Anregungen für unsere beruflichen Gewohnheiten

#Interview - “Nach zwanzig Jahren Gründer-Erfahrung schockt mich kaum noch etwas!”

Deutsche Startups - 31. July 2020 - 15:03

Wie starten ganz normale Gründerinnen und Gründer so in einen ganz normalen Startup-Arbeitsalltag? Wie schalten junge Unternehmerinnen und Unternehmer nach der Arbeit mal so richtig ab und was hätten die aufstrebenden Firmenlenker gerne gewusst bevor sie ihr Startup gegründet haben? Wir haben genau diese Sachen abgefragt. Heute antwortet Adrian Locher, Mitgründer von Merantix. Das junge Unternehmen kümmert sich um den Transfer von KI-Forschung in die Wirtschaft. 

Wie startest Du in einen ganz normalen Startup-Arbeitsalltag?
Direkt nach dem Aufstehen beginne ich den Tag erstmal mit Zeit für mich. Am liebsten starte ich mit Sport und meditiere oder lese danach – am liebsten zu philosophischen Themen. Erst danach greife ich nach Handy und Notebook, um alle Mail- und Messenger-Inboxes zu screenen. Um dabei effektiv zu sein, gehe ich nach dem Triage-Modell vor: Dinge, die in weniger als 20 Sekunden machbar sind, erledige ich sofort; alle anderen aus den Nachrichten hervorgehenden Tasks delegiere ich entweder oder stelle sie auf spätere Wiedervorlage. Nachdem das erledigt ist, werden dann meistens auch meine Kinder wach, denen dann der ganze Rest des Morgens gehört. Das gemeinsame Frühstück mit gutem Kaffee und Obst ist mir sehr wichtig. Wann immer möglich, bringe ich meine Kinder dann auf dem Weg ins Büro in den Kindergarten und in die Schule.

Wie schaltest du nach der Arbeit ab?
Dazu hilft mir am besten das Spielen mit den Kindern, das Kochen mit meiner Partnerin oder der Gang in die Natur. Wenn ich für mich sein will, dann treibe ich Sport, lese oder meditiere.

Was über das Gründer-Dasein hättest du gerne vor der Gründung gewusst?
Um ehrlich zu sein: Ich habe nie etwas anderes gemacht, als zu gründen oder unternehmerisch tätig zu sein. Schon zu Schulzeiten habe ich ein kleines Unternehmen aufgebaut, später dann zugunsten des Unternehmerdaseins die Uni direkt nach dem Bachelorabschluss verlassen. Will sagen: Nach zwanzig Jahren Gründer-Erfahrung schockt mich kaum noch etwas!

Was waren die größten Hürden, die Du auf dem Weg zur Gründung überwinden musstet?
Am Anfang eines jeden Ventures geht es um den Aufbau von Reputation. Die ist wichtig für das Gewinnen von Kund*innen, Mitarbeiter*innen und Investor*innen. Dabei ist es immer zentral, dass ich nicht nur viel verspreche – Stichwort Vision –, sondern entsprechend auch liefern kann – Stichwort Execution. Um das richtig zu machen, gibt es meiner Ansicht nach zwei relevante Dimensionen: Energie und Kreativität. Energie, um die Extrameile zu gehen, also mehr zu tun als andere. Kreativität, um Dinge anders, innovativer zu machen als die Konkurrenz. Das war und ist auch bei Merantix das Erfolgsgeheimnis.

Was waren die größten Fehler, die Du bisher gemacht hast – und was hast Du aus diesen gelernt?
Grundsätzlich hatte ich immer schon das Glück, eine gute Intuition für Menschen zu haben. Dennoch habe ich rückblickend in einigen Situationen zu lange an Menschen festgehalten, die nicht gut gepasst haben, ob als Kunden oder im Team. Dem versuche ich nun entgegenzuwirken mit mehr Offenheit und Transparenz, sodass Unstimmigkeiten direkt angesprochen und behoben werden können. Der wohl mit Abstand größte Fehler jedoch war, dass ich mir lange Jahre nicht genügend Zeit für mich selbst eingeräumt habe und es keine Balance zwischen Business, Familie und mir selbst gab. Während eines Sabbaticals ist mir das bewusst geworden und ich gehe seitdem ganz anders an das Thema heran. Daher sind mir zum Beispiel auch die Momente mit meinen Kindern absolut heilig. Und wenn ich nicht bei ihnen sein kann, dann will ich in der Zeit etwas sinnvolles tun – so wie bei Merantix, wo wir mit Künstlicher Intelligenz Unternehmen und Produkte entwickeln, die einen positiven Einfluß auf die Welt in der wir leben, haben werden. 

Wie findet man die passenden Mitarbeiter für sein Startup?
Die Grundlage dafür, andere einzuschätzen und sie als Team-Mitglieder aufnehmen zu wollen, ist, sich selbst zu kennen. Bevor ich mein Gegenüber zu verstehen und einzuordnen versuche, muss ich als Individuum meine eigenen Stärken und Schwächen klar benennen können. Auf der Ebene darüber, also aus Organisationssicht, ist der Fit zum Wertesystem enorm wichtig. Bei Merantix gründen wir unser Handeln und unsere Kultur auf Leidenschaft, Vertrauen, Gemeinschaft und Exzellenz. Die Frage ist also: Passt ein*e Bewerber*in zu uns? Wir versuchen das in vielen Gesprächen und abschließend auch an zwei sogenannten “Onsite Days” herauszufinden – und sagen, wenn etwa die Skills passen, aber sich kulturelle Probleme andeuten, im Zweifel klar “Nein”. Das ist für beide Seiten besser so, denn dann weiß jede*r genau, woran sie oder er ist.

