sich der größte Tiefwasserhafen Europas. Alleine im Jahr 2019 wurden dort 469,402 Millionen Tonnen an Gütern umgeschlagen. Schätzungen gehen davon aus, dass der Hafen und die damit verbundene Wirtschaft für rund sieben Prozent des niederländischen Bruttoinlandsprodukts verantwortlich zeichnen. Insbesondere die Exportwirtschaft profitiert von der nahegelegenen Möglichkeit, Waren in alle Welt zu verschiffen. Ein nicht unerheblicher Teil der Anlieferungen erfolgt dabei über die Route von Amsterdam nach Rotterdam. Heutzutage werden diese Transporte zumeist per LKW abgewickelt. Dies bringt allerdings eine Reihe von Nachteilen mit sich. So werden dadurch nicht unerhebliche CO2-Emissionen verursacht. Außerdem tragen die Lastwagen nicht unbedingt zur Verbesserung der Luftqualität bei. Und zu guter Letzt stellen sie auch eine enorme Belastung für die Verkehrsinfrastruktur dar.

Bild: Hardt Frischware könnte so noch schneller exportiert werden

Eine Partnerschaft zwischen Privatunternehmen und der öffentlichen Hand arbeitet daher nun an einer zukunftsweisenden Alternative: Eine Hyperloop-Strecke soll die Hauptstadt zukünftig mit dem wichtigen Exporthafen verbinden. Zunächst einmal sollen hier ausschließlich Waren transportiert werden. Anbieten würden sich hier insbesondere Frischwaren, bei denen ein möglichst schneller Transport von Bedeutung ist. Zukünftig könnten die niederländischen Tomaten also beispielsweise durch die Vakuumröhre in Richtung Hafen geschickt werden. An dem Projekt beteiligt ist zum einen das Startup Hardt, das bereits seit einigen Jahren an der Hyperloop-Technologie forscht. Außerdem bringen mehrere Exportunternehmen ihre Expertise ein. Auf Seiten der öffentlichen Hand sind die Provinzen Nord- und Südholland sowie einige Städte und Gemeinden mit an Bord. Gemeinsam soll nun eine Machbarkeitsstudie erstellt werden.

Bisher existiert nur eine 30 Meter lange Teststrecke

Die Idee des Hyperloops wird in der Öffentlichkeit oft mit Elon Musk in Verbindung gebracht. Tatsächlich war dieser einer der ersten wichtigen Verfechter der Technologie. Inzwischen arbeiten aber Startups in aller Welt daran, Waren und Personen mithilfe einer Transportkapsel durch eine Vakuumröhre zu schicken. Dabei sind theoretisch Geschwindigkeiten von mehr als eintausend Stundenkilometern möglich. In der Praxis existieren bisher aber nur einige Teströhren, bei denen das Tempo noch deutlich niedriger ist. Die Versuchsstrecke der Firma Hardt ist beispielsweise bisher nur rund dreißig Meter lang. Auch deshalb ist es vermutlich am realistischsten, dass die ersten entsprechenden kommerziellen Projekte auf den reinen Gütertransport setzen. Erweisen die Systeme sich dann als sicher, kann in einem zweiten Schritt auch über die Personenbeförderung nachgedacht werden. Ähnliche Ideen gibt es bereits auch am Hamburger Hafen.

Via: Hardt Hyperloop

Brief bleibt unbeantwortet: Nächste Runde im Streit zwischen Elon Musk und der IG Metall

Simon Bertsch - trendsderzukunft.de - 21. January 2021 - 17:38

Tesla-Boss Elon Musk gilt nicht gerade als Freund einer allzu starken gewerkschaftlichen Organisation. In den Vereinigten Staaten streitet er sich seit vielen Jahren mit den Funktionären der United Auto Workers (UAW). Mittlerweile beschäftigt die Auseinandersetzung sogar die Gerichte. Denn die Gewerkschaft hat den Firmenchef verklagt, weil dieser gezielt die gewerkschaftliche Arbeit zu unterbinden versuche. Vor diesem Hintergrund ist es durchaus überraschend, dass Musk sich bei der Standwortwahl für seine neue Gigafabrik ausgerechnet für Deutschland entschieden hat. Denn hierzulande ist die IG Metall in der Autobranche extrem stark vertreten. Diese Erfahrung musste auch der Tesla-Boss bereits machen: Nach der Übernahme des Maschinenbauers Grohmann Engineering setzte die Gewerkschaft dort erhebliche Zugeständnisse durch. Unter anderem mussten die Gehälter um rund dreißig Prozent angehoben werden.

