Anregungen für unsere Konsumgewohnheiten

Kracher vom EuGH: Nahezu alle Verbraucherverträge können widerrufen werden

Simon Bertsch - trendsderzukunft.de - 1. April 2020 - 20:01

Der Europäische Gerichtshof (EuGH) fristet für viele Menschen eher ein Dasein am Rand ihres Wahrnehmungsfelds. Bei einem aktuellen Urteil, das auch in der sonst eher zurückhaltenden Fachszene als „Sensation“ und „Kracher“ bezeichnet wird, hat das Gericht den sogenannten Widerrufsjoker für Immobilienkredite und KFZ-Finanzierungen neu belebt. Der EuGH hat eine weit verbreitete Klausel für die Widerrufsbedingungen für unvereinbar mit europäischem Recht erklärt. Die Folge ist: Zahlreiche Verbraucherkredite, die ab Juni 2010 abgeschlossen wurden, können widerrufen werden.

Wer einen Kredit abschließt – sei es zur Finanzierung eines Autos oder einer Immobilie – der erhält im Vertrag auch eine Belehrung über sein Widerrufsrecht. Häufig wird dabei bei den Angaben für die Berechnung der Widerrufsfrist ein sogenannter „Kaskadenverweis“ verwendet, ein Verweis auf eine nationale Vorschrift, die ihrerseits wieder auf andere Vorschriften verweist. Derartige Widerufsklauseln werden von vielen Banken und Immobilienfinanzierern genutzt.

Der EuGH hat nun entschieden, dass derartige Belehrungen nicht den Anforderungen des europäischen Rechts genügen und damit ungültig sind. Die Folge ist, dass viele Verbraucherkreditverträge auch nach mehreren Jahren Laufzeit noch widerrufen werden können.

Potentiell sind fast 20 Millionen Autokredit- und Leasingverträge mit einem Volumen von etwa 340 Millionen Euro von von dem Urteil betroffen. Bei Baukrediten geht es um Darlehenssummen von insgesamt rund 1,2 Billionen Euro.

Wie kam es zu dem Urteil?

Der Hintergrund des Urteils geht auf ein Verfahren aus dem Jahr 2012 zurück. Damals nahm ein Verbraucher bei der Kreissparkasse Saarlouis einen grundpfandrechtlich gesicherten Kredit über 100.000 EUR mit einem bis zum 30. November 2021 gebundenen Sollzinssatz in Höhe von 3,61 % pro Jahr auf. Um im Anschluss die hohe Zinslast auf das aktuelle Zinsniveau zu drücken, ließ der Kunde dann durch seine Anwälte den Widerruf erklären und zog vor Gericht. Da die Widerrufsklausel des betreffenden Vertrags einen sogenannten Kaskadenverweis enthielt, legte das Landgericht Saarbrücken dem EuGH die Frage vor, ob die Vertragsklauseln mit der europäischen Verbraucherkreditrichtlinie vereinbar seien. Dieser entschied dann, dass es nach der deutschen Rechtslage fürVerbraucher nicht mit ausreichender Klarheit ersichtlich sei, wann die Widerrufsfrist zu laufen beginnt.

Wer profitiert von dem Urteil?

Interessant ist das Urteil vor allem für Verbraucher, die eine Immobilie finanziert oder für ein Auto einen Kredit- oder Leasingvertrag abgeschlossen haben. Im Falle der Immobilienkredite profitieren Verbraucher allerdings nur, wenn eine Umschuldung oder eine vorzeitige Ablöse der Kredits in Frage kommt. Sie können Ihren Kredit dann widerrufen, sparen sich die hohen Zinskosten und müssen keine Gebühr für die vorzeitige Ablöse zahlen.

Im Falle von Kredit- oder Leasingverträgen für Fahrzeuge sind die Folgen ebenfalls extrem gewinnbringend für die Kunden: Sie erhalten von der Bank alle Raten sowie die Anzahlung zurück und müssen dafür das Fahrzeug zurückgeben.

Was sollten Verbraucher jetzt tun?

Verbraucher, die von dem erweiterten Widerrufsrecht Gebrauch machen wollen, sollten als erstes prüfen lassen, ob ihr Vertrag dafür in Frage kommt. Die IG Widerruf bietet dafür auf ihrer Webseite eine kostenfreie, unverbindliche Möglichkeit.

Die Chancen, dass die Bank einen Widerruf automatisch akzeptiert, stehen indes nicht gut, zumal zumindest bei Immobilienkrediten noch ein mögliches Spannungsfeld mit dem nationalen Musterschutz besteht. Allerdings steht europäisches über nationalem Recht. Wer gegenüber seiner Bank den Widerruf erklären will, tut gut daran, sich von vornherein dabei anwaltlich beraten zu lassen.

Zoologen warnen: Coronavirus kann auch für Menschenaffen zur Gefahr werden

Simon Bertsch - trendsderzukunft.de - 1. April 2020 - 19:00

Gorillas, Schimpansen und andere große Affen gehören zu den nächsten Verwandten des Menschen. Von mehreren Krankheitserregern ist bereits bekannt, dass sie zunächst bei Menschenaffen auftraten und dann die Artbarriere zum Menschen überwanden. Dies gilt beispielsweise für das HI-Virus oder den Malaria-Erreger Plasmodium falciparum. Dabei handelt es sich aber keineswegs um eine Einbahnstraße. Denn auch der umgekehrte Weg ist möglich. So erkrankten im Jahr 2011 in Ruanda mehrere Berggorillas am humanen Metapneumovirus. Aktuell von noch größerer Bedeutung sind Forschungsergebnisse aus dem Jahr 2016. Damals begannen Affen in einem Nationalpark in der Elfenbeinküste zu husten und zu niesen. Später konnte nachgewiesen werden, dass sich die Tiere mit dem – vergleichsweise harmlosen – Coronavirus OC43 angesteckt hatten.

Bild: Tbachner / Public domain Es handelt sich schon heute um stark gefährdete Arten

Zoologen befürchten daher nun, dass Menschenaffen auch an Covid-19 erkranken könnten. Bisher ist zwar noch kein entsprechender Fall bekannt geworden. Folgerichtig lässt sich auch noch nicht abschätzen, wie schwerwiegend eine solche Ansteckung für die Menschenaffen tatsächlich wäre. Doch Grund zur Entwarnung ist dies nicht. Denn wild lebende Affen werden logischerweise nicht rund um die Uhr medizinisch überwacht. Entsprechende Informationen erreichen die Wissenschaft also immer erst mit einiger Verzögerung. Weil es sich aber schon heute um zumeist sehr stark gefährdete Arten handelt, appellieren Zoologen und Tierschützer nun an die Weltgemeinschaft: Das Risiko einer Übertragung vom Mensch auf den Affen muss so weit es geht reduziert werden. Die dafür notwendigen Maßnahmen dürften den meisten bekannt vorkommen: So wenig Kontakt wie möglich und eine Aussetzung des Tourismus in den betroffenen Gebieten.

Noch gibt es in Afrika nur vergleichsweise wenige Fälle

Konkret sollten selbst Wildhüter und Betreuer der Tiere stets einen Abstand von mindestens sieben Metern zu den Tieren einhalten. Außerdem wird das regelmäßige Desinfizieren der Schuhe sowie das Tragen von Atemschutzmasken empfohlen. Treten bei einzelnen Personen konkrete Symptome der Krankheit auf, sollten diese sich unverzüglich für 14 Tage in Quarantäne begeben – und zwar auch gegenüber allen Tieren. Ob und wie diese Empfehlungen vor Ort allerdings eingehalten werden können, wird sich wohl erst in der Zukunft zeigen. Bisher gibt es in Afrika – verglichen mit den meisten anderen Kontinenten – noch vergleichsweise wenige Covid-19-Erkrankungen. Davon profitieren aktuell auch die dort lebenden Menschenaffen. Experten warnen allerdings bereits davor, dass in vielen Ländern die Behörden und die Gesundheitssysteme nicht auf größere Ausbrüche vorbereitet sein könnten.

Via: BBC

Covid-19 Eindämmung: DIN stellt Normen für medizinische Schutzausrüstung kostenlos zur Verfügung

Simon Bertsch - trendsderzukunft.de - 1. April 2020 - 15:33

Im Kampf gegen das Coronavirus haben die europäischen Normungsorganisationen CEN und CENELEC im Einverständnis ihrer Mitglieder, zu denen auch das Deutsches Institut für Normung (DIN) zählt, zusammen mit der Europäischen Kommission die Entscheidung getroffen, die Normen für professionelle medizinische Schutzausrüstung kostenlos zur Verfügung zu stellen. Unternehmen, die aktuell ihre Produktionsstrecken umrüsten, um Schutzkleidung zur Eindämmung des Coronavirus zu produzieren, können somit auch den so nötigen Bedarf für Arztpraxen, Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen herstellen. Zu den kostenlosen Normen gehören beispielsweise die Vorgaben für Schutzhandschuhe, Augenschutz, Schutzmasken und Schutzkleidung.