Welchen Tipp hast Du für andere Gründer?
Entwickle dich ständig als Mensch, Leader*in und Partner*in weiter – etwa indem du dich mit Menschen umgibst, die schlauer als du sind, aber die gleichen Werte mit dir teilen – und baue nur dann ein Unternehmen auf, wenn du Passion dafür hast – denn nur die trägt dich in schwierigen Phasen.

Ohne welches externes Tool würde dein Startup quasi nicht mehr existieren?
Die G Suite und Slack sind für die Kollaboration bei Merantix gleichsam wichtig, weil sie Austausch und damit Transparenz im Team ermöglichen. Dazu sind – neben den Köpfen und Herzen unserer Teams, meiner Meinung nach übrigens die wichtigsten “Tools” – die Server und die Dateninfrastruktur für unsere Machine-Learning-Plattform unabdingbar. 

Wie sorgt ihr bei eurem Team für gute Stimmung?
Das fängt schon mit der Auswahl der richtigen Leute an! Wir achten auf einen Mix an diversen Typen, setzen ihnen klare Ziele und geben damit einen Rahmen vor, innerhalb dessen sich jede*r mit größtmöglicher Freiheit bewegen kann. Das betrifft zum Beispiel auch die Urlaubstage – die zählen wir nämlich nicht mit. Im täglichen Umgang mit unseren Gründer*innen setzen mein Co-Gründer Rasmus Rothe und ich sehr stark auf Coaching und persönliche Weiterentwicklung. Während Rasmus als einer der Top-Experten in Sachen KI und Computer Vision Expertise aus der Forschung weitergibt, profitieren Team-Mitglieder in meinem Fall von den vielfältigen Erfahrungswerten als Seriengründer, der neben mehreren erfolgreichen Exits auch mehrfach gescheitert ist. Eine Sache, die ich noch sagen möchte, auch wenn sie unbequem ist und ich sie über die vielen Jahre immer wieder schmerzhaft lernen musste: Mir fällt es heute viel leichter, mich schnell von jemandem zu trennen, der nicht oder nicht mehr ins Team passt. Das hat mitunter wahrscheinlich den stärksten Effekt auf eine gute Kultur im Team.

Was war Dein bisher wildestes Startup-Erlebnis?
Bevor ich mich während eines Sabbaticals in San Francisco für das Thema KI begeisterte und 2016 dann schließlich mit Rasmus Merantix gegründet habe, habe ich in der Schweiz das E-Commerce-Unternehmen DeinDeal aufgebaut und zum Exit geführt. Die Zeit war extrem intensiv: In den ersten 18 Monaten sind wir damals von 0 auf 200 Mitarbeiter*innen gewachsen und hatten bereits nach fünf Jahren einen Jahresumsatz von über 100 Millionen Euro Umsatz. Ein solches Wachstum hatte ich bis dato noch nie erlebt. Jeder Tag fühlte sich ein bisschen wie ein Ritt auf einer Rakete an, die während des Fliegens gebaut werden muss.

Tipp: Wie sieht ein Startup-Arbeitsalltag? Noch mehr Interviews gibt es in unserem Themenschwerpunkt Gründeralltag.

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Foto (oben): Merantix / Viktor Strasse

#Brandneu - 5 neue Startups, die jeder auf dem Schirm haben sollte

Deutsche Startups - 31. July 2020 - 12:55

Jeden Tag entstehen überall in Deutschland, Österreich und der Schweiz neue Startups. deutsche-startups.de präsentiert an dieser Stelle wieder einmal einige ganz junge Startups, die zuletzt, also in den vergangenen Tagen, Wochen und Monaten an den Start gegangen sind sowie einige junge Firmen, die zuletzt aus dem Stealth-Mode erwacht sind und erstmals für Schlagzeilen gesorgt haben.

voize
Mit der App von voize können Pflegekräfte die Dokumentation ihrer täglichen Arbeit am Smartphone einsprechen. Das Startup generiert daraus “automatisch strukturierte Dokumenationseinträge” für die Pflegedokumentation. Das System wurde in Zusammenarbeit mit Pflegeeinrichtungen entwickelt.

URL: www.voize.de
Hashtags: #App #Pflege
Ort: Kornwestheim
Gründer: Fabio Schmidberger, Erik Ziegler, Marcel Schmidberger

artificial connect
Das Unternehmen artificial connect versorgt Redaktionen mit “automatisierten Textzusammenfassungen”. Die Zusammenfassungen werden dabei sogar “auf die Spezifika einzelner Medienkanäle optimiert, um eine größtmögliche Nähe zur Zielgruppe aufzubauen”.

URL: www.artificial-connect.com
Hashtags: #Tool #KI
Ort: Hannover
Gründer: Felix Rolf, Alex Divivi

Herodikos
Das Startup Herodikos bietet “Individuelle medizinische Bewegungstherapie” per App an. Konkret geht es um die Behandlung von Volkskrankheiten wie Rücken- oder Knieschmerz. Ärzte und Therapeuten solle ihre Patienten so “individuell und somit wirksam versorgen” können.

