Anregungen für unsere Konsumgewohnheiten

Schweizer Entwicklung: Dieser Wundverband tötet selbst resistente Keime

Simon Bertsch - trendsderzukunft.de - 12. August 2020 - 12:16

Normalerweise schützt uns unsere Haut vor Bakterien und Viren. Tritt allerdings eine Wunde auf, geht diese Schutzwirkung verloren. Die Folge können Wundinfektionen sein. Weil zudem immer mehr Keime Resistenzen gegen die gängigen Antibiotika entwickeln, kann dies sogar eine tödliche Gefahr darstellen. Forscher in der Schweiz haben daher nun einen neuen Ansatz entwickelt. Die Eidgenössische Materialprüfungs- und Forschungsanstalt (Empa) präsentierte einen Wundverband, der Wunden sicher abdeckt und Bakterien und Viren abtötet. Die Basis des neu entwickelten Materials bildet Cellulose. Diese wird zunächst zu Fasern mit einer Dicke von weniger als einem Mikrometer verarbeitet. Anschließend werden sie zu einem mehrschichtigen Gewebe verwoben. Der Clou: Auf der einen Seite ist der Verband mit kleinen Proteinbausteinen – sogenannten Peptiden – beschichtet.

Antibiotika resistente Bakterien Bild: Mkaercher CC BY-SA 3.0 (VIA WIKIMEDIA COMMONS) 99,99 Prozent der Keime wurden erfolgreich abgetötet

Die Peptide sind so gestaltet, dass sie sich einerseits an Strukturen des Wundverbands andocken können. Andererseits entfalten sie aber auch eine antimikrobielle Wirkung. Tests habe zudem schon unter Beweis gestellt, dass sich dieser Aufbau auch nicht verändert, wenn der Wundverband angebracht wird. Außerdem ruft der Ansatz keine unerwünschten Nebenwirkungen auf der Haut hervor. Das entscheidende ist aber: In Tests erwies sich der neuartige Wundverband tatsächlich als sehr wirksam. So konnten unter Laborbedingungen stolze 99,99 Prozent der Keime durch die Membran abgetötet werden. In der Praxis würde dies bedeuten, dass sich die Wahrscheinlichkeit einer Infektion massiv verringert. Hinzu kommt, dass selbst berüchtigte resistente Keime- etwa Staphylococcus aureus und Pseudomonas aeruginosa – dem neuen Schutz zum Opfer fielen.

Neue Ansätze werden dringend benötigt

Weil die Peptide den Keimen zudem auf vielfältige Art und Weise zusetzen, ist es auch eher unwahrscheinlich, dass zeitnah neue Resistenzen entstehen. Langfristig haben die beteiligten Forscher zudem noch weiter gehende Pläne. Denn die Proteinbausteine können theoretisch auch noch andere Aufgaben übernehmen. So wäre es beispielsweise denkbar, dass über sie gezielt therapeutische Wirkstoffe abgegeben werden. Zunächst einmal muss aus dem neu entwickelten Ansatz nun aber ein marktfähiges Produkt werden. Gerade bei medizinischen Erzeugnissen kann dies eine gewisse Zeit dauern, weil zunächst in zahlreichen Tests die Wirksamkeit und die Unverträglichkeit nachgewiesen werden muss. Klar ist aber: Die Welt braucht dringende neue Ideen im Kampf gegen resistente Keime. Andernfalls könnte dieser Kampf tatsächlich verloren gehen.

Via: Empa

Gefährliche Eile: Das müsst ihr über Russlands neuen Corona-Impfstoff wissen

Simon Bertsch - trendsderzukunft.de - 12. August 2020 - 10:21

Die Namensgebung lässt wenig Raum für Spekulation. Wie das russische Staatsfernsehen berichtet, soll der neu entwickelte Corona-Impfstoff den Namen „Sputnik V“ erhalten. Die Anspielung ist eindeutig: Im Jahr 1957 schockte die Sowjetunion den Westen, indem es ihr als erster Nation überhaupt gelang, einen Satelliten ins All zu schießen. Bis heute wird dieser Moment in westlichen Ländern als Sputnikschock bezeichnet. Offensichtlich will Russland nun an diese große Historie anknüpfen. Auf den ersten Blick scheint man tatsächlich der Welt mal wieder einen Schritt voraus zu sein. Denn als erster Staat überhaupt erteilte Russland eine Zulassung für einen Impfstoff gegen das Coronavirus SARS-CoV-2. Schaut man allerdings ein wenig genauer hin, kommen doch Zweifel auf an der vermeintlichen Erfolgsgeschichte. Doch zunächst wollen wir uns mit den positiven Aspekten beschäftigen.

Der Impfstoff wurde von renommierten Forschern entwickelt

Entwickelt wurde der Impfstoff am staatlichen Gamaleya-Institut für Epidemiologie und Mikrobiologie in Moskau. Dort arbeiten weltweit angesehene Wissenschaftler. Die Entwicklung des Impfstoffs kommt also nicht einfach aus dem Nichts, sondern basiert auf jahrelanger Forschungsarbeit und hoher Expertise vor Ort. Die Forscher haben sich zudem für den Ansatz eines sogenannten adenovirus-basierten Vektorimpfstoffes entschieden. Vereinfacht ausgedrückt wird dabei ein sich nicht reproduzierender Adenovirus in Form des Spike-Proteins an der Spitze des Coronavirus in menschliche Zellen eingeschleust. Im besten Fall erzeugt dies eine Antwort des Immunsystems und die Bildung von Antikörpern. Auch dieser Ansatz ist nicht vollständig neu, sondern wird auch bei vielen anderen Impfstoff-Projekten genutzt. Erste Tests erwiesen sich zudem bereits als erfolgreich. So bildete sich bei rund fünfzig freiwilligen Probanden tatsächlich die gewünschte Immunität aus.

Impfstoffe müssen drei Testphasen durchlaufen

International hagelt es dennoch Kritik an der frühzeitigen Zulassung. So sah sich die Weltgesundheitsorganisation (WHO) veranlasst, noch einmal zu betonen: „„Jeder Impfstoff muss natürlich alle Versuchsreihen und Tests durchlaufen, bevor er genehmigt und ausgeliefert wird.“ Der Hintergrund: Im Normalfall durchläuft ein Impfstoff drei Phasen der Erprobung:

  • In Phase I nehmen nur wenige gesunde Probanden teil. Hier soll geschaut werden, ob relevante Sicherheitsfragen auftreten und ob der Wirkstoff sich im Körper tatsächlich wie gewünscht verhält.
  • In Phase II erhöht sich die Teilnehmerzahl. Nun wird untersucht, ob der Impfstoff tatsächlich wirkt und welche Dosierung den größtmöglichen Schutz bietet.
  • In Phase III steigt die Zahl der Teilnehmer in den vierstelligen Bereich. Nun wird noch einmal die Wirksamkeit auf breiter Basis überprüft. Außerdem wird nach möglicherweise nur selten auftretenden Nebenwirkungen sowie Wechselwirkungen mit anderen Erkrankungen oder Medikamenten geschaut.
Eine frühzeitige Zulassung bringt Gefahren mit sich

Folgt man den bereits veröffentlichten Ergebnissen, hat der russische Impfstoff nun lediglich die ersten beiden Phasen durchlaufen. Etwas drastisch ausgedrückt bedeutet dies: Aktuell steht noch nicht fest, ob der Impfstoff tatsächlich bei allen Teilen der Bevölkerung wirkt und ob er nicht doch schwere gesundheitliche Nebenwirkungen mit sich bringen kann. Die Gefahr dabei liegt auf der Hand: Erweist sich der Impfstoff als nicht so gut wie gedacht, werden zwei unerwünschte Effekte erreicht. Zum einen wiegt sich die Bevölkerung zunächst in falscher Sicherheit und reduziert die sonstigen Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie. Zum anderen könnte ein solcher Skandal langfristig die Impfmüdigkeit erhöhen. Nachgewiesen wurde dies zuletzt auf den Philippinen. Dort kam ein Impfstoff gegen das Dengue-Fieber zum Einsatz, der sich als nicht so wirksam wie versprochen erwies. Anschließend sank die Impfrate – und zwar auch bei den längst erprobten Impfungen gegen Polio oder die Masern.

Weltweit laufen bereits zahlreiche Tests an Probanden

Außerhalb von Russland haben die meisten Staaten zwar die Zulassungsprozesse beschleunigt. So können die verschiedenen Phasen teilweise parallel durchgeführt werden. An den grundsätzlichen Sicherheitsstandards wurde allerdings nicht gerüttelt. Dennoch besteht durchaus Hoffnung, dass auch hier bald ein Wirkstoff zur Verfügung steht. Weltweit gibt es den Angaben der WHO zufolge mehr als 160 Impfstoff-Projekte gegen das Coronavirus. Mindestens drei davon befinden sich in Deutschland. Immerhin 25 Projekte testen ihren Impfstoff auch bereits an freiwilligen Probanden, wobei man sich teilweise bereits in Phase 3 befindet. In Deutschland ist dann das Paul-Ehrlich-Institut für die Zulassung von Impfstoffen zuständig. Dessen Präsident Klaus Cichutek ist durchaus optimistisch: Wenn die Daten aus den Phase-III-Tests positiv ausfallen, könnte bereits Ende dieses Jahres eine Zulassung erteilt werden, so der Wissenschaftler.

Via: NY Times

Strom aus Reisschalen statt aus Dieselgeneratoren: 1,15 Millionen Tonnen Kohlendioxid weniger

Simon Bertsch - trendsderzukunft.de - 11. August 2020 - 18:39

Die Abfälle bei der Reisernte, vor allem die Schalen, summieren sich weltweit auf rund 85 Millionen Tonnen. Nur in den seltensten Fällen werden sie genutzt, sondern entsorgt. Das soll das internationale Projekt CARE (Towards Circular Indonesian AgricultuRE) ändern, an dem das Fraunhofer-Institut für Umwelt, Sicherheits- und Energietechnik (Umsicht) in Oberhausen beteiligt ist. Die Reisschalen sollen biotechnisch verwertet werden und der Stromerzeugung dienen.

Bild: Fraunhofer UMSICHT Als erstes werden indonesische Reisschalen verstromt

Erster Profiteur des Verfahrens wird Indonesien sein, mit einer jährlichen Reisernte von 70 Millionen Tonnen einer der größten Produzenten in der Welt. Zwölf Millionen Tonnen Abfälle können verwertet werden. Es handelt sich um organische Abfälle mit hohem Heizwert und niedrigem Feuchtegehalt, nach Ansicht Verfahrenstechnikerin Esther Stahl, die die Federführung bei Umsicht innehat, ideale Energielieferanten.

Diesel ist in ländlichen Gebieten besonders teuer

Die Reisschalen sollen vor Ort pelletiert und in speziellen Biomassevergasern behandelt werden. Darin entstehen brennbare Gase, die in motorisch betriebenen Generatoren in Strom umgewandelt werden können. „Durch das Kompaktieren und Hinzufügen geeigneter Additive zur Erhöhung des Ascheschmelzpunktes und der mechanischen Stabilität werden die Reisschalen zu einem wertvollen Rohstoff“, heißt es. In ländlichen Gebieten in Indonesien und anderen Entwicklungs- und Schwellenstaaten wird Strom meist in Dieselgeneratoren erzeugt. Abgesehen davon, dass der Dieselpreis dort wegen der oft langen und beschwerlichen Transportwege besonders hoch ist emittieren die Motoren Kohlendioxid. Allein in Indonesien sind es pro Jahr 4,6 Millionen Tonnen.

