Anregungen für unsere Konsumgewohnheiten

Überraschend: Gentherapie bei Alzheimer-Mäusen macht Gedächtnisverlust rückgängig

Simon Bertsch - trendsderzukunft.de - 1. August 2020 - 10:06

Die Brüder Lars und Arne Ittner wollten eigentlich nur ein Mittel finden, um Alzheimer zu stoppen. Den aus der Krankheit resultierenden Gedächtnisverlust rückgängig zu machcne, daran hätten sie nicht geglaubt. Und doch ist es ihnen gelungen, schwer erkrankten Mäusen ein ganz normales Leben zurückzugeben. Ob das wohl auch bei Menschen klappt?

Demente Labormäuse erhielten ihr Gedächtnis zurück Die Mäuse verhielten sich, als seien sie nie erkrankt

Die Ergebnisse dieser Studie sind hoffnungsverheißend: Die australischen Wissenschaftler an der Macquarie University beschäftigen sich mit dem Thema Gentherapie. Ihnen ist es gelungen, ein Enzym im Gehirn von Mäusen zu aktivieren, das den Namen p38gamma trägt. Die Versuchstiere litten unter einer fortgeschrittenen Alzheimer-Erkrankung, waren nicht mehr fähig, Neues zu lernen und hatten ursprünglich vorhanden Fähigkeiten verloren. Die Brüder Ittner hegten die Hoffnung, den kognitiven Niedergang der Tiere zumindest verlangsamen zu können, doch es kam viel besser. Die Mäuse benahmen sich zwei Monate nach der Behandlung wieder ganz ähnlich wie ihre gesunden Artgenossen, als seien sie nie erkrankt gewesen. Sie erhielten sogar wieder ihre Fähigkeit zurück, zu lernen – die Forscher waren verblüfft.

Das Potential reicht auch für andere Formen der Demenz

Die natürliche schützende Enzymaktivität des Gehirns geht immer mehr verloren, je weiter eine Alzheimer-Erkrankung fortschreitet. Diesen Prozess umzukehren ist bislang noch in keiner Therapieform gelungen, auch nicht bei Mäusen. Bis zu klinischen Versuchen an Menschen wird allerdings noch eine Menge Zeit vergehen. Die Marktreife der neuartigen Gentherapie könnte, wenn alles gut geht, in fünf bis zehn Jahren erreicht sein, bis dahin gilt es, Geduld zu haben. Das Potential dieser Erfindung endet nicht bei der Alzheimerbehandlung, auch andere Formen der Demenz geraten in den Fokus. Die frontotemporale Demenz, die typischerweise jüngere Menschen zwischen 40 und 65 Jahre befällt, gehört mit dazu. Für alle, die mehr wissen möchten: Im September wird es eine detaillierte Veröffentlichung zu dieser Studie im Fachmagazin Acta Neuropathologica geben.

Quelle: newatlas.com

Terra Preta – der ″Turbolader″ für den Garten

gute-nachrichten.com - 31. July 2020 - 19:41

Zurück zum Ursprung unserer Böden: „Terra Preta“ kommt aus dem Portugiesischen und heißt übersetzt „schwarze Erde“. Dieser Bodentyp wurde von Archäologen bei Ausgrabungen rund um Indiosiedlungen in Brasilien entdeckt. Schnell wurde den Forschern klar, dass dies Erde nicht auf natürlichen Weg entstanden ist, denn er enthielt Knochen, Lebensmittelreste, menschliche und tierische Ausscheidungen und einen hohen Anteil an Holzkohle. Man hat daraus gefolgert, dass die Bewohner des Urwalds diese Erde selbst herstellten, um die Erträge zu verbessern, denn der Boden im Urwald ist äußerst nährstoffarm.

Photo by Gabriel Jimenez on Unsplash

Jetzt kommt das Überraschende: Terra Preta gibt es nicht nur im Urwald, sondern es wurde auch von einer Forschergruppe um Professor Bruno Glaser von der Universität in Halle auch in Deutschland, nämlich im Wendland nachgewiesen. Das Wendland liegt m Osten Niedersachsens. Dort ist der Boden ein nährstoffarmer Sandboden, vergleichbar mit den Böden im Urwald. Auch dort wurden in der Vorzeit die Böden mit Abfällen und Holzkohle angereichert, um die Ertragsqualität zu erhöhen.

Photo by Markus Spiske from Pexels

Professor Glaser argumentiert: „Die schwarze Erde bietet großes Potenzial bei der Bekämpfung des Klimawandels. Sie kann – im großen Stil eingesetzt – für eine wesentlich bessere Bodenfruchtbarkeit und damit für eine Ertrags- und Ernährungssicherheit für die gesamte Weltbevölkerung sorgen.

 

 

Was unterscheidet Terra Preta von herkömmlichen Böden?

 

Terra Preta enthält vier Mal mehr Phosphat, drei Mal mehr Kalium und doppelt soviel Stickstoff wie unser einheimischer Boden. Vor allen Dingen enthält es siebzig Mal mehr Pflanzenkohle als unsere einheimischen Böden. Die Pflanzenkohle hat die Eigenschaft, Kohlenstoff langfristig zu speichern und damit dem natürlichen Nährstoffkreislauf zu entziehen. Also Pflanzenkohle macht genau das Gegenteil, was bei der Verbrennung von fossilen Energieträgern wie Kohl, Öl oder Gas geschieht.

Bild von OnzeCreativitijd auf Pixabay

 

Terra Preta in der Paxis – Wie funktioniert es für jeden?

 

Aber nicht nur an der Uni Halle wird geforscht, es gibt bereits Menschen, die mit Terra Preta bereits in der Praxis arbeiten. In Sichtweite des Wilden Kaisers in Tirol liegt die Ortschaft Schwendt. Dort wohnt und arbeitet Caroline Pfützner. Eine Frau, die ein Ziel hat: „Wir wollen den Menschen das Konzept der Terra Preta näherbringen.“

Im Jahr 2008 kam Frau Pfützner zum ersten Mal mit Terra Preta in Kontakt. Sie wollte damals die Erde ihres eigenen Gartens verbessern, damit dieser mehr Ertrag bringt. Sie machte es wie die Indios und besorgte sich Gesteinsmehl, Mikroorganismen und Pflanzenkohle. Sie sammelte Küchen- und Gartenabfälle und mischte dies alles zusammen. Als der Kompostiervorgang nach einigen Monaten vollendet war, konnte Frau Pfützner eine fünf Millimeter dicke Schicht Terra Preta über ihr Gemüsebeet ausbringen. Sie sagt: „Das Ergebnis war phänomenal“. Sie hatte mehr Ertrag und weniger Schnecken in ihrem Garten. Sie war so begeistert, dass sie nach diesem Ergebnis ein Familienunternehmen gründete: Die TerraTirol KG. Ihr Mann führt die Geschäfte, sie ist für die Produktion der Erde zuständig. Caroline Pfützner erklärt die Wirkungsweise wie folgt: Die Tera Preta bringt Nährstoffe zurück in die Erde. Die Vorarbeit leisten die Mikroorganismen und unterstützen die Fermentation, also einen Gärungsprozess der Fäulnis verhindert und Vitamine und Enzyme entstehen lässt. Das Gesteinsmehl dient dabei den Mikroorganismen als Lebensraum. Bei den Indios waren es die Tonscherben.

Frau Pfützner legte Testbeete an, um einen Vergleich zwischen Terra Preta und normalen Erden ziehen zu können. Die Ergebnisse waren beeindruckend, denn der Ertrag lag zwischen 30 und 80 Prozent bei der Verwendung von Terra Preta höher.

Mittlerweile arbeitet Frau Pfützner mit der Universität in Innsbruck zusammen. Man untersucht, wie ein Großbauer sein unverkäufliches Gemüse sinnvoll mit Terra Preta wiederverwenden kann. Stolz sagt Frau Pfützner: „Wir leisten Pionierarbeit. Immerhin bauen wir den Boden für die nächste Generation“.

