Anregungen für unsere Konsumgewohnheiten

Mit EU-Geld: Italien denkt über eine Brücke nach Sizilien nach

Simon Bertsch - trendsderzukunft.de - 9. September 2020 - 14:16

Ganz neu ist die Idee nicht: Schon der römische Konsul Lucius Caecilius Metellus dachte über eine provisorische Brücke zwischen Sizilien und dem italienischen Festland nach. Der Grund dafür war einigermaßen kurios. Er hatte in einer Schlacht gegen die Karthager 140 Kampfelefanten erobert und wollte diese nun nach Rom bringen. Letztlich entschied er sich dann aber für den klassischen Transport per Schiff. Noch einen Schritt weiter ging König Ferdinand II. von Neapel und Sizilien, der im Jahr 1840 konkrete Planungen für eine Brücke erstellen ließ. Aus Kostengründen verabschiedete auch er sich aber schnell wieder von dem Projekt. Eine moderne Neuauflage wiederum fand im Jahr 2011 ihr Ende als Premierminister Silvio Berlusconi zurücktreten musste. Sein Nachfolger Mario Monti stampfte die schon weit fortgeschrittenen Planungen wieder ein.

Bild: Gemeinfrei Mögliche Erdbeben machen das Projekt zu einer Herausforderung

Mit bis dahin bereits angefallenen Kosten von rund 300 Millionen Euro sowie noch einmal der selben Summe an Rückstellungen für mögliche Schadensersatzzahlungen handelt es sich bis heute um das teuerste Bauwerk, das nie gebaut wurde. Doch ganz aufgegeben hat man den Traum einer solchen Brücke in Italien noch nicht. So erklärte der aktuelle Ministerpräsident Giuseppe Conte schon Anfang August, dass man die Neuauflage des Projekts vorurteilsfrei prüfen werde. Die Kosten für die rund 3,3 Kilometer lange Brücke werden auf sieben bis acht Milliarden Euro geschätzt. Alternativ wird zudem über einen Tunnel nachgedacht, der etwas kostengünstiger wäre. In beiden Fällen wäre die Aufgabe für die Ingenieure aber durchaus anspruchsvoll. Denn direkt unterhalb der Meerenge von Messina treffen die eurasische und die afrikanische Platte aufeinander. Die Gefahr von schweren Erdbeben ist also groß.

Ausreichend Geld steht aktuell zur Verfügung

So gehen Experten davon aus, dass es nur eine Frage der Zeit ist, bis es wieder zu einem so gewaltigen Erdstoß wie im Jahr 1908 kommen wird. Damals wurden die Städte Messina und Reggio Calabria fast vollständig zerstört und rund 100.000 Menschen getötet. Rein technisch ist es möglich, eine Brücke zu bauen, die dieser Gefahr standhält. Preiswerter wird der Bau dadurch aber natürlich nicht. Allerdings steht in Italien aktuell ungewöhnlich viel Geld zur Verfügung. Denn aus dem im Zuge der Corona-Krise geschaffenen EU-Recovery-Fund erhält das Land stolze 209 Milliarden Euro. Ein nicht unerheblicher Teil davon soll ohnehin in den deutlich schwächer entwickelten Süden fließen. Nun muss die Regierung nur noch entscheiden, ob der Bau der Brücke tatsächlich die beste Möglichkeit ist, die Wirtschaft in der Region anzukurbeln oder ob es nicht doch noch deutlich sinnvollere Alternativen gibt.

Via: Der Standard

Spontaner Wildwuchs: In Europa nimmt die Zahl der Waldflächen zu

Simon Bertsch - trendsderzukunft.de - 9. September 2020 - 12:22

Wälder dienen längst nicht mehr nur der Holzproduktion, sondern spielen auch bei der Luftreinhaltung eine wichtige Rolle und dienen als CO2-Speicher. Global betrachtet bietet die Entwicklung der Waldflächen daher großen Grund zur Sorge. Denn Waldbrände, Rodungen und Schädlinge sorgen dafür, dass immer mehr entsprechende Flächen verloren gehen. Europa stellt hier aber eine Ausnahme dar. Denn auf unserem Kontinent sind seit dem Jahr 1950 rund 300.000 Quadratkilometer an neuen Wäldern entstanden. Für alle, die diesen Wert nicht richtig einordnen können: Dies entspricht in etwa der Größe Italiens. Damit ist Europa zwar noch weit vom ursprünglichen Zustand entfernt – einst waren rund achtzig Prozent des Kontinents bewaldet – scheint aber zumindest auf dem richtigen Weg zu sein. Ein internationales Forscherteam hat sich diese Entwicklung daher nun einmal genauer angeschaut.

Die Natur erobert sich aufgegebene Flächen zurück

Verantwortlich für die Ausbreitung der Wälder ist demnach die Tatsache, dass immer mehr zuvor wirtschaftlich genutzte Flächen aufgegeben werden. In der Regel handelt es sich dabei um landwirtschaftliche Betriebe in ländlichen Regionen. Diese können oftmals nicht mehr wirtschaftlich arbeiten und überlassen die Flächen dann schlicht sich selbst. Die Folge ist sogenannter „spontaner Waldwuchs“. Die Flächen müssen also gar nicht gezielt aufgeforstet werden. Vielmehr erobert sich die Natur den Raum nach und nach selbst zurück und es entstehen zahlreiche kleine Wälder. Forscher gehen aktuell davon aus, dass diese Methode nicht nur besonders kosteneffizient ist, sondern auch dafür sorgt, dass die entstehenden Wälder besonders gut an die lokalen Bedingungen angepasst sind. Auch für die Folgen des Klimawandels dürften solche natürlich entstehenden Waldgebiete  gewappnet sein.

Der ökonomische und ökologische Nutzen wird genauer untersucht

Gleichzeitig haben die Forscher auch untersucht, inwieweit die neu entstandenen Wälder von der Bevölkerung angenommen werden. Dabei stießen sie auf durchaus große Unterschiede. In einigen Teilen Spaniens beispielsweise wird die Entwicklung eher negativ aufgenommen. Dort werden die Wälder vor allem als Symbol des wirtschaftlichen Niedergangs angesehen. Außerdem wird auf die steigende Gefahr von Waldbränden verwiesen. In Frankreich hingegen wird nicht nur der ökologische Nutzen von der Bevölkerung erfasst, sondern es gibt auch schon erste Beispiele für eine sich etablierende ökonomische Nutzung. Ziel des nun gestarteten Forschungsprojekts namens „Sponforest“ ist es, die Entstehung und Ausbreitung des „spontanen Waldwuchses“ besser zu verstehen und so zukünftig die ökologischen und ökonomischen Auswirkungen besser prognostizieren zu können. Möglicherweise lassen sich die Erkenntnisse dann auch auf andere Kontinente übertragen.

Via: Universität Hohenheim

Revolution für Güterzüge: Eine einheitliche und automatische Kupplung für ganz Europa

Simon Bertsch - trendsderzukunft.de - 9. September 2020 - 10:12

Allein bei den Güterzügen der Deutschen Bahn kommt es jeden Tag zu rund 54.000 Kupplungsvorgängen. Bisher bestehen diese weitgehend aus Handarbeit: Ein Mitarbeiter zwängt sich zwischen die Waggons, hängt einen Haken ein, zieht ein Schraubengewinde straff und verbindet schließlich noch einige Luftschläuche der Bremse. Man kann sich vorstellen, dass es einige Zeit dauert, bis Güterzüge auf diese Weise entkoppelt und wieder zusammengesetzt sind. Aber auch im Güterverkehr gilt: Zeit ist Geld. Folgerichtig fuhr die Sparte DB Cargo in den letzten Jahren konstant Verluste ein. So fiel im vergangenen Jahr ein Fehlbetrag von 200 Millionen Euro an. In diesem Jahr wurde sogar mit einem Verlust von 350 Millionen Euro geplant. Durch die Corona-Krise dürfte dieser sogar noch einmal höher ausfallen.

Die Kupplungsvorgänge treiben die Kosten in die Höhe

Verantwortlich dafür ist vor allem das sogenannte Einzelwagengeschäft. Dabei buchen Unternehmen nur einen einzelnen Güterwaggon. Aus mehreren solcher Einzelbuchungen stellt die Bahn dann einen großen Güterzug zusammen. Weil aber natürlich nicht alle Kunden das selbe Ziel beliefern, müssen die verschiedenen Waggons unterwegs immer wieder neu zusammengestellt werden. Genau hier liegt das Problem: Aktuell ist dies zeitaufwändig und teuer. Auf der anderen Seite ist es aber auch so, dass nur über den Ausbau des Einzelwagengeschäfts mehr Warentransporte auf die Schiene verlagert werden können. Bei DB Cargo setzt man daher auf eine technische Innovation: Es soll eine automatische Kupplung etabliert werden, bei der eine Lok lediglich zwei Waggons zusammenschiebt und diese sich dann ohne weiteren Eingriff miteinander verbinden.

Vier automatische Systeme werden eingehend geprüft

Die dafür benötigte Technik ist auf dem Markt bereits vorhanden. Die Bahn hat sich daher mit den Zugbetreibern in Österreich und der Schweiz zusammengetan und will insgesamt vier solcher Systeme ausführlich testen. Dabei werden keine Kosten und Mühen gescheut. So sind sogar Testfahrten bei eisigen Temperaturen im Norden von Schweden geplant. Finanziert wird dies allerdings auch nicht von den Unternehmen selbst. Stattdessen übernimmt das Bundesverkehrsministerium die Kosten des Testprojekts in Höhe von 13 Millionen Euro. Ende nächsten Jahres wird dann entschieden, welches System zukünftig genutzt werden soll. Anschließend dürfte für die Manager dann die eigentliche Arbeit beginnen. Denn viele Güterzüge sind über Landesgrenzen hinweg aktiv. Eine Einführung würde sich also nur lohnen, wenn diese europaweit erfolgt.

Das neue System soll europaweit eingeführt werden

Damit aber wird das Projekt zu einer gigantischen Aufgabe. Denn aktuell gibt es europaweit rund 490 000 Güterwagen und 17 000 Lokomotiven, die dann alle entsprechend umgerüstet werden müssten. Die Kosten dafür werden auf 6,5 bis 8,5 Milliarden Euro geschätzt. Kein Bahnunternehmen in Europa dürfte in der Lage sein, solche Summen selbst zu stemmen. Stattdessen soll das Geld zum größten Teil von der Europäischen Union zur Verfügung gestellt werden. Tatsächlich gibt es von dort bereits erste Signale, dass dies im Zuge des „Green Deal“-Programms möglich sein könnte. Läuft alles nach Plan könnten sich die Güterzüge in Europa dann ab dem Jahr 2030 automatisch koppeln lassen. In diesem Fall, so stellt man bei DB Cargo in Aussicht, könnte sich das Einzelwagengeschäft verdreifachen und so helfen, zahlreiche LKW-Fahrten überflüssig zu machen.