Ein Viertel der Dieselgeneratoren lässt sich ersetzen

Bei der Nutzung des Gases aus Reisschalen wird dagegen nur so viel CO2 frei wie die Pflanzen zuvor aus der Luft gefiltert haben, um Biomasse aufzubauen. „Wir gehen davon aus, dass ein Viertel aller Dieselgeneratoren des Landes mit der Technologie ergänzt werden kann“, so Stahl. Das sind 1,15 Millionen Tonnen. Umsicht ist für die Entwicklung des Biomassevergasers zuständig.

Selbst Europa kann von dem Projekt profitieren. In Italien, Spanien, Frankreich und einigen anderen südlicher gelegenen Ländern werden pro Jahr fast drei Millionen dieses Getreides geerntet. Auch hier fehlt es an einer geeigneten Nutzung.

via Fraunhofer UMSICHT

12 km Wanderung im "Allgäu des Siegerlandes" - und die Heide brennt!

Typisch Westerwald - 9. August 2020 - 17:30
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Die Rundwanderung führt auf ca. 12 km mit 160 Hm im Anstieg und 220 Hm durch das von Naturschützern gerne wegen der blumenbunten Bergwiesen und des Artenreichtums benannte "Allgäu des Siegerlandes"

  

Die Wanderung beginnt und endet am Wanderparkplatz "Gambacher Heide" an der L723.  Nach dem Kreisel auf der B54 links abbiegen Richtung Burbach, ca. 1,3 km rechts.

  

Die Wanderstrecke ist nicht markiert oder gekennzeichnet und ohne Navigationsgerät oder eine entsprechende App für das Mobiltelefon nur mit Ortskenntnissen zu wandern!

 

Zum Nachwandern steht am Ende dieser Seite der GPX-Track, ein Komoot-Link und eine Karte dieser Wanderung zum Download bereit.

// // Naturschutzgebiete Gambach und Hirtenwiese

Das Naturschutzgebiet “Gambach“ ist eine ganz besondere Landschaft: es handelt sich dabei um die größte Wacholderheide im Kreis Siegen-Wittgenstein.

 

Einst trennte die Wacholderheide Gambach oberhalb von Burbach die Hochfläche des Westerwaldes von dem tiefer gelegenen, südlichen Teil des Siegerland. Früher wurde der Bereich den die alte Fernstrasse "Mainzer Landstraße" als Weide und für den Viehtrieb genutzt. Der Flurname „Hirtenwiese“ für die Waldwiese am südlichen Bereich des Gebietes erinnert auch noch heute daran. Die Naturschutzgebiete (NSG) "Hirtenwiese" und "Gambach" wurden aufgrund zahlreiche seltener Pflanzen und Tiere Bestandteil des europäischen Schutzgebietsnetz "Natura 2000"

 

Heiden sind historische Kulturlandschaften, Relikte einer über viele Jahrhunderte als Hude (von hüten) oder Trift (von treiben) genutzten Viehweide.

 

Der Name für das obere Naturschutzgebiet weist ebenfalls auf dessen historische Nutzung hin. Als „Hirtenwiese“ bezeichnete man früher Gemarkungsteile, die dem Dorfhirten zur Heugewinnung für den örtlichen Deckbullen überlassen wurden. Zunehmende Verkleinerung der Viehbestände in den 50er bzw. 60er Jahren des 20. Jahrhunderts führte dann zur Nutzungsaufgabe.

 

Als Folge verschwand die heidetypische Vegetation immer mehr, und die Fläche begann zu verbuschen. Um diesen geschützten Lebensraum zu erhalten, wurde zunächst einen Großteil der aufkommenden Büsche entfernt.  Danach wurde, wie früher üblich, wieder eine extensive Beweidung wieder aufgenommen.

 

Heute pflegt ein Schäfer mit seiner Herde diese alte Heide - wir konnten die vielen "Hinterlassenschaften" und den typischen Geruch der Schafherde bei unserer Wanderung deutlich wahrnehmen.  &#x1F637;&#x1F609;

 

Ein durch gelbköpfige Pfosten gekennzeichneter Pfad,  führt hangabwärts über die schönsten Stellen der Heide.

 

Quelle: u.a. Schilder vor Ort und Tourismus Burbach

// // // // Wacholderbeeren sind gar keine Beeren!

Der "Gemeine Wacholder" (juniperus communis)  gehört zur Gattung der Zypressengewächse.

 

Er wächst als aufrechter bis kriechender Strauch oder kleiner Baum, bis zu 12 Meter Höhe, verfügt über ein tiefreichendes Wurzelsystem und kann bis zu 600 Jahre alt werden.

Im Volksmund wird er als Machandelbaum, Kranewittbaum, Reckholder, Feuerbaum oder auch Weihrauchbaum bezeichnet.

Alles Bezeichnungen die auf bestimmte Eigenschaften oder Verwendungszwecke des Gewächses hindeuten.

 

Gegenüber anderen Gehölzen ist der Gemeine Wacholder konkurrenzschwach, so dass er auf trockene, sandige, steinige Standorte oder Moorflächen verdrängt wird. 

 

Die Bestände im Westerwald sind meist sekundär durch Weidenutzung entstanden, da der Wacholder vom Vieh nicht verbissen wird. 

 

Wacholder ist eine Lichtpflanze und bevorzugt eher trockene, meist basenreiche, oft kalkhaltige Böden. 

 

Wacholder ist Zweihäusig getrenntgeschlechtig, d.h. es gibt Männliche (erkennt man an den gelblichen Blüten) und weibliche Blüten. Weibliche Blütenzapfen bestehen aus drei Zapfenschuppen. Untersuchungen ergaben, dass 18 verschiedene Säugetiere, über 40 Vogel- sowie 20 Insektenarten seine Umgebung bevorzugen.

 

Die Entwicklung zum reifen beerenförmigen Zapfen dauert 3 Jahre! Ja, wer hätte das gedacht -  eigentlich sind die uns bekannten Wacholderbeeren "Zapfen" ... ist ja ein Nadelgewächs, aber wer sagt schon das er zum würzen Wacholder Zapfen &#x1F602;&#x1F609; benutzt! 

Im ersten Jahr nach der Bestäubung ist der Zapfen noch grün, im dritten Jahr wird er schließlich schwarzbraun, bläulich bereift mit einer Wachsschicht.

 

Das bedeutet die Zapfen im Bild oben sind 3 Jahre alt.

 

Quelle: u.a. Wikipedia

// Wacholder -  Giftig, Heilend, Nutzbringend

Wacholder ist schwach giftig und hautreizend. Eine Überdosierung führt zu Nieren Reizungen und auf Beeren oder Juniperus-Präparate sollte man in der Schwangerschaft verzichten. 

 

Neben Nierenschmerzen können auch Harndrang, Diuresesteigerung, Veilchengeruch des Harns, Beschleunigung der Herztätigkeit und der Atmung auftreten, selten Krämpfe.

 

Bei äußerlicher Einwirkung kann es zu einer Entzündung der Haut mit Blasenbildung selten sogar zu einem Kontaktekzem und allergisches Asthma durch berufsbedingten Umgang mit Wacholderbeeröl kommen.

 

In der Homöopathie wird Wacholder verwendet für Linderung bei Rheuma, Gicht, Arthrose, Magen- und Darmstörungen, Hautkrankheiten, Bronchitis und Asthma, Kopfschmerzen, unreinem Blut und vielem mehr.

 

Wacholder-Zweige (und manchmal auch Beeren) werden in Skandinavien traditionell zur Aromatisierung und Haltbarmachung von Bier eingesetzt.

 

Wacholder ist übrigens das einzige Gewürz aus der Gruppe der Nadelbäume -  Wacholderbeeren sind ein wichtiges Gewürz in vielen europäischen Küchen (Sauerkraut, Fleisch, vor allem Wildbret, (Beeren zerdrücken für bestes Aroma).

 

Wacholderschnaps, vergoren oder als Auszug,  gibt es unter verschiedenen bekannten Namen: Bergila, Borovi&#x10D;ka, Genever, Genièvre, Gin, Köhm, Kranewitter, Krambambuli, Péquet, Steinhäger).

 

Historie / Symbolik:

Ältester Nachweis zum Gebrauch von Wacholderbeeren , die alten Ägypter  welche zum Einbalsamieren ihrer Leichen als Füllmaterial, nebst Sägespänen von Koniferen und Pfeffer, auch Wacholderbeeren verwendeten.

 

An den Weihnachtstagen wurden Zweige über die Stalltüren geheftet, um Druiden und Hexen fernzuhalten. Angezündete Wacholder als Abwehr gegen Hexentum, Pest und Teufel. Wacholder, als immergrüne Pflanze, galt auch als Lebensbaum und Symbol der Fruchtbarkeit, Gesundheit und ewigen Lebens bei unseren Vorfahren

 

Unzählig sind die tief im Volksglauben verankerten, dem Wacholder zugeschriebenen guten Eigenschaften.  

Beispiele:

Eichenlaub und Kranewitt, dös mag der Teufl nit.

Reckolder, gib dich gefangen; dass dem XY seine Warzen vergangen.

 

Der Bayrisch-Österreichische Brauch, bei einer Wanderung einen Wacholderzweig auf den Hut zu stecken, soll  Müdigkeit sowie den "Wolf" (Wundlaufen) verhindern.

 

Quelle: u.a. Wikipedia

// // Die Heide brennt

Die Heide brennt - so bezeichnet man oft die Blüte der Besenheide im August.  Vielen ist die Besenheide auch besser bekannt als Heidekraut, oder Erika (Calluna vulgaris).

 

Der eine oder andere kennt sicherlich auch den deutschen Heidedichter schlechthin, Hermann Löns -  der u.a. mit seinen Gedichten und Liedern wie "Die Heide brennt" u.a. der Lüneburger Heide zu viel Popularität verholfen hat.

 

Allerdings ist "Hermann-Löns die Heide, Heide brennt" in einer neueren Vertonung ein beliebtes "Trinklied", bzw. mittlerweile auch das Torlied des SC Paderborn!

Was hat es jetzt mit der Besenheide auf sich?

 

Nun, die Besenheide findet Verwendung bei der Firstverkleidung von reetgedeckten Dächern.

 

Aufgrund der sehr langen Haltbarkeit im Außenbereich wird sie auch zu Sicht-, Wind- und Lärmschutzelementen aber auch zu Kehrbesen zusammengebunden.

 

Besenheide ist sehr beständig, trotzt vielen Witterungsverhältnissen und bleibt daher über lange Jahre beständig.

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// Kristallkugel Impressionen
// Naturschutzgebiet "Großer und kleiner Stein"

Die kegelförmige Basaltkuppe und die dazugehörige große baumfreie Halde von Basaltblöcken des Naturschutzgebietes „Großer Stein“ oberhalb von Holzhausen zeugt heute noch vom vulkanischem Geschehen.