Photo by Anna Earl on Unsplash

 

Ein spannendes Thema, das in naher Zukunft sicherlich noch viel mehr Aufsehen erregen wird und für jeden einzelnen Menschen, der sich auch für den Eigenanbau seiner Nahrung interessiert, von großem Interesse sein wird. Momentan kann man einen stetig wachsenden Trend erkennen: Schrebergärten werden in den Städten immer begehrter und sogar der Anbau von eigenen Lebensmitteln auf dem Balkon ist im Vormarsch, weil viele Menschen begreifen, wie wichtig eine echte, gesunde Nahrung anstatt künstlich erzeugter und langfristig krankmachender Fertignahrungsmittel ist.
Zurück zur Eigenverantwortung in diesem Bereich und zurück zu mehr Natur, aus der auch letzten Endes der Mensch entspringt, bringt uns wieder mehr zum Ursprung und damit zur Gesundung mithilfe unserer Verbindung zur Mutter Erde und zu dem, was natürliche Nahrung und ein gesunder und fruchtbarer Boden bietet.
Jeder der die Möglichkeit hat, kann einfach mal selbst ausprobieren und kreativ sein, um seine eigene Erde für den Garten zu verbessern. Terra Preta selbst gemacht also! ;-)

 

Quellen:
mein-schoener-garten.de/terra-preta
nationalgeographic.de/umwelt/2019/07/terra-preta-das-geheimis-liegt-im-boden

Klimawandel: In der Nordsee entweichen Tausende Tonnen Methan in die Atmosphäre

Simon Bertsch - trendsderzukunft.de - 31. July 2020 - 18:02

Methan, das aus dem Sediment des Meeresgrundes austritt, ist nichts Ungewöhnliches. Entlang der Küsten ist es normal, dass tauende Gashydrate das Klimagas freisetzen. Forscher fanden nun jedoch heraus, dass in der Nordsee deutlich mehr Methan freigesetzt wird, als bisher angenommen wurde. Die Hauptquellen sind dabei Risse rund um alte Bohrlöcher.

Bild: ROV-Team/Geomar Methan vom Meeresgrund

Vor Helgoland entstanden im Herbst 2015 tausende Gasaustritte. Dabei wurden große Mengen Methan freigesetzt. Doch oft sind Gasaustritte auch nicht rein natürlichen Ursprungs. Vor einigen Jahren entdeckten Forscher Methangas-Lecks in der Nordsee, die vermehrt um alte Bohrlöcher herum auftraten. Christoph Böttner vom GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung in Kiel wollte wissen, wie diese Lecks zustande kommen und wie viel Methan aus ihnen austritt.

Zu diesem Zweck analysierte er mit einem Team im Rahmen einer Schiffsexpedition den Untergrund rund um 43 alte Bohrlöcher für Erdgas oder Erdöl mit Hilfe von modernen Sonarmessungen. Außerdem nahmen die Forscher sich seismische Daten zur Beschaffung des Untergrunds im britischen Teil der Nordsee vor. Dabei erfassten die Forscher 1792 Bohrlöcher in rund 20.000 Quadratkilometern Meeresboden.

Alte Bohrlöcher als Gefahr  Die Ergebnisse bestätigten, was die Forscher bereits vermuteten: Im unmittelbaren Umfeld der alten Bohrlöcher tritt vermehrt Methan aus – und zwar durch winzige Risse, die im Untergrund rund um die Löcher entstanden. So wurden vorher abdichtende Gesteinsschichten durchlässig für Gas, sodass das eingeschlossene Methan an die Oberfläche des Meeresgrundes kommen kann.

Die Wahrscheinlichkeit für derartige Leckagen steigt, je näher die Bohrlöcher an flachen Gastaschen liegen, die für die kommerzielle Förderung normalerweise uninteressant sind„, so Studienleiter Matthias Haeckel vom GEOMAR Institut. Das Ausmaß dieser LEcks ist enorm: „ Die Ergebnisse zeigen deutlich, dass jährlich tausende Tonnen Methan an alten Bohrlöchern am Nordseeboden austreten„, berichtet Böttner. Die 1800 britischen Bohrlöcher setzen pro Jahr 900 bis 3700 Tonnen Methan frei. In der Nordsee gibt es aber mehr als 15.000 Bohrlöcher. Die Forscher vermuten, dass auf diese Weise etwa 17.000 Tonnen des hochpotenten Klimagases freiwerden.

Im Vergleich zu den natürlichen Methanquellen der Nordsee stellen diese Gaslecks aus den alten Bohrlöchern eine signifikante Quelle von Treibhausgasen dar – sie setzen mehr Methan frei als alle natürlichen Quellen zusammen„, so die Forscher. Ein Großteil dieser Methanaustritte erreicht die Atmosphäre, wo sie ihre Treibhauswirkung entfalten können.

Methan treibt den Klimawandel voran

Es ist zu vermuten, dass die Nordsee nicht das einzige Öl- und Gasfördergebiet ist, in dem die Probleme auftreten. Bohrlöcher in Kalifornien etwa sind oft älter als die in der Nordsee und entsprechend schlecht abgedichtet.

Die Forscher sprechen sich dafür aus, Bohrlöcher nicht wie bisher nur unmittelbar nach dem Verschließen zu überprüfen, sondern die Umgebung der Anlagen auch langfristig zu kontrollieren. Dies müsse vor allem bei Bohrlöchern in der Nähe flacher Gasvorkommen geschehen.

Die Quellen und Senken von Methan, dem zweitwichtigsten Treibhausgas nach Kohlendioxid, sind immer noch mit großen Unsicherheiten behaftet. Um die Gründe für die kontinuierlich ansteigenden Methankonzentrationen in der Atmosphäre besser zu verstehen und auch hier Gegenmaßnahmen einzuleiten, ist es wichtig die einzelnen anthropogenen Beiträge verlässlich zu kennen„, so Haeckel.

Corona: 22 Prozent der in Deutschlands Krankenhäusern wegen Covid-19 behandelten Patienten versterben

Simon Bertsch - trendsderzukunft.de - 31. July 2020 - 17:38

Infektionen mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 fallen unterschiedlich schwer aus. Die Frage, ob ein Patient einen milden oder einen schweren Covid-19 verlauf durchlebt, entscheidet sich unter anderem an Faktoren wie Vorerkrankungen, Alter, Körpergewicht oder Immuntyp. Außerdem verdichten sich die Hinweise darauf, dass Männer öfter erkranken als Frauen. Etwa sechs Monate nach Beginn der Pandemie liegen nun erste Daten zur Sterblichkeit deutscher Covid-19 Patienten vor.

Sterblichkeitsstudie bestätigt Vermutungen

Erhoben wurden die Daten von einem Forscherteam rund um Christian Karagiannidis von der Lungenklinik Köln-Merheim. Insgesamt wurden die Daten von 10.021 Covid-19-Patienten ausgewertet. Alle wurden zwischen dem 26- Februar und dem 19. April 2020 in deutschen Krankenhäusern behandelt. Unter diesen Patienten lag die Sterberate bei 22 Prozent. „Das entspricht etwa dem, was aus Frankreich berichtet wird, ist aber deutlich niedriger als die Mortalität in Großbritannien, wo 39 Prozent der im Krankenhaus wegen Covid-19 behandelten Patienten starben„, so die Forscher. Die Patienten blieben im Schnitt 14 Tage in der Klinik. Unter den Beatmeten musste etwa ein Viertel länger als 21 Tage beatmet werden.

Die Sterblichkeit zeigte auch die erwarteten Unterschiede je nach Alter, Vorerkrankungen und der erforderlichen Behandlungen. Von den 17 Prozent, die beatmet werden mussten, starben 53 Prozent. Von den nicht beatmeten Patienten starben der weil nur 16 Prozent.

Auch die Vermutungen zum Faktor Geschlecht bestätigten sich: Bei Männern ließ sich deutlich häufiger ein schwerer Verlauf beobachten. 22 Prozent der männlichen Patienten mussten beatmet werden, bei Frauen waren es nur knapp die Hälfte davon. Mit 25 Prozent wiesen die Männer auch eine höhere Sterblichkeit als die Frauen auf – letztere kommen auf 19 Prozent.

Auch das Alter ist eindeutig ein Faktor. Von den Patienten unter 59 Jahren mussten lediglich 15 Prozent künstlich beatmet werden. Bei den älteren Patienten lag der Anteil bei 25 Prozent. Ab 70 Jahren stieg die Mortalität deutlich an. Das heißt aber nicht, dass jüngere Patienten gar nicht an Covid-19 sterben.

Dialyse als Gefahrfaktor

Auch die Rolle der Vorerkrankungen bestätigte sich: Mehr als die Hälfte der wegen eines schweren Verlauf behandelten Patienten litt unter Bluthochdruck. Etwa ein Viertel hatte Diabetes oder Herzrhythmusstörungen. Nierenschäden waren auch häufiger vertreten. Am gefährdetsten sind Patienten, die wegen eines Nierenversagens dialysepflichtig sind – bei ihnen lag die Sterblichkeit bei 73 Prozent.

Auch wenn die Infektionszahlen in Deutschland im Moment niedrig sind, sollten weiterhin alle nötigen Vorsichtsmaßnahmen ergriffen werden, um das Infektionsrisiko in der Bevölkerung so gering wie möglich zu halten„, warnt Jürgen Klauber vom Wissenschaftlichen Institut der AOK.

via TU Berlin

Kohlenstoffröhrchen und Manila-Hanf für Autos: Neuer Verbundwerkstoff weitgehend aus Abfall

Simon Bertsch - trendsderzukunft.de - 30. July 2020 - 16:45

Innenverkleidungen von Türen, Dämmplatten, die Lärm abschirmen, Kofferraummulden und andere Bauteile von Autos werden künftig aus einem ganz besonderen Verbundmaterial gefertigt. Es besteht aus Manila-Hanffasern, die mit Kohlenstoff-Nanoröhrchen verstärkt sind, und Epoxydharz. Auch heute wird Faserverbundmaterial in Fahrzeugen verwendet. Doch die verwendeten Fasern wie Hanf sind teuer. Manila-Hanf wird dagegen aus einem Abfallprodukt gewonnen, den Stängeln spezieller Kochbananen.