Via: Süddeutsche Zeitung

Wasserstoff statt Erdgas und Koks: So wird die Stahlindustrie emissionsfrei

Simon Bertsch - trendsderzukunft.de - 8. September 2020 - 21:03

Eisenschwamm entsteht aus Erz, wenn dieses mit einem wasserstoffreichen Gas in Berührung kommt. In der Regel wird Erdgas eingesetzt. Dabei entsteht Kohlendioxid. Im nordschwedischen Luleå, einem erzreichen Gebiet, ist jetzt eine Anlage in Betrieb gegangen, die statt Erdgas reinen Wasserstoff nutzt, der mit Ökostrom gewonnen wird, also mit Strom aus Wasser-, Wind und Kernkraft. Mit dem Start von HYBRIT, einer bislang weltweit einzigartigen Pilotanlage zur Herstellung von fossilfreiem Eisenschwamm, haben der Stahlkonzern SSAB, das Bergbauunternehmen LKAB und der Energieversorger Vattenfall jetzt einen entscheidenden Schritt in Richtung fossilfreier Stahlherstellung gemacht. Eisenschwamm ist ein poröses Material, des einen hohen Anteil an Eisen enthält. Er wird oft in Lichbogenöfen geschmolzen und anschließend meist zu Stahl veredelt.

Bild: Hybrit Development Kohlendioxidfrei in 20 Jahren?

„Heute legen Sie den Grundstein dafür, dass die schwedische Stahlindustrie in 20 Jahren vollständig fossil- und kohlendioxidfrei sein kann. Gemeinsam können wir Schweden zur ersten fossilfreien Nation der Welt umbauen“, sagte der schwedische Ministerpräsident Stefan Löfven während der Eröffnung der Anlage.

2018 begann der Bau der Pilotanlage, die auch einen Hydrolyseur umfasst, in dem Wasserstoff hergestellt wird. Da Schweden seinen Strom weitgehend ohne fossile Brennstoffe erzeugt, kann das Konsortium einfach Strom aus der Steckdose nehmen. In den kommenden beiden Jahren wird es Vergleichstests geben. Mal nutzen die Stahlwerker Erdgas, mal Wasserstoff, um Eisenerz zu reduzieren, wie die Behandlung mit Wasserstoff beziehungsweise Erdgas heißt.

ThyssenKrupp setzt Wasserstoff statt Koks ein

Die HYBRIT-Initiative hat das Potenzial, die Kohlendioxidemissionen in Schweden um zehn und in Finnland um sieben Prozent zu senken und zur Reduzierung der Emissionen der Stahlindustrie in Europa und weltweit beizutragen. Heute erzeugt die Stahlindustrie sieben Prozent der gesamten globalen Kohlendioxidemissionen.

Um Stahl emissionsfrei zu erzeugen muss noch der Koks beim Verhütten des Eisenschwamms im Hochofen ersetzt werden. Das geht auch. ThyssenKrupp hat das in einer Versuchsanlage in Duisburg-Hamborn bereits bewiesen. Eine der 28 Blasformen pustet keine heiße Luft in den Hochofen, sondern Wasserstoff. Der ersetzt, weil er mit hohen Temperaturen verbrennt, einen Teil des Kokses und wirkt zudem noch reduzierend.

Bonprix: Künstliche Intelligenz errät den Modegeschmack der Kunden

Simon Bertsch - trendsderzukunft.de - 8. September 2020 - 13:52

Im Lebensmittelhandel kommt schon seit längerem künstliche Intelligenz bei der Bestellung von Waren zum Einsatz. So verwenden viele Supermärkte selbstlernende Algorithmen, um zu berechnen, wie viel Frischware jeweils bestellt werden muss. Im Idealfall kann so sichergestellt werden, dass alle Kundenwünsche erfüllt werden, ohne dass zu viele Lebensmittel weggeworfen werden müssen. In der Modeindustrie gibt es dieses spezifische Problem natürlich nicht: T-Shirts und Hosen haben kein Mindesthaltbarkeitsdatum. In der Praxis kommen heute aber in immer schnellerer Folge neue Kollektionen in die Läden. Die Lager müssen daher regelmäßig geleert werden. Bei Ladenhütern ist dies oftmals nur durch massive Rabatte möglich, die letztlich die Profitabilität des gesamten Geschäfts bedrohen.

Bild: TSeubert / CC BY-SA (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0) Mehr Daten führen zu immer genaueren Prognosen

Der mittelständische Händler Bonprix setzt daher nun auf die Hilfe von künstlicher Intelligenz. So kommt das sogenannte maschinelle Lernen schon bei der Kreation der Kollektionen zum Einsatz. Zwar wird auch weiterhin ein menschlicher Designer das letzte Wort behalten. Die Software wird aber ab der Januar-Kollektion 2021 wichtige Inputs liefern. Anschließend soll die Software zudem in der Lage sein, eine Prognose über die zu erwartenden Verkaufszahlen abzugeben. Auf dieser Basis kann das Unternehmen dann die notwendigen Anpassungen in Sachen Logistik vornehmen. Der Vorteil des maschinellen Lernens besteht zudem darin, dass das System im Laufe der Zeit immer mehr Daten und Erfahrungswerte produziert, die dann zu immer genaueren Prognosen führen. Letztlich soll so die Zahl der Mode-Flops und Ladenhüter so weit wie möglich reduziert werden.

Der Fit Finder sorgt für weniger Retouren

Gleichzeitig nutzt Bonprix künstliche Intelligenz bereits seit einiger Zeit, um die Zahl der Retouren im Online-Geschäft zu reduzieren. Genutzt wird dazu der sogenannte Fit Finder, der von dem Berliner Technologieunternehmen Fit Analytics entwickelt wurde. Vereinfacht ausgedrückt kombiniert dieser die Angaben der Kunden mit den Kauf- und Produktdaten und soll so in der Lage sein, zu berechnen, welche Größe vermutlich am besten passt. Der Hintergrund: Je nach Marke fallen die Kleidungsstücke selbst bei gleicher Größenangabe oft sehr unterschiedlich aus. Viele Kunden bestellen online daher gleich mehrere Größen und schauen dann, welche am besten passt. Dies aber treibt die Zahl der kostenintensiven Retouren nach oben. Lösungen wie der Fit Finder könnten hier Abhilfe schaffen.

Via: Handelsblatt

Mobiler Energiespeicher: Wasserstoff-Bus bringt Strom in Katastrophengebiete

Simon Bertsch - trendsderzukunft.de - 8. September 2020 - 11:50

Der Toyota-Konzern stellt in der Welt der Automobilkonzerne eine Art Ausnahme dar. Den kaum ein anderer Autobauer investiert so konsequent in die Nutzung von Wasserstoff als Antriebstechnologie. Nun hat der Konzern gemeinsam mit Honda ein neues Projekt vorgestellt. Der Bus Moving e verfügt zwar über eine Brennstoffzelle und wird somit durch Wasserstoff angetrieben. Er ist aber nicht für den klassischen Personentransport gedacht. Stattdessen befinden sich an Bord mehrere Wasserstoff-Tanks, sodass das Fahrzeug in etwa doppelt so viel davon vorrätig hat wie die klassische Straßenvariante. Zusätzliche ist er noch mit 36 Ladegeräten und 56 mobilen Power-Packs ausgestattet. Diese stammen von Honda. Auf diese Weise soll der Bus als eine Art fahrender Energiespeicher genutzt werden können.

Bild: Toyota / Honda Der Bus kann bis zu einhundert Kilometer zum Einsatzort fahren

Sinnvoll kann dies etwa sein, wenn es in Katastrophengebieten zu Stromausfällen kommt. Bisher kamen in solchen Fällen in der Regel Dieselgeneratoren zum Einsatz. Diese sind aber gar nicht so leicht zu transportieren und auch nicht besonders umweltfreundlich. Der neue Wasserstoff-Bus von Toyota kann hingegen ganz bequem an den Einsatzort gefahren werden. Die Entwickler haben berechnet, dass sich der Einsatz lohnt, solange sich im Umkreis von rund 100 Kilometern eine Wasserstoff-Tankstelle befindet. Konkret kann der Bus eine Kapazität von 454 kWh zur Verfügung stellen. Dies gilt allerdings nur, bei komplett vollen Tanks. Je nach Länge der Anfahrt reduziert sich dieser Wert logischerweise. Bei rund einhundert Kilometer beispielsweise etwa um die Hälfte. Die maximale Leistung liegt zudem bei 18 kW.

Auch bei Großveranstaltungen ist der Einsatz denkbar

In einem ersten Test werden die beteiligten Unternehmen das Fahrzeug nun tatsächlich auf die Straße bringen und mit verschiedenen Nutzungsszenarien konfrontieren. Anschließend dürfte darüber entschieden werden, ob das Konzept tatsächlich serienmäßig umgesetzt wird. Gegenüber einem Dieselgenerator hat der Bus zudem noch einen weiteren Vorteil: Er kann Menschen in seinem Inneren auch einen gewissen Schutz bieten und diese im Notfall sogar evakuieren. Theoretisch würde sich der Bus zudem nicht nur für den Einsatz in Katastrophengebieten eignen, sondern auch, um beispielsweise Großveranstaltungen dezentral mit Strom zu versorgen. Auch hier gilt aber wie immer beim Thema Wasserstoff: Wirklich nachhaltig ist dieser Ansatz nur, wenn der Wasserstoff mithilfe von erneuerbaren Energien gewonnen wurde.

Via: New Atlas

Trotz Dosenpfand: Deutschland hinkt den eigenen Mehrweg-Zielen weit hinterher

Simon Bertsch - trendsderzukunft.de - 8. September 2020 - 9:53

Im Jahr 2003 wurde in Deutschland eine Pfandpflicht für Getränkedosen und Einwegflaschen eingeführt. Damals sorgte dies für ein gewaltiges Chaos. Denn viele Geschäfte nahmen zunächst nur Produkte zurück, die auch bei ihnen gekauft wurden. Der für die verpatzte Einführung verantwortliche damalige Umweltminister Jürgen Trittin (Grüne) bekam das Problem nicht in den Griff. Erst drei Jahre und einen Regierungswechsel später wurde eine entsprechende Rücknahmepflicht eingeführt. Seitdem läuft das System weitgehend reibungslos vor sich hin. Ein Problem besteht allerdings bis heute: Die mit der Reform verbundenen Ziele werden jedes Jahr weit verfehlt. So wird eigentlich eine Mehrwegquote von 70 Prozent im Getränkehandel angestrebt. Tatsächlich lag sie im vergangenen Jahr aber lediglich bei 42 Prozent. Ein wirklicher Aufwärtstrend ist zudem nicht zu erkennen.