 

Vor über 20 Millionen Jahren gehörte der Hohe Westerwald zu einem vulkanisch sehr aktiven Gebiet. Nördlich der geschlossenen Basaltdecke sind als Zeugen bis heute der “Kleine Stein”  und die markante, Bergkuppe “Großer Stein” mit einem offenen Blockmeer erhalten.

 

Hierbei handelt es sich um in der Eiszeit durch Frostsprengung eines Vulkanschlotes zu Blöcken zerborstenes Vulkangestein. Die Gesteinsbrocken sind an vielen Stellen mit einer üppigen Moos- und Flechtenflora bedeckt.

 

Blockhalden sind Raritäten und erfordern daher einen ganz besonderen Schutz. Der Kernbereich ist als Naturwaldzelle ausgewiesen, in der keine forstliche Nutzung erfolgt. Auf engstem Raum findet man im Naturschutzgebiet „Großer Stein“ eine natürliche waldfreie Blockhalde und verschiedene Formen von Buchenmischwäldern mit einer besonders schützenswerten Tier- und Pflanzenwelt.

 

Übrigens, der ca. 400 m weiter nördlich gelegene "Kleine Stein" ist eigentlich die größere Stein Ansammlung! Wie bei fast allen besonderen Erhebungen im Westerwald werden auch diesen Orten mystische Kräfte zugeschrieben. Um solche Orte ranken sich auch viele Sagen und Legenden, so hier die Sage von den Riesen die am Großen Stein mit Basaltkugeln kegelten. 

 

Am Naturschutzgebiet großer Stein verläuft auch das Wanderportal Rothaarsteig mit den Audiowegen am Rothaarsteig. Die verschiedenen Stationen sind mit einem Pfahl und Schild markiert und mit einem QR-Code versehen, mit dem man Audiodateien in deutscher, niederländischer und englischer Sprache Abrufen kann.

 

Eine Super Sache ... die man gleich an ´Station 1 : Mystische Steine - Rund um das Naturschutzgebiet "Großer Stein" ausprobieren kann!

 

Quelle: Tourismus Burbach und Biologische Station Siegen-Wittgenstein und Info Schilder vor Ort

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// Fotoimpressionen "Allgäu des Siegerlandes"
// © Map: NAVITRACKS (By NAVITRACKS) // GPX Track 12 km Wanderung im "Allgäu des Siegerlands" - und die Heide brennt!" 13 km Allgäu des Siegerlands - NSG Gamba XML Dokument 139.3 KB Download // © Map: NAVITRACKS (By NAVITRACKS) //

Auf den Philippinen: Elektro-Boot gewinnt Energie aus der Kraft der Wellen

Simon Bertsch - trendsderzukunft.de - 7. August 2020 - 9:55

Die Philippinen bestehen aus mehr als 7.000 bewohnten Inseln. Für den Transport von Menschen und Waren ist das Land daher auf eine funktionierende Schifffahrt angewiesen. Oftmals werden dafür sogenannte Bangkas genutzt. Dabei handelt es sich um relativ normal aussehende Boote, die aber rechts und links jeweils noch über einen Ausleger verfügen. Diese sorgen für die nötige Stabilität und machen aus dem Boot einen Trimaran. Dem Schiffsingenieur Jonathan Salvador ist irgendwann aufgefallen, dass starker Wellengang die Ausleger regelmäßig in Bewegung versetzt. Daraus wiederum entwickelte er dann ein durchaus interessantes Projekt: Er konstruierte einen Trimaran, bei dem die durch die Wellen freigesetzte kinetische Energie aufgefangen und nutzbar gemacht wird. Auf offenem Gewässer soll das Boot sogar alleine durch die Kraft der Wellen angetrieben werden können.

Bild: Waves1Mark Rasdall, Flickr, CC BY-SA 2.0 Der Dieselmotor soll nur noch bei stiller See einspringen

Dafür hat der Ingenieur in die beiden Ausleger jeweils einen Wellenenergiewandler integriert. Vereinfacht ausgedrückt, handelt es sich um Rohre, die durch Gelenke miteinander verbunden sind. Durch die Bewegung der Wellen wird dann Öl durch hydraulische Motoren gedrückt. Diese wiederum treiben einen Generator an, der daraus letztlich nutzbaren Strom macht. Angetrieben wird das Boot schließlich durch einen klassischen Elektromotor. Zusätzlich wird sich aber auch ein Dieselmotor an Bord befinden, der immer dann zum Einsatz kommen soll, wenn gerade nicht genügend Wellen vorhanden sind. Wellenenergiewandler an sich sind keine neue Erfindung. Vielmehr wurden diese bereits vor der Küste Schottlands erfolgreich getestet. Auch Google hat bereits Interesse an der dahinter stehenden Technologie gezeigt – etwa um ein Rechenzentrum mit Strom zu versorgen.

Ende des Jahres soll der Trimaran erstmals schwimmen

Salvador ist nun aber der erste, der den Ansatz direkt auf einem Schiff zum Einsatz bringen möchte. Um zu beweisen, dass seine Idee tatsächlich praktikabel ist, hat er bereits im Jahr 2018 selbst mit dem Bau eines entsprechenden Trimarans begonnen. Ein Taifun sowie die Corona-Pandemie verzögerten die Arbeiten allerdings. Der Ingenieur ist dennoch optimistisch, bis Ende des Jahres ein erstes schwimmendes Objekt präsentieren zu können. Für die Philippinen wäre dies grundsätzlich eine gute Nachricht. Denn die vielen Schiffe des Landes verursachen nicht unerhebliche CO2-Emissionen. Sollte sich das Konzept des selbst Strom erzeugenden Schiffes durchsetzen, könnten die Flotten elektrifiziert werden, ohne dass viel Geld in Ladeinfrastruktur investiert werden muss. Es ist daher wenig verwunderlich, dass das Wissenschaftsministerium des Landes den Bau des Prototyp finanziert.

Via: BBC

Krise mitten im Umbruch: Mit diesen 4 Problemen hat die deutsche Autoindustrie zu kämpfen

Simon Bertsch - trendsderzukunft.de - 6. August 2020 - 19:34

Es war eine Niederlage wie es sie in der Geschichte der Bundesrepublik so wohl noch nicht gegeben hat: Wochenlang kämpften Automanager und Lobbyisten für eine Neuauflage der Abwrackprämie, um die Folgen der Corona-Krise einzudämmen. Doch die Politik zeigte der einstigen Vorzeigebranche die kalte Schulter. Lediglich der Kauf von Elektroautos wurde ein wenig stärker bezuschusst als ohnehin schon. Ansonsten wurde die Mehrwertsteuer gesenkt – und zwar für alle Unternehmen. Eine Bevorzugung der Autoindustrie gab es diesmal nicht. Für die Manager der Konzerne war dies gewiss keine gute Nachricht. Denn die Entscheidung erschwert den Kampf gegen die Corona-Krise und die damit einhergehenden Probleme. Doch die fehlende staatliche Unterstützung ist für die Konzerne nur ein vergleichbar kleines Problem. Denn gleichzeitig kämpft die Autoindustrie mit vier strukturellen Problemen, die die Zukunft der gesamten Branche gefährden könnten:

1. Es gibt massive Überkapazitäten

Theoretisch können in allen europäischen Autowerken insgesamt 19 Millionen Autos pro Jahr produziert werden. Selbst in den letzten Boom-Jahren wurden allerdings maximal 17 Millionen Fahrzeuge benötigt. Durch die Corona-Krise und die damit einhergehende Verunsicherung dürfte sich dieser Wert in den nächsten Jahren noch einmal verringern. So schätzt die Boston Consulting Group, dass die Verkaufszahlen erst im Jahr 2024 wieder das Vorkrisenniveau erreichen werden. Das bedeutet: Die Auslastung der vorhandenen Fabriken wird weiter sinken. Experten gehen davon aus, dass die Konzerne eine Auslastung ihrer Werke in Höhe von mindestens 80 Prozent benötigen, um nachhaltig profitabel zu sein. In diesem Jahr schwanken die Werte allerdings zwischen 63 und 71 Prozent. Man muss kein Mathe-Genie sein, um zu wissen: Dadurch erhöhen sich die Kosten pro produziertem Auto, ohne dass diese an den Kunden weitergegeben werden können.

Die Lösung für dieses Problem scheint auf der Hand zu liegen: Fabriken schließen und Arbeitsplätze abbauen. Tatsächlich haben die meisten Konzerne auch bereits entsprechende Schritte angekündigt. So will alleine Daimler weltweit 20.000 Stellen streichen und zwei Werke schließen. Das CAR-Institut geht sogar davon aus, dass deutschlandweit rund 100.000 Stellen im Automobilsektor verloren gehen werden. Doch Details der Programme sind in vielen Fällen noch unklar. Denn einerseits kosten solche Maßnahmen zunächst einmal Geld und wollen daher gut überlegt sein. Außerdem können auch Automanager nicht in die Zukunft schauen. Unter keinen Umständen wollen sie aber Kapazitäten abbauen, die sie dann im nächsten Aufschwung dringend benötigen. Je länger konkrete Entscheidungen allerdings verschoben werden, desto länger bleiben auch die Überkapazitäten – und die damit einhergehenden Kosten – bestehen.

2. Die Abhängigkeit vom chinesischen Markt

Dass die Corona-Krise nicht noch größere Auswirkungen auf die wirtschaftliche Situation der Konzerne hat, liegt vor allem einem Land: China. Dort hatte die Pandemie zwar ihren Ursprung. Doch inzwischen ist es der Regierung gelungen, die Situation weitgehend unter Kontrolle zu bekommen. Die Wirtschaft des Landes jedenfalls hat bereits fast wieder das Niveau von vor der Krise erreicht. Für die deutschen Autobauer ist dies eine gute Nachricht. Denn sie sind überdurchschnittlich stark abhängig von Verkäufen in China: Volkswagen besitzt dort einen Marktanteil von zwanzig Prozent, Daimler verkauft jedes dritte Auto im Reich der Mitte und auch bei BMW ist es immerhin noch jedes vierte Fahrzeug. Sollten sich die Beziehungen zwischen dem Westen und China also weiter verschlechtern und der Handelskrieg eskalieren, stünden die Konzerne vor einem massiven Problem. Auch deshalb halten sich die Chefs mit Kritik an China auffallend zurück.

Lange Zeit galt eine wirtschaftliche Konfrontation zwischen Deutschland und China als eher unwahrscheinlich. Zu stark schien die Abhängigkeit der deutschen Exportwirtschaft vom Reich der Mitte zu sein. Inzwischen haben verschiedene Studien dies allerdings deutlich relativiert. Zwar hat Chinas Bedeutung in der Tat stark zugenommen, wenn man die reinen Außenhandelsdaten betrachtet. So importiert Deutschland aus keinem Land weltweit mehr Waren. Bei den Exporten wiederum liegt China inzwischen immerhin auf Rang drei. Doch dies ist nur die halbe Wahrheit. Denn in die Exportstatistik fließt immer das komplette ausgelieferte Produkt ein. Tatsächlich beruhen diese aber oftmals nicht unerheblich auf im Ausland erbrachten Vorleistungen. Rechnet man diese heraus, erhält man ein deutlich realistischeres Bild – und die Abhängigkeit von China relativiert sich. Demnach stieg der Anteil des Handels mit China an der deutschen Wertschöpfung zwischen 2005 und 2015 von 0,9 Prozent auf 2,9 Prozent.