Links für Unternehmen

Kampf gegen Covid-19

“In unserem Kampf gegen das Coronavirus müssen wir mit Dringlichkeit, Solidarität und in koordinierter Weise handeln. Wir brauchen mutige und innovative Wege, um die Ausrüstung zu produzieren, die wir so dringend benötigen. Ich möchte Hersteller darin bestärken, die Möglichkeiten für eine Ausweitung und Umstellung ihrer Produktion zu prüfen und so den positiven Beispielen von Textil- und Schuhfabrikanten zu folgen, die damit begonnen haben, Masken und Kittel zu produzieren. Ich werde nach Möglichkeit alles tun, um diese Anstrengungen zu unterstützen.“, erklärt Thierry Breton, Europäischer Kommissar für den Binnenmarkt.

„Normen sind ausgesprochen wichtig, um die Sicherheit von medizinischen Geräten und persönlicher Schutzausrüstung zu gewährleisten und Herstellern bei der Produktion Hilfestellung zu geben. DIN unterstützt zusammen mit anderen nationalen Normungsorganisationen sowie CEN und Cenelec die Bemühungen der Europäischen Kommission im Kampf gegen das Coronavirus.“, betont Rüdiger Marquardt, Mitglied des Vorstands bei DIN.

Medizinische Schutzmasken werden dringend benötigt

Schutzmasken, vor allem FFP 2 und FFP3 Schutzmasken sind aktuell Mangelware in den Krankenhäusern und werden dringend benötigt. Beispielsweise in der Stadt Halle Saale reicht die Schutzausrüstung nur noch für 10 Tage. Das gab der Oberbürgermeister der Stadt Bernd Wiegand heute in der aktuellen Pressekonferenz zur Lage bekannt. Wird kein Nachschub geliefert, kann das katastrophale Folgen mit sich führen. Obwohl die FFP2 und FFP3 Masken Einwegmasken sind, werden diese professionell und die Standards erfüllend wieder aufbereitet, um noch einmal benutzt werden zu können. Eine Dauerlösung ist das jedoch nicht. Umso begrüßenswerter und wichtig ist der Schritt der europäischen Normungsorganisationen CEN und CENELEC, die Vorgaben für medizinische Produkte kostenlos zur Verfügung zu stellen.

Innovatives Desinfektionsgerät aus Steinhagen reinigt 2000 Masken in 24h

Das Unternehmen Plasmatreat forscht seit längerem bereits an Lösungen, um Materialoberflächen mit der Hilfe von Plasma zu dekontaminieren. Die mobile Plasma-Dekontamination (kurzMoPlasDekon) könte nun auch in der Corona-Krise helfen. So wurde ein Reinigungsautomat entwickelt, der an einen Kühlschrank erinnert und in dem Schutzmasken, Schutzbrillen und auch Schutzkittel mittels Plasma desinfiziert, also unter anderem von Coronaviren befreit werden können. „Die Schutzbrillen und Schutzmasken werden in den luftdichten Schrank gelegt. Das ganze Verfahren dauert dann etwa 45 Minuten“, erklärt Uwe Kippnich, Koordinator für Sicherheitsforschung beim BRK das Prozedere. „Auf diese Weise können wir mit einem Schrank 2.000 Masken innerhalb von 24 Stunden wiederaufbereiten“. Der Reinigungsautomat ist vielversprechend, allerdings dauert die Zulassung noch an. Plasmatreat betont, dass mit Hilfe der Plasmareinigung sogar sehr stabile multiresistente Keime auf Oberflächen abgetötet werden können. Es wäre wünschenswert, wenn die Geräte zeitnah eine Zulassung erhielten.

Umfangreiche Studie: So gut erkennt ein Bluttest 50 verschiedene Krebsarten

Simon Bertsch - trendsderzukunft.de - 1. April 2020 - 12:04

Bei Krebserkrankungen gilt: Je früher ein Tumor entdeckt wird, desto besser fallen die Heilungschancen aus. Bei bestimmten Formen gibt es daher bereits fest etablierte Vorsorgeuntersuchungen – etwa die regelmäßige Darmspiegelung ab einem bestimmten Alter. Zu häufig allerdings werden Krebserkrankungen noch nur rein zufällig erkannt. Dabei hinterlassen entartete Zellen durchaus Spuren. So ist schon seit längerem bekannt, dass krebstypische Biomarker sowie entsprechende DNA-Fragmente im Blut der betroffenen Personen zirkulieren. Die theoretischen Voraussetzungen für einen Bluttest auf Krebs sind also gegeben. Bisher allerdings hat noch kein entsprechendes Produkt eine offizielle Zulassung erhalten. In Kanada und den Vereinigten Staaten wurde nun aber die bisher umfangreichste Studie zu einem solchen Bluttest durchgeführt.

Der Algorithmus wurde mit echten Blutproben trainiert

Daran teilgenommen haben 6.689 Krebspatienten sowie gesunde Personen als Kontrollgruppe. Alles in allem lag die Zahl der Teilnehmer somit bei rund 15.000. Der Test nutzte dabei die Blutprobe, um Methylgruppen-Anlagerungen innerhalb der DNA zu identifizieren. Dabei ergaben sich dann bestimmte Muster, die anschließend von einem selbst lernenden Algorithmus ausgewertet wurden. Rund zwei Drittel der abgegebenen Blutproben dienten ausschließlich als Trainingsmaterial. Anhand des letzten Drittels musste der Algorithmus dann seine Fähigkeiten unter Beweis stellen. Dabei sollten nicht nur fünfzig verschiedene Krebsarten unterschieden werden, sondern es sollte auch angezeigt werden, wo im Körper sich der entsprechende Tumor befindet. Das Ergebnis der Studie fiel dann allerdings gemischt aus. Auf der einen Seite waren die Diagnosen des Algorithmus teilweise sehr treffsicher. Andererseits aber eben auch noch weit entfernt von der Perfektion.

Die Trefferquote ist noch nicht optimal

Zunächst einmal die gute Nachricht: Die Zahl der falsch-positiven Tests lag bei lediglich 0,7 Prozent. Bereits etablierte Vorsorgeuntersuchungen – etwa die Mammographie für Brustkrebs – kommen hier teilweise auf deutlich höhere Werte. Auf der anderen Seite wurden über alle fünfzig Krebsarten hinweg aber auch nur 43,9 Prozent der Erkrankungen korrekt erkannt. Für den Einsatz in der Praxis eignet sich der Test somit nur bedingt. Dies gilt selbst dann, wenn man nur die zwölf häufigsten Krebsarten in den Blick nimmt – hier lag die Trefferquote immerhin bei 67,3 Prozent. Generell galt zudem, dass die Zahl der korrekten Tests bei Krebs im fortgeschrittenem Stadium deutlich höher lag als bei Tumoren in früheren Stadien. Wirklich überraschen dürfte dies aber nicht. Die groß angelegte Studie hat nun zumindest unter Beweis gestellt, dass es sich lohnt, in diesem Bereich weiter zu forschen – um dann irgendwann mit einem einfachen Bluttest zahlreiche Menschenleben retten zu können.

Via: GRAIL

Jena: Erste deutsche Großstadt führt eine Masken-Pflicht in der Öffentlichkeit ein

Simon Bertsch - trendsderzukunft.de - 1. April 2020 - 8:40

Die Stadt Jena reagiert auf die Ausbreitung des Coronavirus mit einer drastischen Maßnahme: Ab kommendem Montag ist in allen Verkaufsstellen, dem öffentlichen Nahverkehr sowie in Gebäuden mit Publikumsverkehr das Tragen eines Mund-und-Nasenschutzes Pflicht. Die rechtliche Grundlage dafür wurde durch eine entsprechende Allgemeinverfügung geschaffen. Die Mitarbeiter des Ordnungsamtes und der Polizei sind zudem angewiesen, die Einhaltung der Vorschrift zu überwachen und gegebenenfalls Verstöße zu ahnden. Das Ziel der Maßnahme ist es, die Gefahr, die von einer hohen Dunkelziffer an Erkrankungen ausgeht, zu minimieren. Denn Experten gehen davon aus, dass es nicht wenige Personen gibt, die sich bereits angesteckt haben, dies selbst aber nicht wissen – etwa weil die Symptome erst später einsetzen oder die Krankheit sehr mild verläuft.