Tesla soll unter keinen Umständen eine Sonderbehandlung erhalten

Die erste Runde der Auseinandersetzung ging also an die IG Metall. Bei der Gigafactory in Grünheide könnte sich das Schauspiel nun wiederholen. Denn Elon Musk zeigt bisher nur wenig Interesse an einer konstruktiven Zusammenarbeit. So schrieb IG-Metall-Chef Jörg Hofmann schon vor einigen Monaten einen Brief an den Firmenchef. Darin ging es unter anderem um die Vorteile deutscher Besonderheiten wie der betrieblichen Mitbestimmung. Auf eine Antwort wartet der Gewerkschaftschef allerdings bis heute. Schon jetzt stellt Hofmann allerdings klar, dass der US-Konzern keine Sonderbehandlung zu erwarten hat. Stattdessen sollen in Sachen Gehalt, Arbeitszeit, Mitbestimmung und Arbeitsbedingungen die in Deutschland üblichen Branchenstandards durchgesetzt werden. Ein gewisses Druckmittel hat der Arbeiterführer dabei durchaus in der Hinterhand. Denn Tesla dürfte sich für den Standort in Deutschland auch wegen der hierzulande hohen Dichte an Fachkräften entschieden haben.

Auch Amazon streitet sich mit den deutschen Gewerkschaften

Diese allerdings sind vergleichsweise oft gewerkschaftlich organisiert. Tesla ist allerdings keineswegs der erste US-Konzern, der mit den deutschen Gewerkschaften im Clinch liegt. So hat sich Amazon inzwischen zwar zu Mitbestimmung bekannt und betont die gute Zusammenarbeit mit den Betriebsräten. Einen Tarifvertrag mit der Gewerkschaft ver.di lehnt das Unternehmen aber strikt ab – und nimmt dafür auch regelmäßige Streiks in Kauf. Allerdings sind die Arbeiten bei Amazon auch deutlich simpler als in einer Autofabrik. Man ist also nicht so stark auf gut ausgebildete Fachkräfte angewiesen. Es bleibt daher abzuwarten, ob sich Musk tatsächlich auf eine langjährige Auseinandersetzung mit der IG Metall einlassen wird. Oder ob er – ähnlich wie einst bei Grohmann Engineering – letztlich doch zähneknirschend Zugeständnisse machen wird. Unabhängig davon schreiten die Bauarbeiten der neuen Gigafabrik voran. Läuft weiterhin alles nach Plan, könnten dort bereits dieses Jahr die ersten Elektroautos vom Band laufen.

Via: Wiwo

Hybridflugzeug mit Kraftwerk im Bauch: Stickoxid-Emissionen sinken um 95 Prozent

Simon Bertsch - trendsderzukunft.de - 21. January 2021 - 16:28

Hybridflugzeuge könnten die Atmosphäre von ätzenden Stickoxiden entlasten. Das sind Fluggeräte, deren Propeller elektrisch angetrieben werden. Den Strom erzeugen die Flugzeuge selbst in ihrem Frachtraum. In diesen wird, so die Vorstellung von Steven Barrett, Professor für Luft- und Raumfahrt am Massachusetts Institute of Technology (MIT) in Cambridge/USA,  und seinem Team, eine Flugzeugturbine eingebaut, die mit einer Abgasreinigungsanlage ausgestattet ist. 

Bild: MIT Mit SCR und AdBlue gegen Stickoxide

Vorbild sind Fahrzeuge mit Dieselmotor, die auf Straßen und Schienen rollen. Viele davon sind mit SCR-Katalysatoren (selective catalytic reduction) ausgestattet, die gezielt Stickoxide unschädlich machen, andere Bestandteile der Abgase aber ungehindert passieren lassen. Damit sie wie gewünscht funktionieren wird das Abgas mit Ammoniak angereichert, besser bekannt unter der Bezeichnung AdBlue. So lassen sich 95 Prozent der Stickoxide in harmlosen Stickstoff und Wasser umwandeln. Vor allem in großen Höhen sind Stickoxide eine Gefahr für die Umwelt.