Foto: Water Bottles, Thad Zajdowicz, Flickr, CC BY-SA 2.0 Nicht alle Läden beteiligen sich am Mehrwegsystem

Dazu beitragen dürfte auch die Tatsache, dass für viele Kunden kaum noch ein Unterschied zwischen Einweg und Mehrweg zu erkennen ist – immerhin muss auf beide Produkte Pfand gezahlt werden. Dieser ist zudem nicht einheitlich geregelt. Je nach Art der Getränkeverpackung werden acht, fünfzehn oder fünfundzwanzig Cent Pfand fällig. Inzwischen wurden die Supermärkte aber zumindest verpflichtet, an den Regalen Hinweise anzubringen, ob es sich um Ein- oder Mehrwegflaschen handelt. Es bleibt abzuwarten, ob durch diese Maßnahme die Quote zumindest ein wenig gesteigert werden kann. Die schwache Quote dürfte aber auch damit zusammenhängen, dass viele Discounter aus Kostengründen komplett auf Mehrwegflaschen verzichten. In vielen Läden hat der Kunde also überhaupt keine Chance, sich zwischen den verschiedenen Systemen zu entscheiden.

Das Dosenbier hat an Bedeutung verloren

Zumindest in einigen Punkten hat das Pfand für Getränkedosen und Plastikflaschen aber zu einer positiven Entwicklung geführt. So ist die Zahl der verkauften Bierdosen von einst 7,5 Milliarden auf nur noch 300 Millionen zurückgegangen. Weil Bier aus der Plastikflasche noch immer kein besonders großer Verkaufsschlager ist, dürften davon vor allem die Mehrwegflaschen aus Glas profitiert haben. In anderen Bereichen – etwa bei Mineralwasser – verlief die Entwicklung aber genau umgekehrt. Zumindest die Umwelt hat von der eingeführten Pfandpflicht aber auch profitiert. Denn zum einen nehmen nun mehr Menschen ihre leeren Getränkebehälter wieder mit nach Hause und entsorgen sie nicht einfach in der Umwelt. Zum anderen werden seitdem auch Einwegflaschen und Dosen von Flaschensammlern mitgenommen und zurückgegeben.

Via: Der Standard

Betriebsratschef kündigt an: Spätestens 2023 wird Tesla von VW überholt

Simon Bertsch - trendsderzukunft.de - 7. September 2020 - 21:28

VW-Konzernchef Herbert Diess gehört schon lange zu den Bewunderern des US-Elektroautopioniers Tesla. So erklärte er bereits auf der Automobilmesse IAA im Jahr 2017, dass das Startup der wichtigste Wettbewerber von Volkswagen sein werde. Damals war Diess noch Markenchef von Volkswagen. Wenig später wurde er dann zum Chef des Gesamtkonzerns und verlor keine Zeit: Er kündigte eine milliardenschwere Investitionsoffensive zur Elektrifizierung der Flotte an. Eines der wichtigsten Produkte in diesem Zusammenhang kann nun seit Juli tatsächlich bestellt werden und wird ab Oktober ausgeliefert: Der VW ID.3 soll zum Elektroauto für die breite Masse werden und so den Beginn einer neuen Zeitrechnung darstellen. Noch allerdings hat Tesla sowohl bei der Zahl der produzierten Elektroautos als auch bei der darin verbauten Software einen großen Vorsprung.

Der ID.3 ist der große Hoffnungsträger des VW-Konzerns in Sachen Elektroautos. Bild: VW Volkswagen will die eigene Flotte konsequent elektrifizieren

Dies soll aber nicht mehr lange so bleiben. Zumindest kündigte dies nun Betriebsratschef Bernd Osterloh in einem Interview mit der Zeitung „Welt am Sonntag“ an. Dort machte der mächtige Strippenzieher eine einfache Rechnung auf: Tesla baue weltweit drei Fabriken auf, die jeweils zwischen 300.000 und 500.000 Autos produzieren könnten. Demnach komme der US-Autobauer auf eine jährliche Kapazität von bis zu 1,5 Millionen Elektroautos. Dies sei ein Wert, den auch Volkswagen vergleichsweise schnell erreichen könne. So sei Volkswagen gerade dabei die eigene Flotte konsequent zu elektrifizieren. Spätestens im Jahr 2023 werde man dann auch die Marke von 1,5 Millionen E-Autos pro Jahr erreichen. Als großen Vorteil präsentierte Osterloh dabei den modularen Elektrobaukasten MEB. Dieser ermögliche es dem Konzern über alle Marken hinweg preisgünstige Elektroauto zu bauen.

Die gesammelten Daten spielen eine entscheidende Rolle

Der Betriebsratschef will sich vor diesem Hintergrund auch gegenüber größeren Veränderungen nicht verschließen. Sollte die Nachfrage nach Autos mit Verbrennungsmotor stark absinken, werde man darauf dringen, auch das Stammwerk in Wolfsburg auf die Produktion von Elektroautos umzurüsten. Entscheiden dürfte sich das Duell zwischen Volkswagen und Tesla allerdings nicht nur bei den klassischen Kompetenzen eines Autobauers, sondern auch im Bereich der Software. Hier räumte VW-Chef Diess erst kürzlich einen erheblichen Rückstand seines Konzerns ein. Dies liegt auch daran, dass Tesla seine speziell entwickelte Software bereits seit längerem bei den Fahrzeugen auf der Straße im Einsatz hat – und dementsprechend viele Daten sammelt. Das von Volkswagen neu konzipierte Betriebssystem VW.OS ist hingegen gerade erst fertig geworden. Osterloh geht aber auch hier von einer Aufholjagd aus, sobald die VW-Software erst einmal serienmäßig verbaut wird.

Neuer Satellit verhindert Kollisionen auf dem Meer: Erfolgreicher Start vom Weltraumbahnhof Kourou

Simon Bertsch - trendsderzukunft.de - 7. September 2020 - 19:37

Mit dem Erreichen der Umlaufbahn in einer Höhe von 515 Kilometern vervollständigt der Mikrosatellit ESAIL jetzt die Überwachung des weltweiten Schiffsverkehrs. Nahezu alle kommerziellen Schiffe müssen mit dem automatischen Identifikationssystem AIS ausgestattet sein, das ständig Daten an landgestützte Stationen und Satelliten schickt. Diese beinhalten unter anderem den Standort, die Fahrtrichtung und den Schiffsnamen. Damit sollen Schiffe, die sich auf Kollisionskurs befinden, rechtzeitig gewarnt werden, sodass sie ausweichen können.

Bild: DLR Auf hoher See geht es nicht ohne Satellit

Auch die Umweltüberwachung ist eine wichtige Aufgabe. Wenn von speziellen Überwachungssatelliten eine Verschmutzung des Meeres festgestellt wird, lässt sich an Hand der AIS-Daten der Umweltsünder schnell ermitteln. Auch illegal operierende Fischerboote lassen sich so aufspüren, ebenso von Piraten entführte Schiffe. Allerdings gibt es einen Haken: AIS lässt sich ausschalten.

AIS ist seit vielen Jahren in Betrieb. Die Überwachung fernab von Küsten war zunächst jedoch nicht möglich, weil es nur landgestützte Empfangsstationen gab. Das ändert sich mit der Satellitenbeobachtung etwa durch ESAIL. Eine Vega-Rakete brachte den würfelförmigen Satelliten mit einer Kantenlänge von lediglich 60 Zentimetern jetzt vom Weltraumbahnhof Kourou in Französisch-Guayana jetzt ins All.

Flexible Plattform verbilligt Satelliten

„Das Besondere an ESAIL ist die neue, flexible Satellitenplattform namens Triton“, sagt Marc Hofmann, zuständig für ESAIL im Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt. Satelliten wurden in der Vergangenheit für jeden Einsatz maßgeschneidert, was einen hohen finanziellen und zeitlichen Aufwand erforderte. Triton kann dagegen für jede Aufgabe mit den entsprechenden Geräten du Sensoren ausgestattet werden.. „Diese Platt­formen kann man nun mit geringen Anpassungen quasi von der Stange kaufen“, so Hofmann.

In Luxemburg zusammengebaut

Die in Luxemburg ansässige Firma LuxSpace, ein Tochterunternehmen des Bremer Raumfahrt- und Technologiekonzerns OHB SE, hat den Satelliten zusammengebaut. Auftraggeber ist das kanadische Unternehmen exactEarth, das die AIS-Daten verwertet.

Die Kernkomponenten des Satelliten haben kleine und mittelständische Unternehmen in Deutschland entwickelt. Das Datenübertragungssystem etwa stammt von der STTSystemTechnik in München. Teile des Lageregelungssystems haben die Berliner Astro und Feinwerktechnik Adlershof sowie ZARM Technik aus Bremen gefertigt.

Die Positionen der Schiffe auf allen Ozeanen kann übrigen jeder sehen, der diese Seite aufruft.

via

Allianz geplant: Deutschland und Frankreich investieren Milliarden in grünen Wasserstoff

Simon Bertsch - trendsderzukunft.de - 7. September 2020 - 13:54

Der Flugzeugbauer Airbus gilt gemeinhin als Erfolgsgeschichte einer europäischen Industriepolitik. Gemeinsam ist es den beteiligten Staaten gelungen, das amerikanische Monopol in diesem Bereich zu brechen und einen weltweit führenden Konzern aufzubauen. Dass die dafür gewährten staatlichen Subventionen später von der Welthandelsorganisation als illegal eingestuft wurden, wird dabei oftmals als notwendiger Kollateralschaden angesehen. Wenn Politiker nun also neue gemeinsame Projekte in Angriff nehmen wollen, beziehen sie sich gerne auf das erfolgreiche Beispiel. So soll ein „Airbus für Batterien“ beispielsweise dafür sorgen, dass die wichtigen Batteriezellen für Elektroautos bald nicht mehr nur in Asien gefertigt werden. Ein Joint Venture aus dem Autobauer PSA und dem Energiekonzern Total wird daher von den Regierungen in Frankreich und Deutschland insgesamt 1,3 Milliarden Euro an Fördergeldern erhalten.