Die WHO empfiehlt keine allgemeine Maskenpflicht

Durch einen verpflichtenden Mund-und Nasenschutz für alle kann verhindert werden, dass diese Personen das Virus unfreiwillig weitergeben. Ganz unumstritten ist die Maßnahme allerdings nicht. Denn die Weltgesundheitsorganisation WHO empfiehlt solche Schutzmasken lediglich für Infizierte, Kontaktpersonen und medizinisches Personal. In Jena beruft man sich hingegen auf die Expertise des Robert-Koch-Instituts. Die Experten dort sehen durchaus positive Auswirkungen einer allgemeinen Maskenpflicht. Die Allgemeinverfügung wird zudem in den nächsten Wochen noch ausgeweitet. So wird ab dem 13. April ein entsprechender Schutz auch an allen Arbeitsplätzen Pflicht, wo der Mindestabstand von 1,5 Metern nicht eingehalten werden kann. Diese zeitliche Verzögerung soll sicherstellen, dass sich alle betroffenen Betriebe und Personen auch mit ausreichend Masken versorgen können.

Auch ein Schal vor Mund und Nase ist ausreichen

Denn diese waren in Deutschland und weltweit zuletzt ein knappes Gut. Die Stadtverwaltung in Jena arbeitet daher mit einer lokalen Näherei zusammen, die wöchentlich rund 1.500 Mund-und-Nasen-Masken produziert. Diese sollen vornehmlich an Pflege- und Altenheime gehen. Ein Zusammenschluss von Einzelhändlern hat zudem bereits angekündigt, rund 10.000 weitere Masken zu beschaffen und diese den Kunden und Mitarbeitern zur Verfügung zu stellen. Bei einer Stadt mit mehr als 100.000 Einwohnern dürfte auch das aber noch nicht ausreichen. Der Bürgermeister hat daher die Bevölkerung dazu aufgerufen, sich entweder selbst eine Maske zu beschaffen, eine solche in Eigenregie zu nähen oder sich ab Montag zumindest einen Schal vor Mund und Nase zu binden. Neben Jena hat bisher auch der Thüringer Landkreis Nordhorn eine ähnliche Vorschrift angekündigt. Andere Großstädte halten sich mit entsprechenden Maßnahmen hingegen noch zurück.

Via: Der Spiegel

Drohne spürt Covid-19-Infizierte auf: Fiebermessung aus der Ferne

Simon Bertsch - trendsderzukunft.de - 31. March 2020 - 19:37

Mit Drohnen wollen australische Forscher Covid-19-Infizierte aufspüren, die so leichte Symptome haben, dass sie selbst von ihrer Erkrankung nichts wissen. Das Fluggerät des kanadischen Unternehmens Draganfly wird dazu mit Sensoren ausgestattet, die aus der Ferne Temperatur sowie Atem- und Herzfrequenz messen können. Der Sensorspezialist Professor Javaan Chal von der University of South Australia (UniSA) hat bereits im Jahr 2017 einen Bildverarbeitungs-Algorithmus vorgestellt, der aus Videos von Menschen, wie sie von Drohnen gedreht werden, deren Herzrhythmus ermittelt. Mittlerweile sind weitere Algorithmen hinzugekommen, die Husten und Niesen identifizieren. Das geschieht an Hand der typischen ruckartigen Bewegungen des Kopfes oder gar des ganzen Oberkörpers.

Bild: Draganfly Entwickelt für den Einsatz bei Katastrophen

Ursprünglich entwickelte Chal das System für den Einsatz in Katastrophengebieten, um Menschen zu identifizieren, die an seuchenähnlichen Krankheiten litten oder Überlebende an Hand ihres Herzschlags aufzuspüren. „Es ist entsetzlich, dass wir jetzt die Notwendigkeit sehen, mit unserer Technik Leben in der größten Katastrophe der letzten 100 Jahre retten zu müssen“, so Chal. „Es könnte vielleicht nicht alle Fälle nachweisen, aber ein relativ zuverlässiges Werkzeug sein, um das Auftreten der Erkrankung an einem Ort oder in einer Menschenmenge nachzuweisen“, meint er.

Erfolge bei Feldtests

Die Algorithmen funktionieren bei Videos, die Drohnen aus einer Entfernung von fünf bis zehn Metern aufgenommen haben. Bei feststehenden Kameras klappt es sogar aus einer Entfernung von 50 Metern. Bisher funktioniert das allerdings nur in einer kontrollierten Umgebung, in Feldtests. „Es ist eine große Herausforderung, das System für den Einsatz in einer normalen Umgebung zu ertüchtigen“, so der Entwickler. Gemeinsam mit dem Drohnenhersteller arbeitet er daran, Erschütterungen auszugleichen, die die Bildqualität beeinträchtigen, sodass deren Auswertung nur eingeschränkt oder gar nicht möglich ist.

„Das Aufspüren von Erkrankten ist nicht nur für eine Unterbrechung der Infektionskette wichtig, sondern auch für die Beobachtung des Verlaufs der Krankheit“, sagt Dragonfly-Chef Cameron Chell, Die fliegenden Gesundheitsspürhunde könnten von Regierungen oder medizinischen Institutionen eingesetzt werden.

via

Strahlentherapie: Österreichische Forscher blicken ins Innere des Tumors

Simon Bertsch - trendsderzukunft.de - 31. March 2020 - 15:06

Die sogenannte Partikelbestrahlung ist bei einigen Krebsarten die erfolgsversprechendste Behandlungsmethode. Dabei werden Protonen oder Ionen auf zwei Drittel der Lichtgeschwindigkeit beschleunigt und auf eine bestimmte Stelle des Körpers gerichtet. Dort wird dann Energie freigesetzt, wodurch die Tumorzellen zerstört werden. Damit die Therapie so erfolgreich wie möglich ist, ist es von entscheidender Bedeutung, im Vorfeld möglichst viele Informationen über den Tumor zu sammeln. Bisher werden dafür vor allem die Computertomografie (CT) und die Magnetresonanztomografie (MRT) genutzt. Beide Verfahren ermöglichen es, 3D-Aufnahmen aus dem Innenleben des Körpers anzufertigen, wodurch der Tumor genau lokalisiert werden kann. Forscher an der FH Wiener Neustadt wollen nun aber noch einen Schritt weiter gehen: Sie hoffen, mithilfe von speziellen Biomarkern auch mehr über die innere Beschaffenheit des Tumors erfahren zu können.

Foto: Cynthia Goldsmith CC BY-SA 3.0 (VIA WIKIMEDIA COMMONS) Radioisotope machen die entscheidenden Informationen sichtbar

Beispielsweise ist es für die genaue Ausrichtung der Bestrahlung und die korrekte Dosis wichtig zu wissen, wo sich die Zellen des Tumors am schnellsten teilen. Genau dies wollen die österreichischen Forscher zukünftig mit einem einfachen Trick sichtbar machen. Dafür machen sie sich die Tatsache zunutze, dass dort, wo sich die meisten Zellen teilen, auch am meisten Energie verbraucht wird. Diese wiederum wird in Form von Zucker – also Glukose – zugeführt. Die Forscher haben nun ein Verfahren entwickelt, bei dem Glukosemoleküle mit einem Radioisotop versehen werden. Dadurch kann der Weg der Moleküle und deren Interaktion mit der Umgebung innerhalb des Körpers nachvollzogen werden. Letztlich wird dadurch dann auch sichtbar, wie sich die Glukose innerhalb des Tumors verteilt. Oder anders ausgedrückt: Wo am meisten Energie verbraucht wird – und sich somit am meisten Zellen teilen.

Noch ist das Verfahren nicht reif für den Praxiseinsatz

Der selbe Grundsatz lässt sich zudem auf andere Stoffwechselprozesse innerhalb des Tumors übertragen. So kann auf diese Weise beispielsweise auch die Sauerstoffversorgung oder die Aktivität von bestimmten Aminosäuren sichtbar gemacht werden. Auch dies kann helfen, die Bestrahlung zu optimieren. Angst vor einer zu großen radioaktiven Belastung muss der Patient dabei nicht haben: Die Radioaktivität ist nicht höher als bei einem Transatlantikflug. Allerdings dürften noch einige Jahre ins Land ziehen, bis die Methode standardmäßig zum Einsatz kommt. Denn aktuell ist es noch sehr schwierig, aus der Masse an Rohdaten die für die Tumorbehandlung relevanten Aspekte herauszufiltern. Dafür werden spezifische mathematische Modelle benötigt, die aktuell noch ausgearbeitet werden. Erste Tests bei Tieren verliefen aber schon vielversprechend.

Via: Der Standard

Corona-Krise als Vorwand: Trump-Regierung lockert Umweltvorschriften für Energiekonzerne

Simon Bertsch - trendsderzukunft.de - 31. March 2020 - 12:01

Donald Trump gilt als großer Anhänger fossiler Energieträger. Dies spiegelt sich auch in zahlreichen Entscheidungen seiner Regierung wider. So traten die Vereinigten Staaten aus dem Weltklimavertrag von Paris aus. Ausgerechnet an die Spitze der Umweltschutzbehörde EPA berief er zudem Andrew Wheeler. Dieser war zuvor als Lobbyist und Berater von Murray Energy – einem Kohle-Konzern – tätig. An dieser Personalie wird aber auch deutlich, wie beschränkt der Einfluss der Regierung ist. Denn Murray Energy musste im vergangenen Jahr dennoch Insolvenz anmelden. Auch zahlreiche andere Kohleminen wurden inzwischen geschlossen. Der Grund: Die Erneuerbaren Energien sind schlicht preislich konkurrenzfähig geworden. Trump aber macht dafür nicht die Kräfte des Marktes verantwortlich, sondern die vermeintlich zu strengen Regeln der EPA.