Enorme technische Herausforderung

An den Flugzeugturbinen selbst, die meist unter den Tragflächen montiert sind, lassen sich SCR-Katalysatoren nicht anbringen. Die sperrigen Bauteile würden das Flugverhalten drastisch verändern. Im Frachtraum passiert das natürlich nicht, und nach Meinung der MIT-Ingenieure könne man ohne weiteres einen Teil davon für die Stromerzeugung reservieren.

„Ein solches Hybridflugzeug wäre eine enorme technische Herausforderung“ gibt Barrett zu. „Aber es gibt keine grundlegenden physikalischen Einschränkungen.“ Daher sei diese Lösung ein praktikabler Weg, die Belastung der Umwelt durch Flugzeuge zu verringern. Auch die Emissionen von Kohlendioxid ließe sich drastisch senken, wenn Flugzeuge synthetisches Kerosin tanken würden, das aus Wasser, Kohlendioxid und Ökostrom oder aus Biomasse hergestellt wird. 

Spritverbrauch steigt nur um 0,6 Prozent

Barrett und sein Team haben ausgerechnet, dass ein solches Konzept den Treibstoffverbrauch wegen des zusätzlichen Gewichts um lediglich 0,6 Prozent erhöhen würde. Die MIT-Ingenieure ermittelten diesen Wert für den Fall, dass eine Boeing 737 oder ein Airbus 320 mit dem Hybridsystem ausgerüstet würde. Das Zusatzgewicht beziffert Barrett mit einigen 100 Kilogramm. Dagegen stellt er mehrere Tonnen Batteriegewicht, die ein Flugzeug mit sich herumschleppen müsste, das rein elektrisch betrieben wird.

 

via MIT

Forscher: Hybridautos sind eine Mogelpackung – Emissionen um bis zu 270 Prozent höher als geplant

Simon Bertsch - trendsderzukunft.de - 21. January 2021 - 11:45

Viele Autos mit Elektro- und Verbrennungsmotor dürfen sich mit dem „E“ auf dem Nummernschild schmücken. Sie genießen einige Vorteile im Straßenverehr und ihre Käufer werden mit Umweltprämien belohnt. Jetzt haben das ifeu- Institut für Energie- und Umweltforschung in Heidelberg, das Öko-Institut in Freiburg und Transport & Environment in Brüssel in einer Studie für das Bundesministerium für Umwelt herausgefunden, dass viele dieser Hybridautos mehr Kohlendioxid ausstoßen als Fahrzeuge mit modernen spritsparenden Verbrennungsmotoren. Das gelte vor allem bei Dienstwagen, die meist besonders schwer sind und daher mehr Energie benötigen, um voranzukommen.

Symbolbild Elektrobetrieb liegt weit unter Plan

Efeu-Mitarbeiter Julius Jöhrens erklärt den scheinbaren Widerspruch so. Die Emissionsberechnungen der Typgenehmigungen gingen meist davon aus, dass die Fahrzeuge 75 Prozent der Strecke im Elektromodus zurücklegen. Das stimmt in der Praxis nicht. Privat genutzte Hybridfahrzeuge kämen auf einen Anteil von 50, Dienstwagen nur auf magere 15 Prozent. Der Grund dafür: Der Elektromotor hat bei den meisten Plug-In-Hybriden nur einen Anteil von etwa einem Drittel an der maximalen Motorleistung. Vor allem bei höheren Anforderungen, etwa beim flotten Beschleunigen, kann er allein nicht genügend Antriebskraft liefern. „Infolgedessen wird der Verbrennungsmotor in dynamischen Fahrsituationen oftmals zusätzlich aktiviert, auch wenn dies aufgrund des Ladezustands der Batterie nicht notwendig wäre“, so Jöhrens.

Batterien werden nicht regelmäßig geladen

Die Bilanz ist außerdem so schlecht, weil viele Fahrzeugbesitzer die Batterien nicht regelmäßig aufladen. Beim Fahrtantritt ist der Akku, der ohnehin nur für meist 50 Kilometer Elektrobetrieb ausgelegt ist, dann schnell leer. Werden die Batterien ausschließlich während der Fahrt mit dem Verbrennungsmotor aufgeladen steigt der Spritverbrauch, sodass noch mehr Kohlendioxid emittiert wird. Das Team um Jöhrens stellte fest, dass die Kohlendioxidemissionen um 100 bis 270 Prozent über den Werten liegen, die die Typgenehmigung vorgibt.