Bild: University of Johannesburg In allen Belangen besser als bisheriges Material

Das neue Material haben Professor Tien-Chien Jen vom Lehrstuhl für Mechanik der Universität Johannesburg in Südafrika und Patrick Ehi Imoisili entwickelt, der bei Jen promoviert hat. Es hat eine um 31 Prozent höhere Zugfestigkeit und eine um 34 Prozent höhere Biegefestigkeit als das Epoxidharz allein. Auch seine Dehn- und Biegefestigkeit ist deutlich besser als die bisher verwendeter Faserverbundwerkstoffe.

Musa textilis, auch Textilbanane genannt, liefert bisher den Rohstoff für seewasserfeste Schiffstaue. Wichtigster Ausfuhrhafen ist die philippinische Hauptstadt Manila. Aus diesem pazifischen Land stammt die Pflanze, ist mittlerweile aber auch in Afrika heimisch. Nach der Ernte der Früchte werden die Stängel entsorgt, sind also ein nahezu kostenloser Rohstoff für Faserverbundmaterial.

Mikrowelle „verschweißt“ Fasern und Kohlenstoff

Erster Schritt bei der Gewinnung der Fasern ist die Wasserröste, ein Verfahren, das auch bei anderen Faserpflanzen wie Hanf angewandt wird. Die Stängel liegen dazu tagelang in einem Wassertank, der die Fasern aus ihrem Verbund löst. Danach werden Nanoröhrchen hinzugefügt, die sich in einem mehrstündigen Bad in einer schwachen Lauge mit den Fasern verbinden. Das Trocknen in einer Mikrowelle verstärkt diese Bindung.

Zur Herstellung von Bauteilen werden die Fasern in eine Form gelegt und mit Epoxydharz übergossen. Es bindet innerhalb von 24 Stunden unter äußerem Druck ab. Fertig ist das Autobauteil.

Faserverbundwerkstoffe haben gegenüber den meisten Metallen einige Vorteile. Sie sind leicht, was in Autos zu geringerem Spritverbrauch führt, und sie können nicht korrodieren, also vorzeitig verschleißen. Dieser belastbare Verbundwerkstoff sei ein wettbewerbsfähiges Material für den Automobilbau, sagt Jen. Autos werden so ein bisschen grüner.

via EurekAlert

Zu wenig Bienen: In Nordamerika drohen massive Ernteausfälle

Simon Bertsch - trendsderzukunft.de - 30. July 2020 - 11:03

Wildbienen sind für die Bestäubung von zahlreichen Nutzpflanzen wichtiger als bisher gedacht. Zu diesem Ergebnis kommt eine gemeinsame Studie von Universitäten in Kanada und den Vereinigten Staaten. Insgesamt untersuchten die Forscher 131 Proben von landwirtschaftlichen Betrieben und nahmen sieben verschiedene Nutzpflanzen genauer unter die Lupe. Das Ergebnis: Bei fünf der Pflanzen ließ sich ein eindeutiger Zusammenhang zwischen einer geringeren Anzahl an Wildbienen und einem Rückgang der Ernte nachweisen. Bisher war man hingegen davon ausgegangen, dass die wichtige Bestäubung zumeist von Honigbienen durchgeführt wird. Diese werden von den Landwirten daher häufig sogar angemietet und direkt neben den Feldern zum Einsatz gebracht. Die nun vorgestellte Studie zeigt allerdings, dass dies ohne die Hilfe der Wildbienen in vielen Fällen nicht ausreicht.

Honigbienen spielen nur bei Mandeln eine herausragende Rolle

Auf den ersten Blick wird dies aus den Zahlen allerdings nicht ersichtlich. Demnach liegt der monetäre Wert der Bestäubungen durch Wildbienen bei 1,5 Milliarden Dollar, während es bei Honigbienen stolze 6,4 Milliarden Dollar sind. Mehr als zwei Drittel davon entfallen allerdings auf den Anbau von Mandeln. Im Umkehrschluss bedeutet dies: Bei den anderen Nutzpflanzen wie Äpfeln oder Süßkirchen spielen die Wildbienen eine deutlich größere Rolle als es zunächst erscheint. Die Empfehlung der Studienautoren ist daher eindeutig: Schon aus rein wirtschaftlichen Gründen sollten die Landwirte dafür sorgen, dass ihre Felder möglichst bienenfreundlich gestaltet werden. Eine der wichtigsten Maßnahmen in diesem Zusammenhang wäre es, auf den Einsatz von giftigen Pestiziden so weit wie möglich zu verzichten.

Die Zahl der Insekten könnte weltweit drastisch sinken

Die Studie beschäftigte sich zunächst nur mit der Landwirtschaft in Nordamerika. Grundsätzlich dürfte die Problematik aber weltweit auftreten. Denn den Angaben der Vereinten Nationen zufolge sind von den 115 Nutzpflanzen weltweit rund 75 Prozent abhängig von der Bestäubung durch Insekten – beispielsweise auch Kaffee und Kakao. Die Wissenschaft ist aktuell aber nicht besonders optimistisch, was die zukünftige Entwicklung des Insektenbestands angeht. So kam eine Studie im vergangenen Jahr zu dem Ergebnis, dass sich die Zahl der kleinen Tiere bis zum Ende des Jahrhunderts um ein Drittel verringern dürfte. Verantwortlich dafür ist allerdings nicht alleine der Einsatz von Pestiziden. Vielmehr fehlt es den Insekten oftmals auch schlicht an natürlichen Lebensräumen. Ändert sich dies nicht, dürfte die landwirtschaftliche Produktion zukünftig nicht nur in Nordamerika sinken.

Via: Die Zeit

Blitzschnell: Quick Charge 5 lädt Smartphone-Akkus in 15 Minuten

Simon Bertsch - trendsderzukunft.de - 29. July 2020 - 20:15

In Sachen Ladetechnologie für Smartphones wurden in den letzten Jahren wesentliche Fortschritte erzielt. Inzwischen laden Smartphones deutlich schneller als noch vor ein paar Jahren. Das Ende dieser Entwicklung ist jedoch scheinbar noch nicht erreicht. Mit der neuen Technologie Quick Charge 5 vom US-amerikanischen Chip-Hersteller Qualcomm sollen sich Smartphone-Akkus in lediglich 15 Minuten aufladen lassen.

Laden mit bis zu 100 Watt

Die neue Schnellladetechnologie des amerikanischen Herstellers wird Smartphone-Akkus mit bis zu 100 Watt laden können. Ein vollständiger Ladevorgang eines Akkus mit 4.500 mAh Kapazität würde somit nur noch 15 Minuten dauern. Bereits nach 5 Minuten stünden die ersten 50 Prozent zur Verfügung.

Im Vergleich zur Vorgängerversion Quick Charge 4 verspricht Qualcomm eine um 70 Prozent höhere Effizienz. Allerdings erfordert Quick Charge 5 eine Anpassung der Akkus. Statt einer einzelnen Zelle mit 4.500 mAh würden zwei separate Zellen mit einer Kapazität von je 2.750 mAh verbaut werden. Die beiden Zellen werden dann mit Hilfe des Qualcomm-Batterie-Chips parallel mit Ladestrom versorgt.

Ab dem dritten Quartal 2020 soll Quick Charge 5 zur Verfügung stehen – anfangs jedoch nur kombiniert mit einem Snapdragon 865 SoC.

Wie wird die Technologie die Akkulebenszeit beeinflussen

Nach Angaben von Qualcomm wird die Akkutemperatur beim Laden mit Quick Charge 5 um 10 Grad unter der beim Laden mit Quick Charge 4 liegen. Dies soll den Akku schonen.

Allerdings gibt es bereits seit einiger Zeit Hinweise darauf, dass Schnellladetechnologien die Lebensdauer eines Akkus negativ beeinflussen. Da Qualcomm mit Quick Charge 5 die Ladeleistung noch einmal deutlich erhöht (Quick Charge 4+ lädt über USB-PD mit 27 Watt), wird sich zeigen müssen, wie gut das Unternehmen das Problem in den Griff bekommen kann. Fest scheint aber zu stehen, dass herkömmliche Ladegeräte auf lange Sicht den Akku besser schonen als Quick-Charge-Technologien. Dem ließe sich entgegenwirken, indem Quick-Charge-Ladegeräte nur dann verwendet werden, wenn wirklich Bedarf an der schnellen Aufladung des Smartphones besteht.