Foto: Coal power-plant and oilseed rape, martin, Flickr, CC BY-SA 2.0 Während der Corona-Krise werden Verstöße nicht bestraft

Im Zuge der Corona-Krise hat sich nun das American Petroleum Institute an die Regierung gewandt. Um auch während der Pandemie eine konstante Versorgung mit Energieträgern gewährleisten zu können, müssten die Vorschriften in Sachen Klima- und Umweltschutz gelockert werden, so der Verband. Die Begründung: Den Unternehmen fehle es aktuell schlicht an Mitarbeitern, die sich um die Einhaltung der Vorschriften kümmern könnten. Tatsächlich entsprach die Behörde den Wünschen des Verbandes: Während der Corona-Krise sollen umweltschädliche Industrien nicht bestraft werden, wenn sie gegen Überwachungs- und Berichtspflichten verstoßen. Diskutiert wird zudem noch über die Frage, ob die an den Tankstellen erhältlichen Benzinmischungen angepasst werden. Normalerweise soll hier der Schadstoffausstoß durch saisonale Mischungen reduziert werden. In diesem Jahr fordert die Öl-Lobby aber eine Ausnahme.

Die Regierung arbeitet auch an einer dauerhaften Deregulierung

Umweltschützer und Klimaaktivisten werfen der Regierung aber schon jetzt vor, den Wünschen der Unternehmen deutlich zu weit entgegengekommen zu sein. Die frühere EPA-Chefin Gina McCarthy sprach beispielsweise von einer „Lizenz zum Verschmutzen“. Die Corona-Krise sieht sie nur als Vorwand, um die eigentlich gültigen Vorschriften nicht anwenden zu müssen. Unabhängig von der aktuellen Situation arbeitet die Trump-Regierung zudem auch daran, bestimmte Regelungen dauerhaft zu lockern. So sollen etwa Vorschriften, die das unkontrollierte Austreten von Methan verhindern sollen, abgeschafft werden. Davon würde vor allem die Gasindustrie profitieren. Auf der anderen Seite würde sich dadurch allerdings auch der – ohnehin nicht unumstrittene – Beitrag der Gaskraftwerke zum Klimaschutz verringern.

Via: The Guardian

BMW: Die Brennstoffzelle ist noch nicht bereit für die Großserie

Simon Bertsch - trendsderzukunft.de - 31. March 2020 - 9:18

Auch den deutschen Autoherstellern ist inzwischen bewusst, dass der Verbrennungsmotor langfristig keine Zukunft hat. Die daraus resultierende Strategie fällt aber durchaus unterschiedlich aus. Volkswagen beispielsweise setzt voll auf den Elektroantrieb mit integriertem Akku und will in diesem Bereich Milliarden investieren. Daimler hingegen verfolgt einen etwas vorsichtigeren Ansatz und wagt einen Drahtseilakt in Richtung Zukunft. BMW wiederum gehörte bei den klassischen Elektroautos einst zu den Pionieren der Branche. Inzwischen wurde dieser technologische Vorsprung aber wieder verspielt. Stattdessen setzt der bayerische Konzern nun auf maximale Flexibilität. Kunden sollen also Autos mit allen möglichen Antriebsformen angeboten werden. Vom klassischen Verbrenner mit Plugin-Hybrid über Elektroautos mit Akku bis hin zu Fahrzeugen mit Wasserstoff-Antrieb.

Bild: BMW Die Reichweite des Fahrzeugs wurde noch nicht kommuniziert

Passend dazu wurde nun angekündigt, dass im Jahr 2022 der SUV i Hydrogen Next auf den Markt kommen soll. Unter der Motorhaube wird sich dabei eine Brennstoffzelle befinden, die Strom mit einer maximalen Leistung von 125 Kilowatt liefert. Gleichzeitig wird oberhalb des Elektromotors auch ein Akku verbaut sein. Dieser wird entweder direkt durch die Brennstoffzelle oder durch die Rekuperation beim Bremsen aufgeladen. Außerdem werden im unteren Teil des Fahrzeugs zwei Wasserstoff-Tanks mit einem Fassungsvermögen von zusammen sechs Kilogramm zu finden sein. Wie weit man damit dann tatsächlich kommt, steht aktuell noch nicht fest. BMW selbst spricht lediglich von einer „großen Reichweite“. Zumindest der Tankvorgang soll aber recht zügig ablaufen. Den Angaben des Konzerns zufolge wird dieser nicht länger als drei bis vier Minuten dauern. Hier haben Brennstoffzellen-Fahrzeuge also einen enormen Vorteil gegenüber reinen Elektroautos.

Noch ist nicht genug grüner Wasserstoff zu haben

Trotzdem wird der i Hydrogen Next zunächst nur in einer Kleinserie produziert. Der Grund dafür: BMW erachtet die Technologie als noch nicht reif für die Großserie. Der Bau des Fahrzeugs ist damit allerdings nicht gemeint. Theoretisch könnte das Brennstoffzellen-Fahrzeug von BMW auch massenweise produziert werden. Vielmehr geht es um die Verfügbarkeit von Wasserstoff für die Nutzer der Autos. Hier müssen zwei Ebenen betrachtet werden. Zum einen ganz schlicht das noch immer sehr dünne Netz an entsprechenden Tankstellen. Zum anderen steht bisher auch noch gar nicht genug preiswerter grüner Wasserstoff zur Verfügung. Brennstoffzellen-Fahrzeuge bringen aber nur dann einen Vorteil für das Klima mit sich, wenn der Wasserstoff mithilfe von Erneuerbaren Energien produziert wurde. Bei BMW geht man daher davon aus, dass – solange es einen Mangel gibt – zunächst Bereiche umgerüstet werden, in denen eine einfache Elektrifizierung nicht möglich ist – etwa im Schwerlast- und Fernverkehr.

Via: BMW

Frachtschiffe: Ökosegler aus Costa Rica und Schweden markieren die Rückkehr zum Segelschiff

Simon Bertsch - trendsderzukunft.de - 30. March 2020 - 20:02

In Costa Rica entsteht derzeit Ceiba, ein Frachtschiff aus Holz, das mit Segeln an drei Masten ausgestattet ist. Es soll der erste Großsegler der Neuzeit werden, der Fracht völlig emissionsfrei transportiert, so die Vision von Danielle Doggett, Managing Director des Unternehmens SailCargo. Tausende Kilometer entfernt, in der schwedischen Hauptstadt Stockholm, soll ein utopisch anmutender Autotransporter gebaut werden. Er wird mit vier jeweils 100 Meter hohen Masten ausgestattet, an denen flügelartige Segel aus Metallfolie oder Verbundwerkstoff hängen. Jakob Kuttenkeuler, Professor am Zentrum für Schiffsarchitektur an der Königlichen Technischen Hochschule Stockholm, baut derzeit ein sieben Meter langes Modell des Großschiffs, das 6000 Fahrzeuge transportieren soll. Im Herbst wird es zu Wasser gelassen.

Bild: Manta Marine Design Elektromotoren für Flautezeiten

Doggett und ihr Team bauen das 45 Meter lange Schiff mit dem Design eines bereits existierenden finnischen Seglers. Es wird für Flautezeiten mit Elektromotoren ausgestattet, die von Batterien an Bord versorgt werden. Solarzellen und Generatoren, die Wellenenergie in Strom umwandeln, laden sie immer wieder auf. Nach seiner Fertigstellung soll die Ceiba zweimal im Jahr zwischen Caldera in Costa Rica und Victoria, der Hauptstadt der kanadischen Pazifikprovinz Britisch Kolumbien in Kanada, pendeln. Sie kann 250 Tonnen oder zehn Standardcontainer befördern. Die Frachtkosten liegen zehnmal so hoch wie bei einem großen Containerschiff. Als Kunden hofft SailCargo Unternehmen zu gewinnen, die auf Fair Trade und Umweltverträglichkeit setzen.

40 Tonnen Treibstoff am Tag gespart

Kuttenkeuler, der sein Konzept gemeinsam mit der Reederei Reederei Wallenius aus Stockholm realisieren will, setzt auf Größe. Die Masten sind so hoch, weil in den oberen Regionen stärkere und gleichmäßigere Winde wehen als in den Höhen, die Masten von konventionellen Seglern erreichen. Das Modell wird mit Masten und Deck ausgestattet, ist allerdings nicht für die Beförderung von Menschen vorgesehen. Der Steuermann lenkt es per Funk von einem Beiboot aus.