Stahlwerke arbeiten mit grünem Wasserstoff fast klimaneutral

Ende dieser Woche wird nun der französische Wirtschafts- und Finanzminister Bruno Le Maire nach Berlin reisen, um einen ähnlichen Deal in die Wege zu leiten. So ist geplant, dass Deutschland und Frankreich gemeinsam Milliarden in die Wasserstoff-Technik investieren. Damit soll auch die Energiewende in Europa vorangetrieben werden. Denn Wasserstoff gilt als wichtiger Hoffnungsträger im Kampf gegen den Klimawandel. So könnten Schwerlasttransporte zukünftig ebenso von einer Brennstoffzelle angetrieben werden wie Flugzeuge. Auch zahlreiche industrielle Prozesse lassen sich auf diese Weise klimaneutral gestalten. Dass dies tatsächlich funktioniert, stellt ThyssenKrupp aktuell in einem Pilotprojekt in einem Stahlwerk in Duisburg unter Beweis. Würden aktuell allerdings sämtliche Stahlkonzerne ihre Produktion entsprechend umstellen, würde dies das Angebot an grünem Wasserstoff bei weitem überschreiten.

Die Allianz verfolgt zwei miteinander verbundene Ziele

Dazu muss man wissen, dass für die Produktion von Wasserstoff große Mengen an Energie benötigt werden. Wirklich sinnvoll ist die Nutzung daher nur, wenn bei der Herstellung Erneuerbare Energien verwendet werden. Dann liegt die Klimabelastung im Idealfall tatsächlich bei oder nahe null. Kommt allerdings beispielsweise Kohlestrom zum Einsatz, kann dies insgesamt sogar eine zusätzliche Belastung für das Klima darstellen. Fachleute sprechen daher von grünem Wasserstoff, wenn dieser mithilfe von nachhaltiger Energie produziert wurde. Aktuell ist es aber noch so, dass schlicht nicht genug grüner Wasserstoff zur Verfügung steht, um die gesamte Industrie auf einen Schlag umzurüsten. Die gemeinsame deutsch-französische Allianz, die insgesamt 16 Milliarden Euro investieren möchte, verfolgt daher zwei Ziele: Zum einen sollen zusätzliche Kapazitäten zur Produktion von grünem Wasserstoff aufgebaut werden. Gleichzeitig werden dann aber auch Unternehmen gefördert, die diesen abnehmen und sinnvoll verwenden.

Via: Wiwo

Förderung läuft aus: Deutschland droht in Sachen Windkraft eine „Katastrophe“

Simon Bertsch - trendsderzukunft.de - 7. September 2020 - 11:53

Das Erneuerbare-Energien-Gesetz sollte in Deutschland für eine deutlich nachhaltigere Stromerzeugung sorgen und wurde in seiner ursprünglichen Form im Jahr 2000 verabschiedet. Damals wurde den Betreibern von Windrädern eine staatliche Förderung für die Dauer von zwanzig Jahren garantiert. Danach – so die damalige Hoffnung – sollte die Technologie so weit entwickelt sein, dass sie sich auch ohne Hilfe wirtschaftlich betreiben lässt. In diesem Jahr ist nun der Zeitpunkt erreicht, an dem die Förderung der ersten Anlagen ausläuft. Theoretisch können die Windräder natürlich auch danach noch weiter betrieben werden. Allerdings gibt es dabei zwei Probleme:

1. Die Kosten: Die alten Anlagen sind eher klein und müssen vergleichsweise oft gewartet werden. Dies treibt die Kosten in die Höhe, weshalb der Betrieb in vielen Fällen nicht wirtschaftlich ist. So hat eine Untersuchung ergeben, dass bei einem Strompreis von 3,375 Cent je Kilowattstunde nur 23 Prozent der alten Anlagen sinnvoll ohne Förderung weiterbetrieben werden können. Aktuell liegt der Strompreis sogar bei unter drei Cent – weshalb noch mehr Windräder abgeschaltet werden dürften.

Von Philip May – Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, Link

2. Der Einspeisevorrang: Das Gesetz sah zudem einen Vorrang für Erneuerbare Energien vor. Die Netzbetreiber wurden also verpflichtet, den sauberen Strom auf jeden Fall abzunehmen und im Zweifelsfall lieber konventionelle Kapazitäten zu reduzieren. Unklar ist allerdings, ob diese Regelung trotz der auslaufenden Förderung weiterhin Bestand hat. Diese Frage werden letztlich wohl Gerichte klären müssen. Viele Betreiber werden darauf aber vermutlich nicht warten und stattdessen die alten Windräder lieber still legen.

Der Verlust kann nicht durch neue Anlagen kompensiert werden

Einige simple Rechnungen zeigen wie groß das Problem ist: So fallen in diesem Jahr Windräder mit einer Leistung von insgesamt 4.000 Megawatt aus der Förderung. Folgt man den oben dargestellten Prognosen dürften rund drei Viertel davon abgeschaltet werden. Damit aber geht eine Leistung vom Netz, die in etwa der von drei großen Kohlekraftwerken entspricht. Das Problem zieht sich zudem auch durch die nächsten Jahre: Bis zum Jahr 2025 drohen jedes Jahr 2.300 bis 2.400 Megawatt an Leistung verloren zu gehen. Theoretisch wäre dies kein Problem, wenn stattdessen ausreichend neue Windräder installiert würden. Genau dies ist aber nicht der Fall. So kamen im vergangenen Jahr lediglich Anlagen mit einer Leistung von 1078 MW hinzu. Es droht also die kuriose Situation, dass sich inmitten der Energiewende der Anteil des sauberen und vergleichsweise günstigen Windstroms am Energiemix verringert.

Rechtliche Hürden verhindern den Bau größerer Anlagen

Um dies zu verhindern setzen Experten auf das sogenannte Repowering. Dabei werden mehrere alte Anlagen durch eine neue und größere ersetzt. Doch in der Praxis stößt diese Vorgehensweise auf eine Vielzahl an Problemen. So existiert an vielen bestehenden Standorten eine Höhenbegrenzung für Windräder. Die Installation der neuesten Generation an Windrädern ist dort daher nicht möglich. Kleinere Anlagen sind auf dem Markt aber gar nicht mehr zu kriegen. In vielen Fällen müssen die Standorte daher schlicht aufgegeben werden. Ähnliche Probleme gibt es auch mit Belangen der Flugsicherheit und dem Natur- und Emissionsschutz. Aktuell stehen daher von den 1691 in Niedersachsen betroffenen Windrad-Standorten rund 1.000 nicht für das sogenannte Repowering zur Verfügung. Der niedersächsische Energie- und Umweltminister Olaf Lies (SPD) spricht von einer drohenden „Katastrophe“ für die Windkraft in Deutschland. Er will die vorhandenen Hürden daher soweit wie möglich entfernen und fordert in diesem Punkt auch ein stärkeres Engagement der Bundesregierung.

Via: Handelsblatt

Kein Hexenwerk: Diese Menschen trotzen den Viren im Immun-Experiment

Simon Bertsch - trendsderzukunft.de - 6. September 2020 - 17:09

Es gibt tatsächlich Menschen, die so gut wie nicht krank werden – und das über Jahrzehnte. Selbst wenn die Luft um sie herum förmlich virengeschwängert ist, bleiben sie gesund und schauen relaxed zu, wie alle um sie herum nach und nach umfallen. Ein Forscherteam an der Carnegie Mellon Univeristy Pittsburgh ist diesem resistenten Menschentyp seit über 30 Jahren auf der Spur. Die Wissenschaftler attackieren ihre Probanden mit echten Viren und beobachten, wie sie damit fertigwerden.

Wie umschiffe ich am besten eine Erkältung? Forscher träufeln Viren in menschliche Nasen

Eine absichtlich herbeigeführte Infektion mit Sars-CoV-2 würde sicher von keiner Ethikkommission erlaubt, doch bei unseren regulären Erkältungsviren ist die Gefahr begrenzt. Und genau die haben sich die US-amerikanischen Forscher reserviert, um sie reihenweise in menschliche Nasen zu träufeln. Fünf bis sechs Tage kommen alle Studienteilnehmer in die Quarantäne und werden jeden Tag auf ihre Viruslast getestet. Außerdem fragen die Wissenschaftler sie nach den körperlichen Beschwerden und entnehmen ihnen Blut. Vier Wochen später erfolgt eine weitere Blutentnahme mit einem Test auf Antikörper.

8 Stunden Schlaf pro Nacht – und genügend Sport

Bei ungefähr 70 bis 85 Prozent der Probanden (der genaue Prozentsatz hängt von der Virenart ab) ist eine Infektion nachweisbar. Doch höchstens 40 Prozent entwickeln wahrnehmbare Krankheitssymptome wie eine laufende Nase und Halsschmerzen. Was ist mit denen, die der Erkältung trotzen, wie heben sie sich von den Erkrankten ab? Einige Einzelheiten fallen bei den Resistenten besonders ins Auge: Sie haben in den zwei Wochen vor dem Experiment mehr als 7 Stunden je Nacht geschlafen, durchschnittlich kommen sie auf acht Stunden. Mindestens zweimal pro Woche Sport zu treiben scheint ebenfalls einen erheblichen Schutz zu bieten, ebenso wie der nur mäßige Konsum von Alkohol.

Soziale Isolation macht infektionsanfälliger

Doch auch die Psyche spielt eine enorm große Rolle, wenn es darum geht, Entzündungen im Körper zu verhindern. Wer über chronischen Stress klagt, der erkrankt viel eher an den Viren und hat danach auch vermehrt proinflammatorische Zytokine in seinem Blut. Dieser Entzündungsmarker wird übrigens auch bei schweren Covid-19-Erkrankungen festgestellt. Wer gut gesellschaftlich eingebunden ist und mehrere soziale Rollen erfüllt, erkältet sich ebenfalls erheblich seltener. Das ist nicht verwunderlich: Sozialer Zusammenhalt stellt einen wirksamen Stresspuffer dar. Der am Common Cold Projekt beteiligte Psychologe vermutet sogar, dass die soziale Isolation im Rahmen der Corona-Krise infektionsanfälliger macht. Doch eine direkte Übertragung der Studienergebnisse auf Covid-19 ist nicht anzuraten.

Quelle: spektrum.de

3-D-Planung: Virtual Reality hebt Erfolgschancen bei komplizierten Operationen

Simon Bertsch - trendsderzukunft.de - 6. September 2020 - 10:05

Das Leben eines jungen Patienten hing am seidenen Faden: Er kam mit einem fußballgroßen Knochentumor ins Universitätsklinikum Innsbruck, der sich im Hüft- und Lendenwirbelbereich befand. Das Gewächs musste dringend entfernt werden, doch die bevorstehende Operation war enorm heikel. Mit einer Erfindung der Universität Basel ging alles gut.