Kalte Nahwärme für angenehme Temperaturen: Wärmepumpen heben das niedrige Temperaturniveau an

Simon Bertsch - trendsderzukunft.de - 29. July 2020 - 18:07

Auf der Kälberwaid im Schwarzwaldstädtchen Mönchweiler entsteht eine Wohnsiedlung mit dem wohl ungewöhnlichsten Heizsystem der Welt, die zweite in Deutschland nach einer Siedlung in Reichenbach an der Fils. Die 100 Einheiten in den beiden Orten werden von Rohrleitungssystemen mit Energie versorgt. Darin zirkuliert Wasser mit einer Temperatur von rund zehn Grad Celsius, ob im Winter oder im Sommer. Jede Wohnung verfügt über eine Wärmepumpe, die das Temperaturniveau anhebt, bis es zum Heizen und zur Warmwasserbereitung ausreicht. Im Sommer bleibt die Pumpe abgeschaltet. Dann lässt sich das Wasser zum Klimatisieren nutzen, wenn das in den gut isolierten Wohnungen überhaupt nötig ist.

Bild: Naturstrom AG Schon in 1,5 Metern Tiefe ist es warm genug

Die „kalte Nahwärme“, wie die Entwickler ihr Konzept nennen, bezieht ihre Energie aus dem Untergrund. In den Wohngebieten werden Bohrungen bis in eine Tiefe von bis zu 200 Metern abgeteuft. Dort unten liegt die Temperatur unabhängig von der Jahreszeit bei rund zehn Grad. Das reicht für gemütliche Temperaturen im Winter. In Reichenbach ist die Situation noch günstiger. Hier gibt es in einer Tiefe von 1,5 Metern ein Geothermiefeld, das genügend Energie liefert. Es hat eine Größe von 3900 Quadratmetern, die heute wieder landwirtschaftlich genutzt werden.

Kaum Isolierung für die Rohre

Geologische Untersuchungen zeigten, dass auch der Untergrund im Schwarzwald brauchbar ist. Er besteht aus so festem Stein, dass die Schächte von allein halten. Eine Betonauskleidung ist überflüssig. Das senkt die Kosten, die insgesamt aber höher sind als bei einer konventionellen Heizung, obwohl das Rohrsystem, anders als bei einem Fernwärmesystem, kaum isoliert werden müssen.

Der Wärmepumpen-Strom kommt vom Dach

Da die Wärmepumpen etwa ein Drittel ihrer Energie in Form von elektrischem Strom benötigen, werden auf den Dächern großflächig Solarzellen installiert. Die liefern Energie kostenlos, wenn sie sich amortisiert haben. In Reichenbach sorgt der Ökostromanbieter Naturstrom dafür, dass wirklich kein Kohlendioxid anfällt, auch wenn der Strom von den Dächern nicht ausreicht. „In Neubaugebieten mit geringem Wärmebedarf bietet kalte Nahwärme aufgrund der geringen Vorlauftemperatur im Wärmenetz eine effiziente, klimafreundliche Versorgung“, so Thilo Jungkunz, Leiter des Geschäftsbereichs Dezentrale Energieversorgung der Naturstrom AG.

via

Global Witness: Weltweit wurden im vergangenen Jahr 212 Umweltaktivisten ermordet

Simon Bertsch - trendsderzukunft.de - 29. July 2020 - 13:03

Umweltaktivistin weisen weltweit auf drohende Schäden hin, setzen sich für den Erhalt fast unberührter Landschaften ein und engagieren sich gegen all zu forsche Unternehmen und Regierungen. Sie stellen somit ein wichtiges Korrektiv dar, um der rein wirtschaftlichen Betrachtung von Projekten etwas entgegen zu setzen. Ein Bericht der Nichtregierungsorganisation Global Witness zeigt nun aber auch: In vielen Regionen der Welt geht dieses Engagement mit einer konkreten Gefahr für Leib und Leben einher. Demnach wurden alleine im vergangenen Jahr weltweit mindestens 212 Umweltaktivisten wegen ihrer Tätigkeit ermordet. Dies entspricht im Schnitt mehr als vier Menschenleben pro Woche und ist die höchste jemals erfasste Zahl. Es handelt sich zudem nur um gesicherte und bekannt gewordene Todesfälle. Die tatsächliche Zahl dürfte sogar noch höher liegen.

In Kolumbien verschieben sich die Machtverhältnisse

Der Bericht schlüsselt zudem auch auf, in welchen Ländern die einzelnen Morde stattfanden. Besonders schockierend: Mehr als die Hälfte der gewaltsamen Todesfälle fanden in Kolumbien und den Philippinen statt. Die Gründe dafür unterscheiden sich allerdings. So gehen Experten davon aus, dass sich in dem lateinamerikanischen Land aktuell die Folgen eines im Jahr 2016 geschlossenen Friedensabkommens zwischen der Regierung und der FARC zeigen. Denn dadurch haben sich auf lokaler Ebene die Machtverhältnisse verschoben – was zu mehr gewalttätigen Konflikten führte. Langfristig besteht aber zumindest die Hoffnung, dass der Friedensvertrag seine Wirkung entfaltet und die Situation für die Menschen vor Ort verbessert. In den Philippinen hingegen setzt die Regierung bewusst auf eine Politik der Straflosigkeit. Echte und vermeintliche Drogendealer werden dort beispielsweise oftmals ohne Prozess getötet.

Die konkrete Verantwortung bleibt oftmals ungeklärt

Dies bleibt nicht ohne Auswirkungen auf den Rest der Gesellschaft. Hinzu kommt, dass Umweltaktivisten immer öfter direkt durch die Regierung oder die Behörden diffamiert werden. Diese Mischung aus Hetze und mangelnder Strafverfolgung führt dazu, dass immer mehr Umweltschützer um ihr Leben fürchten müssen. Viele der Morde an Aktivisten weltweit werden zudem nicht aufgeklärt. Dies macht es schwierig zu erfassen, wer für die Tode nun tatsächlich verantwortlich ist. Oftmals geht es bei den vorangegangenen Auseinandersetzungen aber um große Minen-, Holz- oder Agrarprojekte. Schaut man sich die einzelnen Regionen an, fällt auf, dass die Gefahr in Südamerika am größten zu sein scheint. Dort fanden mehr als zwei Drittel der erfassten Morde statt. In Europa ist die Situation hingegen vergleichsweise gut. Auch hier mussten zwei Umweltschützer aber ihren Kampf gegen illegale Rodungen in Rumänien mit dem Leben bezahlen.

Via: Global Witness

Statt Diesel: Microsoft setzt auf Wasserstoff für die Notstromversorgung

Simon Bertsch - trendsderzukunft.de - 29. July 2020 - 11:32

Microsoft ist inzwischen zu einer Größe im Cloud-Geschäft geworden und betreibt daher zahlreiche eigene Rechenzentren. Diese sind – um den Kunden stets den vollen Service zu garantieren – mit einer Notstromversorgung ausgerüstet. Bisher besteht diese ganz klassisch aus riesigen Dieselaggregaten. Microsoft hat sich allerdings das Ziel auferlegt, bis zum Jahr 2030 vollständig klimaneutral zu werden. Auf der Suche nach einer Alternative zu den Dieselmotoren scheint der Konzern nun fündig geworden zu sein. So ist es dem Unternehmen gelungen, eine Reihe von Servern in einem Rechenzentrum für 48 Stunden mithilfe einer Brennstoffzelle mit Strom zu versorgen. Anstelle von Diesel kam also Wasserstoff zum Einsatz. Noch ist das System nicht ganz reif für den flächendeckenden Einsatz. Doch bei Microsoft ist man zuversichtlich, schon bald im Notfall auf Brennstoffzellen setzen zu können.

Bild: Microsoft Langfristig werden große Mengen an Wasserstoff benötigt

Konkret kam das bei dem ersten Test verwendete System auf eine Leistung von 250 kW. Damit konnten zehn voll bestückte Server-Racks problemlos mit Strom versorgt werden. Die bisher verwendeten Dieselaggregate kommen aber noch auf eine deutlich höhere Leistung. Schon in naher Zukunft möchte Microsoft aber auch eine Brennstoffzelle mit 3 MW testen – womit die Ebenbürtigkeit erreicht wäre. Allerdings gilt es auch dann noch zwei Probleme zu lösen. Zum einen haben Berechnungen des Konzerns ergeben, dass rund 100 Tonnen Wasserstoff benötigt werden, um den dauerhaften Betrieb eines Rechenzentrums ohne externe Stromversorgung sicherstellen zu können. Diese Menge muss zunächst einmal eingekauft und gespeichert werden. Offenbar denkt man bei Microsoft daher sogar darüber nach, selbst in die Produktion einzusteigen oder zumindest entsprechende langfristige Partnerschaften abzuschließen.