Das ist zwar immer noch relativ viel. Allerdings gehen die meisten Experten davon aus, dass gesamtwirtschaftlich betrachtet eine Eintrübung der Beziehungen durchaus zu verkraften wäre. Für die Autoindustrie gilt dies allerdings – wie oben dargestellt – eher nicht. Damit könnte die Bundesregierung im Zweifelsfall vor einer schwierigen Entscheidung stehen: Scheut sie die direkte Konfrontation mit China, um der Autoindustrie zu helfen, auch wenn sie damit dem Rest der Wirtschaft schadet – etwa weil US-Präsident Trump Strafmaßnahmen verhängt? In der Vergangenheit hätten die Autokonzerne diese Frage wohl recht optimistisch betrachten können. Doch das Beispiel der nicht beschlossenen zweiten Abwrackprämie zeigt, dass sich die Zeiten durchaus geändert haben könnten. Die deutschen Autobosse müssen daher hoffen, dass die Regierung in China auch weiterhin bemüht ist, eine vollständige Konfrontation mit dem Westen zu vermeiden. Die Behandlung der Uiguren in der Provinz Xinjiang und der Umgang mit der ehemaligen Kronkolonie Hongkong haben allerdings gezeigt, dass auch hier Veränderungen anstehen könnten.

3. Ein Konzern ist immer nur so stark wie seine Zulieferer

Das China-Geschäft ist für die Autokonzerne also Rettung und Gefahr in einem. Bei vielen Zulieferern sieht die Situation allerdings noch schlechter aus. Ihr Geschäft ist oftmals zum größten Teil auf den europäischen Markt ausgerichtet – und damit aktuell vom wirtschaftlichen Einbruch massiv betroffen. In der Vergangenheit haben die Autohersteller immer wieder die Kosten gesenkt, indem sie den Druck an die Zulieferer weitergegeben haben. In Zeiten des Aufschwungs hat dies durchaus funktioniert. In der Krise allerdings stehen viele Unternehmen nun vor dem Aus. Im schlimmsten Fall drohen den Autobauern dann ungeplante Produktionsstillstände und hohe Verluste. Dass dies ein durchaus realistisches Szenario ist, zeigt ein Beispiels aus dem Jahr 2016. Damals stritt sich der Volkswagen-Konzern mit zwei Zulieferern der Prevent-Gruppe. Diese stellten daraufhin die Lieferung von Sitzteilen und Getriebegehäusen ein. Die Folge: In sechs deutschen VW-Werken musste die Produktion vorübergehend eingestellt werden.

Wenn die wirtschaftliche Krise nun dazu führt, dass gleich mehrere große Zulieferer aufgeben müssen, dürften die Folgen noch einmal deutlich größer sein. Inzwischen fordern Gewerkschaften und Autobauer daher einhellig ein größerer Engagement des Staates. Dieser soll zum einen die Kurzarbeit ausweiten und die mögliche Bezugsdauer auf 24 Monate verlängern. In diesem Punkt zeigt sich die Politik durchaus gesprächsbereit. So versprach Bayerns Ministerpräsident Markus Söder bereits, alle entsprechenden Optionen zu prüfen. Zum anderen werden aber auch immer wieder direkte staatliche Beteiligungen ins Spiel gebracht. Hier aber ist die Politik noch deutlich zurückhaltender. Zu groß ist die Sorge, sich letztlich marode Firmen ans Bein zu binden, bei denen der wirtschaftliche Umschwung nicht mehr gelingt. Die Erfahrungen der Finanzkrise im Jahr 2008 dürften diese Befürchtungen befördern. Damals stieg der Bund unter anderem bei der Commerzbank ein – und wurde das Aktienpaket bis heute nicht wieder los.

4. Der Umbruch geht weiter

Gleichzeitig stehen der deutschen Autoindustrie auch weiterhin zwei bahnbrechende technologische Umbrüche bevor: Die Elektrifizierung des Straßenverkehrs und das autonome Fahren. In beiden Bereichen wurden die Boom-Jahre nicht genutzt, um sich durch massive Investition einen technologischen Vorsprung zu erarbeiten. Im Gegenteil: Im Elektro-Bereich hat mit Tesla ein vollständig neues Unternehmen die Führung übernommen, während beim autonomen Fahren Tech-Konzerne wie Google den Ton angeben. Zuletzt allerdings hatte die deutsche Industrie in beiden Bereichen zur Aufholjagd angesetzt. Insbesondere der Volkswagen-Konzern brachte mit dem Audi eTron und dem Porsche Taycan zwei hochmoderne Elektroautos auf dem Markt. Mit dem VW ID.3 soll zeitnah zudem auch der Massenmarkt erobert werden. Und tatsächlich ist die Ausgangslage für die deutschen Autobauer besser als oftmals dargestellt: Sie verfügen über bekannte Marken, einen starken Vertrieb und viel technische Expertise. Die grundsätzlichen Voraussetzungen für eine erfolgreiche Aufholjagd sind also gegeben.

Die Corona-Krise kommt nun allerdings zur Unzeit. Denn um in beiden Bereichen wirklich erfolgreich anzugreifen, sind hohe Investitionen nötig. Weil die Autobauer aktuell aber noch mit jedem verkauften Elektroauto Geld verbrennen, muss das nötige Kapital im Stammgeschäft erwirtschaftet werden. Genau dort führte die Krise aber zu massiven Gewinneinbrüchen oder sogar Verlusten. Bei den bisher führenden US-Firmen ist dies nicht zwingend der Fall. Tesla etwa wandelte im Laufe seiner Geschichte zwar immer wieder am Rande des finanziellen Abgrunds, profitiert aktuell aber von einem enorm hohen Aktienkurs. Im Zweifel könnte sich das Unternehmen wohl ohne große Probleme über eine Kapitalerhöhung neues Geld besorgen. Google wiederum verdient sein Geld ohnehin in einer ganz anderen Branche und ist daher von der Autokrise überhaupt nicht betroffen. Im schlimmsten Fall könnte sich der technologische Rückstand der deutschen Autobauer in den nächsten Jahren also sogar noch vergrößern.

Flugdrachen verwandelt Wind in Strom: Erstes Kraftwerk dieser Art erfolgreich getestet

Simon Bertsch - trendsderzukunft.de - 6. August 2020 - 17:46

In ein paar 100 Metern Höhe weht der Wind kräftiger und stetiger. Mit herkömmlichen Windgeneratoren lässt sich die Kraft dieser Strömungen nicht nutzen, wohl aber mit einer so genannten Flugwindkraftanlage. Diese besteht aus einem Flugdrachen, der eine Höhe von bis zu 800 Metern erreicht. Er hängt an einer Leine, die während des Steigfluges einen Generator in der Bodenstation antreibt. Hat er seine Sollhöhe erreicht wird er ferngesteuert aus dem Wind gedreht und eingeholt. Er leistet kaum Widerstand, sodass der Generator, der jetzt als Motor arbeitet, wenig Mühe hat, den Drachen einzuholen. Beim anschließenden Steigflug erzeugt er weit mehr Strom als für Einholen benötigt wird.

Bild: Skypower 100

SkyPower 100 ist jetzt im Dauerbetrieb

Deutschlands erste Anlage dieser Art hat der Entwickler, das Hamburger Unternehmen SkySails Power, jetzt in Schleswig-Holstein erfolgreich getestet. SkyPower 100, so die Bezeichnung des Windgenerators, hat eine Leistung von 100 Kilowatt. Sie geht jetzt in den Dauerbetrieb über. Die hier gemachten Erfahrungen sollen in größere Anlagen gleicher Bauart fließen. Außerdem soll der Einfluss des Drachens, der während des Fluges eine große „Acht“ beschreibt, auf die Vogelwelt und den Flugverkehr untersucht werden.

Weniger Landverbrauch als bei Windgeneratoren

Die Anlage wurde im Rahmen eines vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie geförderten Projekts errichtet, an dem neben SkySails der Karlsruher Energieversorger EnBW, die EWE Offshore Service & Solutions und die Leibniz-Universität Hannover beteiligt waren. Die Entwickler nehmen für ihren Generator einige Vorteile gegenüber klassischen Mühlen in Anspruch. Der Landverbrauch sein viel geringer – die Bodenstation ist etwa so groß wie ein Normcontainer. Sie könne auch in Regionen eingesetzt werden, die schwer zugänglich sind. Allerdings muss sie so weit erschlossen sein, dass ein Kabel zum Abtransport des Stroms gelegt werden kann. Der Schattenwurf sei überdies minimal, störe also weder Menschen noch Tiere.

Drachen sollte ursprünglich Schiffe antreiben

Der eingesetzte Drachen hat eine Fläche von 120 Quadratmetern. Das Konzept stammt aus einem alten SkySails-Projekt für einen ergänzenden Windantrieb für Frachtschiffe, Yachten und Passagierschiffe. An deren Bug wurde eine Station installiert, aus der der Drachen automatisch gestartet werden konnte. In der Sollflughöhe von etwa 500 Metern entfaltete er so viel Kraft, dass die damit ausgestatteten Schiffe bis zu 30 Prozent an Treibstoff einsparten. Die Reeder konnten sich mit dem System dennoch nicht anfreunden.

Kothaufen zu sehen: Forscher entdecken auf Satellitenbildern zehntausende neue Kaiserpinguine

Simon Bertsch - trendsderzukunft.de - 6. August 2020 - 12:34

Kaiserpinguine leben in der Regel auf Meereis am Rande der Antarktis. Weil diese Bereiche für Wissenschaftler oft nur schwer zugänglich sind, ist es gar nicht so einfach, die exakte Anzahl der noch lebenden Tiere zu erfassen. Bisher galt die Existenz von fünfzig Kolonien als gesichert. Tatsächlich dürfte die Zahl allerdings um rund zehn Prozent höher liegen. Zu diesem Ergebnis kamen Wissenschaftler jedenfalls nach der Auswertung von Satellitenbildern. Zur Verfügung gestellt wurden diese von der Satellitenmission Sentinel-2 der Europäischen Weltraumorganisation ESA. Interessant in diesem Zusammenhang: Die Pinguine selbst sind eigentlich zu klein, um sie auf Bildern aus dem Weltraum identifizieren zu können.

Bild: Hannes Grobe/AWI / CC BY (https://creativecommons.org/licenses/by/3.0) Insgesamt wurden elf neue Kolonien entdeckt

Anders sieht dies aber bei den Hinterlassenschaften der riesigen Kolonien aus: Die Kothaufen waren als braune Flecken auf den Aufnahmen zu sehen. Die Lage der braunen Punkte konnten die Forscher dann mit ihrem Wissen über die bereits existierenden Kaiserpinguin-Kolonien abgleichen. Das Ergebnis: Es müssen insgesamt elf Kolonien mehr bestehen als bisher bekannt. Dementsprechend musste auch die Schätzung der noch lebenden Tiere nach oben korrigiert werden. Aktuell geht man nun davon aus, dass noch zwischen 265.500 und 278.500 Brutpaare auf der Erde leben. Grundsätzlich ist dies erst einmal eine gute Nachricht. Denn offensichtlich ist die Art doch noch nicht so stark gefährdet wie bisher angenommen. Gleichzeitig verknüpften die Wissenschaftler die Bekanntgabe ihrer Entdeckung aber auch mit einer Warnung: Die Tiere in den neu entdeckten Kolonien leben auf gefährlichem Gebiet.