URL: www.herodikos.de
Hashtags:#eHealth #App
Ort: Varel
Gründer: Lasse Schulte-Güstenberg, Eva Schobert, Jan Penning

Edgeless Systems
Das Bochumer Unternehmen Edgeless Systems entwickelt eine “hochsichere relationale Datenbank für die Cloud”. Durch eine Kombination aus “sicherer Hardware und innovativem Software-Engineering” verspricht das Startup dabei “echte Ende-zu-Ende Verschlüsselung und Verifizierbarkeit”.

URL: www.edgeless.systems
Hashtags: #Software
Ort: Bochum
Gründer: Felix Schuster, Thomas Tendyck

Wunder Industries
Das junge Startup Wunder Industries kümmert sich um das Thema “Angebotserstellung für Auftragsfertiger”. Das Gründer-Trio entwickelt ganz konkret eine intelligente Angebotssoftware für mittelständische Auftragsfertiger. Individuelle Angebote sollen so in ganz kurzer Zeit möglich sein.

URL: www.wunder.industries
Hashtags: #Tool #B2B
Ort: Hamburg
Gründer: Tim Dethlefsen, Viktor Kessler und Alex Sandau

Tipp: In unserem Newsletter Startup-Radar berichten wir einmal in der Woche über junge, frische und brandneue Startups, die noch nicht jeder kennt. Alle diese Startups stellen wir in unserem kostenpflichtigen Newsletter kurz und knapp vor und bringen sie so auf den Radar der bundesweiten Startup-Szene und im besten Fall auf die Agenda von Investoren, Unternehmen und potenziellen Kooperationspartnern. Jetzt unseren Newsletter Startup-Radar sofort abonnieren!

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Foto (oben): Shutterstock

#Offline - Zeitgold – 50 Millionen schwer – gibt auf – Neustart als Sorted

Deutsche Startups - 31. July 2020 - 8:46

Das Berliner Startup Zeitgold, das gerade noch 27 Millionen eingesammelt hat, gibt auf. Auf der Website heißt es: Liebes Zeitgold-Team, in den letzten Wochen haben wir uns eingehend damit auseinandergesetzt, wie sich unser aktuelles Zeitgold-Produkt vor dem Hintergrund der Anforderungen des Marktes entwickelt. Als Gründer und Managementteam von Zeitgold sind wir schlussendlich zu der schwerwiegenden, aber unvermeidlichen Einsicht gekommen, dass wir für unser derzeitiges Hauptprodukt keine tragfähige Zukunft sehen”.

Zeitgold wurde 2015 von Stefan Jeschonnek, Jan Deepen und Kobi Eldar gegründet. Das Startup trat an, um “kleine Unternehmen von Papierkram zu befreien und ihre Buchhaltung komplett zu digitalisieren”. Das junge Unternehmen beschäftigte zuletzt in Berlin und Tel Aviv 120 Mitarbeiter. “Wir werden unser bestehendes Hauptprodukt und den Großteil unserer Aktivitäten in Berlin und Tel Aviv ab September einstellen. Infolgedessen werden wir uns von etwa 75 Teammitgliedern trennen müssen”, teilen die Hauptstädter mit.

In der sehr langen Erklärung in eigener Sache heißt es weiter: sein “Gemeinsam mit einem kleinen Team von etwa 30 Personen werden wir Zeitgold neu aufbauen. Dabei werden wir uns auf reine Software-Lösungen konzentrieren, die auf den Stärken, dem Marktverständnis und der Technologie aufbauen, die wir in den letzten Jahren entwickelt haben. Wir haben im vergangenen Jahr mit der Entwicklung dieser Software-Produkte begonnen und werden unseren Schwerpunkt nun vollständig verlagern”.

Ein erster Schritt in diese neue Richtung soll der Ableger Sorted sein. “Sorted ermöglicht es Selbstständigen, alle Steuererklärungen mithilfe intuitiver Software und On-Demand-Hilfe zertifizierter Steuerberater zu erstellen und einzureichen”, teilt das gescheiterte FinTech mit. “Aktuell unterstützt Sorted lediglich Freiberufler und Gewerbetreibende innerhalb Deutschlands, doch wir arbeiten bereits daran, den Kundenkreis des Angebots zu erweitern”. Was insgesamt nach einer kleinen Verzweiflungstat klingt.

Spannend ist die Erklärung für das Scheitern der Buchhaltungslösung:  “Wir haben in den letzten Jahren enorme Fortschritte bei der Automatisierung von wiederkehrenden Buchhaltungsfällen gemacht. Aber wir müssen auch einsehen, dass es uns angesichts der komplexen und sensiblen Natur von Finanzdaten nicht gelungen ist, mit unserem Hauptprodukt eine Lösung anzubieten, ohne weiter beträchtliche Investitionen in manuelle Arbeit zu leisten. Diese fortlaufenden Investitionen machen es schwierig, unser Produkt zu skalieren und es wirtschaftlich tragfähig zu betreiben”. Eine erstaunliche Kenntnis, nachdem man gerade erst 27 Millionen und insgesamt 50 Millionen eingesammelt hat.