Erneuerbare Energien sorgen für sauberen Wasserstoff

Dahinter steht zudem noch eine weitere Überlegung. Denn für die Produktion von Wasserstoff werden große Mengen an Energie benötigt. Für die Klimabilanz ist es nun entscheidend, auf welche Weise diese gewonnen wird. Stammt der Strom aus Erneuerbaren Energien handelt es sich um klimafreundlichen sogenannten grünen Wasserstoff. Kommt die Energie hingegen aus einem Kohlekraftwerk ruiniert dies auch die Klimabilanz des Wasserstoffs und der damit betriebenen Brennstoffzelle. Das Problem: Aktuell wird weltweit bei weitem nicht genug grüner Wasserstoff produziert, um auch nur annähernd alle industriellen Prozesse entsprechend sinnvoll umrüsten zu können. Denn Microsoft ist nicht das einzige Unternehmen, das mit dem Einsatz von Wasserstoff experimentiert. So arbeitet ThyssenKrupp beispielsweise daran, auf diese Weise den Betrieb von Hochöfen klimaneutral zu gestalten.

Via: Microsoft

Forschungsprojekt: Autobahnen sollen Solardächer bekommen

Simon Bertsch - trendsderzukunft.de - 29. July 2020 - 9:35

Der Ausbau der Solarenergie in Deutschland wird irgendwann an seine Grenzen stoßen. Denn für klassische Solarparks mit Modulen auf kleinen Stelzen werden große bisher ungenutzte Areale benötigt. Tatsächlich gibt es aber gar nicht mehr so viele unversiegelte Flächen. Das „Austrian Institute of Technology“ verfolgt daher einen anderen Ansatz. Die Idee: Bereits versiegelte und genutzte Flächen einfach mit Solarmodulen überbauen. Konkret besteht die Idee darin, das ohnehin vorhandene Autobahnnetz zu nutzen, um Solarstrom zu produzieren. Theoretisch bietet dieser Ansatz ein gewaltiges Potential. So haben Berechnungen ergeben, dass auf diese Weise alleine in Deutschland rund 337 zusätzliche Quadratkilometer für die Gewinnung von Solarenergie zur Verfügung stünden. Bei der Berechnung der dadurch zu erzielenden Strommenge muss allerdings berücksichtigt werden, dass der Strom nicht unter idealen Bedingungen erzeugt wird.

By Rl91 (Own work) [CC BY-SA 3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0), via Wikimedia Commons Die deutschen Autobahnen könnten 41,5 Terawattstunden Solarenergie erzeugen

So muss sich die Ausrichtung der Module logischerweise an der Fahrtrichtung der Autobahn orientieren. Eine gezielte Hinwendung zur Sonne ist also nicht möglich. Außerdem befinden sich neben vielen Autobahnen Wälder mit hohen Bäumen, die zeitweise die Sonne verdecken können. Kalkuliert man aus diesen Gründen mit einer um dreißig Prozent niedrigeren Stromproduktion als bei klassischen Solarparks, kommt man allerdings dennoch auf einen erstaunlichen Wert: Ein vollständig überdachtes Autobahnnetz würde demnach jährlich 41,5 Terawattstunden Solarenergie produzieren. Dies entspräche in etwa einem Drittel des Stromverbrauchs aller deutschen Privathaushalte. Ob sich der Ausbau aber tatsächlich lohnt, ist nicht zuletzt eine Frage des Preises. Denn die Solarmodule müssten mit massiven Stützen gesichert werden, die zudem der Belastung durch Wind und Wetter ausgesetzt sind. Die Kosten fallen daher deutlich höher aus als bei klassischen Solaranlagen.

Die Wirtschaftlichkeit soll nun genauer untersucht werden

Das gesamte deutsche Autobahnnetz entsprechend umzurüsten könnte demnach mit bis zu 100 Milliarden Euro zu Buche schlagen. Bevor man eine solche gewaltige Investition tätigt sollte man sich daher schon sicher sein, dass der Ansatz auch funktioniert. Deshalb soll in Österreich nun eine erste Teststrecke entsprechend überdacht werden. Finanziert wird das Projekt durch Gelder aus Deutschland, Österreich und der Schweiz. Das Ziel des Forschungsprojekts ist es, herauszufinden, wie viel Geld tatsächlich in die Hand genommen werden muss und wie hoch die Stromproduktion am Ende ausfällt. Aus diesen Daten wiederum lässt sich dann ableiten, ob ein wirtschaftlicher Betrieb sinnvoll ist. Sollte dies nicht der Fall sein, haben die Forscher schon eine andere Idee. Dann könnten zumindest die an vielen Stellen ohnehin vorgeschriebenen Lärmschutzwände entsprechend umgerüstet werden. Wie dies aussieht, lässt sich im bayerischen Neuötting beobachten, wo sich bereits eine solche rund 234 Meter lange Mauer befindet.

Via: AIT

ITER: In Frankreich beginnt der Bau des weltweit größten Fusionsreaktors

Simon Bertsch - trendsderzukunft.de - 28. July 2020 - 17:45

Jedes Mal, wenn wir den Blick gen Sonne heben, haben wir einen aktuellen Menschheitstraum vor Augen: Die Kernfusion. Sie liefert die Energie der Sterne und gilt als Energieform der Zukunft. Bislang gab es jedoch lediglich Fortschritte in Forschungsreaktoren wie dem Wendelstein-7-X. Nun steuert die Kernfusion als Energieform jedoch auf eine neue Ära zu: In Südfrankreich beginnt der Bau des ITER – des weltweit größten Fusionsreaktor, der erstmals nutzbaren Strom aus der Kernfusion produzieren soll.

Bild: ITER ITER: Ein internationales Megaprojekt

Für die Kernfusion, also die Verschmelzung von Atomkernen, werden enorme Hitze und extremer Druck benötigt. Das entstehende Plasma muss zudem durch Magnetfelder eingegrenzt werden, damit es sich nicht durch die Wände des Reaktors brennt. Die Produktion solchen Plasmas gelang bisher nur in wenigen Forschungsreaktoren.

Das ITER-Projekt soll indes erstmals nutzbaren Strom produzieren. Der Reaktor basiert auf der Tokamak-Bauweise, bei der das Plasma durch ein mehrschichtiges Magnetfeld in eine Ringform gebracht wird.

Existierende Tokamak-Forschungsreaktoren konnten bisher noch keine Zündung erreichen, also jenen Punkt, ab dem die Kernfusion im Plasma ohne weitere externe Energiezufuhr weiterläuft. Im ITER-Reaktor soll dies möglich sein. An dem Projekt sind insgesamt 35 Länder beteiligt, darunter die EU. die USA, China, Japan, Russland und Indien. Seit fünf Jahren werden weltweit bereits Bauteile für die große Anlage produziert.

Baubeginn in Frankreich

Nun ist es so weit. Nachdem viele der Bauteile in den letzten Monat aus aller Welt nach Südfrankreich transportiert wurden, begann heute der Bau der Anlage vor Ort. In den nächsten Monaten sollen weitere Bauteile folgen. Einige der Komponente des ITER sind über 30 Meter groß und tausend Tonnen schwer – so etwa die Vakuumkammer und der Kryostat.

Viele der Bauteile sind auch hochkomplex, wie etwa die drei Sorten supraleitender, auf minus 269 Gad heruntergekühlter Magnete, die für die Begrenzung des Plasmas verantwortlich sind.

„Diese Maschine Stück für Stück zusammenzusetzen, ist wie die Konstruktion eines dreidimensionalen Puzzles und folgt einem komplexen Zeitplan. Alle Aspekte des Projektmanagements, der Systemtechnik, des Risikomanagements und der Logistik beim Zusammenbau dieser Maschine müssen mit der Präzision eines Schweizer Uhrwerks ineinandergreifen„, so Bernart Bigot, der Generaldirektor des ITER-Projekts. Am Ende wird die Anlange aus mehr als einer Million Einzelteile bestehen, was sie zu einer der komplexesten Maschinen der Welt macht.

Plasma ab 2025

Im Dezember 2025 soll ITER dann das erste Plasma erzeugen, was für die Zündung der Kernfusion erforderlich ist. Diese soll dann erfolgen, wenn das Plasma, das aus Deuterium und Tritium besteht, auf mindestens 150 Millionen Grad hochgeheizt wurde, was etwa zehn mal so heiß ist wie im Kern der Sonne . Nach der Zündung soll der Reaktor dann 500 Megawatt thermische Energie erzeugen. Mit dieser Hitze wird dann Wasser verdampft, um Gasturbinen anzutreiben. Diese erzeugen dann Strom. Theoretisch ist es auch möglich, mit ITER 200 Megawatt Strom zu liefern, was für etwa 200.000 Haushalte reichen würde.

via ITER

32 Millionen Kubikmeter: Der Borkenkäfer verwüstet immer mehr deutsche Wälder

Simon Bertsch - trendsderzukunft.de - 28. July 2020 - 13:17

In den 1980er Jahren machte in Deutschland der Begriff des Waldsterbens die Runde. Letztlich konnten entschiedene Gegenmaßnahmen aber dafür sorgen, dass es dann doch nicht so schlimm kam, wie anfangs befürchtet. Seitdem aber wird der Zustand des Waldes regelmäßig überwacht. Dies hat den Vorteil, dass sich aus den jährlichen Statistiken wichtige Trends ablesen lassen. Die Analyse der Daten bereitet den Forstexperten aktuell aber nur wenig Freude. So wird seit 1984 erfasst, bei wie vielen Bäumen bereits Schäden in der Krone aufgetreten sind. Dies gilt als wichtiger Indikator für die weitere Gesundheit der Gewächse. Vor diesem Hintergrund ist es beunruhigend, dass der Anteil der betroffenen Bäume aktuell so hoch ist wie noch nie seit Beginn der Datenerfassung. Als Grund dafür benennen Experten vor allem Trockenstress – also: zu wenig Regen.