Der Klimawandel bedroht die Population auch weiterhin

Was damit gemeint ist, wird deutlich, wenn man sich die neuesten Modellprojektionen bezüglich der Auswirkungen des Klimawandels auf die Antarktis anschaut. Denn die dort als vermutlich besonders stark betroffen gekennzeichneten Regionen überschneiden sich deutlich mit dem Lebensraum der Kaiserpinguine. Oder anders ausgedrückt: Die Forschung geht davon aus, dass vielen der Kolonien irgendwann das Eis unter den Füßen wegschmelzen wird. Dann könnte sich die Population sehr schnell wieder deutlich verringern. Zunächst einmal wollen die Forscher die Kolonien nun aber im Auge behalten, um die Auswirkungen des Klimawandels vor Ort exakt zu dokumentieren. Dabei könnte dann erneut auch die Auswertung von Satellitenbildern helfen. Die Beobachtung der Kaiserpinguine folgt damit einem allgemeinen Trend: Satelliten ins All zu bringen ist inzwischen so günstig geworden, dass sich immer mehr neue Anwendungsmöglichkeiten ergeben.

Via: Der Standard

Mach 3: Richard Branson will in 90 Minuten von London nach New York fliegen

Simon Bertsch - trendsderzukunft.de - 6. August 2020 - 10:04

Die Luftfahrtindustrie hat aktuell mit zahlreichen Problemen zu kämpfen. Weil die Passagierzahlen im Zuge der Corona-Krise massiv zurückgegangen sind, leiden nicht nur die Airlines. Vielmehr sind auch die Einnahmen der Flugzeugbauer und der Flughafenbetreiber drastisch eingebrochen. Darunter hatte auch der britische Unternehmer Richard Branson zu leiden, dessen Virgin Group unter anderem Anteile an der Fluglinie Virgin Atlantic Airlines hält. Um diese zu retten, musste sogar seine Privatinsel Neckar Island in der Karibik als Sicherheit für die Banken dienen. Offensichtlich hält dies Branson aber nicht davon ab, weiterhin große Pläne zu schmieden. So arbeitet Virgin Galactic – die Firma, die unter anderem auch Touristen ins Weltall bringen möchte – aktuell an einem Überschallflugzeug.

Bild: Virgin Galactic Die Geschwindigkeiten sollen höher liegen als bei der Concorde

Ein entsprechendes „Memorandum of Understanding“ wurde nun mit dem britischen Triebwerkshersteller Rolls-Royce unterzeichnet. Dieser soll die benötigte Motortechnologie entwickeln und liefern. Die Ingenieure dort können auf einen gewissen Erfahrungsschatz zurückgreifen. Denn auch der Antrieb der legendären Concorde stammte einst von Rolls-Royce. Allerdings plant Branson nicht einfach eine Neuauflage der einstigen „Königin der Lüfte“. Vielmehr soll sein Flugzeug sogar noch einmal deutlich schneller sein. Geplant ist eine Geschwindigkeit von Mach 3 – was mindestens 3.775 Stundenkilometern entspricht. Zum Vergleich: Die Concorde flog lediglich mit Mach 2,2. Dementsprechend würden sich auch die Reisezeiten verkürzen. Während die Concorde von London nach New York mehr als drei Stunden benötigte, will Virgin Galactic die Strecke in rund neunzig Minuten zurücklegen. Dafür allerdings muss das Geschäftsmodell angepasst werden.

Lässt sich damit wirklich Geld verdienen?

Denn die Concorde bot noch Platz für rund 100 Passagiere. Die Vermarktung orientierte sich daher auch an der von klassischen Flugzeugen. Der neu geplante Überschallflieger wird hingegen nur Platz für neun bis neunzehn Passagiere bieten. Folgerichtig wird es auch keine Economy Class mehr geben. Vielmehr sollen die Passagiere zwischen Business- und First-Class wählen können. Doch wie realistisch sind die jetzt veröffentlichten Pläne tatsächlich? Das Unternehmen selbst verweist darauf, dass man gemeinsam mit der NASA und der US-Flugaufsichtsbehörde ein „Mission Concept Review“ vollzogen habe. Dabei handelt es sich um eine Art detaillierte Machbarkeitsstudie, die erfolgreich abgeschlossen wurde. Außerdem arbeiten auch zahlreiche andere Firmen – vom Startup Boom bis hin zu Boeing – an Überschallflugzeugen. Technisch unmöglich scheint die Entwicklung also nicht zu sein. Fraglich ist aber noch, ob es tatsächlich gelingen kann, einen wirtschaftlich tragfähigen Betrieb zu etablieren.

Via: Business Insider

Bösartiger Tumor: Forscher weisen erstmals Krebs bei einem Dinosaurier nach

Simon Bertsch - trendsderzukunft.de - 5. August 2020 - 16:31

Für viele gilt Krebs als eine Erkrankung der Neuzeit. Und auch wenn es heute deutlich mehr Umwelteinflüsse gibt, die die bösartigen Tumore verursachen: So ganz stimmt das nicht. Knochenfunde bei Vormenschen und Neandertalern belegen, dass auch unsere Vorfahren schon mit Krebserkrankungen zu kämpfen hatten. Ein Fossilfund aus Kanada belegt nun, dass die Geschichte von Krebs noch viel weiter zurück reicht: Auch die Dinosaurier litten schon an bösartigen Tumoren.

Bild: ROM Knochenkrebs bei einem Dinosaurier

Bereits 1989 entdeckten Paläontologen in Kanada ein ganzes Lager von Knochen der Dinosaurierart Centrosaurus apertus. Die Fossilen des Verwandten des Triceratops sind 76 bis 77 Millionen Jahre alt und ein Hinweis darauf, dass eine ganze Herde dieser Tiere damals bei einer Sturzflut umkam.

An einem dieser Dinosaurier fanden Forscher rund um Mark Crowther von der McMaster University nun eine Besonderheit. Bei einer genaueren Untersuchung des Wadenbeines des Tieres fanden die Forscher eine Wucherung, die zuerst als eine verheilte Verletzung eingestuft wurde. Neue Analysen der Knochenstruktur mittels Dünnschnitten und eine Mikro-Computertomografie ergaben, dass der Centrosaurus unter einem Osteosarkom litt, also einem bösartigen Knochenkrebs. „ Wir haben hier die unzweifelhafte Signatur eines fortgeschrittenen Knochenkrebses bei einem 76 Millionen Jahre alten Dinosaurier. Das ist der erste Nachweis eines bösartigen Krebses bei einem Dinosaurier„, so Crowther.

Das Tier hatte beträchtliche Schmerzen

Osteosarkome breiten sich bei Menschen schnell im Knochen aus, von wo sie dann häufig in die Lunge und andere Organe metastasieren. Der Centrosaurus litt ebenfalls unter weit fortgeschrittenem Knochenkrebs. Das Wadenbein des Tieres war von dem Tumor so angegriffen, dass es bereits stark zerfressen war. Der Dinosaurier muss daher unter beträchtlichen Schmerzen gelitten haben. Die Forscher vermuten, dass der Krebs auch schon Metastasen gebildet hatte.

Dieser Knochenkrebs muss verheerende Auswirkungen auf das Tier gehabt haben„, so Koautor David Evans vom Royal Ontario Museum. Das Laufen müsse für den Cetrosaurus eine Qual gewesen sein. Die Forscher vermuten, dass nur der Schutz der Herde ihn davor bewahrte, Opfer eines Jägers wie des Tyrannosaurus geworden zu sein. Letztlich starb das Tier aber nicht an dem Krebs, sondern ging wahrscheinlich mitsamt seiner Herde bei einer Sturzflut zugrunde.

Diese weltweit erste Diagnose eines bösartigen Tumors bei einem Dinosaurier gibt den Forschern die Möglichkeit, genauere Erkenntnisse über die Evolution von Tumorerkrankungen zu gewinnen. Es handelt sich um einen Beweis, dass die Entwicklung von Krebs weit zurück reicht.

via Royal Ontario Museum

So steht es um die aktuelle Rechtslage zur E-Zigarette

Simon Bertsch - trendsderzukunft.de - 5. August 2020 - 9:43

Während die Tabakbranche in den letzten Jahren viele Zugeständnisse machen musste und mit dem neuen Werbeverbot kaum noch öffentliches Marketing möglich ist, gilt derzeit für die E-Zigarette eine mildere Regulierung. Doch auch aktuell unterliegt das Gerät bereits einigen Einschränkungen. Sind in Zukunft vielleicht weitere Regulierungen bezüglich der E-Zigarette möglich?

Wieso greifen Menschen zur elektrischen Zigarette?

Als Alternative zu gewöhnlichen Tabakwaren gelten die Produkte vor allem aufgrund des Verzichts auf Rauch und damit den vielen Schadstoffen, die bei dem Verbrennungsprozess einer normalen Zigarette entstehen. Daher werden E-Zigaretten bei der Auswahl geeigneter Liquids oft als gesünder angesehen, da nur Dampf inhaliert wird und kein Tabak enthalten ist. Als ein weiterer Vorteil werden dabei oft die vielfältigen Aromen und verschiedenen Nikotinstärken genannt, die zur Verfügung stehen und vom Käufer frei ausgewählt werden können.

Welche Gesetze betreffen die E-Zigarette?

In den USA sind die Regulierungen, welchen die E-Zigarette unterliegt, vergleichsweise nachlässig. Besonders im Zusammenhang mit der EVALI-Thematik in den USA hat die E-Zigarette auch hier zu Lande zeitweise hohe Wellen geschlagen. Im Gegensatz zu den USA müssen Hersteller von E-Zigaretten in den Mitgliedsstaaten der Europäischen Union deren deutliche Richtlinien in Sachen Sicherheit befolgen, damit die Produkte für den Binnenmarkt zugelassen sind. Das größte Augenmerk liegt dabei auf den Produzenten von Liquids, die hinsichtlich der Inhaltsstoffe unter anderem einen maximalen Nikotingehalt beachten und verpflichtende Informationen auf der Verpackung angeben müssen. Vor allem unter dem Eindruck der Geschehnisse in den USA und um sich deutlich von gepanschten und unregulierten Erzeugnissen abzugrenzen, haben einige Hersteller überdies ein freiwilliges und über den EU-Standard hinausgehendes Qualitätsversprechen für Liquids und E-Zigaretten abgegeben.