Vor Zeitgold scheiterte schon smacc an der Digitalisierung der Buchhaltung. Bereits im vergangenen Jahr schob das smacc-Team deswegen Hypatos an, ohne allerdings smacc vollständig zu beerdigen. Das Segment scheint nicht einfach zu sein. Was auch die Zeitgold-Macher noch einmal bestätigen: “Unsere Marketing- und Vertriebsaktivitäten haben gezeigt, dass die Zahlungsbereitschaft für Buchhaltungssoftware und Effizienzgewinne bei der Buchhaltungsvorbereitung begrenzt ist”.

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#DealMonitor - Auto1 bekommt 255 Millionen – byrd sammelt 5 Millionen ein

Deutsche Startups - 30. July 2020 - 19:55

Im aktuellen #DealMonitor für den 30. Juli werfen wir wieder einen Blick auf die wichtigsten, spannendsten und interessantesten Investments und Exits des Tages. Alle Deals der Vortage gibt es im großen und übersichtlichen #DealMonitor-Archiv.

INVESTMENTS

Auto1
+++ Farallon Capital Management, The Baupost Group und bestehende Investoren investieren – wie bereits berichtet – im Rahmen eines Wandeldarlehens 255 Millionen Euro in das Gebrauchtwagen-Startup Auto1. “Die AUTO1 Group plant, mit dem frischen Kapital die Expansion der Retailmarke Autohero voranzutreiben”, teilt das Berliner Unternehmen mit. Im Zuge der Investmentrunde gibt Auto1 auch weitere Unternehmenszahlen bekannt: Der Umsatz lag 2019 bei 3,5 Milliarden Euro (+ 21 %).

byrd
+++ Rider Global, Venture Friends, FJ Labs und bestehenden Investoren investieren 5 Millionen Euro in byrd, eine E-Commerce-Lösung in Sachen Logistik. Insgesamt flossen nun schon 9 Millionen Euro in das 2016 gegründete Startup mit Sitz in Wien und Berlin. 60 Mitarbeiter wirkten derzeit für das junge Unternehmen. Mit dem frischem Kapital plant byrd “sein Fulfillment-Netzwerk um drei weitere europäische Länder zu erweitern”.

Hornetsecurity 
+++ Providence Strategic Growth (PSG) und Verdane investieren eine unbekannte Summe in Hornetsecurity. Im Rahmen der Investmentrunde verkaufen der High-Tech Gründerfonds (HTGF) und die HCS Beteiligungsgesellschaft GmbH (HCS) ihre Anteile an Hornetsecurity. Nach eigenen Angaben ist das Unternehmen ein “führender europäischen Anbieter von Cloud-basierter E-Mail-Sicherheit und Datenschutz mit über 200 Mitarbeitern und über 40.000 Kunden”. Der HTGF investierte 2007 in Hornetsecurity.

Achtung! Wir freuen uns über Tipps, Infos und Hinweise, was wir in unserem #DealMonitor alles so aufgreifen sollten. Schreibt uns eure Vorschläge entweder ganz klassisch per E-Mail oder nutzt unsere “Stille Post“, unseren Briefkasten für Insider-Infos.

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Foto (oben): azrael74

#StartupTicker - Ein Startup, das nur lustige Masken verkauft

Deutsche Startups - 30. July 2020 - 15:03

+++ Eines der vielen jungen Kölner Startups, das mehr Aufmerksamkeit verdient hat, ist swapface. Mit swapface wollen die beiden Schwestern Lilia und Svanja Kleemann laut eigenen Worten “mehr Spaß in den Corona-Alltag bringen”. Über ihren noch sehr jungen Maskenshop verkaufen die Jungunternehmerinnen deswegen nur “kreative, lustige Designs”. Darunter: Aufgespritzte Lippen und gepiercte Nasen.

+++ “Wir möchten mit unseren swapfaces mehr Spaß und Leichtigkeit in den manchmal trüben Corona-Alltag bringen und so die Anonymität hinter den Masken nehmen. Der kürzeste Weg zwischen zwei Menschen ist eben ein Lächeln”, sagt Gründerin Svanja Kleemann, die zuvor bereits One Week Experience auf die Startbahn schob. Lilia Kleemann gründete zuvor bereits das Architekturbüro baukind und papoq”, ein Startup für Spielmöbel und Kitaausstattung.

+++ “Bei der Entwicklung unserer Masken haben wir besonders auf einen hohen Tragekomfort und die Eignung für Brillenträger geachtet. Uns liegt ebenso am Herzen, gute Materialien zu nutzen, die biologisch abbaubar und so nah am Mund auch gesundheitlich unbedenklich sind. Kunstfaser kam daher nicht in Frage”, sagt Lilia Kleemann. Die swapfaces der Start-Kollektion wurden von der Berliner Künstlerin Polina Soloveichik entworfen.