Foto: Forrest, Simon Gehrig, Flickr, CC BY-SA 2.0 In drei Jahren hat sich die Menge an Schadholz versechsfacht

Dies wiederum führt dazu, dass den Bäumen zusätzliche Gefahr droht. Denn der Borkenkäfer breitet sich besonders schnell aus, wenn die Pflanzen bereits anderweitig geschwächt wurden. In den letzten drei Jahren hat sich die Plage daher massiv ausgedehnt. Fielen im Jahr 2017 noch sechs Millionen Kubikmeter Holz dem Borkenkäfer zum Opfer, lag dieser Wert im Jahr 2019 bereits bei 32 Millionen Kubikmetern. Dies entspricht beinahe einer Versechsfachung des anfallenden Schadholzes. Folgerichtig veränderte sich auch die Struktur auf dem Holzmarkt. Noch im Jahr 2010 kam Schadholz nur auf einen Anteil von zwanzig Prozent am gesamten Holzeinschlag. Inzwischen ist dieser Wert auf rund zwei Drittel gestiegen. Dafür verantwortlich ist aber nicht alleine der Borkenkäfer. Vielmehr sind auch Wetterereignisse und andere Krankheiten für den Anstieg an Schadholz verantwortlich.

In ganz Deutschland fiel zu wenig Regen

Allerdings lässt sich auch hier eine gewisse Tendenz beobachten. Denn bei rund achtzig Prozent der zwangsweise gefällten Bäume handelte es sich um Nadelhölzer. Experten plädieren schon seit längerem dafür, entsprechende Monokulturen durch Mischwälder zu ersetzen. Ein solcher Umbau allerdings dauert seine Zeit. Wie so oft ist es zudem so, dass bestimmte Regionen besonders stark betroffen sind. So entdeckten die Experten in Nordrhein-Westfalen, Sachsen-Anhalt, Hessen und Thüringen einen verhältnismäßig hohen Anteil an Waldschäden. Dies bedeutet aber nicht, dass die Situation in den anderen Bundesländern frei von allen Sorgen ist. Denn auch dort hat es in den vergangenen Jahren deutlich zu wenig geregnet. Die Voraussetzungen für Plagen wie die des Borkenkäfers sind also durchaus ebenfalls gegeben.

Via: Der Spiegel

Radiosynthese: Schimmelpilze schützen Marskolonien vor gefährlicher Weltraumstrahlung

Simon Bertsch - trendsderzukunft.de - 28. July 2020 - 11:36

Menschen auf den Mars zu bringen gilt als das nächste große Ziel der Raumfahrt. Einige kühne Köpfe verfolgen sogar noch deutlich darüber hinausgehende Pläne. So hat SpaceX-Chef Elon Musk bereits angekündigt, eine Kolonie auf dem roten Planeten errichten zu wollen. Noch sind allerdings einige Fragen ungelöst. Dazu gehört auch das Problem der Weltraumstrahlung. Denn diese ist auf dem Mars deutlich höher als auf der Erde. Langfristig werden Menschen dort also nur überleben können, wenn es gelingt, einen gewissen Schutz zu etablieren. Ausgerechnet das Reaktorunglück von Tschernobyl könnte nun einen wichtigen Hinweis auf eine mögliche Vorgehensweise geliefert haben. Denn dort wurde beobachtet, dass bestimmte Pilze ionisierende Strahlung in Energie umwandeln. Fachleute sprechen von der „Radiosynthese“.

Foto: Mars, Moyan Brenn, Flickr, CC BY-SA 2.0 Der Pilz reduzierte die Strahlung auf der ISS signifikant

Diese kommt unter anderem bei Pilzen der Gattung Cladosporium sphaerospermum vor. Auf der Internationalen Raumstation ISS wurde nun untersucht, ob sich daraus eine Art natürlicher Schutz gegen Strahlung entwickeln lässt. Der Versuchsaufbau war vergleichsweise simpel: Eine Petrischale mit zwei Abteilungen wurde dreißig Tage lang bestrahlt. In der einen Hälfte befanden sich die erwähnten Pilze, in der anderen nicht. Unter beiden Abteilungen war jeweils ein Strahlenmessgerät installiert und zeichnete alle relevanten Daten auf. Das Ergebnis: Die Pilze verringerten die Strahlung um zwei Prozent. Weitere Berechnungen kamen schließlich zu dem Ergebnis, dass eine rund 21 Zentimeter dicke Pilzschicht in der Lage wäre, eine Marskolonie vor der gefährlichen Strahlung zu schützen.

Ein Schutzschild aus Pilzen könnte sich selbst regenerieren

Durch eine Mischung mit anderen Substanzen könnte es zudem gelingen, die notwendige Dicke noch ein wenig zu reduzieren. Gleichzeitig stellte das Experiment aber auch unter Beweis, dass der Schimmelpilz sehr gut in der Lage ist, sich an die besonderen Bedingungen des Weltraums anzupassen. Außerdem überlebte er die Aufnahme der Strahlung unbeschadet. Interessant ist dieser Ansatz vor allem aus zwei Gründen: Zum einen reproduziert der Pilz sich beständig. Es würde also ausreichen, lediglich eine kleine Menge mit auf den Mars zu nehmen und dort dann die weitere Züchtung vorzunehmen. Dadurch könnte die Transportlast massiv reduziert werden. Gleichzeitig besäße eine Schutzschicht aus Schimmelpilzen auch die Fähigkeit sich selbst zu regenerieren. Denkbare Beschädigungen durch externe Einflüsse würden sich so mit der Zeit selbst erledigen.

Via: New Scientist

Großbritannien investiert zwei Milliarden Pfund in eine „Revolution des Radfahrens“

Simon Bertsch - trendsderzukunft.de - 28. July 2020 - 9:39

Großbritanniens Premierminister Boris Johnson gilt als großer Anhänger des Radfahrens. In seiner Zeit als Bürgermeister von London war er nicht nur regelmäßig selbst mit dem Rad unterwegs, sondern baute auch ein öffentliches Verleihsystem auf. Um mehr Leute von der Nutzung des Fahrrads zu überzeugen, ist es zudem von entscheidender Bedeutung, dass die Infrastruktur entsprechend ausgebaut ist. Sprich: Es ausreichend sichere und komfortable Radwege gibt. Genau an diesem Punkt möchte die britische Regierung nun ansetzen. So verkündete Johnson, dass rund zwei Milliarden Pfund in eine „Revolution des Radfahrens und Gehens“ investiert werden. Der Großteil der Mittel ist für den Bau sowie den Erhalt von Rad- und Fußwegen gedacht. Gleichzeitig wird es aber auch Gutscheine im Wert von 50 Pfund für die Reparatur alter Räder geben.

Bild: Lloyd Alter, CC BY 2.0 (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0) Radfahren ist Teil eines Programms gegen Übergewicht

Im Zuge der Corona-Krise haben viele Städte versucht, die Nutzung des Fahrrads zu fördern. Teilweise wurden dafür sogar dem Autoverkehr ganze Fahrspuren weggenommen. Dabei ging es vor allem darum, den öffentlichen Nahverkehr zu entlasten, um auch dort ein Mindestmaß an Abstand zu ermöglichen. Die britische Regierung verfolgt aber vorrangig ein anderes Ziel: Sie will die Bevölkerung zu mehr körperlicher Aktivität animieren und so vor allem Übergewicht bekämpfen. Auch hier gibt es aber einen Zusammenhang zur aktuellen Corona-Pandemie. Der britische Gesundheitsminister Matt Hancock beispielsweise warb in den sozialen Netzwerken für das Programm mit dem Hinweis, dass Fettleibigkeit die Wahrscheinlichkeit erhöhe an Covid-19 zu versterben. Grundsätzlich wird allerdings keine Pandemie benötigt, um die Gefahren von Übergewicht zu verdeutlichen. Denn auch in normalen Zeiten bringen zu viele Kilos massive gesundheitliche Probleme mit sich.