Verschiedene Gesetzeslagen

Ein Verkauf an Kinder und Jugendliche ist wie bei gewöhnlichen Zigaretten nicht gestattet, wie der Bundestag bereits vor einigen Jahren beschlossen hat. Mit der Verabschiedung des neuen Tabak-Werbeverbots wird nun auch die letzte Bastion für Werbung der Produkte in der EU fallen. Denn bisher war Deutschland das einzige Land, in dem Werbung für Zigaretten im Kino oder auf Plakatwänden erlaubt war. Dabei sehen sich einige Hersteller von Tabakprodukten im Vergleich zur E-Zigarette benachteiligt. Während normale Tabakwaren bereits ab 2022 auf Plakaten oder Bushaltestellen nicht mehr werben dürfen, ist dies für elektrische Zigaretten noch zwei weitere Jahre erlaubt.

Weitere Einschränkungen

In verschiedenen Ländern, wie in Indien, Brasilien und Mexiko, greifen andere Regulierungen als in der Europäischen Union. So ist etwa eine Einfuhr von E-Zigaretten in diese Länder nicht gestattet. Beachten Sie daher diese Einschränkungen, falls Sie in den Urlaub fliegen und dort Ihre E-Zigarette mitnehmen möchten. Nachdem zwar auch hier zu Lande Plakatwerbung für elektrische Zigaretten ab 2024 untersagt wird, geht dieser Schritt manchen nicht weit genug. Es stehen Forderungen nach weiteren Regulierungen im Raum. So ist es insbesondere bei Liquids unklarer Herkunft möglich, dass das Dampfen nicht abschätzbare Folgen birgt, worauf vermehrt hingewiesen werden sollte. Bei der Auswahl der Liquids wird daher geraten, zu Markenprodukten von bekannten Unternehmen zu greifen, um so das Risiko unbekannter Inhaltsstoffe auszuschließen.

Langfristige Zukunft ungewiss

Für die nähere Zukunft werden Teil- oder Komplettverbote für die elektrischen Zigaretten wohl kaum realistisch sein, so dass Benutzer noch länger ihre Freude an den Alternativen zu Tabakprodukten haben sollten. Ob es jedoch auf Dauer bei einem Werbeverbot belassen wird, ist noch nicht abzuschätzen und wird gewiss ein hart umkämpftes politisches Thema bleiben.

Studie zeigt: Ocean Cleanup Project erfasst maximal 5% aller Plastikteile im Ozean

Simon Bertsch - trendsderzukunft.de - 5. August 2020 - 9:38

Das Ocean Cleanup Project hat in den letzten Jahren viel öffentliche Aufmerksamkeit erhalten. Die Idee des charismatischen Gründers Boyan Slat: Riesige Barrieren werden in Meeresströmungen installiert und sollen die dort schwimmenden Plastikteile einfangen. Anschließend wird der Müll dann per Schiff an Land gebracht und im besten Fall recycelt. Von Anfang an wurde das Projekt allerdings auch von Kritik begleitet. So bezweifelten viele Wissenschaftler, dass sich auf diese Weise tatsächlich ausreichend Plastik einfangen lässt. Denn der Müll zerfällt während seiner Reise durch die Ozeane in immer kleinere Teile und sinkt irgendwann in Richtung Meeresboden. Nun hat eine Studie von Forschern aus Großbritannien und Deutschland die Wirksamkeit erstmals genauer untersucht. Das Ergebnis: Selbst im besten Fall kann nur rund fünf Prozent des Plastikmülls in den Ozeanen auf diese Weise eingefangen werden.

Die Menge an Müll im Meer dürfte noch weiter ansteigen

Um mit validen Zahlen agieren zu können, mussten die Forscher zunächst abschätzen, wie viele Kunststoff-Abfälle tatsächlich in den Meeren landen. Schätzungen zufolge liegt dieser Wert aktuell bei rund 399.000 Tonnen jährlich. Den Prognosen der Forscher zufolge wird dieser Wert bis zum Jahr 2052 auf 860.000 Tonnen steigen. Die Studie ging nun davon aus, dass 200 Barrieren mit einer Länge von jeweils sechshundert Metern für 130 Jahre auf den Weltmeeren installiert werden. Anschließend wurde simuliert, wie sich das Plastik in den Meeren verteilt und wie viel davon in den Fangarmen landet. Letztlich kamen die Forscher zu dem Ergebnis, dass auf diese Weise rund 44.900 Tonnen Kunststoff-Abfall eingefangen werden könnte. Dies entspräche rund fünf Prozent der anfallenden Menge an Plastikmüll. Die Köpfe hinter dem Ocean Cleanup Project dürfte dies nicht wirklich überraschen: Sie betonen seit Jahren, dass ihr Ansatz nur ein Teil der Gesamtlösung sein kann.

Kunstoff-Abfälle müssen soweit wie möglich vermieden werden

Bleibt die Frage zu klären, wie sich die Problematik insgesamt lösen ließe. Theoretisch gibt es dabei zwei denkbare Varianten. Zum einen könnten die Barrieren direkt auf den in die Ozeane fließenden Flüssen installiert werden. Dadurch wäre man deutlich näher an der Quelle der Verunreinigung und könnte fast den gesamten Abfall einsammeln, bevor er zerfällt und nach unten sinkt. Allerdings könnten die Flüsse dann auch nicht mehr für die Schifffahrt genutzt werden. Aus wirtschaftlichen Gründen dürfte diese Option daher ausscheiden. Hinzu kommt, dass sich das eingesammelte Plastik zumeist nur schwer sinnvoll recyceln lässt. Aus Sicht der Forscher kann das Problem daher nur gelöst werden, wenn es endlich gelingt, weniger Plastikmüll zu produzieren. Es ist daher von entscheidender Bedeutung, alternative Material zu entwickeln, die entweder biologisch abbaubar sind oder problemlos mehrmals verwendet werden können.

Via: New Atlas

Zu unkonkret: Irlands höchste Richter verdonnern Regierung zu Nacharbeiten am Klimaplan

Simon Bertsch - trendsderzukunft.de - 4. August 2020 - 21:33

Irlands Klimaplan ist eigentlich bereits obsolet. Denn das Land hat sich vor vier Jahren verpflichtet, die Klimaemissionen – verglichen mit dem Referenzjahr 1990 – bis zum Jahr 2050 um achtzig Prozent zu senken. Die Europäische Union hat inzwischen aber das Ziel der Klimaneutralität ausgegeben. Schon aus diesem Grund dürfte die irische Regierung also bald neue Ziele verabschieden müssen. Der alte Plan sorgte nun allerdings auch noch einmal für juristischen Ärger. Dabei ging es nicht um das Ziel an sich – das wurde von den Richtern nicht beanstandet. Allerdings hatte die Regierung vor drei Jahren zusätzlich noch einen sogenannten Fahrplan verabschiedet. In diesem sollte stehen, wie die massive Reduktion der Treibhausgase erreicht werden soll. Dagegen wiederum klagte die Organisation „Friends of the Irish Environment“.

Foto: Global Warming. The Earth became the newest Waterworld., Andrea Della Adriano, Flickr, https://creativecommons.org/licenses/by/2.0/legalcode Wie konkret muss und kann ein Klimafahrplan ausfallen?

Der Kritikpunkt: Der Fahrplan sei zu allgemein gehalten und enthalte zu wenig konkrete Vorgaben. Dies ist grundsätzlich nicht ungewöhnlich. Denn natürlich ist es nicht möglich, jede Maßnahme bis ins Jahr 2050 schon jetzt detailliert zu beschreiben. Die Regierung verwies daher auch darauf, dass das Dokument lediglich einen Prozess starten solle. Grundsätzlich räumten auch die sieben Richterinnen und Richter des obersten Gerichts ein, dass sich die Regierung hier einen gewissen Handlungsspielraum erhalten können muss. Dennoch urteilten sie: Der Fahrplan ist dann doch ein wenig zu unkonkret geraten. Die Regierung muss nun entweder den alten Fahrplan überarbeiten oder einen komplett neuen verabschieden. Umwelt- und Klimaschutzorganisationen haben dann wiederum die Möglichkeit, erneut zu klagen, wenn sie auch mit dem neuen Fahrplan nicht einverstanden sind.

Die Gewaltenteilung wurde neu justiert

Denn darin liegt die eigentliche Sprengkraft der Entscheidung: Die Richter beanspruchen für sich das Recht, die Klimaschutzgesetzgebung des Landes zu überprüfen. Der High Court, das oberste Zivil- und Strafgericht des Landes, hatte genau dies noch abgelehnt. Die Richter dort wiesen die Klage zunächst ab und verwiesen auf die Gewaltenteilung. Demnach wäre es alleine Aufgabe der Regierung über Maßnahmen zum Klimaschutz zu entscheiden. Gegen diese Entscheidung wiederum legten die Klimaschützer Revision ein und bekamen schließlich Recht. Das jetzt gefällte Urteil kann nun nicht mehr angefochten werden. Irland ist zudem nicht das einzige Land, in dem die Justiz ein Mitspracherecht einfordert. So wurde die niederländische Regierung vor einigen Jahren vom Obersten Gerichtshof verpflichtet, die eigenen Klimaziele ambitionierter zu gestalten. In Deutschland gab es bisher hingegen noch keinen vergleichbaren Fall.

Via: Klimareporter

Solarzellen ohne giftiges Cadmium: Südkoreanern gelingt der Ersatz durch Zink

Simon Bertsch - trendsderzukunft.de - 4. August 2020 - 17:43

So genannte CIGS-Solarzellen haben einen hohen Wirkungsgrad, sind auf Wunsch flexibel, lassen sich ohne großen Energieaufwand herstellen und benötigen wenig Halbleitermaterial. Sie sind weitaus billiger als etwa Siliziumzellen, haben jedoch einen Nachteil. Sie enthalten giftiges Cadmium, sodass das Recycling beziehungsweise die Entsorgung so viel kostet, dass der Vorteil bei den Produktionskosten aufgefressen wird. Forscher am Electronics and Telecommunications Research Institute (ETRI) in Südkorea haben das leidige Giftproblem jetzt gelöst, Sie ersetzen Cadmium durch Zink.

Zellen sind nur drei Mikrometer dick

Die Aufgabe, Lichtteilchen (Photonen) in Strom, also Elektronen, umzuwandeln, übernimmt in beiden Zelltypen eine Legierung aus Kupfer, Indium, Gallium und Selen, daher die Bezeichnung CIGS (C steht für Copper, englisch Kupfer). Diese Legierung wird auf eine flexible Kunststofffolie oder Glas in einem chemischen Bad abgeschieden. Die übrigen Schichten, darunter Cadmiumsulfid, werden aufgedampft. Bei den ETRI-Zellen ist es eine Zinklegierung. Insgesamt sind die Zellen nur drei Mikrometer dick (drei Tausendstel Millimeter).

Stolzer Wirkungsgrad von 18 Prozent

Weltweit haben zahlreiche Forscher schon versucht, Cadmium durch ungiftige Metalle zu ersetzen. Sie waren auch erfolgreich, doch eins schafften sie nicht: einen hohen Wirkungsgrad. Hier können die Südkoreaner punkten. Deren Zelle kommt auf 18 Prozent, wenigsten beim Labormodell. Ob dieser Wert auch bei einer industriellen Herstellung erreicht werden kann ist noch offen.