+++ Die Idee zu swapface kam den gebürtigen Freiburgerinnen Ende April, als Svanja Kleemann ihre Schwester in Berlin besuchte, um ihr beim Umzug zu helfen – das erste Wiedersehen in der Corona-Zeit: “Bei einer gemeinsamen Fahrt mit der U-Bahn stellten die Schwestern fest, dass sie beide der Gedanke umtreibt, was sich durch das Maskentragen und Verdecken der unteren Gesichtspartie in der Kommunikation verändert. So begannen sie zu rätseln, was die Menschen in der U-Bahn um sie herum wohl gerade für einen Gesichtsausdruck haben könnten und fingen bald an zu scherzen. Sie beschrieben sich gegenseitig, welche lustigen Gesichtsausdrücke sie den Menschen zuordnen könnten”.

Durchstarten in Köln – #Koelnbusiness

In unserem Themenschwerpunkt Köln berichten wir gezielt über die Digitalaktivitäten in der Rheinmetropole. Mit circa 400 Startups, über 60 Coworking Spaces, Acceleratoren und Inkubatoren sowie attraktiven Investoren, zahlreichen Veranstaltungen und Netzwerken bieten Köln und das Umland ein spannendes Ökosystem für Gründerinnen und Gründer. Diese Rubrik wird unterstützt von der KölnBusiness Wirtschaftsförderungs-GmbH#Koelnbusiness auf LinkedInFacebook und Instagram.

Foto (oben): swapface

#Hintergrund - Ein Startup, das einen “frischen Zugang zu Pornographie” verspricht

Deutsche Startups - 30. July 2020 - 13:01

Beim Berliner Startup Cheex, das von Denise Kratzenberg und Maximilian Horwitz gegründet wurde, finden Onlinerinnen “hochwertige erotische Filme und Audio Stories sowie Artikel rund um das Thema Sexualität”. Die jungfirma, die ihre Inhalte im Abo anbietet, verspricht dabei einen “neuen, frischen Zugang zu Pornographie”. “Noch immer hält sich das Vorurteil, Frauen hätten kein Interesse an Pornografie. Doch die Zahlen besagen etwas anderes: Jede dritte Frau sucht online nach erotischen Filmen”, sagt Mitgründerin Kratzenberg.

Das Problem bei den vielen Plattformen im Netz, die Pornographie anbieten: Diese sind auf männliche Nutzer ausgerichtet. “Das Interesse an der eigenen Sexualität ist stärker denn je. Insbesondere Frauen finden jedoch selten eine sichere Anlaufstelle, sich über Tabuthemen zu informieren und gleichzeitig sexuell stimulieren zu lassen. Viele trauten sich schlicht weg gar nicht, nach pornografischen Inhalten zu suchen. Klassische Pornoseiten bedienen fast ausschließlich männliche Bedürfnisse, eine Seite, auf der sich jeder – inklusive Frauen – wohlfühlen, gab es bislang nicht”, führt die Cheex-Macherin aus. “Cheex entstand aus dem Bedürfnis, die Lücke zwischen weiblichen Bedürfnissen und dem bestehenden Angebot im Adult Content Bereich zu schließen.”

Kratzenberg war vor der Gründung von Cheex bei Bloomon Germany und Analystin bei Axel Springer tätitg. Bei Cheex steuert sie nun Finanzen und Business Development. Während sich Mitstreiter Horwitz, zuvor bei Rocket Internet, um den Aufbau der Plattform kümmert. Insgesamt wirken bereits 10 Mitarbeiter für die Jungfirma. In den kommenden Wochen und Monaten wollen die Cheex-Macher noch mehr Inhalte auf die Plattform hieven. “Durch unseren mehrsprachigen Content steht einer Expansion ins europäische Ausland nichts im Wege”, sagt Kratzenberg.

Tipp: femtasy bietet erotische Hörspiele für Frauen

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Foto (oben): Cheex

#Interview - “Acceleratoren im Konzernumfeld sind Humbug”

Deutsche Startups - 30. July 2020 - 8:46

In den vergangenen Jahren sind unzählige Inkubatoren, Acceleratoren sowie Corporate Venture-Geber oder -Builder an den Start gegangen und auch wieder verschwunden. “In Europa steckte das Thema Corporate Venture Building lange in den Kinderschuhen und ist jetzt in der Pubertät angekommen. Diese Phase ist nicht nur im Leben, sondern auch im Unternehmertum sehr bedeutend”, sagt Felix Staeritz, Gründer von FoundersLane, einem Corporate Venture Builder rund um die Trendthemen Klima und Gesundheit.

Sein Tipp an alle Konzerne, Unternehmen und Corporates, die im Startup-Segment mitmischen möchten:  “Entscheidend für den Erfolg von Corporate-Startups sind die Governance-Struktur, die richtigen Partner und ganz grundsätzlich die Ansiedlung des Themas auf Vorstandslevel”. Gerade in Deutschland sieht der ehemalige KochAbo-Macher noch viel Nachholbedarf: “Soweit ich weiß, haben europäische Corporate Labs und Acceleratoren Stand heute ein einziges namhaftes Unicorn hervorgebracht. Und das nur, wenn man wohlwollend N26 als Accelerator-Team zählt und außen vor lässt, dass es diese Gründer so oder so geschafft hätten”.

Im Interview mit deutsche-startups.de spricht der FoundersLane-Macher außerdem über Asien, Kommerzialisierung und Umweltkatastrophen.