Junk-Food Werbung gibt es zukünftig nur noch in den Abendstunden

Die britische Regierung will sich daher auch nicht darauf verlassen, dass zukünftig alle Einwohner brav das Fahrrad nutzen. Stattdessen wurden noch zahlreiche andere Maßnahmen beschlossen. So darf Werbung für Junk-Food zukünftig nicht mehr vor 21:00 Uhr gezeigt werden. Kinder- und Jugendliche sollen so seltener angesprochen werden können. Interessanterweise gilt diese Regelung nicht nur für das Fernsehen, sondern auch für das Internet. Es dürfte spannend werden, zu beobachten, ob und wie sich diese Regel dort kontrollieren lassen wird. In Restaurants mit mehr als 250 Beschäftigten – in der Regel dürfte es sich dabei um die bekannten großen Ketten handeln – müssen sich zukünftig in den Speisekarten Hinweise zur Kalorienzahl finden lassen. Dadurch sollen die Besucher animiert werden, sich im Zweifel doch einmal für die gesündere Speise zu entscheiden. Im Idealfall fahren sie nach dem Restaurantbesuch dann auch noch gleich mit dem Rad nach Hause.

Via: Forbes

Weder schmutzig noch dumm: Schweine lösen Probleme besser als Hunde

Simon Bertsch - trendsderzukunft.de - 25. July 2020 - 10:04

Vorurteile sind nie leicht aus der Welt zu bringen, sie halten sich allzu hartnäckig. Sogar Schweine haben damit zu kämpfen: Immer noch halten viele Menschen die rosa Rüsseltiere für schmutzig, obwohl sie bei artgerechter Haltung erstaunlich hygienisch sind. Und dass ein Schwein so schlau sein könnte wie der freundliche Hausgenosse namens Hund, das steht für viele gar nicht erst zur Diskussion. Doch in einer Studie waren Schweine unseren Fellnasen deutlich überlegen.

Kleine Schweine, großer Ehrgeiz Studie erschien im Fachmagazin »Animal Cognition«

Das eigenständige Lösen von Problemen gilt als Maßstab für tierische Intelligenz. In dieser Hinsicht nehmen Menschenaffen den Spitzenplatz ein, aber auch viele andere Tieren zeigen sich in Tests ziemlich clever. Nun kamen Wissenschaftler der Budapester Universität ELTE auf die Idee, das Problem-Management von Schweinen und Hunden miteinander zu vergleichen. Rund um Paula Pérez Fraga scharte sich ein Team, das die Tiere gründlich testete und die Ergebnisse im Fachmagazin »Animal Cognition« veröffentlichte.

Hunde und Minischweine im Cleverness-Duell

Zum Cleverness-Duell traten Tiere im Alter von etwa sieben Monaten an. Team 1 bestand aus Minischweinen, die normalerweise als Haustiere gehalten werden. Die Schweine waren allesamt in eine menschliche Familie integriert und hatten damit ähnliche Voraussetzungen wie die Mitglieder von Team 2: Hierbei handelte es sich um verschiedene familiär angebundene Hunde. Natürlich drehte sich in der Studie wieder mal alles um das Thema »Leckerlis«. Es galt, Schachteln zu öffnen, um an die schmackhaften Speisen heranzukommen – zuerst ganz leichte, dann immer schwierigere Versionen.

Video: Schweine und Hunde in Aktion

Den Schweinen gelang es schneller, schwierige Aufgaben zu lösen, während die Hunde immer ein bisschen hinterherhinkten. Und wenn das Problem unlösbar war, dann wandten sich die Hunde hilfesuchend an den Menschen, während die Schweine immer weiter herumprobierten. Auch Minischweine kommunizieren mit ihren Herrchen und Frauchen, doch in dieser Situation wollten sie lieber eigenständig arbeiten und zeigten sich dabei besonders ausdauernd. Schweine sind also auch auf diesem Gebiet cooler als ihr Ruf!

Quelle: science.orf.at

Frische Milch wird monatelang haltbar: Neue Produktionstechnik erhält Vitamine und Proteine

Simon Bertsch - trendsderzukunft.de - 24. July 2020 - 18:38

Milch aus der Tüte soll künftig frisch schmecken, Vitamine enthalten und so lange haltbar sein wie die heute angebotene H-Milch. Das ist das Ziel von Elena Kohler, die das Konzept im Rahmen ihrer Masterarbeit am Fachgebiet „Milchwissenschaft und -technologie“ von Professor Jörg Hinrichs von der Universität Hohenheim in Stuttgart optimiert. Es sieht vor, die Milch, die direkt vom Bauern kommt, in zwei Fraktionen aufzuteilen. Die erste enthält neben Mikroorganismen, die abgetötet werden müssen, damit die Milch haltbar bleibt, vor allem hitzestabiles Milchprotein. Die zweite Fraktion, Mikroproteinphase genannt, enthält die wärmeempfindlichen wertvollen Nährstoffe und Proteine.

Die neue Milch braucht keine Kühlung

Die beiden Fraktionen werden unterschiedlich hoch erhitzt. Die erste aus 135 bis 140 Grad Celsius, Das überlebt kein Mikroorganismus. Bei der zweiten begnügt sich Kohler mit weitaus weniger. Nachdem beide Flüssigkeiten abgekühlt sind werden sie zusammengeführt. Fertig ist die wohlschmeckende und gesundheitsfördernde Milch, die ohne Kühlung wochen- oder gar monatelang haltbar ist. In ihrer Masterarbeit geht es jetzt vor allem darum, die Temperaturen und Behandlungszeiten zu optimieren.

Die neue Milch entlastet die Umwelt

Die H-Milch, die heute in den Regalen steht und nicht gekühlt werden muss, ist komplett auf bis zu 140 Grad erwärmt worden. Das zerstört die wertvollsten Inhaltsstoffe. Die benötigte Wärmeenergie liefert in der Regel Erdgas, also ein fossiler Brennstoff, der bei der Verbrennung das Klimagas Kohlendioxid erzeugt. Kohler die Milchfraktionen statt mit Dampf in großen Mikrowellen erwärmen. Diese werden mit Strom betrieben, der in Deutschland und anderen Ländern zunehmend aus erneuerbaren Quellen wie Wind, Sonne und Wasser stammt. Gelänge es, ausschließlich Ökostrom zu nutzen wäre das Verfahren umweltneutral. Weiterer Vorteil für das Klima: Die Milch müsste nicht mehr gekühlt werden, ein Prozess, der sehr viel Energie verschlingt. Zumindest beim Transport mit Kühllastwagen wird weiteres Kohlendioxid frei.

Zur Qualitätskontrolle werden Proben der neuartig erzeugten Milch bei Raumtemperatur und bei 30 Grad Celsius eingelagert und in regelmäßigen Abständen über drei Monate hinsichtlich des Keimgehalts, der Qualität und ihres Geschmacks analysiert und verglichen.

via Universität Hohenheim

Schwere Vorwürfe: Jedes fünfte Baumwollprodukt soll auf chinesischer Zwangsarbeit basieren

Simon Bertsch - trendsderzukunft.de - 24. July 2020 - 9:37

In der chinesischen Provinz Xinjiang leben rund elf Millionen zumeist muslimische Uiguren. Diese Minderheit wird von der chinesischen Regierung schon seit vielen Jahren drangsaliert. Bereits im Jahr 2018 schätzten die Vereinten Nationen, dass sich rund eine Millionen Uiguren in sogenannten Umerziehungslagern befinden. Nichtregierungsorganisationen kommen bei ihren Analysen inzwischen teilweise auf noch deutlich höhere Werte. International werden die Zustände in Xinjang immer stärker kritisiert. Zur Wahrheit gehört aber auch, dass viele namhafte Konzerne direkt oder indirekt von der Zwangsarbeit in der Region profitieren. Diesen Vorwurf erhebt zumindest eine gemeinsame Analyse von mehr als 180 Aktivistengruppen. Zu den Unterzeichnern gehören rund 80 Gruppen aus dem Umfeld der Uiguren sowie 100 weitere Organisationen. Der Hintergrund: China ist einer der größten Produzenten von Baumwolle weltweit.

Zulieferer von namhaften internationalen Konzernen sind betroffen

Rund achtzig Prozent der chinesischen Baumwolle wiederum stammt aus der Provinz Xinjang. Beobachter halten es für mehr oder weniger ausgeschlossen, dass der Rohstoff dort ohne größere Menschenrechtsverletzungen geerntet und verarbeitet wird. Dies wiederum könnte für viele internationale Modefirmen zum Problem werden. Zwar bestellen diese in der Regel nicht direkt bei den Fabriken in der Problemregion. Doch in rund zwanzig Prozent der Fälle lässt sich ein Teil der Lieferkette bis nach Xinjang zurückverfolgen. Betroffen davon sind sowohl internationale Konzerne wie Adidas oder H&M als auch viele kleinere Firmen. Die Unterzeichner des jetzt veröffentlichten Briefes fordern die Unternehmen dazu auf, ihre Geschäftsverbindungen genauer unter die Lupe zu nehmen und sicherzustellen, dass keine Ware aus Provinzen mit Zwangsarbeit mehr verarbeitet wird.