Vergleichbar große Autotransporter brauchen pro Tag bis zu 40 Tonnen Treibstoff, Kuttenkeulers Segler natürlich gar nichts. Er wird allerdings nicht so flott sein wie Schiffe mit Verbrennungsmotor. Die überqueren den Atlantik in sieben bis acht Tagen. Der Segler wird wohl zwölf brauchen. 

Dank 3D-Druck: Italienische Firma macht aus Tauchermasken Beatmungsgeräte

Simon Bertsch - trendsderzukunft.de - 30. March 2020 - 16:32

Bei der Behandlung von Covid-19-Patienten ist es von entscheidender Bedeutung, über ausreichend Beatmungsgeräte zu verfügen. Doch Mitte März gingen bei einigen der Geräte in der italienischen Stadt Bergamo die Ventile kaputt. Daraufhin wurde die auf 3D-Druck spezialisierte Firma Isinnova kontaktiert. Tatsächlich konnte diese dann in Rekordzeit die wichtigen Ersatzteile bereitstellen. Nun hat die Firma möglicherweise einen weiteren wichtigen Beitrag zur Behandlung der Krankheit vorgestellt. Auf Anregung eines ehemaligen Doktors aus der Lombardei ergänzten sie klassische Tauchermasken um einige Funktionen und erhielten so improvisierte Beatmungsgeräte. Diese könnten dann zum Einsatz kommen, wenn alle sonstigen Kapazitäten erschöpft sind. In der Lombardei und im französischen Elsass ist dies in einigen Städten bereits jetzt der Fall.

Bild: Isinnova Die Erfindung kann weltweit nachgebaut werden

Die Tauchermasken stammen von dem französischen Unternehmen Decathlon und kosten normalerweise rund zwanzig Euro. In diesem Fall wurden sie aber kostenfrei zur Verfügung gestellt. Bei Isinnova wurde dann der Anschluss für den Schnorchel entfernt und durch ein gelbes Teil aus dem 3D-Drucker ersetzt. Dabei handelt es sich ebenfalls um einen Anschluss. Denn dadurch ist es einerseits möglich, mithilfe eines Schlauchs Sauerstoff zuzuführen. Zum anderen kann ein sogenanntes PEEP-Ventil eingesetzt werden, das für den Druckausgleich in der Lunge sorgt. Auf diese Weise kann vergleichsweise schnell und kostengünstig ein improvisiertes Beatmungsgerät hergestellt werden. Das per 3D-Druck hergestellte Zwischenstück bekam von den Entwicklern den Namen „Charlotte Valve“. Isinnova hat sich zudem das Patent an der Neuentwicklung gesichert, stellt die Baupläne aber allen Gesundheitseinrichtungen zur Verfügung.

Eine offizielle Zulassung existiert noch nicht

Gleichzeitig betont das Unternehmen allerdings auch, dass es sich um eine Notlösung handelt. Bisher liegt weder eine staatliche Zertifizierung vor, noch wurden die Geräte wissenschaftlich getestet. Zumindest waren die Entwickler aber schon bereit, sich selbst durch die Konstruktion beatmen zu lassen. Dabei traten keine Probleme auf. Selbiges gilt für die ersten Tests bei Patienten. Trotzdem bleibt man auch bei Decathlon vorsichtig: Das Unternehmen betonte in den sozialen Netzwerken, dass es bisher keinen Nachweis für die Funktionsfähigkeit der neuen improvisierten Beatmungsgeräte gibt. Auch in Deutschland wird für den Notfall bereits an improvisierten Lösungen gearbeitet. So rüsteten hessische Forscher beispielsweise CPAP-Geräte gegen Schlafapnoe und Beatmungsbeutel entsprechend um.

Via: Der Standard

Internet aus dem All: Mit Oneweb ist das erste Unternehmen schon wieder insolvent

Simon Bertsch - trendsderzukunft.de - 30. March 2020 - 14:09

Es gilt als eines der lukrativsten Geschäftsmodelle der Zukunft: Satelliten im Weltall sollen auch im letzten Winkel auf der Erde für schnelles Internet sorgen. Auf diese Weise will beispielsweise das von Elon Musk gegründete Startup SpaceX zukünftig einen Großteil seiner Gewinne einfahren. Auch Amazon-Gründer Jeff Bezos verfolgt entsprechende Pläne. Selbiges galt bisher für das Unternehmen Oneweb. Doch so lukrativ das Geschäft zukünftig auch sein mag: Zunächst einmal müssen gewaltige Investitionen gestemmt werden. Denn auch wenn die Raumfahrt generell in den letzten Jahren günstiger geworden ist, kostet der Aufbau eines flächendeckenden Satelliten-Netzes viel Geld. Genau dies ist nun Oneweb zum Verhängnis geworden. Weil sich inmitten der Corona-Krise kein neuer Geldgeber fand, musste das Unternehmen nach Chapter 11 der US-Gesetzgebung Insolvenz anmelden.

Bild: Comet ISON Streaks Toward the Sun, NASA Goddard Space Flight Center, Flickr, CC BY-SA 2.0 Eigentlich sollten 648 Satelliten ins All befördert werden

Wirklich überraschend kommt dieser Schritt allerdings nicht. Denn schon zu Boom-Zeiten hatte die Firma immer wieder mit Zahlungsschwierigkeiten zu kämpfen. Nun kam erschwerend hinzu, dass der größte Anteilseigner und Geldgeber – das japanische Unternehmen Softbank – im Zuge einiger Fehlinvestitionen selbst mit Problemen zu kämpfen hat. Oneweb musste daher zunächst Mitarbeiter entlassen und dann offiziell die Pleite verkünden. Aktuell gilt es daher als unwahrscheinlich, dass es dem Unternehmen tatsächlich gelingen wird, 648 Satelliten ins All zu befördern und zur Verbreitung von Internetsignalen zu nutzen. Ausgeschlossen ist dies aber nicht. Denn theoretisch könnte sich auch jetzt noch ein neuer Investor finden. Deshalb verbleiben auch die bereits gestarteten Satelliten zunächst im All, um die Rechte an den reservierten Funkfrequenzen nicht zu verlieren.

Auch andere private Raumfahrtunternehmen sind betroffen

Betroffen von der Pleite ist aber nicht nur das Unternehmen selbst, sondern auch zahlreiche andere Firmen aus der Raumfahrt-Branche. So gab es einen Vertrag zwischen Oneweb und Arianespace über den Transport der Satelliten ins All. Dieser besaß einen Wert von rund einer Milliarde Dollar und dürfte nun obsolet werden. Arianespace verliert damit auf einen Schlag rund die Hälfte der im nächsten Jahr geplanten Raketenstarts. Schlimmer noch: Gleichzeitig schuldet Oneweb dem Unternehmen auch noch 238 Millionen Dollar. Weil es sich dabei um ungedeckte Kredite handelt, dürfte das Geld wohl verloren sein. Auch Airbus bleibt von der Pleite nicht unberührt. So wurden die Satelliten von Oneweb in einem Joint Venture produziert. Auch diese Gemeinschaftsfirma steht nun vor dem Aus. Angesichts der aktuellen Corona-Krise bleibt abzuwarten, ob und wie die private Raumfahrt in nächster Zeit auf staatliche Hilfe angewiesen sein wird.

Via: Oneweb

Kampf gegen Corona: Jeder Zweite wäre mit staatlicher Handy-Ortung einverstanden

Simon Bertsch - trendsderzukunft.de - 30. March 2020 - 11:51

Noch vor wenigen Monaten wäre eine solche Idee beinahe undenkbar gewesen. Doch im Kampf gegen das Coronavirus schlug Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) kürzlich vor, die Kontaktpersonen von Infizierten mithilfe von Handy-Standortdaten zu ermitteln. Zusätzlich hätten die Behörden auch die Verkehrsdaten der Mobiltelefone auswerten können, um beispielsweise das individuelle Ansteckungsrisiko des Besitzers zu ermitteln. Beides allerdings ging der Opposition und dem Koalitionspartner SPD dann doch deutlich zu weit. Der Vorschlag wurde daher zunächst einmal zurückgestellt. Eine Online-Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov zeigt nun aber: Auf vollständige Ablehnung in der Bevölkerung stoßen die Ideen nicht. Vielmehr hielten 50 Prozent der Befragten die Idee grundsätzlich für akzeptabel. Lediglich 38 Prozent lehnten einen solchen Eingriff in die Privatsphäre vollkommen ab.