 

Virtual Reality im OP Ein Virtual-Reality-Programm für den Operationstisch

Der Tumor saß an einer derart gefährlichen Stelle, dass bei einem falschen Schnitt der Tod drohte – oder der Verlust der Gehfähigkeit. Die Vorbereitungen waren deshalb intensiv und langwierig, sie bezogen zum ersten Mal ein Virtual-Reality-Programm mit ein. Mit Hilfe der VR-Technik gelang es, das Innere des Patienten auf den Millimeter exakt dreidimensional darzustellen. Das Bild ließ sich in alle Richtungen drehen, die Ärzte konnten alles analysieren und jeden einzelnen Schritt genau planen. Die komplizierte Operation wurde sozusagen in einer Trockenübung vorweggenommen und konnte schließlich exakt im realen Raum wiederholt werden.

Auch Wirbelsäulen-OP lassen sich per VR planen

Das VR-Programm soll in Innsbruck nun regelmäßig praktisch eingesetzt werden, so äußerte sich der Stv. Klinikdirektor Michael Nogler. Komplizierte Tumoroperationen gehören nicht zu den einzigen möglichen Anwendungsgebieten der digitalen Technik. Auch schwierige Eingriffe an der Wirbelsäule gesellen sich dazu, wie zum Beispiel Skoliose-Operationen. Ebenso geraten komplizierte Knochenbrüche ins Visier, die per VR darstellbar sind, um ein detailliertes Operationskonzept entwickeln. Die dreidimensionale Visualisierung lässt sich noch mit MRT- und CT-Befunden ergänzen, so entsteht ein komplexes Bild der Wirklichkeit.

Die medizinischen VR-Darstellungen sind nicht nur auf eine entsprechende Brille übertragbar, sondern auch auf einen großen Bildschirm. So können sich mehrere Experten vor Ort oder auch per Live-Schaltung zusammentun und ihr Know-how für die bevorstehende Operation sammeln. Auch in der Lehre soll die dreidimensionale digitale Darstellung zum Einsatz kommen, so wird gleich auch der medizinische Nachwuchs entsprechend geschult. Nach der jetzt noch bevorstehenden Programmoptimierung soll die VR-Technik im nächsten Schritt direkt im OP Einzug halten.

Quelle: science.orf.at

Mythos vom mächtigen Fiesling: Rücksichtslose Egoisten machen nicht leichter Karriere

Simon Bertsch - trendsderzukunft.de - 5. September 2020 - 17:08

Dieses Klischee sitzt: An den Hebeln der Macht befinden sich hauptsächlich Fieslinge und Egoisten – Ausnahmen bestätigen wie immer die Regel. Wahrscheinlich sind Charakterzüge wie Rücksichtslosigkeit und Unhöflichkeit in dieser Gesellschaft karrierefördernd, denkt sich so mancher und versucht vielleicht sogar, sein eigenes Verhalten an dieser Faustregel auszurichten. Wissenschaftler haben den Mythos vom mächtigen Fiesling jetzt aber widerlegt.

Das Klischee vom fiesen Boss wird eher selten erfüllt Ein »Fiesling« ist kühl, distanziert und unhöflich

Dass Nettsein sich nicht bezahlt macht, ist ein entmutigender Gedanke, der auf falsche Pfade führt. Denn auch freundliche Menschen, die Skrupel zeigen und Rücksicht nehmen, können Karriere machen, ob in Politik oder Wirtschaft ist ganz egal. Dabei scheinen sie nicht einmal weniger Chancen zu haben als ihre bösartige Konkurrenz: Der amerikanische Persönlichkeitsforscher Cameron Anderson beobachtete mit seinem Team über 450 Personen jeweils zehn oder zwanzig Jahre lang, um schließlich zu genau diesem Ergebnis zu gelangen. Er definiert den typischen Fiesling als eine unverträgliche Person, die bei direkter Nachfrage sogar zugibt, kühl, distanziert und unhöflich zu sein.

Die Chefetagen sind gut durchmischt

An der University of California in Berkeley fertigte Cameron seine Studie an, die Publikation der Ergebnisse erfolgte nun im Fachblatt »PNAS«. Darin stellt er fest, dass natürlich auch rücksichtslose Egoisten eine große Karriere hinlegen können, aber sie sind statistisch betrachtet in den oberen Rängen nicht überproportional häufig vertreten. Angenehme und unangenehme Zeitgenossen teilen sich die Chefetagen, so seine Feststellung. Auch speziell bei Männern kommt es nicht darauf, sich rücksichtlos zu verhalten, um »nach oben« zu gelangen – jedenfalls fanden sich darauf keine Hinweise.

Allerdings kann sich die Persönlichkeit natürlich im Laufe der Jahre verändern, normalerweise nehmen Menschen mit den Jahren an Selbstbewusstsein und emotionaler Stabilität zu. Manche Personen entwickeln erst im Laufe des beruflichen Aufstiegs negative Charaktereigenschaften, sie werden mit der Zeit gefühlloser und gehen dazu über, andere Menschen zu benutzen. Doch um diese Entwicklung ging es in Camerons Studie nicht: Macht wird weder allein durch Bösartigkeit erlangt noch macht Macht zwingend böse.

Quelle: science.orf.at

Trends zum Sommerbaby: Was legte vor 40 Jahren plötzlich den Schalter um?

Simon Bertsch - trendsderzukunft.de - 5. September 2020 - 10:09

Es ist gar nicht so lange her, dass die meisten Kinder im Frühjahr zur Welt kamen – und auch heute noch herrscht bei den meisten Paaren der Wunsch nach einem Frühlingsbaby vor. Trotzdem hat sich vor etwas 4 Jahrzehnten irgendein geheimer Schalter umgelegt und die meisten Geburten fanden plötzlich im Sommer statt. Wissenschaftler stehen vor einem Rätsel.

Geburtstagsparty im Juli: Das kommt ziemlich häufig vor. Im Juli werden heute die meisten Kinder geboren

Die bei weitem meisten unter 40-jährigen Menschen in Europa und den USA sind in den Monaten Juli, August oder September geboren. Der geburtenstärkste Monat ist heute der Juli, hier werden durchschnittlich 20 Prozent mehr Kinder täglich geboren als im Dezember. Wer älter als 40 ist, kam hingegen mit erhöhter Wahrscheinlichkeit im Februar, März oder April zur Welt. Damals war unsere Zivilisation noch anders strukturiert, viele Familien standen in direkter Abhängigkeit von der Landwirtschaft. Deshalb glauben einige Forscher, dass Paare bei einer guten Erntesaison flugs ein Kind fürs Frühjahr zeugten, weil sie sich sicher waren, den neuen Nachwuchs gut versorgen zu können. Außerdem fanden mehr Hochzeiten im Sommer statt und nach der Eheschließung war es endlich erlaubt, miteinander ins Bett zu gehen.

Mehr Sommerbabys trotz Frühjahrswünsche

Diese Traditionen brachen ab den 60er Jahren allmählich auf, außerdem kam in jenen Tagen die Pille auf den Markt. Die meisten Paare der 70er wünschten sich die Geburt ihres Babys ausgerechnet im Frühling – und das ist bis heute so geblieben. Ihre Wünsche erfüllen sich jedoch trotz Pille und Planbarkeit eher selten und den Grund dafür kann niemand mit Sicherheit nennen. Einige Wissenschaftler vertreten die Ansicht, es liege an der Spermaqualität, die bei heißem Wetter sinkt und damit zu mehr Fehlgeburten führt. In zunehmend heißen Sommern wären nach dieser Theorie die Frühlingskinder auf dem absteigenden Ast. Erst dann, wenn die warme Jahreszeit sich dem Ende zuneigt, geht es wieder rund: Die Zeugung der Sommerbabys beginnt.

Ob das alles der Wahrheit entspricht, lässt sich derzeit nicht nachweisen. Jedenfalls scheint es nicht völlig egal zu sein, in welchem Monat ein Mensch zur Welt kommt. Schon allein eine Einschulung im jüngeren Alter kann Nachteile mit sich bringen, das belegten norwegische Forscher in einer Studie. Herbstkinder sollen außerdem ein längeres Leben haben als Personen, die im Frühling geboren werden. Aber jedes Leben verläuft individuell – und alles kann ganz anders kommen.

Quelle: berliner-zeitung.de

Auf dem Weg zum Quanten-Internet: Forscher etablieren Quanten-Netzwerk mit acht Nutzern

Simon Bertsch - trendsderzukunft.de - 4. September 2020 - 17:58

Elektronische Übertragungen bergen immer auch das Risiko, dass die Kommunikation abgefangen wird. Dank quantenphysikalischer Phänomene könnte es eines Tages möglich sein, Daten mittels Quantenkommunikation zu übertragen – abhörsicher und über große Entfernungen hinweg. Forschern der University of Bristol ist es nun gelungen, ein gut skalierbares Quantennetzwerk zu entwickeln, in dem mehrere Nutzer ohne teure Hardware-Knoten untereinander kommunizieren können. In ersten Tests stellte sich das neu entwickelte Quanten-Netzwerk als sehr stabil und zuverlässig heraus.

Skalierbarkeit der Quantennetzwerke ist ein Problem

Bei der Quantenkommunikation werden Informationen durch Laserphotonen übertragen. Dies kann über das städtische Glasfasernetz, per unterseeischem Kabel oder auch durch die Luft geschehen. Die Quantenschlüssel in Form verschränkter Photonenpaare, die für diese Art der Kommunikation nötig waren, ließ sich bisher allerdings nur zwischen zwei Nutzern teilen. Für größere Netzwerke oder sogar die Vision, eines Tages eine Art Quanten-Internet aufzubauen, ist es aber notwendig, die Quantenschlüssel zwischen mehr als zwei Nutzern zu teilen. Bisher wurden dafür zusätzliche Hardware-Knoten benötigt, die das Netzwerk allerdings unsicherer machen. Alternativ können Schaltungen verwendet werden, sodass zumindest nacheinander wechselnde Nutzerpaare in einem Netzwerk kommunizieren können.

Bisher nutzte man für die Ausdehnung des Netzwerks aufwändige Infrastruktur und ein System, das für jeden zusätzlichen Nutzer einen weiteren Transmitter und Receiver benötigt. Botschaften auf diese Weise auszutauschen – über sogenannte trusted nodes – ist aber nicht optimal, weil es viel zusätzliche Hardware braucht und die Sicherheit verringert„, so Siddarth Joshi von der University of Bristol, der Erstautor der Studie.