Auch bei Haar-Extensions und Gesichtsmasken gab es Probleme

In der Vergangenheit hat öffentlicher Druck in diesem Punkt tatsächlich schon geholfen. So haben H&M sowie Ikea bereits angekündigt, zukünftig auf entsprechende Produkte zu verzichten. Gut möglich, dass zeitnah weitere Firmen nachziehen werden. Allerdings beschränkt sich das Problem nicht nur auf die Modebranche. Denn auch andere Artikel sind von der Problematik der Zwangsarbeit betroffen. So blockierte die US-Regierung erst kürzlich eine Lieferung von Haar-Extensions, weil Zwangsarbeit im Herstellungsprozess nachgewiesen werden konnte. Auch bei den weltweit sehr begehrten Gesichtsmasken steht immer wieder der Verdacht im Raum, dass diese ganz oder teilweise aus Xinjang stammen. Die chinesische Regierung bestreitet offiziell die Existenz von Zwangsarbeit in der Region. Stattdessen ist lediglich von Ausbildungsstätten die Rede.

Via: EUFL

Ernährung: Die Lust auf Süßes liegt auch in den Genen

Simon Bertsch - trendsderzukunft.de - 23. July 2020 - 18:10

Die meisten Menschen mit Übergewicht haben in ihrem Leben bereits mehrere Versuche hinter sich, die überflüssigen Pfunde zumindest teilweise abzubauen. Oft ist dies nicht ganz einfach. Und selbst wenn es mit der Abnahme geklappt hat, fällt es danach nicht selten schwer, einen gesünderen Lebensstil durchzuhalten und das Gewicht zu halten. Dies wird oft einem schwachen Willen oder dem sogenannten Jojo-Effekt zugeschrieben. Nicht immer ist das richtig, wie Wissenschaftler der Universität Helsinki nun rausfanden. Denn sie fanden genetische Faktoren, die für bestimmte Muster unseres Essverhaltens wie etwa Naschlust oder dem Drang nach „Frustessen“ verantwortlich sind.

Übergewicht hat auch genetische Wurzeln

Wer unter Übergewicht leidet, der ist häufig auch genetisch vorbelastet. So gibt es etwa Gene, die die Fettspeicherung fördern oder das Hungergefühl stärken. Hinzu kommen epigenetische Faktoren, die bei bestehendem Übergewicht die Genaktivität verändern können.

Ein Team rund um Guiomar Masip von der Universität Helsinki hat nun einen weiteren genetischen Faktor entdeckt, der Übergewicht fördert und auch das Halten eines gesunden Gewichts für viele Menschen schwer macht. In einer Zwillingsstudie untersuchten die Forscher das Erbgut, Körpergewicht und Essverhallten von 4.036 Zwillingen im jungen Erwachsenenalter. Dabei suchten sie nach genetischen Veranlagungen, die die Neigung zu Frust- und Trostessen, Naschanfällen sowie generell ungesundem, unregelmäßigen Essen fördert.

Zwillingsstudien vergleichen eineiige mit zweieiigen Zwillingen, um den erblichen Anteil bei bestimmten Merkmalen zu ermitteln. Geschwister wachsen in der Regel gemeinsam in einem Haushalt auf, sodass sie ähnlichen äußeren Einflüssen ausgesetzt sind. Da eineiige Zwillinge jedoch in ihrem Genom identisch sind, müsste sich ein vererbbarer Faktor häufiger als bei zweieiigen Zwillingen manifestieren.

Genetik trägt maßgeblich zum Essverhalten bei

Dies war in der Studie der finnischen Wissenschaftler der Fall. Im Falle von Naschlust sowie der Neigung zum emotionalen Essen entdeckten Masip und sein Team deutlichere Übereinstimmungen bei den eineiigen Zwillingen. Der Einfluss der genetischen Faktoren liegt hierbei zwischen 36 und 48 Prozent.

Die Gene spielen somit nicht nur eine Rolle bei der physiologischen Entstehung des Übergewichts, sondern nehmen auch maßgeblich Einfluss auf das Essverhalten. „ Der Zusammenhang zwischen Snacking sowie dem emotionalen Essen und dem Body-Mass-Index lässt sich größtenteils durch genetische Faktoren erklären. Das stützt die Annahme, dass dieses Essverhalten und Übergewicht auf eine gemeinsame genetische Architektur zurückgehen„, so die Forscher.

Menschen, die eine entsprechende genetische Veranlagung aufweisen, haben es somit deutlich schwerer, ihr Gewicht zu halten oder zu reduzieren. „ Die Muster des Essverhaltens sind teilweise erblich, sie sind demnach sowohl von genetischen wie von umweltbedingten Faktoren beeinflusst„, so Masip und seine Kollegen.

Die Forscher betonen aber auch, dass eine solche Veranlagung kein unabänderliches Schicksal manifestiert: „ Diese Ergebnisse sollen nicht entmutigen, sondern aufzeigen, warum es manche Menschen schwerer haben, ihr Gewicht zu halten, als andere. Mit einer ausgewogenen Ernährung, körperlicher Bewegung sowie mit ausreichend Schlaf kann man gegen die Genetik ankämpfen. Mit einer ausgewogenen Ernährung, körperlicher Bewegung sowie mit ausreichend Schlaf kann man gegen die Genetik ankämpfen„, so Leonie Bogl von der Medizinischen Universität Wien, eine der Koautorinnen der Studie.

via Medizinische Universität Wien

Deep Fake: MIT-Forscher lassen Nixon nachträglich eine nie gehaltene Rede halten

Simon Bertsch - trendsderzukunft.de - 23. July 2020 - 12:49

Richard Nixon gehört zweifelsohne zu den umstrittensten US-Präsidenten der Geschichte. Im Jahr 1974 musste er schließlich zurücktreten, um einem Amtsenthebungsverfahren zuvor zu kommen. Mit Sicherheit zu den Sternstunden seiner Präsidentschaft gehörte hingegen die erfolgreiche Mondlandung am 20. Juli 1969. Doch was heute als technologischer Meilenstein gilt, war damals auch ein gewaltiges Risiko. Denn es war keineswegs ausgemacht, dass die erstmalige Reise zum Mond vollkommen problemlos verläuft. Nixons Redenschreiber Bill Safire hatte daher in den Tagen zuvor viel zu tun. Er musste gleich zwei Reden schreiben: Eine für den Fall einer erfolgreichen Mondlandung und eine für den Fall des Scheiterns. Gehalten wurde davon dann natürlich nur eine. Der Text der Alternativversion hingegen verschwand in den Archiven.

Richard Nixon bei der Ablegung des Amtseids. Bild: Gemeinfrei Ein Schauspieler musste die Rede einmal einsprechen

Nun aber haben sich Forscher des „Massachusetts Institute of Technology (MIT)“ mit dem Text beschäftigt. Genauer gesagt nutzten sie moderne Technologien, um Nixon die Rede nachträglich doch noch in den Mund zu legen. Dafür war ein zweistufige Verfahren nötig. Zunächst wurde für das Projekt namens „In Event of Moon Disaster“ ein Schauspieler benötigt. Dieser trug die nie gehaltene Rede vor und wurde dabei durch eine künstliche Intelligenz analysiert. Anschließend konnte der Computer sagen, welche Worte mit welchen Mundbewegungen verknüpft sind. Nun benötigten die Forscher noch eine historische Rede Nixons. Sie entschieden sich schließlich für seine Rücktrittsrede, weil auch diese in einem ernsten und traurigen Ton vorgetragen wurde. Die Technologie manipulierte die Lippen des ehemaligen Präsidenten in dem Video nun so, dass sie zu der nie gehaltenen Rede passten.

Eine Warnung vor so genannten Deep Fakes

So weit so gut. Wirklich überzeugend wird die Täuschung aber erst durch die noch fehlende Stimme. Hierfür verwendeten die Forscher Reden von Nixon aus Zeiten des Vietnamkriegs. Damit trainierten sie eine künstliche Intelligenz, die dann in der Lage war, die Stimme nachzubilden. Die so generierte Tonspur wurde schließlich mit dem Video verknüpft und es entstand eine vermeintlich historische Aufnahme. Doch wofür haben die MIT-Forscher nun die ganze Arbeit auf sich genommen? Die Antwort ist vergleichsweise simpel: Sie wollen vor der Gefahr durch solche sogenannten Deep Fakes warnen. Denn natürlich können nicht nur historischen Persönlichkeiten Worte in den Mund gelegt werden. Vielmehr sind in den letzten Monaten auch immer wieder Videos von noch aktiven Politikern aufgetaucht, in denen sie mit nie getätigten Aussagen zu hören waren. Die Forscher appellieren daher an jeden einzelnen, sich vor der Meinungsbildung erst mit der Seriosität der Quelle auseinander zu setzen.

Via: MIT

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