Was genau ist die Idee hinter FoundersLane?
Wir vereinen in den komplexen und stark regulierten Bereichen Klima und Gesundheit das Mindset und die Agilität von Entrepreneuren mit den Assets der Konzerne. Der Klimaschutz und das Gesundheitswesen sind die beiden großen gesellschaftlichen Herausforderungen – verbunden mit entsprechenden unternehmerischen Opportunitäten. Die Pole schmelzen, die Hälfte der Weltbevölkerung hat keinen Zugang zu vernünftiger Gesundheitsversorgung, von COVID-19 ganz zu schweigen. Die Uhr tickt unaufhörlich. Die datenbasierte Digitalisierung der Bereiche Klima und Gesundheit ist daher unausweichlich, um den globalen Wohlstand zu sichern. Aber die Probleme und Lösungen in den beiden Bereichen lassen sich nur systemisch lösen.

Inwiefern?
Es geht nicht um den nächsten Online-Shop. VC-finanzierte Startups und auch bisherige Konzernaktivitäten wie der ein oder andere Accelerator oder Labs stoßen dabei an ihre Grenzen. Echter Impact wird dadurch nur in Ausnahmefällen kreiert – und der ist dringend erforderlich. Damit dies in kurzer Zeit gelingt, müssen Konzerne ihre Assets einbringen – also Kapital, Expertise und Netzwerke – und Entrepreneure die neuen Ventures mit ihrem radikal lösungsorientierten Mindset führen. Genau an dieser Stelle kommt FoundersLane ins Spiel.

FoundersLane positioniert sich als “Corporate Venture Building für Climate and Health”. Corporates und Innovation – passt das überhaupt zusammen?
Eine berechtigte Frage, wenn man sich anschaut, wie Corporates das Thema Entrepreneurship und Innovation in den vergangenen Jahren angegangen sind. Soweit ich weiß, haben europäische Corporate Labs und Acceleratoren Stand heute ein einziges namhaftes Unicorn hervorgebracht. Und das nur, wenn man wohlwollend N26 als Accelerator-Team zählt und außen vor lässt, dass es diese Gründer so oder so geschafft hätten.

Warum ist denn so?
Acceleratoren im Konzernumfeld sind für echten Impact alleine deshalb schon Humbug, weil die Compliance-Messlatte viel zu hoch liegt, als dass Prototypen eines Accelerator-Teams für Konzernkunden in Frage kämen. Synergien durch das Hebeln nicht-monetärer Assets sind für unerfahrene Gründer daher meist ein leeres Versprechen. Durch das ein oder andere Lab wird wenig Bahnbrechendes weltweit skalieren. Wir brauchen aber eher heute als morgen Innovationen im großen Stil, um dem Klimawandel und COVID-19 entgegenzutreten. Glücklicherweise siedeln inzwischen immer mehr Konzerne das Thema Innovation und Entrepreneurship auf Vorstandsebene an und bringen ihre Assets voll und ganz in neue Digital-Unternehmen ein – selbst wenn sie damit in Kauf nehmen, ihr gegenwärtiges Kerngeschäft irgendwann ad absurdum zu führen.

In Deutschland gibt es kaum richtig große Corporate-Startups. Ist das anderswo genauso?
In Europa steckte das Thema Corporate Venture Building lange in den Kinderschuhen und ist jetzt, um beim Bild zu bleiben, in der Pubertät angekommen. Diese Phase ist nicht nur im Leben, sondern auch im Unternehmertum sehr bedeutend, weil man dort viel Grundlegendes gestalten kann. Entscheidend für den Erfolg von Corporate-Startups sind schlussendlich die Governance-Struktur, die richtigen Partner und ganz grundsätzlich die Ansiedlung des Themas auf Vorstandslevel. Und es gibt ja bereits entsprechende Erfolgsgeschichten aus dem Konzernumfeld. Blickt man nach Asien, ist dort beispielsweise der Versicherungskonzern Ping An zu einem digitalen Technologie-Unternehmen transformiert. Die neu gegründeten Tech-Ventures haben das einstige Kerngeschäft in Sachen Relevanz und Umsatz längst in den Schatten gestellt. Auch hierzulande können wir Wachstums-Champions wie das Solar-Software-Startup Solytic vorweisen, das wir gemeinsam mit Vattenfall aufgebaut haben und das binnen zwei Jahren in 42 Länder expandiert ist. Im komplexen Energiesektor, in dem etliche Stakeholder wie Stromnetzbetreiber oder dezentrale Energieproduzenten mitmischen, und auch im hoch regulierten Health-Bereich hätten ausschließlich VC-finanzierte Startups ohne Konzern-Assets nie und nimmer ein auch nur annähernd ein vergleichbares Wachstum verzeichnet.

Viele Innovationsprogramme von Unternehmen sprechen nicht offen über ihre Ausgründungen und Projekte. Was habt ihr denn so in der Vergangenheit angeschoben?
Solytic habe ich bereits genannt. Binnen zwei Jahren hat das Team um Hannes Burgard und Konrad Perényi mehr als 100.000 Solaranlagen in 42 Ländern weltweit angeschlossen. Es ist damit das am schnellsten wachsende Solar-Software-Startup weltweit. 2019 hat Solytic SolarWorld mit 3.000 Mitarbeitern akquiriert. Bis 2023 sollen eine Million Solaranlagen angeschlossen sein. Wir haben Hand in Hand mit der Vorstandsebene Vattenfalls das Geschäftsmodell entwickelt, dafür im Rahmen unserer Marktevaluation einige 100 Telefonate geführt, das Team aufgebaut, die Software-Entwicklung unterstützt, die Struktur des neuen Ventures und die Verzahnung mit dem Konzern aufgesetzt sowie den Markteintritt und die Skalierung von Solytic durch unser Know-How und Netzwerk vorangetrieben. Der Erfolg beruht auf dem richtigen Mix aus Mitsprache, Kontrolle, Incentivierung und unternehmerischem Mindset. Insgesamt haben wir bei FoundersLane im Laufe der Zeit mit über 30 Forbes-Unternehmen zusammengearbeitet.