Quantennetzwerk mit acht Nutzern ohne zusätzliche Hardware-Knoten

Joshi und sein Team haben eine Möglichkeit gefunden, mit weniger Hardware und Aufwand ein Quanten-Netzwerk aufzubauen, in dem die Nutzer mit jedem anderen Nutzer Quantenschlüssel austauschen können, ohne dass dafür zusätzliche Hardware-Knoten oder Schaltungen benötigt werden. Um dies zu ermöglichen, verwenden die Forscher das Prinzip des schon in der Telekommunikation verwendeten Multiplexings, mit den Signale auf bestimmte Art und Weise gebündelt oder aufgespaltet werden können. Dabei nutzen die Forscher halbtransparente Spiegel, um die Strahlen verschränkter Atome aufzusplitten. „ Da wir verschiedene Wellenlängen nutzen, können die Kommunikationspartner sich auf die jeweils relevante Wellenlänge konzentrieren und die restlichen Photonen ignorieren„, so Sören Wengerowsky vom Institut für Quantenoptik und Quanteninformation Wien, der an der Studie beteiligt war.

So entsteht am Ende ein Quanten-Netzwerk mit acht Nutzern, die untereinander frei kommunizieren können. Letztlich können also 28 mögliche Nutzerpaare untereinander Quantenschlüssel austauschen. „ Die physische Ebene des Netzwerks entspricht einer einfachen Nabe-und-Speichen-Struktur, während auf der logischen Ebene jedes Nutzerpaar immer ein verschränktes Photonenpaar teilt„, erläutern die Forscher.

Netzwerk wurde im öffentlichen Glasfasernetz getestet

Das Netzwerk wurde bisher nicht nur um Labor, sondern auch in einem stadtweiten Quantennetz über das öffentliche Glasfasernetz von Bristol getestet. „ Die 28 möglichen Nutzerverbindungen hatten dabei räumliche Entfernungen von zehn Metern bis zu 16,6 Kilometern. Wir haben das Netzwerk im Experiment 17 Stunden am Laufen gehalten und Datenraten zwischen fünf und 300 Bit pro Sekunde erreicht„, fassen die Forscher ihre Ergebnisse zusammen. Für optimale Sicherheit in diversen Anwendungen wäre zwar noch eine Erhöhung der Datenrate nötig, aber die Forscher sehen durchaus Möglichkeiten, dies zu erreichen.

Unseres Wissens nach haben wir damit das bisher größte Quanten-Netzwerk ohne trusted nodes demonstriert. Die neue Technologie hat damit nicht nur den Vorteil, völlig abhörsicher zu sein, sie benötigt auch nur minimale Hardware, weil sie sich gut mit existierender Technologie integrieren lässt. Das ist ein entscheidender Durchbruch„, so Joshi. „ Bisher erforderte der Aufbau eines Quanten-Internets enorme Kosten, Zeit und Ressourcen und schmälerte noch dazu die Sicherheit der Verbindungen – was den Zweck einer Quantenkommunikation konterkariert. Unsere Lösung ist skalierbar, relativ günstig und – am wichtigsten von allen – unknackbar„, fährt der Wissenschaftler fort.

via University of Bristol

Kanada: Ein Hyperloop soll das Klima schützen und die Wirtschaft ankurbeln

Simon Bertsch - trendsderzukunft.de - 4. September 2020 - 10:01

Der Hyperloop ist so etwas wie das nächste große Versprechen im Transportwesen. Die Idee: Transportkapseln werden durch eine Vakuumröhre geschickt und dabei von einem Elektromotor angetrieben. Weil bei dieser Vorgehensweise der Luftwiderstand fast vollkommen wegfällt, können enorme Geschwindigkeiten erreicht werden. So sehen die meisten Pläne vor, dass Personen und Waren mit mehr als 1.000 Km/h durch die Rohre geschossen werden. Bisher allerdings existieren solche Konstruktionen nur auf dem Papier. Eine echte Anlage, die tatsächlich auf diese Weise Dinge befördert, gibt es noch nicht. Die dahinter stehende Idee ist aber so faszinierend, dass weltweit zahlreiche Unternehmen an der Realisierung der Vision arbeiten. Dazu gehört unter anderem auch das Startup Transpod.

Bild: Edit1306 / CC BY-SA (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0) Auf die Absichtserklärung folgt eine Machbarkeitsstudie

Die Manager der Firma konnten nun einen wichtigen Teilerfolg vermelden: Sie sicherten sich die Unterstützung der Behörden in der kanadischen Provinz Alberta. So wurde mit der Regierung eine gemeinsame Absichtserklärung zum Bau eines Hyperloops unterzeichnet. Wer jetzt allerdings zeitnah auf eine Umsetzung der futuristischen Vision hofft, dürfte enttäuscht werden. Denn zunächst muss das Unternehmen nun seine Hausaufgaben machen und eine Machbarkeitsstudie erstellen. Innerhalb von zwei Jahren soll dargelegt werden, wie sich das Projekt realisieren lässt, was es kosten würde und wie die Finanzierung aussehen könnte. Anschließend beginnt dann die Forschungs- und Entwicklungsphase. Auch hier gibt es schon einen groben Zeitplan: Ab dem Jahr 2022 soll eine erste Teststrecke gebaut werden.

Die Regierung hofft auf zehntausende neue Arbeitsplätze

Verläuft dann alles nach Plan, ist für Mitte des Jahrzehnts der Bau der ersten kommerziellen Strecke vorgesehen. Schon jetzt ist allerdings klar, dass es sich um ein recht teures Projekt handeln dürfte: Die Baukosten werden auf mehrere Milliarden Dollar geschätzt. Allerdings versprechen sich die Politiker in der Provinz dadurch auch einige positive Effekte. So gehen erste Schätzungen davon aus, dass durch den Bau rund 38.000 neue Arbeitsplätze entstehen könnten. Außerdem könnte die neue Hochgeschwindigkeitsverbindung zwischen der Provinzhauptstadt Edmonton und der größten Stadt Albertas Calgary auch dem Klimaschutz dienen. So soll der Hyperloop alleine auf dieser Strecke rund 300.000 Tonnen an CO2-Emissionen jährlich einsparen. Die Konkurrenz schläft allerdings nicht. So sind aktuell auch Hyperloop-Strecken in Indien, Nordeuropa und Dubai geplant.

Via: Businesswire

Eufy HomeVacS11 Infinity: Neuer Akku-Staubsauger im Test

Simon Bertsch - trendsderzukunft.de - 3. September 2020 - 20:17

Eufy ist eine Marke von Anker Innovations, einer der führenden amerikanischen Unternehmen in der Unterhaltungselektronik. Mit dem erweiterten Produktsegment und einer einheitlichen Designlinie, möchte sich Eufy auch im europäischen Raum einen Namen machen. Um Eufy besser kennenzulernen und die Produkte entsprechend auch für euch einordbar zu machen, haben wir bereits damit begonnen die ersten Tests durchzuführen. Auf den Staubsaugerroboter von Eufy folgt nun der Akkustaubsauger HomeVacS11 Infinity.

Der Eufy HomeVacS11 Infinity im Test

Akkustaubsauger erfreuen sich immer größerer Beliebtheit. Dank der weiterentwickelten Akkutechnik, haben die kleinen Kerlchen mittlerweile gut Power, sind nicht so laut und schaffen einiges an Fläche. Auf dem ersten Blick könnte der neue HomeVacS11 von Eufy auch schon einmal mit einem „Dyson“ verwechselt werden. Die Leistung des unter 240 Euro teuren Akkustaubsaugers hat uns beeindruckt. Dafür sorgt ein integriertes Dual-Vortex-Zyklonsystem, das von einem bürstenlosen Gleichstrommotor angetrieben wird. Aufgrund der Rotationen im Inneren des Akkustaubsaugers, wird Fliehkraft erzeugt, die den Staub wiederum in den Auffangbehälter transportiert. Geliefert wird der HomeVacS11 in einem weißen Karton, der bereits erahnen lässt, was sich im Inneren verbirgt. Der Akkustaubsauger und auch die Zubehörteile sind sorgfältig und stoßsicher verpackt. Für Unboxingfans dürfte das Herz höher schlagen. In der folgenden Bildergalerie seht ihr, wie die Verpackung aufgebaut ist. Eufy bietet den HomeVacS11 aktuell in zwei Varianten an. Die Infinity-Version wird mit einer weiteren weichen Zusatzrolle für die Walze und einem zweiten Akku ausgeliefert. Ansonsten unterscheiden sich die beiden Modelle „Go“ und „Infinity“ nicht. Außer natürlich im Preis.

Unboxing-Bildergalerie

Das ist alles drin: Der Zubehör-Check

  • Motor Bodenwalze
  • Saugrohr aus Metall
  • flexibler Verlängerungsschlauch
  • Fugendüse mit aufschiebbaren Pinselaufsatz für Heizungen, Jalousinen und ähnliches
  • 2-in-1-Düse mit Bürste
  • Mini-Bürste ebenfalls mit Motor
  • Weiche Zusatzrolle für die Walze (nur beim Infinity Modell)
  • zweiter Akku (nur beim Infinity Modell)
  • Drei Befestigungshilfen für die Wand
Eufy HomeVacS11 Infinity mit Zubehör

Technische Daten

  • Leistung: 120 AirWatt
  • Nennleistung: 350 Watt
  • Drei Leistungsstufen
  • Akkulaufzeit max. 40 Minuten (eine Batterie)
  • 25 Minuten im Automatikmodus
  • 8-10 Minuten Laufzeit auf maximaler Stufe
  • Akku: 2500 mAh, 63Wh
  • Ladedauer: 3,5 Stunden
Eufy HomeVacS11 Infinity im Alltagstest

Der HomeVacS11 von Eufy ist mit wenigen Handgriffen zusammengebaut. Die Steckverbindungen klicken sauber und auch hörbar ein, sodass man sich sicher sein kann, das alles passt. Da der Akkustaubsauger über einen gewissen Grad an Modularität verfügt, kann dieser auch beispielsweise schnell als Handstaubsauger umfunktioniert werden. Das ist durchaus praktisch, um nicht nur die Couch von Chipskrümeln oder Katzenhaaren zu befreien, sondern ist auch ziemlich hilfreich beim Kampf gegen die Spuren des Krümelmonsters im Auto. Gerade das Saugen im Auto erweist sich aufgrund der teilweise engen Stellen, wie beispielsweise unter den Sitzen oder im Fahrer- und Beifahrerfußraum, als anstrengend. Mit dem HomeVacS11 macht das hingegen Spaß, die Saugstärke macht sich auch hier beeindruckend bemerkbar. So konnten auch größere Schmutzpartikel problemlos eingesaugt werden.