Immerhin besteht die Chance, dass die hohe Effektivität der Zelle endlich den Durchbruch auf dem Markt bringt. Dafür spricht auch eine weitere Eigenschaft der Zellen. Sie lassen sich ohne Mehraufwand mit farbigen Oberflächen herstellen. Damit lassen sie sich besser in Fassaden einpassen. Bisher wird diese Möglichkeit kaum genutzt, weil herkömmliche Solarzellen die Optik stören, was kaum ein Architekt akzeptiert.

Neue Chancen für Solarstrom

„Unsere Technik wird dazu beitragen, die Produktion von umweltverträglichem Solarstrom voranzubringen“, sagt Yong-Duck Chung, der das Forscherteam leitet. Er stellte das Forschungsergebnis in der Fachzeitschrift „Nano Energy and Progress in Photovoltaics“ vor.

via

Überraschend: Gentherapie bei Alzheimer-Mäusen macht Gedächtnisverlust rückgängig

Simon Bertsch - trendsderzukunft.de - 1. August 2020 - 10:06

Die Brüder Lars und Arne Ittner wollten eigentlich nur ein Mittel finden, um Alzheimer zu stoppen. Den aus der Krankheit resultierenden Gedächtnisverlust rückgängig zu machcne, daran hätten sie nicht geglaubt. Und doch ist es ihnen gelungen, schwer erkrankten Mäusen ein ganz normales Leben zurückzugeben. Ob das wohl auch bei Menschen klappt?

Demente Labormäuse erhielten ihr Gedächtnis zurück Die Mäuse verhielten sich, als seien sie nie erkrankt

Die Ergebnisse dieser Studie sind hoffnungsverheißend: Die australischen Wissenschaftler an der Macquarie University beschäftigen sich mit dem Thema Gentherapie. Ihnen ist es gelungen, ein Enzym im Gehirn von Mäusen zu aktivieren, das den Namen p38gamma trägt. Die Versuchstiere litten unter einer fortgeschrittenen Alzheimer-Erkrankung, waren nicht mehr fähig, Neues zu lernen und hatten ursprünglich vorhanden Fähigkeiten verloren. Die Brüder Ittner hegten die Hoffnung, den kognitiven Niedergang der Tiere zumindest verlangsamen zu können, doch es kam viel besser. Die Mäuse benahmen sich zwei Monate nach der Behandlung wieder ganz ähnlich wie ihre gesunden Artgenossen, als seien sie nie erkrankt gewesen. Sie erhielten sogar wieder ihre Fähigkeit zurück, zu lernen – die Forscher waren verblüfft.

Das Potential reicht auch für andere Formen der Demenz

Die natürliche schützende Enzymaktivität des Gehirns geht immer mehr verloren, je weiter eine Alzheimer-Erkrankung fortschreitet. Diesen Prozess umzukehren ist bislang noch in keiner Therapieform gelungen, auch nicht bei Mäusen. Bis zu klinischen Versuchen an Menschen wird allerdings noch eine Menge Zeit vergehen. Die Marktreife der neuartigen Gentherapie könnte, wenn alles gut geht, in fünf bis zehn Jahren erreicht sein, bis dahin gilt es, Geduld zu haben. Das Potential dieser Erfindung endet nicht bei der Alzheimerbehandlung, auch andere Formen der Demenz geraten in den Fokus. Die frontotemporale Demenz, die typischerweise jüngere Menschen zwischen 40 und 65 Jahre befällt, gehört mit dazu. Für alle, die mehr wissen möchten: Im September wird es eine detaillierte Veröffentlichung zu dieser Studie im Fachmagazin Acta Neuropathologica geben.

Quelle: newatlas.com

Terra Preta – der ″Turbolader″ für den Garten

gute-nachrichten.com - 31. July 2020 - 19:41

Zurück zum Ursprung unserer Böden: „Terra Preta“ kommt aus dem Portugiesischen und heißt übersetzt „schwarze Erde“. Dieser Bodentyp wurde von Archäologen bei Ausgrabungen rund um Indiosiedlungen in Brasilien entdeckt. Schnell wurde den Forschern klar, dass dies Erde nicht auf natürlichen Weg entstanden ist, denn er enthielt Knochen, Lebensmittelreste, menschliche und tierische Ausscheidungen und einen hohen Anteil an Holzkohle. Man hat daraus gefolgert, dass die Bewohner des Urwalds diese Erde selbst herstellten, um die Erträge zu verbessern, denn der Boden im Urwald ist äußerst nährstoffarm.

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Jetzt kommt das Überraschende: Terra Preta gibt es nicht nur im Urwald, sondern es wurde auch von einer Forschergruppe um Professor Bruno Glaser von der Universität in Halle auch in Deutschland, nämlich im Wendland nachgewiesen. Das Wendland liegt m Osten Niedersachsens. Dort ist der Boden ein nährstoffarmer Sandboden, vergleichbar mit den Böden im Urwald. Auch dort wurden in der Vorzeit die Böden mit Abfällen und Holzkohle angereichert, um die Ertragsqualität zu erhöhen.

Photo by Markus Spiske from Pexels

Professor Glaser argumentiert: „Die schwarze Erde bietet großes Potenzial bei der Bekämpfung des Klimawandels. Sie kann – im großen Stil eingesetzt – für eine wesentlich bessere Bodenfruchtbarkeit und damit für eine Ertrags- und Ernährungssicherheit für die gesamte Weltbevölkerung sorgen.

 

 

Was unterscheidet Terra Preta von herkömmlichen Böden?

 

Terra Preta enthält vier Mal mehr Phosphat, drei Mal mehr Kalium und doppelt soviel Stickstoff wie unser einheimischer Boden. Vor allen Dingen enthält es siebzig Mal mehr Pflanzenkohle als unsere einheimischen Böden. Die Pflanzenkohle hat die Eigenschaft, Kohlenstoff langfristig zu speichern und damit dem natürlichen Nährstoffkreislauf zu entziehen. Also Pflanzenkohle macht genau das Gegenteil, was bei der Verbrennung von fossilen Energieträgern wie Kohl, Öl oder Gas geschieht.

Bild von OnzeCreativitijd auf Pixabay

 

Terra Preta in der Paxis – Wie funktioniert es für jeden?

 

Aber nicht nur an der Uni Halle wird geforscht, es gibt bereits Menschen, die mit Terra Preta bereits in der Praxis arbeiten. In Sichtweite des Wilden Kaisers in Tirol liegt die Ortschaft Schwendt. Dort wohnt und arbeitet Caroline Pfützner. Eine Frau, die ein Ziel hat: „Wir wollen den Menschen das Konzept der Terra Preta näherbringen.“

Im Jahr 2008 kam Frau Pfützner zum ersten Mal mit Terra Preta in Kontakt. Sie wollte damals die Erde ihres eigenen Gartens verbessern, damit dieser mehr Ertrag bringt. Sie machte es wie die Indios und besorgte sich Gesteinsmehl, Mikroorganismen und Pflanzenkohle. Sie sammelte Küchen- und Gartenabfälle und mischte dies alles zusammen. Als der Kompostiervorgang nach einigen Monaten vollendet war, konnte Frau Pfützner eine fünf Millimeter dicke Schicht Terra Preta über ihr Gemüsebeet ausbringen. Sie sagt: „Das Ergebnis war phänomenal“. Sie hatte mehr Ertrag und weniger Schnecken in ihrem Garten. Sie war so begeistert, dass sie nach diesem Ergebnis ein Familienunternehmen gründete: Die TerraTirol KG. Ihr Mann führt die Geschäfte, sie ist für die Produktion der Erde zuständig. Caroline Pfützner erklärt die Wirkungsweise wie folgt: Die Tera Preta bringt Nährstoffe zurück in die Erde. Die Vorarbeit leisten die Mikroorganismen und unterstützen die Fermentation, also einen Gärungsprozess der Fäulnis verhindert und Vitamine und Enzyme entstehen lässt. Das Gesteinsmehl dient dabei den Mikroorganismen als Lebensraum. Bei den Indios waren es die Tonscherben.

Frau Pfützner legte Testbeete an, um einen Vergleich zwischen Terra Preta und normalen Erden ziehen zu können. Die Ergebnisse waren beeindruckend, denn der Ertrag lag zwischen 30 und 80 Prozent bei der Verwendung von Terra Preta höher.

Mittlerweile arbeitet Frau Pfützner mit der Universität in Innsbruck zusammen. Man untersucht, wie ein Großbauer sein unverkäufliches Gemüse sinnvoll mit Terra Preta wiederverwenden kann. Stolz sagt Frau Pfützner: „Wir leisten Pionierarbeit. Immerhin bauen wir den Boden für die nächste Generation“.

Photo by Anna Earl on Unsplash

 

Ein spannendes Thema, das in naher Zukunft sicherlich noch viel mehr Aufsehen erregen wird und für jeden einzelnen Menschen, der sich auch für den Eigenanbau seiner Nahrung interessiert, von großem Interesse sein wird. Momentan kann man einen stetig wachsenden Trend erkennen: Schrebergärten werden in den Städten immer begehrter und sogar der Anbau von eigenen Lebensmitteln auf dem Balkon ist im Vormarsch, weil viele Menschen begreifen, wie wichtig eine echte, gesunde Nahrung anstatt künstlich erzeugter und langfristig krankmachender Fertignahrungsmittel ist.
Zurück zur Eigenverantwortung in diesem Bereich und zurück zu mehr Natur, aus der auch letzten Endes der Mensch entspringt, bringt uns wieder mehr zum Ursprung und damit zur Gesundung mithilfe unserer Verbindung zur Mutter Erde und zu dem, was natürliche Nahrung und ein gesunder und fruchtbarer Boden bietet.
Jeder der die Möglichkeit hat, kann einfach mal selbst ausprobieren und kreativ sein, um seine eigene Erde für den Garten zu verbessern. Terra Preta selbst gemacht also! ;-)

 

Quellen:
mein-schoener-garten.de/terra-preta
nationalgeographic.de/umwelt/2019/07/terra-preta-das-geheimis-liegt-im-boden

Notwendigkeit eines Brückenschlags zwischen Wissenschaft und Praxis im Naturschutz – Chancen und Herausforderungen