Wie genau geht ihr bei der Gründung von Startups vor und was ist dabei zuerst da: Die Idee oder die Gründer oder das Unternehmen, das Startups bauen will?
So ganz eindeutig lässt sich dies nicht immer sagen. Ohne einen Konzernvorstand, der wirklich gewillt ist, neue digitale Geschäftsmodelle auf Top-Level anzusiedeln, geht es aber nicht. Grundsätzlich gibt es dann zwei Varianten: Einerseits arbeiten wir mit Konzernen, für die das Thema Corporate Venture Building noch Neuland ist. In dem Fall evaluieren, validieren und skalieren wir, wohlgemerkt immer gemeinsam mit der Führungsetage, strategisch relevante digitale Geschäftsmodelle in den Bereichen Klima und Gesundheit. Zweitens arbeiten wir auch mit bestehenden Teams und Geschäftsmodellen. Diese verfügen beispielsweise schon über eine Idee, einen MVP oder ein early-stage Geschäftsmodell, stoßen aber an ihre Grenzen oder suchen bei Entscheidungen mit entsprechender Tragweite noch einen erfahrenen Partner.

Wie geht es danach weiter?
Wir unterstützen dann etwa bei der Skalierung, Kommerzialisierung und Internationalisierung der bereits initiierten digitalen Geschäftsmodelle. Von besonderem Wert ist dabei zweifelsfrei unsere Erfahrung in der Praxis, das Verständnis für die Rahmenbedingungen beim Corporate und unser Netzwerk, gerade wenn die zentralen Positionen in den neuen Unternehmen mit erfolgreichen Entrepreneuren besetzt werden sollen. In beiden Varianten verfolgen wir im Hinterkopf immer das Ziel, systematisch zu identifizieren, in welchen Bereichen bestehende Assets – seien es Kunden, Partner, die eigene Marktpositionierung oder auch vorhandene Expertise – den raschen Durchbruch der neuen digitalen Geschäftsmodelle begünstigen und dadurch ein unfairer Marktvorteil gegenüber Wettbewerbern besteht. Corporate Venture Building erlaubt die Kontrolle der Assets in einer unternehmerischen Incentivierungsstruktur – die entsprechende Governance und den Support durch die Chefetage vorausgesetzt.

Euer Fokus ist unter anderem das Thema Klima. Zuletzt sind einige Klima- und Green-Startups entstanden. Ist der Markt überhaupt bereit für weitere Ideen?
Natürlich brauchen wir weitere Ideen – und zwar nicht nur Ideen, sondern auch Lösungen im großen Stil. Das Pariser Klimaabkommen sieht vor, die Klimaerwärmung im globalen Mittel möglich auf unter 1,5 Grad Celsius zu begrenzen. Wir sind weit entfernt davon, dieses Ziel auch nur annähernd zu erreichen. Sicherlich leisten VC-finanzierte Mobility-Startups wie Tier bereits einen großen Beitrag zu einer sauberen urbanen Mobilität. Sehr gespannt bin ich auch auf die weitere Entwicklung von Planetly rund um Anna Alex. Ich kann mir vorstellen, dass die Plattform schon recht bald weltweit Unternehmen dabei hilft, ihre Klimabilanz zu verbessern. Aber in komplexen Bereichen wie dem Energiesektor müssen weitere Unternehmen à la Solytic durch Konzerne initialisiert und unterstützt werden, um in kurzer Zeit Impact auf globaler Ebene zu erzielen. Vollkommen unabhängige Startups fehlen dafür schlicht die Assets. Sie würden zu lange brauchen, um die alteingesessenen Stakeholder der Energiewirtschaft an einen Tisch zu bekommen, ohne deren Unterstützung wiederum keine Wende ins regenerative Zeitalter möglich ist. Wir reden ja hier ja nicht davon, ob ein neues Paar Schuhe ankommt, sondern von einem radikalen Bruch bei Stromerzeugung, Verteilung und Speicherung mit entsprechenden Auswirkungen auf die gesamte Infrastruktur.