Leichtigkeit

Die Verarbeitung der Komponenten ist solide. Ich hatte nicht das Gefühl einen billigen Plastikbomber in der Hand zu halten. Wie auch bei anderen Premiumherstellern gewohnt, wird der Akkustaubsauger einfach per Taster am Griffstück gestartet. Problematisch ist hier, dass dieser die ganze Zeit gedrückt bzw. gehalten werden muss. Das geht auf den Finger und letztlich auch etwas auf das Handgelenk. Hier wünsche ich mir eine Arretierungsmöglichkeit herbei. In der Gänze fiel jedoch positiv auf, dass der HomeVacS11 von Eufy recht leicht ist. Leichter sogar als beispielsweise der Dyson V6 oder auch V8.

Eufy HomeVacS11 Bodenbürste mit rotierenden Walzen und LED-Beleuchtung

Sehr nützliches LED-Licht

Ein weiteres Feature, welchem ich zu Beginn mit etwas Skepsis begegnete, ist die LED-Beleuchtung am großen Bürstenaufsatz. Mein erster Gedanke: „Muss das sein? Das kostet doch Akku! Na wobei es sind ja LEDs“. Als ich jedoch in der Küche saugte, fielen mir nicht nur die Staubpartikel auf dem Boden auf, sondern auch die verschmutzen Türblenden der Regalelemente. Glaubt mir! Das war selbst bei eingeschaltetem Deckenlicht null zu sehen.  Dieser Zufallsfund war natürlich erschreckend aber auch sehr hilfreich zugleich. So konnte ich auch hier mit der Reinigung fortfahren und mit einer weiteren guten Tat bei meiner Partnerin glänzen.

Zusammenfassend kann ich also sagen, dass die LED-Lämpchen sehr nützlich sind und deren Stärke vor allem in dunkleren Ecken oder auf dunkleren Böden ausgespielt werden kann. Sogar feinere Staubpartikel oder helle Haare waren damit gut sichtbar. Mit den LED-Lämpchen hebt sich Eufy sogar ein wenig von der Dyson-Konkurrenz ab.

Der HEPA Filter lässt sich einfach herausschrauben und sitzt auf dem Motor

Saugkraft und abwaschbare Filter

ob im Auto, auf dem Hartboden oder auch Teppich: Der Eufy HomeVacS11 Infinity hat mit einer starken Saugleistung überzeugt. In Kombination mit der separat betriebenen motorisierten Bürstenwalze, wird das Reinigungsergebnis noch einmal verbessert. Das ist praktisch und bei modernen Geräten dieser Gerätekategorie auch nicht mehr wegdenkbar.

Im Inneren des Abfallbehälters befindet sich ein Metallfiltereinsatz. Auf diesem sitzt wiederum ein abwaschbarer Textilfilter. Ebenfalls abwaschbar und leicht zu entnehmen ist auch der über dem Motor sitzende HEPA-Filter. Begrüßenswert ist auch die leichte Entnahme des Staubbehälters. Dieser kann nicht nur einfach entleert, sondern auch ausgewaschen werden.

Akkulaufzeiten und Ladevorgang

Der Powerknopf, der mittels Zeigefinger die ganze Zeit gehalten werden muss, sorgt zunächst dafür, dass der mittlere Modus (Automatikmodus) aktiviert wird. Dieser empfiehlt sich hauptsächlich zu nutzen, da hier bereits ausreichend Power zu einer akzeptablen Laufzeit zur Verfügung gestellt wird. Im Schnitt hielt der Akku auf dieser Stufe zwischen 25 und 30 Minuten durch. Das ist für einen Schnelldurchgang bei unserer 85 qm großen Wohnung ausreichend. Der zweite Akku hat sich jedoch dennoch ab und zu als nützlich erwiesen. Um richtig viel Power freizusetzen kann per zusätzlichem Tastendruck auch der Turbomodus aktiviert werden. Dieser kam bei mir vorzugsweise bei den Fußmatten im Auto zum Einsatz. Je nach Belastung hält der Akku in diesem Modus knapp neun Minuten durch. Wer regelmäßig saugt, der kommt aufgrund des vermutlich eher geringeren Staubaufkommens auch mit der niedrigen Stufe hin. Hier sind schon 40 Minuten Akkulaufzeit sehr realistisch.

Der Akku selbst ist nach etwa 3,5 Stunden wieder vollgeladen. Generell kann der Akku mit einem einfachen Klick aus dem Handstück entnommen und außerhalb des Staubsaugers geladen werden. Das macht dann auch einen Wechsel des Akkus recht einfach. Während des Saugbetriebs informieren 3 LEDs über den aktuellen Ladestand. Ebenfalls dienen diese LED auch dazu, auftretende Probleme zu signalisieren. Die unterschiedliche Bedeutung kann dann in der Bedienungsanleitung bei den Fehlermeldungen nachgeschlagen werden. Schade ist hingegen, dass der Akkuladezustand nicht auch außerhalb des Akkustaubsaugers abgefragt werden kann. Vor allem bei der Infinity-Version liegt der zweite Akku ja parat. Hier würde sich ebenfalls anbieten, diesen einfach mittels Ladestatus-LED in Zukunft abfragen zu können.

Der Wechsel der Bodenbürste ist einfach. Zudem kann die Bürste nicht verkehrt herum eingesetzt werden. Es bietet sich an Haare regelmäßig zu entfernen, da diese den Motor nach der Zeit belasten könnten.

 

Die Gerätereinigung

Insgesamt braucht man lediglich zwei Tasten zu drücken, um den Akkustaubsauger einer gründlichen Reinigung zu unterziehen. Die Komponenten lassen sich einfach entnehmen und auch wieder richtig einsetzen. Eine Richtungsverwechslung kommt aufgrund der Einseiten-Passgenauigkeit nicht in Frage. Das ist vor allem für mich als Grobmotoriker ganz praktisch. Überraschend gut ließ sich zudem auch die rotierende Bürste aus der Bodenwalze entnehmen. Hier kann es bei anderen Herstellen durchaus schon einmal fummelig werden. Die Bürsten lassen sich mindestens genauso leicht entnehmen wie bei unserem Kobold beispielsweise.

Die Reinigung der rotierenden Bürste sollte auch regelmäßig erfolgen. Vor allem längere Haare setzen sich recht schnell an dieser fest und könnten den Motor ab einer gewissen Fülle auch ins Schwitzen bringen. Der per Schraubmechanismus abschraubbare HEPA-Filter scheint ebenfalls einen guten Job zu erledigen. Bekannte, die den HomeVacS11 ebenfalls im Einsatz haben, berichten von keinerlei Problemen, obwohl eine Hausstauballergie vorliegt. Nach dem Abwaschen des Filters, kann dieser wieder eingebaut werden, sobald die Trocknung erfolgte. Einige berichten von Gerüchen, die dem Staubsauger entweichen. Das kann ich nicht bestätigen.

Fazit

Wer auf einen zusätzlichen Akku und eine weiche Bürsten verzichten kann, der bekommt mit dem HomeVacS11 Go für 239,99 Euro einen leichten und saugstarken Akkustaubsauger, der einen guten Job erledigt. Die Infinity-Variante kostet 299 Euro und kommt mit Zusatzakku und einer weiteren Bürste aus. Mittlerweile können auch der Akku (89,99 Euro) und die weiche Bürste (15,99 Euro), sowie weiteres Zubehör (bspw. Filter) einzeln nachbestellt werden. Der Eufy HomeVacS11 überzeugt mit einem ordentlichen Preis-Leistungs-Verhältnis. Der Umstand mit der fehlenden Arretierungsfunktion, zur Entlastung des Zeigefingers sowie der Wunsch nach einem Ladestatus direkt am Akku, sorgen für leichte Punktabzüge. Die Handhabung des Akkusaugers ist einfach und selbsterklärend. Auch die Reinigung geht flott vonstatten. Das mitgelieferte Zubehör ist praktisch, um beispielsweise auch in engeren Gefilden für Sauberkeit sorgen zu können. Die maximale Power und die zusätzliche Funktionalität als Handstaubsauger sind vor allem beim Aussaugen des Autos ein echter Segen. Wenn ihr die Möglichkeit habt die drei Halterungen an einer Wand anzubringen, dann ist das durchaus empfehlenswert. Die Standhaftigkeit hat der HomeVacS11 nicht wirklich inne. Dank der Wandhalterungen können alle großen Elemente platzsparend verstaut und sofort griffbereit aufbewahrt werden. Alles in allem können wir den Akkustaubsauger Eufy HomeVacS11 mit bestem Gewissen weiterempfehlen.

Covid-19: Gehört Diabetes zu den Corona-Spätfolgen?

Simon Bertsch - trendsderzukunft.de - 3. September 2020 - 19:31

In den letzten Monaten wurde die durch das Virus SARS-CoV-2 ausgelöste Krankheit Covid-19 immer weiter erforscht. Dabei kommen auch immer mehr Spätfolgen ans Tageslicht. Zu diesen gehört nun offenbar auch Diabetes. Dies legt zumindest der Fallbericht eines jungen Mannes nahe, der einige Wochen nach einer eher mild verlaufenen Covid-19-Erkrankung einen Diabetes Typ 1 entwickelte. Eine Häufung von Fällen bei Covid-Patienten deutet darauf hin, dass das Virus die insulinproduzierenden Zellen der Bauchspeicheldrüse schädigen kann.

Greift Corona die Inselzellen an?

Diabetes Typ 1 ist – im Gegensatz zum Typ 2 – eine Autoimmunerkrankung. Der Körper bildet in diesem Fall Antikörper gegen die Zellen der Bauchspeicheldrüse, die Insulin produzieren, woraufhin das Immunsystem diese Zellen zerstört. Der Körper kann dann kein Insulin mehr produzieren und somit auch den Blutzuckerspiegel nicht mehr vernünftig regulieren. Im Normalfall handelt es sich bei Diabetes Typ 1 um eine Erkrankung, die sich bereits in jungen Jahren manifestiert. Typ-1-Diabetes gilt als teilweise angeboren und genetisch bedingt. Aber auch bestimmte Viruserkrankungen stehen im Verdacht, beim Auftreten in den ersten Lebensmonaten die Entwicklung eines Typ-1-Diabetes begünstigen zu können.