Bild: Claudio Alvarado Solari Die Zustimmung ist über Parteigrenzen hinweg groß

Weitere zwölf Prozent hatten sich noch keine Meinung gebildet oder wollten sich nicht äußern. Interessant ist zudem, dass die Zustimmung über alle Parteigrenzen hinweg recht hoch war. So ergab sich lediglich bei den Anhängern der FDP ein Wert von unter fünfzig Prozent – und auch das nur denkbar knapp mit 49 Prozent. Lediglich bei den Nichtwählern war die Ablehnung größer als die Zustimmung. Mit 43 Prozent gegenüber 41 Prozent war das Ergebnis aber auch hier nicht besonders deutlich. Offensichtlich sind viele Bürger in Deutschland also durchaus bereit, in großen Krisen eine Einschränkung der Bürgerrechte hinzunehmen. Datenschützer sehen diese Entwicklung allerdings dennoch mit Sorge. So befürchtet Edward Snowden etwa, dass die jetzt eingeführten Überwachungsmaßnahmen die aktuelle Krise überdauern werden.

Aktuell wird über eine App auf freiwilliger Basis diskutiert

Aktuell wird daher innerhalb der deutschen Regierung über eine Alternative diskutiert. So wäre es denkbar, eine App auf den Markt zu bringen, die wie eine Art digitales Tagebuch funktioniert. Dort würden alle Aufenthaltsorte der letzten Tage gespeichert. Im Falle einer nachgewiesenen Infektion könnten Kontaktpersonen dann anonymisiert informiert werden. Der Vorteil dieses Ansatzes bestünde darin, dass die Teilnahme freiwillig wäre. Wer die App nicht installiert, dessen Standortdaten werden auch nicht ausgewertet. Auf der anderen Seite geht dadurch aber auch ein Teil der Wirksamkeit verloren. Denn gewarnt werden kann nur, wer auch selbst die App installiert hat. Der Ansatz funktioniert also nur, wenn ein Großteil der Bevölkerung von der Installation überzeugt werden kann. Folgt man den Ergebnissen der YouGov-Umfrage wäre zumindest eine Hälfte der Einwohner grundsätzlich bereit dazu.

Via: Der Spiegel

Äthiopien pflanzt mehr als 350 Millionen Bäume innerhalb von 12 Stunden

gute-nachrichten.com - 29. March 2020 - 18:15

Dieses Ereignis im Jahre 2019 war ein Teil eines umfassenden Wiederaufforstungsprogramms, der der Premierminister Abiy Ahmed in Äthiopien ins Leben gerufen hatte. Die Kampagne trug den Namen „Green Legacy“, Grünes Vermächtnis.

Äthiopiens Landschaft | Photo by Daniele Levis Pelusi on Unsplash

Millionen von Einheimischen waren quer durchs Land eingeladen, an der Herausforderung während der ersten sechs Stunden teilzunehmen. Ahmed schrieb auf Twitter, dass etwa 150 Millionen Bäume gepflanzt werden sollten.

„Wir sind halbwegs am Ziel“ sagte Ahmed und ermutigte seine Landsleute, „den Schwung in den verbleibenden Stunden mitzunehmen“. Nachdem die 12-Stundenperiode vorbei war, meldete sich Ahmed wieder auf Twitter, um seinen Landsleuten mitzuteilen, dass das Ziel von 150 Millionen von gepflanzten Bäumen für „Green Legacy“ nicht nur erreicht sondern massiv übertroffen wurde.

Der Minister für Innovation und Technologie, Getahun Mekuria, twitterte, dass insgesamt 353.633,660 Bäumchen gepflanzt wurden.

Die Aktion ermutigte die Bewohner in dem afrikanischen Land mit der zweitmeisten Bevölkerung in Afrika, innerhalb eines Tages 200 Millionen Bäume zu pflanzen.

Der bis dahin stehende Weltrekord stammte aus Indien. Dort haben im Jahr 2017 1,5 Millionen Freiwillige 66 Millionen Bäume in 12 Stunden gepflanzt.

Damit ist aber das Ziel Äthiopiens noch lange nicht erreicht. Man will während der ganzen Saison 4 Milliarden Bäume während der Regenzeit pflanzen, also zwischen Mai und Oktober. So jedenfalls twitterte im letzten Mai der Premierminister.

Die Organisation Farm Africa, die die Farmer in Ostafrika hilft, Wiederaufforstungen vorzunehmen und die Farmer aus der Armut führen möchte, meldete, dass weniger als vier Prozent der Landfläche Äthiopiens mit Wald bedeckt sind. Ende des 19. Jahrhunderts waren es noch 30 Prozent.

Das Land leidet unter klimatischen Veränderungen. Trockenheit und Überschwemmungen im Wechsel laugen die Ackerböden aus. Dabei darf man nicht vergessen, dass 80 Prozent der Bevölkerung von der Landwirtschaft leben.

Eine kürzlich veröffentlichte Studie der Eidgenössischen Technischen Hochschule in Zürich geht davon aus, dass die globale Wiederaufforstung aller Wälder, 66 Prozent des CO2 binden könnte. Die Forscher aus Zürich schätzen, dass eine globale Wiederaufforstung 205 Milliarden Tonnen CO2 absorbieren könnte, was die Pflanzen dringend zum Wachstum brauchen.

Da wir in den letzten Wochen auf Grund der Corona Pandemie gesehen haben, wie schnell sich die Natur weltweit an bestimmten Stellen erholen kann, ist es umso einleuchtender, dass die Weltbevölkerung gewiss in der Lage ist, Hand in Hand mit der Natur zu arbeiten, solange alle Menschen an einem Strang ziehen. Bäume zu pflanzen ist auf alle Fälle immer eine gute Sache. Keiner weiß momentan, wie es tatsächlich weitergeht und wie die nächsten Wochen global aussehen werden. Die Bilder der sauberen Gewässer, die sich in den letzten Tagen rasant erholt haben und die klare Luft über unseren Köpfen, etc., werden jedoch unvergessen bleiben und uns auch in Zukunft daran erinnern, wie wichtig es ist, der Natur ihren Raum zu lassen und mit ihr im Gleichklang zu leben, bevor man sie erneut zumüllt. Die momentane Lage wird viele Dinge verändern. Es gibt in etlichen Bereichen Verluste, doch es bietet auch eine nie dagewesene Chance, das Blatt zum Guten zu wenden. Es bleibt spannend!

 

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Bleibt ruhig, haltet zusammen und seid lieb zu euch und zu euren Nachbarn. Informiert euch über das momentane Geschehen, bitte auch außerhalb des Mainstreams. Ergreift Eigeninitiative und glaubt nicht alles, was man euch erzählt. Fühlt hinein was stimmig ist und hinterfragt alles. Passt auf euch auf! Alles Liebe.

 

Quelle: edition.cnn.com

Insider berichtet: Ganz anders als hier! So bekommt Singapur das Virus in den Griff

Simon Bertsch - trendsderzukunft.de - 29. March 2020 - 17:11

Ein Deutscher aus Horb am Neckar berichtet im Schwarzwälder Boten aus seiner Wahlheimat Singapur. Im asiatischen Stadtstaat halten sich die Infizierten derzeit noch im niedrigen Bereich, und das ist wahrscheinlich auf die rigorosen Maßnahmen der Regierung zurückzuführen. Restaurants, Schulen und Unis sind weiter im Betrieb, dafür wird die Isolation von Erkrankten und Eingereisten strengstens überwacht.

CC BY-SA 3.0, Link Eigentlich müsste es schon zugehen wie in New York

Werfen wir doch einmal einen intensiveren Blick über den Tellerrand in Richtung Singapur, um einen alternativen Weg in der Krise kennenzulernen. Bei diesem Land handelt es sich um einen Einparteienstaat mit 5,6 Millionen Einwohnern, die dicht an dicht in einer riesigen Metropole leben. Eigentlich müsste es dort längst schon zugehen wie im geplagten New York, aber das tut es nicht. Sämtliche Grenzen sind wie bei uns schon seit längerem geschlossen, davor gab es Temperaturkontrollen an den Flughäfen.

14 Tage strenge Isolation mit digitaler Überwachung

Wer vor der Einreisesperre gerade noch ins Land geschlüpft ist, muss 14 Tage zu Hause bleiben und darf in dieser Zeit auf keinen Fall die Wohnung oder das ihm zugewiesene Hotelzimmer verlassen. Nicht einmal, um einzukaufen. Per SMS und WhatsApp-Anruf kontrolliert das Gesundheitsministerium, ob die Isolation eingehalten wird. Die Angerufenen müssen eine Kamerafahrt durch ihr Zimmer machen und ihre ID-Karte vorweisen. 80 Prozent aller in Singapur Infizierten sind derzeit Rückkehrer aus anderen Ländern wie den USA oder Großbritannien, darum diese erhöhte Vorsicht. Wer sich als Ausländer nicht an die Anweisungen der Regierung hält, muss auf sein Arbeitsvisum verzichten und das Land verlassen.

Infizierte erhalten eine Krankenhaus-Quarantäne

Corona-Infizierte müssen zur Quarantäne ins Krankenhaus und dürfen nicht zu Hause bleiben. Wer möchte, kann sich freiwillig eine App auf das Handy laden, die per Bluetooth sämtliche Geräte in der Nähe ortet und speichert. Wird bei einer Person der Virus festgestellt, erhalten alle, die zuvor in seiner Nähe waren, eine Nachricht. Innerhalb von nur 24 Stunden gab es eine halbe Million Downloads für dieses Programm.