Emissionen könnten sich verdreifachen

„Bei unveränderter Förderung laufen wir Gefahr, über viele Jahre hinaus eine große Menge an Plug-in-Hybridfahrzeugen mit sehr geringer realer elektrischer Reichweite im Bestand zu haben“, warnt Jöhrens. Geht man von den Herstellerangaben aus, emittieren 2030 alle Hybridfahrzeuge in Deutschland 2,4 Millionen Tonnen Kohlendioxid. Bleibt der elektrisch gefahrene Anteil bei den Hybriden aber so niedrig wie heute, könnten weitere 4,3 Millionen Tonnen dazu kommen, so die Forscher.

via

Trotz Kohleausstieg: Großbritannien genehmigt die erste Kohlemine seit 30 Jahren

Simon Bertsch - trendsderzukunft.de - 20. January 2021 - 15:23

Formal gehört Großbritannien zu den Vorbildern in Sachen Kohleausstieg. Denn schon bis zum Jahr 2025 will das Königreich diesen realisiert haben. Deutschland ist da deutlich weniger ambitioniert und hat sich das Jahr 2038 als Ziel gesetzt. Allerdings bezieht sich die britische Ankündigung nur auf die Kohlekraftwerke. Diese müssen innerhalb der nächsten vier Jahre abgeschaltet oder umgerüstet werden. Nicht davon betroffen sind hingegen Stahlwerke. Diese dürfen zunächst auch weiterhin Kohle verfeuern. Grundsätzlich ist diese Unterscheidung durchaus sinnvoll. Denn theoretisch kann Wasserstoff den fossilen Energieträger zwar in der Stahlproduktion ersetzen. Die Technologie befindet sich aktuell aber noch im Stadium der Pilotprojekte. Es dürfte also noch einige Jahre dauern, bis eine flächendeckende Umstellung möglich ist. Zumal aktuell ohnehin nicht ausreichend grüner Wasserstoff zur Verfügung steht.

In der Region wurde schon früher Kohle abgebaut

In der Praxis bringt die Unterscheidung zwischen Kohlekraftwerken und Stahlfabriken nun aber eine etwas kuriose Situation mit sich. Denn das Unternehmen West Cumbria Mining (WCM) vermutet vor der Küste der Grafschaft Cumbria 750 Millionen Tonnen Steinkohle. Im Nordwesten Englands soll daher die erste neue Kohlemine seit mehr als dreißig Jahren eröffnet werden. Vor Ort wirbt das Unternehmen vor allem mit den neu entstehenden Arbeitsplätzen. So ist die Rede von mehr als 500 neuen Jobs. Diese Argumentation trifft tatsächlich einen gewissen Nerv. Denn es handelt sich um eine traditionelle Kohleregion, in der die letzte Mine allerdings bereits 1986 geschlossen wurde. Damals gingen auf einen Schlag 3.500 Arbeitsplätze verloren – und konnten nur schwer ersetzt werden. Die lokalen Behörden genehmigten die geplante neue Mine daher bereits im Oktober vergangenen Jahres. Damit lag die Entscheidung bei der britischen Regierung, die das Projekt final absegnen musste.

Die Mine schließt spätestens im Jahr 2049

Genau dies tat nun der zuständige Minister Robert Jenrick. Damit steht der Ausbeutung der unter dem Meeresboden gelegenen Kohlevorräte nun nichts mehr im Weg. Die Planer haben zudem schon dafür gesorgt, dass die Planungen zumindest auf dem Papier mit den Klimaschutzzielen der Regierung in Einklang zu bringen sind. So soll die Kohle ausschließlich an Stahlwerke geliefert werden. Der Ausstieg aus der Kohleverstromung wird somit nicht in Frage gestellt. Außerdem sollen die Vorräte nur bis zum Jahr 2049 ausgebeutet werden. Der Hintergrund: Ein Jahr später will Großbritannien das Ziel der Klimaneutralität erreicht haben. Bis dahin dürfte die Kohle aus der neuen Mine aber noch einige CO2-Emissionen verursachen. Experten gehen aktuell von 8,4 Millionen Tonnen pro Jahr aus. Die Befürworter des Projekts argumentieren allerdings ein wenig anders: Ihrer Sichtweise zufolge muss zukünftig weniger Stahlkohle aus Übersee importiert werden – was die Emissionen sogar leicht reduziert.