Scheinbar kann auch das Virus SARS-CoV-2 einen Diabetes verursachen. Chinesische Ärzte rund um Jin-Kui Yang vom Beijing Tongren Hospital berichteten, dass von 120 Covid-19-Patienten mit schwerem Verlauf etwa die Hälfte Störungen des Blutzucker-Haushaltes und einen Diabetes entwickelten.

Mehrere Studien konnten außerdem zeigen, dass auch die insulienproduzierenden Inselzellen der Bauchspeicheldrüse den ACE2-Rezeptor besitzen. Dabei handelt es sich um die Stelle, an der das Coronavirus sich an die Zellen bindet, um in sie einzudringen. „ Dies wird gestützt durch eine aktuelle Studie, die demonstrierte, dass die Zellen der Bauchspeicheldrüse von Erwachsenen anfällig für die Infektion durch SARS-CoV-2 sind„, so berichten Forscher rund um Tim Hollstein vom Universitätsklinikum Schleswig-Holstein in Kiel. „ Von SARS-CoV-1, dem Vorgänger von SARS-CoV-2, weiß man, dass er die Inselzellen schädigen kann und Diabetes in Menschen verursacht„, so die Forscher weiter.

Diabetes aus dem Nichts

Ein Fallbericht von Hollstein und seinem Team untermauert den Zusammenhang zwischen SARS-CoV-2 und Diabetes Typ 1. Dabei berichten die Forscher von einem 19-jährigen Mann, der mit Erschöpfung, Gewichtsverlust und anomal starkem Durst in der Notaufnahme der Uniklinik vorstellig wurde. Die Analyse von Blutproben zeigte die Marker einer schweren Diabetes, weshalb Diabetes-Typ-1 vermutet wurde. Jedoch hatte der junge Mann vorher nie Anzeichen einer Diabetes-Erkrankung gezeigt, und auch Genanalysen zeigten keine Hochrisikofaktoren. Sein Erbgut enthielt lediglich eine Genvariante, die mit einem leicht erhöhten Diabetes-Risiko einhergeht. Der Patient hatte auch keine Antikörper gegen die Inselzellen im Blut – vollkommen entgegen der Erwartungen der Ärzte.

Die Betazellen in der Bauchspeicheldrüse des Mannes waren dennoch schwer geschädigt. Die Anamnese ergab, dass der Patient sich vor einigen Wochen in Österreich mit SARS-CoV-2 infiziert hatte. Die Infektion verlief symptomlos, konnte jedoch später durch einen Antikörpertest nachgewiesen werden. Die Ärzte kamen aufgrund des zeitlichen Verlaufs zu dem Schluss, dass die Infektion zu dem Diabetes geführt hat. „ Wir gehen davon aus, dass das SARS-CoV-2-Virus hier selbst die Betazellen angegriffen hat„, so Hollsteins Kollege Matthias Laudes.

Auffallend ist, dass dieser Zusammenhang offenbar auch bei einem asymptomatischen Verlauf der SARS-CoV-2-Infektion bestehen kann. „ Wir vermuten, dass die SARS-CoV-2-Infektion die Funktion der Bauchspeicheldrüse beeinträchtigen kann – möglicherweise durch eine direkte Wirkung des Virus auf die Inselzellen. Diabetologen sollten daher die Möglichkeit eines insulin-pflichtigen Diabetes als akute Komplikation bei Patienten mit einer Coronavirus-Infektion in Betracht ziehen„, schließen die Forscher.

via UKSH

Experiment in Kenia: Grundeinkommen bekämpft Armut erfolgreich

Simon Bertsch - trendsderzukunft.de - 3. September 2020 - 12:47

Bisher hat der afrikanische Kontinent die Corona-Pandemie weitaus besser überstanden als zunächst befürchtet. Auch dort sind die entschiedenen Gegenmaßnahmen – etwa landesweite Lockdowns – aber nicht ohne Folgen für die Wirtschaft geblieben. Besonders stark betroffen sind davon die ärmsten Teile der Bevölkerung. Denn diese können nicht auf eigene Rücklagen zurückgreifen. Die sozialen Sicherungssysteme wiederum sind in vielen afrikanischen Ländern nur rudimentär ausgebaut. Vor diesem Hintergrund ist ein in Kenia durchgeführtes Experiment von besonderem Interesse: Dort erhalten einige Menschen aus ländlichen Regionen seit dem Jahr 2017 ein bedingungsloses Grundeinkommen. Die Zahlung erfolgt also unabhängig von den sonstigen Einnahmen der Empfänger. Nun haben die Forscher untersucht, inwieweit dies geholfen hat, die Folgen des wirtschaftlichen Einbruchs abzumildern.

Die Menschen investierten das Geld durchaus klug

Die Auswertung kommt dabei zu einem eindeutigen Ergebnis: Empfänger des Grundeinkommens hatten eine signifikant – zwischen 4,9 und 10,8 Prozent – niedrigere Wahrscheinlichkeit innerhalb der letzten dreißig Tage an Hunger gelitten zu haben. Insofern lässt sich zumindest hier sagen, dass ein solches Grundeinkommen tatsächlich einen Beitrag dazu leisten kann, die Armut zu bekämpfen. Interessant ist zudem, dass der ausgezahlte Betrag mit umgerechnet lediglich 75 Cent pro Tag vergleichsweise gering war. Trotzdem zeigten sich die eben beschriebenen positiven Effekte. Die Forscher führten dies auf einen einfachen Effekt zurück: In guten Zeiten nutzen die Menschen das Geld, um in sich selbst zu investieren. So bauen sie kleine Geschäfte auf oder bilden sich fort. Hier ist besonders interessant, dass nicht nur die Menschen weniger Hunger litten, die bis heute ein Grundeinkommen erhalten. Vielmehr gab es auch eine Gruppe, die nur bis zum Jahresende 2019 entsprechende Zahlungen erhielt. Auch bei diesen Personen stellte sich der positive Effekt während der Corona-Pandemie ein.

Die Lebensmittelpreise wurden nicht beeinflusst

In schlechten Zeiten wiederum sorgt das Grundeinkommen dafür, dass die Folgen des wirtschaftlichen Einbruchs zumindest ein wenig abgefedert werden. Dies wiederum hat zur Folge, dass die Mensch auch zukünftig weiter bereit sind, in sich zu investieren, wenn dies die wirtschaftliche Lage zulässt. Gleichzeitig untersuchten die Forscher noch einen weiteren Aspekt. So ist es während Katastrophen oftmals so, dass direkte Geldzahlungen den betroffenen Personen nur wenig helfen. Denn wenn es gleichzeitig zu Versorgungsengpässen kommt, hat dies lediglich steigende Lebensmittelpreise zur Folge. Dies war bei dem Experiment in Kenia aber nicht der Fall. Vielmehr erwies sich die lokale Versorgung mit Nahrung als durchaus intakt. Folgerichtig lies sich beobachten, dass Menschen mit Grundeinkommen schlicht mehr und besser aßen. Ein Anstieg der Preise war hingegen nicht zu verzeichnen. Die Ergebnisse dürften auch für die Vereinten Nationen von Interesse sein. Denn die Experten dort haben schon vor einigen Wochen ein bedingungsloses Grundeinkommen zur Armutsbekämpfung vorgeschlagen.

Via: Vox

Seiten

Subscribe to Ideenwerkstatt zum Aufbau einer von eigenverantwortlichen Menschen selbst organisierten Gesellschaft Aggregator – Anregungen für deine Konsumgewohnheiten

kostenloser Zugang

Mach mit! Werde Teil der Ideenwerkstatt!

  • hilf mit die Ideenwerkstatt besser zu machen, sowohl die Inhalte, als auch die Technik und das Design - wir sind für alle Vorschläge offen
  • blogge, diskutiere und kommentiere zu deinen Lieblingsthemen
  • erstelle informative Videos, Podcasts und Infografiken
  • entwickle Ideen und formuliere sie für andere verständlich, hilf anderen deine Ideen zu verstehen
  • rufe Projekte und Initiativen ins Leben und realisiere diese mit anderen zusammen

und vieles mehr.

Wir brauchen Menschen, die ihr Bestes geben!

Erkenntnis
Für alle Inhalte die du weitestgehend selbstständig erstellst, behältst du das Urheberrecht und du kannst deine Inhalte frei nach deinen Vorstellungen im Internet vermarkten.
Eine Version deines Inhalts (Video, Podcast, Blog-Artikel, …) aber bleibt auf der Ideenwerkstatt und die Einnahmen, die mit diesem Inhalt erzielt werden, dienen dazu um unsere Ideenwerkstatt fortlaufend im Sinne aller Teilnehmer weiterzuentwickeln.

na-neugierig

           

 

oder zum tieferen Einblick, das eBook " Was tun wir? - Für aktive Mitmacher" [2,5 MByte, PDF] downloaden

Weitere Informationen gibt es im Kennenlern-Paket.

Es besteht aus 3 eBooks (PDF) zum Lesen und einem Audio (mp3, ca. 20 min.) zum Anhören, etwa beim Fahrradfahren, Joggen oder Busfahren.

        

 

kostenpflichtiger Zugang

für 24 € im Jahr - freien Zugriff auf alle Inhalte, die in der Ideenwerkstatt veröffentlicht werden

Erkenntnis
Das Abo gilt nur für ein Jahr und verlängert sich nur, wenn du es wünscht. Du bekommst 4 Wochen bevor dein Jahresabo abläuft, eine Erinnerungsmail.

Als passiver Unterstützer hast du:

  • Zugang zu allen auf der Ideenwerkstatt veröffentlichten Inhalten (Lösungen, Konzepte, Projektideen, FAQs, Blogs, Infografiken, Videos,  …) - aktuell über 400 Artikel und es kommen noch viele weitere dazu
  • Zugang zu den eBooks und Podcasts (aktuell 10 eBooks)
  • jede Woche neue Inhalte
  • Lehrreiche Diskussionsrunden (Chat, Forum, Online-Konferenz) zu den in der Ideenwerkstatt entwickelten Lösungen und Konzepten oder auch zu einzelnen, inspirierenden Artikeln
  • Zugang zum Online-Forum
  • 10 % Rabatt auf die Videokurse, Online-Workshops und eBooks der Lebensunternehmer-Akademy

na-neugierig        

           

weitere Informationen bekommst du im eBook " Was bieten wir? - Für Leser und passive Unterstützer" [5 MByte,PDF]

Weitere Informationen gibt es im Kennenlern-Paket.

Es besteht aus 3 eBooks (PDF) zum Lesen und einem Audio (mp3, ca. 20 min.) zum Anhören, etwa beim Fahrradfahren, Joggen oder Busfahren.