Typisch Westerwald - 31. July 2020 - 18:20
Aus Ausgabe 8-2020 Uwe Riecken, Christian Ammer, Bruno Baur, Aletta Bonn, Tim Diekötter, Stefan Hotes, Andreas Krüß, Sebastian Klimek, Ilona Leyer, Klaus Werk, Birgit Ziegenhagen und Nina Farwig Für ein erfolgreiches Handeln im Naturschutz sind ein enger Austausch und eine Rückkopplung zwischen Wissenschaft sowie Akteurinnen und Akteuren der Praxis auf allen Ebenen notwendig. Viele Beispiele und Erfahrungen deuten jedoch darauf hin, dass dieser wechselseitige Austausch nicht optimal und bedarfsgerecht funktioniert. Aus Sicht der Autorinnen und Autoren besteht die Notwendigkeit für einen neuen „Brückenschlag“ im Naturschutz, um die Übertragung gesicherter Forschungsergebnisse in die Praxis und umgekehrt die Vermittlung der Bedarfe aus der Praxis hin zur Wissenschaft zu optimieren. Ausgehend von einer Analyse der aktuellen Herausforderungen und Ursachen in diesem Kontext werden im vorliegenden Beitrag – differenziert nach den wichtigsten Akteursgruppen – verschiedene Lösungsansätze für einen Brückenschlag abgeleitet und zur Diskussion gestellt. Ergänzend finden sich vier Praxisbeispiele. Für eine Verbesserung der Situation muss die Naturschutzforschung vermehrt die Bedarfe der Praxis berücksichtigen und entsprechende Forschung muss auch von der „scientific community“ anerkannt werden. Gleichzeitig soll die Diskussion dazu beitragen, dass die Praxis ihr Handeln stärker evidenzbasiert ausrichtet und noch aktiver die Kooperation mit der Wissenschaft sucht. Naturschutzpraxis – Evidenz – Naturschutzforschung – Kompetenzzentrum – Forschungsförderung – Akademische Ausbildung DOI: 10.17433/8.2020.50153829.364-371 ♦ zum Beitrag ♦   ♦ Dieser Beitrag in Natur und Landschaft könnte Sie auch interessieren: "Welche Informationsquellen nutzt die Naturschutzpraxis?" von Fabian et al. in Natur und Landschaft 4-2020 Weitere interessante Fachbeiträge finden Sie über die Artikelrecherche. ♦ 1.8.2020

Umwelt-DNA bestätigt die Wiederbesiedlung und schnelle Ausbreitung der Rheingroppe in einem renaturierten Fließgewässer

Typisch Westerwald - 31. July 2020 - 18:14
Aus Ausgabe 8-2020 Christopher A. Hempel, Gunnar Jacobs, Arne J. Beermann, Vasco Elbrecht, Jan-Niklas Macher, Till-Hendrik Macher, Bianca Peinert, Jost Borcherding und Florian Leese Mehr als 100 Jahre lang wurden weite Teile des Einzugsgebiets der Emscher (Ruhrgebiet, Nordrhein-Westfalen) aufgrund bergbaubedingter Geländesenkungen als offen geführtes Abwassersystem genutzt. Nach dem Ende der Bergbautätigkeit wird im Zuge des wasserbaulichen Großprojekts „Emscher-Umbau“ für mehr als 5 Mrd. € ein modernes Kanalsystem installiert, um die Abwässer unterirdisch den Kläranlagen zuzuführen und im Anschluss die Emscher und ihre Nebenläufe zu renaturieren. Die sich hierbei neu entwickelnden Ökosysteme sind spannende Fallbeispiele, um die Wiederbesiedlung durch Fließgewässerorganismen (z. B. Fische) mittels moderner, molekularer Methoden zu untersuchen. Im Rahmen dieser Studie wurde getestet, inwiefern Analysen von Umwelt-DNA (environmental DNA, kurz eDNA) genutzt werden können, um den Erfolg der Wiederansiedlung einer Fischart zu bewerten. eDNA-Untersuchungen erfordern nur eine Wasserprobe und keine invasive Beprobung z. B. über Elektrobefischung, daher ist die Methodik auch im behördlichen Kontext von Interesse. Als geeignetes Untersuchungsobjekt wurde die Rheingroppe (Cottus rhenanus) gewählt – ein kleiner, bodenbewohnender Süßwasserfisch, der sein Vorkommen in Teilen des nördlichen Rheineinzugsgebiets hat. Um das Ausbreitungspotenzial der Rheingroppe und die Auswirkungen horizontaler Gewässerbarrieren auf den Wiederbesiedlungserfolg besser verstehen zu können, wurde eDNA aus Wasserproben extrahiert und auf Vorhandensein der Rheingroppe getestet. Anhand der Ergebnisse konnten u. a. die Wanderbewegungen der Rheingroppe dokumentiert und Rückschlüsse auf die Gewässerdurchgängigkeit bzw. -struktur gezogen werden. Hierbei fand einmalig auch ein qualitativer Vergleich zur traditionellen Elektrobefischung statt. Umwelt-DNA – Erfolgskontrolle – Biomonitoring – Emscher – Cottus rhenanus – Indikatorart – Wiederansiedlung DOI: 10.17433/8.2020.50153827.358-363 ♦ zum Beitrag ♦   ♦ Dieser Beitrag in Natur und Landschaft könnte Sie auch interessieren: "Artenhilfsmaßnahmen für gefährdete Wildflussarten – eine Potenzialstudie an den bayerischen Alpenflüssen anhand von vier Beispielarten" von Woellner et al. in  Natur und Landschaft 12-2019 Weitere interessante Fachbeiträge finden Sie über die Artikelrecherche. ♦ 1.8.2020

Klimawandel: In der Nordsee entweichen Tausende Tonnen Methan in die Atmosphäre

Simon Bertsch - trendsderzukunft.de - 31. July 2020 - 18:02

Methan, das aus dem Sediment des Meeresgrundes austritt, ist nichts Ungewöhnliches. Entlang der Küsten ist es normal, dass tauende Gashydrate das Klimagas freisetzen. Forscher fanden nun jedoch heraus, dass in der Nordsee deutlich mehr Methan freigesetzt wird, als bisher angenommen wurde. Die Hauptquellen sind dabei Risse rund um alte Bohrlöcher.

Bild: ROV-Team/Geomar Methan vom Meeresgrund

Vor Helgoland entstanden im Herbst 2015 tausende Gasaustritte. Dabei wurden große Mengen Methan freigesetzt. Doch oft sind Gasaustritte auch nicht rein natürlichen Ursprungs. Vor einigen Jahren entdeckten Forscher Methangas-Lecks in der Nordsee, die vermehrt um alte Bohrlöcher herum auftraten. Christoph Böttner vom GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung in Kiel wollte wissen, wie diese Lecks zustande kommen und wie viel Methan aus ihnen austritt.

Zu diesem Zweck analysierte er mit einem Team im Rahmen einer Schiffsexpedition den Untergrund rund um 43 alte Bohrlöcher für Erdgas oder Erdöl mit Hilfe von modernen Sonarmessungen. Außerdem nahmen die Forscher sich seismische Daten zur Beschaffung des Untergrunds im britischen Teil der Nordsee vor. Dabei erfassten die Forscher 1792 Bohrlöcher in rund 20.000 Quadratkilometern Meeresboden.

Alte Bohrlöcher als Gefahr  Die Ergebnisse bestätigten, was die Forscher bereits vermuteten: Im unmittelbaren Umfeld der alten Bohrlöcher tritt vermehrt Methan aus – und zwar durch winzige Risse, die im Untergrund rund um die Löcher entstanden. So wurden vorher abdichtende Gesteinsschichten durchlässig für Gas, sodass das eingeschlossene Methan an die Oberfläche des Meeresgrundes kommen kann.

Die Wahrscheinlichkeit für derartige Leckagen steigt, je näher die Bohrlöcher an flachen Gastaschen liegen, die für die kommerzielle Förderung normalerweise uninteressant sind„, so Studienleiter Matthias Haeckel vom GEOMAR Institut. Das Ausmaß dieser LEcks ist enorm: „ Die Ergebnisse zeigen deutlich, dass jährlich tausende Tonnen Methan an alten Bohrlöchern am Nordseeboden austreten„, berichtet Böttner. Die 1800 britischen Bohrlöcher setzen pro Jahr 900 bis 3700 Tonnen Methan frei. In der Nordsee gibt es aber mehr als 15.000 Bohrlöcher. Die Forscher vermuten, dass auf diese Weise etwa 17.000 Tonnen des hochpotenten Klimagases freiwerden.

Im Vergleich zu den natürlichen Methanquellen der Nordsee stellen diese Gaslecks aus den alten Bohrlöchern eine signifikante Quelle von Treibhausgasen dar – sie setzen mehr Methan frei als alle natürlichen Quellen zusammen„, so die Forscher. Ein Großteil dieser Methanaustritte erreicht die Atmosphäre, wo sie ihre Treibhauswirkung entfalten können.

Methan treibt den Klimawandel voran

Es ist zu vermuten, dass die Nordsee nicht das einzige Öl- und Gasfördergebiet ist, in dem die Probleme auftreten. Bohrlöcher in Kalifornien etwa sind oft älter als die in der Nordsee und entsprechend schlecht abgedichtet.

Die Forscher sprechen sich dafür aus, Bohrlöcher nicht wie bisher nur unmittelbar nach dem Verschließen zu überprüfen, sondern die Umgebung der Anlagen auch langfristig zu kontrollieren. Dies müsse vor allem bei Bohrlöchern in der Nähe flacher Gasvorkommen geschehen.

Die Quellen und Senken von Methan, dem zweitwichtigsten Treibhausgas nach Kohlendioxid, sind immer noch mit großen Unsicherheiten behaftet. Um die Gründe für die kontinuierlich ansteigenden Methankonzentrationen in der Atmosphäre besser zu verstehen und auch hier Gegenmaßnahmen einzuleiten, ist es wichtig die einzelnen anthropogenen Beiträge verlässlich zu kennen„, so Haeckel.

Panzerfahrspuren als Lebensraum gefährdeter Pionierarten – wie lassen sich die Pionierlebensgemeinschaften auf ehemaligen Truppenübungsplätzen erhalten?

Typisch Westerwald - 31. July 2020 - 17:59
Aus Ausgabe 8-2020 Matthias Olthoff und Kerstin Wittjen Auf vielen militärischen Übungsplätzen werden durch das Befahren mit schweren Ketten- und Lastfahrzeugen immer wieder Rohbodenstandorte geschaffen. Auch auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz Borkenberge (Nordrhein-Westfalen) durchzieht ein dichtes Fahrspurnetz den von Heide und Trockenrasen dominierten Offenlandbereich (300 ha). Diese Fahrspuren nehmen hier aktuell noch eine Fläche von mehr als 35 ha ein. Im Rahmen der vorliegenden Arbeit werden Vorkommen und Verbreitung sechs gefährdeter Tier- und Pflanzenarten in den Borkenbergen in den Jahren 2014 – 2016 zum Zeitpunkt der Aufgabe der militärischen Nutzung vorgestellt: Kreuzkröte (Epidalea calamita), Sommer-Feenkrebs (Branchipus schaefferi), Sommer-Schildkrebs (Triops cancriformis), Blauflügelige Sandschrecke (Sphingonotus caerulans), Knorpelmiere (Illecebrum verticillatum) und Hirschsprung (Corrigiola litoralis). Diese Arten zeigen eine nahezu ausschließliche Verbreitung auf Fahrspuren und in deren Kleingewässern, die durch Bodenverdichtung entstanden sind. Abschließend werden Vorschläge für ein künftiges Management aufgeführt, das die Erhaltung dieser und weiterer Pionierarten gewährleisten soll. Borkenberge – Truppenübungsplatz – Panzerfahrspuren – Störungsabhängige Arten – Pionierlebensgemeinschaften – Pionierarten DOI: 10.17433/8.2020.50153825.349-357 ♦ zum Beitrag ♦   ♦ Dieser Beitrag in Natur und Landschaft könnte Sie auch interessieren: "Natura 2000 und Wildnis auf ehemaligen Militärflächen" von Schumacher und Johst in Natur und Landschaft 9/10-2015 Weitere interessante Fachbeiträge finden Sie über die Artikelrecherche. ♦ 1.8.2020

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