Via: Yahoo News

Kerzenheizung – Stromlose Heizung aus Tontöpfen und Kerzen

gute-nachrichten.com - 20. January 2021 - 15:14

Tatsächlich ist es möglich eine Kerzenheizung zu basteln, die aus wenigen Utensilien gebaut werden kann und eine wohlige Wärme im Raum verteilt – ganz ohne Strom. Zudem sieht die Tontopfheizvariante auch noch hübsch aus und gibt gleichzeitig ein wenig Licht ab.

Photo by Annie Spratt on Unsplash
Tontöpfe bieten nicht nur ein „Zuhause“ für Pflanzen, sondern auch eine Möglichkeit für eine alternative stromlose und schicke Kerzenheizung.

 

Die Kerzenheizung kann in allen Räumlichkeiten verwendet werden, in denen man eine zusätzliche Wärmequelle mit schönen Ambiente benötigt oder natürlich auch für Räume, die keine Heizung haben. Eine Bekannte von mir, wohnt zum Beispiel in einer Altbauwohnung, die keine Heizung im Bad hat. Man kann sich vorstellen, dass das im Winter nicht unbedingt angenehm ist. Auch an einem kühlen Abend im Freien im Frühjahr oder Sommer bietet das Heizen mit Kerzen eine angenehme Wärme. In einem Gewächshaus für kälteempfindliche Pflanzen, ist es eine gute und einfache Möglichkeit die Temperaturen ein wenig nach oben zu bringen, um Frostnächten die Stirn zu bieten. Wie viele solcher Heizöfen aufgestellt werden müssen, kommt immer auf die Größe der Räumlichkeiten und die angestrebten Wärmevorstellungen an. Zudem ist solch eine stromlose Heizalternative eine praktische Hilfe im Notfall, falls die normale Heizung z. B. wegen eines Stromausfalls nicht mehr gehen sollte.

 

Was braucht man für die Heizung mit Kerzen und Tontöpfen?

Für die etwas andere Heizmöglichkeit braucht man in der Regel einen Tonteller, zwei Tontöpfe (Blumentöpfe), eine Gewindestange oder lange Schrauben, Muttern und Unterlegscheiben.

Wer keine Lust zu Basteln hat und auch keine Möglichkeit findet, ein Loch in einen Tonteller zu bohren, der kann zu schnellen und günstigen Alternativen greifen, die man meist sowieso im Haushalt hat. Der Kreativität sind keinerlei Grenzen gesetzt. Anstatt Gewindestangen und weitere der oben aufgezählten Utensilien kann man Abstandhalter aus Ton, Pflastersteine oder ähnliche hitzebeständige Gegenstände sinnvoll verwenden.

Die alternativen Heizvarianten haben zwar auch Nachteile, sind jedoch genauso funktionsfähig, auch wenn sie optisch nicht so ansprechend aussehen mögen. Um alles anschaulich zu erklären, schaut euch am besten die beiden letzten Videos unter dem Artikel an, sie beschreiben sehr genau alle bekannten stromlosen Tontopf-Heizmöglichkeiten.

 

Wie funktioniert die Kerzenheizung?

Die einfachste Tontopf-Heizung sieht so aus, dass man zwei unterschiedlich große Tontöpfe übereinanderstellt. Die Teelichter werden unter den kleinsten Topf platziert. Damit eine ausreichende Belüftung gegeben ist, sollten die Tontöpfe auf einer feuerfesten Erhöhung stehen. Somit kann von unten frische Luft und Sauerstoff einströmen, damit die Kerzenflammen nicht ersticken. Dabei handelt es sich, wie bereits erwähnt, um die simpelste und billigste Lösung, allerdings auch um die weniger flexible und unsicherste Variante, da die Einzelbauteile nicht fest miteinander verbunden sind.

Bei der Standartversion der Kerzenheizung braucht man die oben genannten Utensilien, die im Baumarkt erworben werden können.

Die Tontopfheizung sollte immer auf einem feuerfesten Untergrund gestellt werden, um Brandgefahr zu vermeiden.