In der Öffentlichkeit gilt eine strikte 1-Meter-Abstandsregel, wer sich nicht daran hält, zahlt umgerechnet 7.000 Euro oder muss ein halbes Jahr ins Gefängnis. Nur Bars und Kneipen haben bislang zugemacht, ansonsten läuft das Leben weiter wie gehabt. Die Regierung informiert alle Einwohner per Whatsapp über neue Entwicklungen, Regeln und Empfehlungen. So bleiben alle, die es möchten, informiert. Bislang scheint diese Strategie zu wirken, und sie richtet nur einen geringen wirtschaftlichen Schaden an.

Quelle: schwarzwaelder-bote.de

Münster: Corona-Geheilte gesucht – zur Herstellung von Antikörper-Impfung

Simon Bertsch - trendsderzukunft.de - 29. March 2020 - 10:02

Die Antikörper von bereits gesundeten Menschen können Corona-Patienten dabei helfen, die Krankheit zu besiegen. Darum sucht die Uniklinik Münster nun Personen, die eine Covid-19-Infektion überstanden haben und vollständig genesen sind. Ihr Blutplasma ist ein Hoffnungsschimmer für Schwerkranke, auf dass auch sie bald wieder zu den Gesunden gehören.

Die Antikörper-Impfung für Schwerkranke und Immungeschwächte ist auf dem Weg Die Spender müssen seit 10 Tagen symptomfrei sein

Die Mediziner in Münster möchten aus menschlichem Blut Hyperimmun-Seren gewinnen und daraus Antikörper isolieren. Die Spender sollen einen negativen Corona-Test nachweisen, und seit mindestens 10 Tagen keine Symptome mehr haben. Sie müssen nur eine normale Blutentnahme über sich ergehen lassen. Die Schwerstkranken auf den Intensivstationen können dann demnächst, wenn alles gut läuft, eine Impfung aus Abwehrstoffen erhalten, die ihr Immunsystem aufrüstet. So vergrößert sich ihre Chance, den Feind im Körper zu schlagen.

In Wien läuft ein sehr ähnliches Forschungsprojekt

Auch in Wien wird an dieser Therapieform gearbeitet. Das Pharma-Unternehmen Takeda sucht ebenfalls gesunde Plasmaspender, die eine Corona-Infektion hinter sich gebracht haben. Das Forschungsprojekt steht sowohl unter der Schirmherrschaft internationaler als auch österreichischer Behörden. Zeitgleich durchsucht Tadeka sein Medikamenten-Reservoir nach wirksamen Produkten, die sich bereits auf dem Markt befinden oder in der »Pipeline« stecken.

Plasmaspenden sind generell wichtig – jetzt mehr denn je

Tadeka appelliert in einem Brief an alle Covid-19-Genesenen, sich für eine Plasmaspende zu melden: So könnten in naher Zukunft vielleicht viele andere Menschen gerettet werden! Außerdem fügt das Unternehmen an, dass Plasmaspenden generell äußerst wichtig sind, weil auch viele andere komplexe und seltene Krankheiten mit einem geschwächten Immunsystem einhergehen. Betroffene Patienten benötigen eine Abwehr-Unterstützung, nicht nur, aber auch gegen Corona. Derzeit gehören sie zu der Hochrisikogruppe und benötigen ganz besonderen Schutz.

Leider weiß aktuell noch niemand, wann eine Antikörper-Therapie verfügbar sein wird. In verschiedenen Quellen wird die Vermutung laut, dies könne noch in diesem Jahr geschehen. Sicher ist aber, wie immer in dieser weltumspannenden Krise, nichts. Nur, dass dieser Ausnahmezustand irgendwann auch wieder vorbei sein wird.

Quelle: wn.de, mimikama.at

Deutschland rüstet um: 3-D-Drucker aus der Raumfahrt stellen Medizinprodukte her

Simon Bertsch - trendsderzukunft.de - 28. March 2020 - 17:06

In den USA befiehlt Trump dem Konzern General Motors, Beatmungsgeräte zu produzieren – die Vereinigten Staaten sind jetzt das Epizentrum der Pandemie. Das Militär wird mobilisiert, Kriegsgesetze in Kraft gesetzt. Auch in Europa laufen hinter den Kulissen zahlreiche Maßnahmen, um die Krankenhäuser aufzurüsten. Jetzt sollen die in wissenschaftlichen Einrichtungen verfügbaren 3-D-Drucker ihren Beitrag leisten.

Das DLR druckt demnächst Schutzmasken und Ventile aus Dringend benötigt: Ventile für Beatmungsgeräte

Die Europäische Kommission hört sich offenbar um, wo sich in Europa einsatzfähige 3-D-Drucker befinden, die bei der Produktion von Mundschutzmasken und Ventilen für Beatmungsgeräte mithelfen können. Beim Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) ist sie jetzt fündig geworden. Das Forschungszentrum meldet, es habe einen Umstellungstest an seinen Anlagen durchgeführt, der erfolgsversprechend war. Und das, obwohl keine vorgefertigten CAD-Daten für diesen Übungslauf vorlagen!

Stattdessen haben sich das Systemhaus Technik in Zusammenarbeit mit der technischen Ausbildung frei verfügbare Vorlagen und Bauteile beschafft, um den Versuch darauf zu gründen. Außerdem beschafften sich die Wissenschaftler für den medizinischen Bereich zugelassene Kunststoffe, damit alles so authentisch wie möglich wird. Das Gummimaterial für die Masken ist nach Aussage des DLR hervorragend geeignet, um eine gute Passform zu gewährleisten.

Zahlreiche andere Einrichtungen sollen sich anschließen

Aktuell erfasst das DLR noch die vorhandenen Druckerkapazitäten und deren Leistungsfähigkeit. Einige Anlagen ähneln automatisierten Heißluft-Klebepistolen, die Kunststoffgranulat schmelzen und in Schichten übereinander drucken. Andere wiederum nutzen flüssigen Kunststoff, der per UV-Strahlung zur Aushärtung gelangt. Die vom DLR hergestellten Medizinprodukte benötigen jetzt noch eine offizielle Zertifizierung, damit sie auch wirklich genutzt werden dürfen.

Pro Tag gelingt es einem leistungsfähigen 3-D-Drucker, 15 Ventile oder 10 Masken herzustellen. Wenn sich nun noch zahlreiche Einrichtungen miteinander vernetzen, kommen im Endeffekt sehr viel größere Mengen dabei heraus. Auf die Zahl der »Mitmacher« kommt es an! Aus diesem Grund teilt das Systemhaus Technik seine Erfahrungen mit anderen wissenschaftlichen Instituten.

Quelle: dlr.de

Mittel gegen Coronavirus: Meeresschwamm wirkt gegen RNA-Viren und multiresistente Keime

Simon Bertsch - trendsderzukunft.de - 28. March 2020 - 11:09

Dresdner Forscher haben einen Schwamm näher untersucht, der in den Weltmeeren heimisch ist und dessen Inhalte Bakterien und auch Viren vernichten. Wird der Schwamm verletzt, bildet er Aminosäurederivate wie Aeroplysinin, die im Kampf gegen krankmachende Eindringlinge unterstützen. Das Wachstum viraler Erreger wird somit gehemmt. Zusätzlich wird dann auch der Zutritt in die Wirtszelle verwehrt. Der Schwamm wird seit einigen Jahren bereits intensiv erforscht. Aktuelle Untersuchungen zeigen, dass die Schwamm-Inhaltsstoffe auch gegen die Covid-19 Erreger helfen können. Die Forscher konnten die Wirkstoffe schon jetzt in so großen Mengen isolieren, so dass diese für sofortige klinische Untersuchungen zur Verfügung stehen.

Dieser Schwamm produziert Naturwirkstoffe gegen das Coronavirus Ständiger Austausch mit Behörden für einen Wirkstoff gegen Covid-19

Die Forscher um Björn Binnewerg von der Technischen Universität Dresden konnten dem Schwamm mit dem Namen Aplysina aerophoba bereits große Mengen der wertvollen Wirkstoffe entnehmen. Die Isolierung der Wirkstoffe, zu denen auch ein Mittel gegen Covid-19 in Zukunft zählen könnte, erfolgte mittels Mikrowellenstrahlung. Das ist die schonendste Variante für den Schwamm. Dazu wird lediglich ein kleiner Teil des Gewebes extrahiert und unter Wasser abgeschnitten. Der Schwamm erholt sich von dem Eingriff wieder vollständig. „Wir nutzen dafür Mikrowellenstrahlung, mit Hilfe derer die Bromtyrosine aus den Zellen und den Skelettfasern der Schwämme isoliert und extrahiert werden können“, so Mitautor Hermann Ehrlich von der Technischen Universität Bergakademie Freiberg.

„Es ist uns gelungen, diese bioaktiven Substanzen in einer rein kristallinen Form und in solchen Mengen zu isolieren, dass diese für sofortige klinische Untersuchungen zur Verfügung stehen“, erklärt Ehrlich ergänzend.

Aufgrund der aktuellen Situation um das Coronavirus stehe man zudem im ständigen Austausch mit den zuständigen Institutionen und Behörden.

Seit mehr als 500 Millionen Jahren wächst der Schwamm in den flachen Küstengebieten warmer Meere. Um das Potential der faszinierenden Schwammart noch besser nutzen zu können, haben Forscher in Adriastadt Kotor in Montenegro eine Schwammzuchtanlage in Betrieb genommen.

Wirkung des Schwamms gegen das Coronavirus

In durchgeführten Experimenten stellten die Forscher fest, dass einige im Schwamm vorkommenden Naturstoffe auch gegen RNA-Viren wirken. Dieser Gruppe der viralen Erreger wird auch das Coronavirus SARS-CoV-2 zugeordnet. Neben den Eigenschaften der Hemmung der Virenverbreitung und dem Verhindern des Eindringens des Virus in die Wirtszelle, konnten die Forscher auch keine zytotoxischen Effekte auf menschliches Gewebe beobachten. Etwaige Zellschädigungen als Nebenwirkungen können somit ausgeschlossen werden. Schon bald sollen die ersten klinischen Studien mit dem neuen Naturwirkstoff gegen das Coronoavirus erfolgen.

Naturwirkstoff hilft auch gegen multiresistente Krankenhauskeime

Eindringende Fremdkörper vernichtet der Schwamm von Natur aus sofort. Aufgrund dieser Anpassung und Produktion der hauseigenen Abwehrstoffe, konnte der Schwamm Millionen von Jahre überleben. Und die Forscher fanden noch weitere eindrucksvolle Eigenschaften des natürlichen Wirkstoffs heraus. Einige von den produzierten Bromtyrosine zeigen auch Wirkung gegen multiresistente Bakterienstämme. Diese kommen vor allem in Krankenhäusern vor und stellen ein echtes Problem dar. Ursächlich ist beispielsweise die, für viele Patienten mit Vorerkrankungen und einem geschwächten Imunsystem, gefährliche Lungenentzündung (Klebsiella pneumoniae).

Es besteht die Hoffnung, dass Wirkstoffe gegen das Coronavirus, aufgrund beschleunigter Zulassungsprozesse, nicht zu lang auf sich warten lassen. Bis zu einem universellen Impfstoff ist es oftmals noch ein langer Weg. Dennoch ist absolut begrüßenswert, dass der Forschung nun wieder etwas mehr Aufmerksamkeit geschenkt wird. Zudem zeigt sich erneut, wie wichtig es ist derartige Entwicklungen auch zu fördern und zu unterstützen. Die Forschung läuft auf Hochtouren, so dass eine erfolgreiche Entwicklung eines Covid-19 Wirkstoffs durchaus realistisch ist. Weiter so!

Zur Studie: Materials Science and Engineering, 2020

JUPE-Module sollen überfüllte Kliniken entlasten und Ruhezonen für Personal bieten

Simon Bertsch - trendsderzukunft.de - 28. March 2020 - 10:05

Die Corona-Krise rollt auch auf deutsche Kliniken zu, während andere Länder zum Teil schon medizinische Katastrophen erleben. Eine wichtige Frage lautet: Wie lassen sich diese Mengen an Patienten in den Krankenhäusern unterbringen, mit genügend Raum für jeden? Und: Wo sollen Ärzte, Schwestern und Pfleger hin, die sich zwischendurch ausruhen möchten? Oder, die nicht mehr nach Hause zu Ihrer Familie möchten, um den Virus nicht zu ihren Liebsten zu bringen? Das Unternehmen JUPE scheint eine gute Antwort zu haben.

JUPE Care Modell XRAY / Foto: JUPE Pressematerial JUPE-Module sind faltbar und flexibel

JUPE produziert faltbare Zelte für alle Zwecke, die sich leicht transportieren und flexibel ausgestalten lassen. Die Mini-Behausungen sind nicht nur auf Krisenzeiten ausgelegt, sie können auch für den Freizeitbereich genutzt werden. Doch jetzt betrachten wir sie unter dem Aspekt der Katastrophenbewältigung im Rahmen der derzeitigen Pandemie. Die kleinen Einheiten sind sehr viel leichter und praktischer als Container, sie nehmen beim Transport sehr viel weniger Platz weg. Es gibt sie in mehreren verschiedenen Varianten.

Ein JUPE-Modul wird angeliefert / Foto: JUPE Pressematerial Die vier verschiedenen JUPE-Modelle

JUPE Rest lässt sich als Unterkunft für Klinikpersonal nutzen, das direkt am Krankenhaus übernachten möchte. Es enthält die Ausstattung einer kleinen Wohnung, sodass der Bewohner ein eigenes, kleines Zuhause erhält. JUPE Care würde sich für die Unterbringung von Patienten eignen, die keine intensivmedizinische Betreuung benötigen. Die Kranken können sich in einem separaten Raum mit eigener Toilette und Waschbecken in Ruhe erholen. Zelte des Modells JUPE Health könnten für Bereitschaftspersonal parat gehalten werden, das in Kliniknähe einquartiert werden muss. JUPE Plus ist sogar dafür ausgelegt, Intensiv-Patienten zu beherbergen, es enthält ein vollständiges Krankenhausbett und ein Lüftungssystem.

Damit ließe sich jedes Hospital, das rundherum noch genügend Platz zur Verfügung hat, nach Bedarf erweitern. Patienten, die nur noch Platz auf den Fluren finden und Ärzten, die wochenlang in der Klinik bleiben, weil sie sich nicht nach Hause trauen, wäre damit geholfen. Und wenn wir endlich die Krise überstanden haben, lässt sich alles schnell wieder demontieren.

Quelle: treehugger.com

Simulationstraining für fahrerlose Autos: Software lernt dabei, Unfälle in jeder Situation zu vermeiden

Simon Bertsch - trendsderzukunft.de - 27. March 2020 - 20:15

Die Software, die fahrerlose Autos unfallfrei über die Straßen lotsen soll, orientiert sich an den Reaktionen von realen Fahrern in bestimmten Situationen. Manch eine knifflige Lage bleibt unberücksichtigt, weil sie nur selten vorkommt. Muss das Auto in dieser Situation eine Entscheidung basiert sie auf dem Prinzip Zufall.

Bild: MIT News Heutige Software orientiert sich an Menschen

Das wollten Forscher am Massachusetts Institute of Technology (MIT) in Cambridge/USA ändern. Autonom fahrende Autos sollen in jeder -Lage richtig entscheiden. Sie schufen eine fotorealistische Umgebung namens „VISTA“ („Virtual Image Synthesis and Transformation for Autonomy“) für den Ernstfall trainieren, ohne Schaden anrichten zu können. „Die Steuersoftware für selbstfahrende Autos ist zum Großteil auf umfangreiche Datensätze angewiesen, die zeigen, wie sich menschliche Autolenker unter realen Bedingungen im Straßenverkehr verhalten“, so Alexander Amini, Doktorand am Computer Science and Artificial Intelligence Laboratory des MIT.

Steuersoftware lernt aus ihren Fehlern

„Daten zu besonders gefährlichen Szenarien aus der echten Welt gibt es leider – oder Gott sei Dank – nur sehr selten“, sagt Amini. Er hat für diese Situationen „Simulation Engines“ entwickelt, die das Fahrzeug auch mit extrem selten vorkommenden Situationen konfrontiert. Nach dem Prinzip „Versuch und Irrtum“ kann die Steuersoftware aus Fehlern lernen, sodass sie beim nächsten Mal richtig entscheidet, einen Unfall also vermeidet.

VISTA ist ein relativ kleiner Datensatz, der aus Reaktionen von realen zusammengestellt worden ist. Er entstand in Zusammenarbeit mit dem Toyota Research Institute. Auf der Basis dieser Daten entwickelt VISTA unzählige neue Situationen im Straßenverkehr, die es mehr oder weniger geschickt meistert. Aus Fehlschlägen wie aus erfolgreichen Reaktionen lernt das System gewissermaßen fürs reale Leben. „VISTA“ lernt selbstständig, auch in brenzligen Situationen richtig zu reagieren und sicher ins Ziel zu kommen“, sagt Amini.

Test zeigt: Training hilft in der realen Welt

Derart durchtrainierte Fahrzeuge kommen auch im realen Straßenverkehr bestens zurecht. „Wir haben das System in einem fahrerlosen Auto installiert und es dann in eine fremde Umgebung geschickt“, so der Doktorand. Es rollte völlig fehlerfrei dahin.

via MIT News

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