Brenn- und Heizdauer kommt natürlich auf die Wahl der Teelichter an. Das variiert zwischen etwa 3,5 bis 8 Stunden.

 

Kleiner Zusatztipp für ein angenehmes Raumklima

Die Kerzenheizung ist nicht nur an kälteren Tagen praktisch, ein Hingucker und beliebt, sondern allgemein kann sie zur Harmonisierung für einen angenehmen Duft sorgen. Einfach ein ätherisches Öl auf den äußersten Topf im oberen Bereich träufeln und den Duft genießen.

Für den Sommer kann man ganz einfach Mücken und Insekten fernhalten, in dem man Citronellaöl verwendet.

 

Gute Videos zur besseren Veranschaulichung

Im ersten Video wird detailliert und einfach erklärt, wie die traditionelle Kerzenheizung zusammengebaut werden kann. Das zweite zeigt die möglichen Alternativen auf und geht auf alle Varianten, Vor- und Nachteile, etc. ein. Das dritte Video zeigt weitere fachkundige Blumentopfheizmodelle und deren Funktionen. Lasst euch inspirieren…

 

 

 

 

 

 

Wer gar keine Lust zu basteln hat, aber dennoch interessiert ist am Heizen mit Kerzen, der findet im Internet etliche Anbieter, die bereits fertige Teelicht-Öfen verkaufen.

Im Namen des Klimaschutzes: Pellet-Produktion zerstört estnische Wälder

Simon Bertsch - trendsderzukunft.de - 20. January 2021 - 12:59

Die Europäische Union hat in den letzten Jahren Milliarden an Fördergeldern für die Umrüstung von Kohlekraftwerken ausgeschüttet. Diese verbrennen nun Holz-Pellets anstelle von Kohle, was die Klimabilanz auf dem Papier deutlich verbessert. Die Idee dahinter: Holz setzt bei der Verbrennung nur so viel CO2 frei wie es zuvor im Laufe seines Lebens aufgenommen hat. Werden gefällte Bäume also sofort durch neue ersetzt, entsteht so ein dauerhafter Kreislauf ohne große Emissionen. Das Verbrennen von Biomasse gilt daher grundsätzlich als klimafreundlich und nachhaltig. Allerdings liegt der Teufel wie so oft im Detail. Denn als die EU-Förderung aufgelegt wurde, ging man davon aus, dass hauptsächlich Reststoffe aus anderen Industrien – etwa Sägewerken – verbrannt werden. In der entsprechenden Richtlinie wurde dies aber nicht verbindlich festgehalten.

Bild: böhringer friedrich, CC BY-SA 2.5 <https://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.5>, via Wikimedia Commons Oftmals werden neu gefällte Bäume direkt zu Pellets verarbeitet

Die Folge: Es werden auch Kraftwerke gefördert, bei denen Pellets verbrannt werden, die aus frisch gefällten Bäumen produziert wurden. Teilweise ist so sogar eine eigene Industrie entstanden, die sich genau darauf spezialisiert hat. So wird Raul Kirjanen, seines Zeichens viertreichster Este, auch als „Pelletkönig“ bezeichnet. Der Hintergrund: Ihm gehört die Firma Graanul Invest, die im vergangenen Jahr 2,5 Millionen Tonnen Holzpellets produzierte und dafür elf Millionen Euro an Subventionen einstrich. Folgt man dem Nachhaltigkeitsbericht des Unternehmens bestand die Holzernte zu 84 Prozent aus Kahlschlägen. Hier geschieht also genau das, was Umweltschützer für hoch problematisch halten: Es werden Bäume gefällt, nur um sie anschließend zur Energiegewinnung zu verbrennen. Der Konzern verweist allerdings darauf, dass er nicht nur Bäume fällt, sondern auch pflanzt.

Das CO2-Budget gleicht sich erst extrem spät wieder aus

Das stimmt tatsächlich. Alleine im vergangenen Jahr wurden 1,5 Millionen neue Bäume gepflanzt, um die Verluste durch die Kahlschläge auszugleichen. Experten bezweifeln allerdings, ob dies ausreicht, um wirklich die gewünschte Klimaneutralität zu erreichen. Denn es ziehen viele Jahre ins Lande, bevor der Wald tatsächlich nachgewachsen ist. Es vergeht also einiges an Zeit, bis die neuen Bäume das verbrauchte CO2-Budget wieder ausgeglichen haben. Fachleute rechnen hier teilweise mit einem zeitlichen Rahmen von bis zu vierzig Jahren. Da es beim Klimaschutz aber vor allem darum geht, die Emissionen jetzt und in naher Zukunft zu senken, ist das Verbrennen von Bäumen nicht besonders hilfreich. Hinzu kommt: Die Waldfläche in Estland ist auch trotz der neu gepflanzten Bäume zurückgegangen. Und zwar alleine in den besonders geschützten Natura-2000-Gebieten um 15.000 Hektar in den Jahren 2001 bis 2019.

Via: Die Zeit

Dezentral und preiswert: Startup will aus Biomasse grünen Wasserstoff gewinnen

Simon Bertsch - trendsderzukunft.de - 20. January 2021 - 9:34

Experten warnen bereits seit einiger Zeit vor einschneidenden Veränderungen in der Biogas-Industrie. Denn die dort garantierten Einspeisevergütungen waren auf zwanzig Jahre begrenzt. Bei immer mehr Anlagen droht daher das Ende der staatlichen Förderung. Aktuell ist ein Weiterbetrieb ohne diese Unterstützung allerdings in den meisten Fällen schlicht nicht wirtschaftlich. Hoffnung kommt für die Betreiber nun aus der bayerischen Stadt Hof. Denn dort wurde das Startup BtX energy GmbH gegründet. Das Ziel: Aus Biomasse soll zukünftig grüner Wasserstoff gewonnen werden. Dafür entwickelt die noch junge Firma schlüsselfertige Anlagen in Containergröße. Diese können dezentral in der Nähe der Biomasse-Quellen aufgestellt werden und so der Branche eine Zukunftsperspektive bieten. Gleichzeitig wäre dies auch ein wichtiger Beitrag zur geplanten Umstellung auf eine Wasserstoff-Wirtschaft.

Im Idealfall muss so weniger Wasserstoff importiert werden

Denn bisher setzen die meisten Firmen darauf, den benötigten Wasserstoff per Elektrolyse zu gewinnen. Dabei wird überschüssiger Ökostrom verwendet, um Wasser in Wasserstoff und Sauerstoff zu spalten. Wer sich allerdings den deutschen Energiemix anschaut, wird sehen: Momentan gibt es nicht all zu viel nicht benötigten grünen Strom. Dies wird sich auch zukünftig nicht grundlegend ändern. Die meisten Prognosen gehen daher davon aus, dass nur rund dreißig Prozent des benötigten Wasserstoffs tatsächlich im Inland produziert werden kann. Der Rest muss aus sonnenreichen Gebieten importiert werden. Entsprechende Kooperationen – etwa mit dem Königreich Marokko – werden aktuell in die Wege geleitet. Nutzt man zusätzlich allerdings auch Biomasse um grünen Wasserstoff zu gewinnen, könnte der Bedarf an aufwändigen Importen reduziert werden. Außerdem bietet die neue Technologie das Potential, den Anteil an klimaschädlichem grauem und blauem Wasserstoff zeitnah zu senken.

Die Produktionskosten sollen niedriger liegen als bei der Elektrolyse

Den Angaben des Unternehmens zufolge könnte der Ansatz zudem noch zwei weitere Vorteile mit sich bringen:

1. Zum einen stellen die Gründer in Aussicht, dass die Produktionskosten pro Kilogramm Wasserstoff sogar günstiger sein werden als bei der sonst präferierten Elektrolyse. Dadurch könnte der grüne Wasserstoff konkurrenzfähiger werden und sich schneller am Markt durchsetzen.

2. Außerdem könnte das nachgefragte Gas dezentral produziert werden. Dies wiederum würde die Transportkosten senken und ebenfalls die Wettbewerbsfähigkeit erhöhen.

Noch allerdings hat das neu gegründete Unternehmen kein fertiges Produkt präsentiert. Die Ankündigungen sind also mit einer gewissen Vorsicht zu genießen. Zumindest die Namen hinter dem Projekt stehen aber für eine gewisse Seriosität. So ist unter anderem Prof. Tobias Plessing von der Hochschule Hof beteiligt. Selbiges gilt für die renommierten Unternehmer Joachim Wünning und Martin Schönfelder.

Via: Hof University

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