Im Health-Segment gab es zuletzt endlich einmal viele große Investmentrunden. Ist die Zeit für E-Health endlich reif?
Jein. Einerseits ist die Zeit für E-Health zweifelsfrei reif. Datenbasierte wie digitale Lösungen werden zu einem kompletten Umdenken führen, was die Gesundheitsversorgung angeht. Weg von Behandlung hin zu einem ganzheitlichen Ansatz. Da spielen dann Ernährung und Bewegung eine noch größere Rolle als ohnehin schon, ebenso Sensoren, die den Körper in Echtzeit tracken. Ich bin fest überzeugt, dass sich dadurch unser Verständnis des Gesundheitswesens in einigen Jahren um 180-Grad gedreht haben wird: Dahingehend, Krankheiten nicht nur zu behandeln, sondern präventiv häufig erst gar nicht zum Ausbruch kommen zu lassen. Der dafür erforderliche vernetzte Digital-Doktor, den jeder rund um die Uhr in der eigenen Tasche und am eigenen Körper trägt, ist nur eine Frage der Zeit. „Jein“ antworte ich, weil ich nicht glaube, dass Investmentrunden in E-Health-Startups zu diesem Wandel führen werden. Entrepreneure agieren in einem hochregulierten Bereich – Beispiel Gesundheitswesen: Ob beim Umgang mit hochsensible Patientendaten oder bei der Kommerzialisierung von medizinischen Forschungsergebnissen: Im Fall von Fehlern geht nicht etwa das Paket retour, sondern im Worst-Case liefert man ein Menschenleben einer Krankheit aus. Innovation im pharmazeutischen Bereichen gelingt nicht im Alleingang. Wir suchen daher den Schulterschluss mit Konzernen, Entrepreneuren und politischen Entscheidern. Ping An hat mit Good Doctor schon vorgemacht, wie man durch eine digitale Gesundheitsplattform die Vor- und Versorge verbessert. Auch die schwedische Gesundheitsplattform Doktor24 ist in kurzer Zeit auf ein über 100-köpfiges Team angewachsen, darunter alleine 75 Entwickler. Einige hundert Tausend Patienten profitieren bereits von der digitalen Gesundheitslösung.

Du hast in der Vergangenheit unter anderem KochAbo gegründet. Was hast du aus dieser Zeit mitgenommen?
Wir haben KochAbo zu einer Zeit aufgebaut, als zig Modelle für den online-Handel mit Lebensmitteln parallel an den Start gingen. Wir selbst hatten in diesem Wettrennen vergleichsweise wenig Ressourcen, sind als einer der wenigen Unternehmen trotzdem schnell skaliert. Als KochAbo dann 2015 in Marley Spoon aufgegangen ist, waren wir natürlich sehr happy, ebenso über den folgenden erfolgreichen Börsengang von Marley Spoon mit über 150 Millionen US-Dollar in Sydney. Spätestens seitdem weiß ich, dass man auch große Träume durch digitale Geschäftsmodelle verwirklichen kann. Dies wird uns auch im Klima- und Gesundheits-Bereich gelingen, wenn wir die Dinge kollaborativ und umgehend angehen. Mit der Plattform FightBack wollen dafür den erforderlichen Druck machen, aber auch Dialog und Netzwerke initiieren. Wie dies den wichtigen globalen Akteuren, Entrepreneuren und Konzernen gelingt, beschreibe ich in meinem Buch “FightBack Now”, das im Oktober erscheint und von Experten der Harvard University oder des MIT unterstützt wurde. Was gäbe es Schöneres, als zu wissen, dass meine eigenen Kinder und viele Menschen in Wohlstand und ohne Umweltkatastrophen aufwachsen? Ich bin felsenfest überzeugt, dass wir unsere Zukunft selbst gestalten können, auch wenn die Uhr tickt.

Tipp: Sebastian Borek (Founders Foundation) entzaubert das Szenethema Startups und Mittelstand

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Foto (oben): FoundersLane

#Podcast - News #22 – BakeNight – everphone – cargo.one – quantilope – rent-a-guide – Earlybird – Holtzbrinck Ventures

Deutsche Startups - 29. July 2020 - 16:55

Im News-Podcast von deutsche-startups.de spricht ds-Chefredakteur Alexander Hüsing einmal in der Woche – in der Regel am Mittwoch – über die wirklich wichtigen Neuigkeiten aus der deutschen Startup-Szene. Also über wichtige Deals, große Exits und spannende Startup-News, die jeder unbedingt mitbekommen haben sollte. Viel Spaß beim Zuhören.

News #22 – Die Themen

* Dr. Oetker investiert in BakeNight #EXKLUISV
* everphone bekommt 34 Millionen
* Index investiert in cargo.one
* quantilope sammelt 28 Millionen ein
* Insolvenzen: navabi und rent-a-guide.de
* VC-Personalien: Earlybird und Holtzbrinck Ventures

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News #22 – Unser Podcast

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#Interview - Von der Interdentalbürste zum selbstreinigenden Mundschutz

Deutsche Startups - 29. July 2020 - 15:02

Seit mehreren Jahren vertreiben Louis Bahlmann, Burak Dönmezer und Marc Schmitz mit Wingbrush eine Interdentalbürste zur Zahnzwischenraumreinigung. “Wir haben schon einige Höhen und Tiefen durchgemacht und meist gab es jedes Jahr ein Highlight, das uns aus der Krise geholt und ein Weitermachen ermöglicht hat”, sagt Mitgründer Bahlmann. Im Zuge der Corona-Krise steigen die Kölner nun mit dem neuen Ableger WingGuard in den Markt für Gesichtsmaske ein.

“Als wir 2015 gestartet sind, hätten wir wahrscheinlich nicht gedacht, 2020 im Bekleidungsmarkt für Mundschütze zu stecken und uns weitere Textilien mit antiviraler Beschichtung zu überlegen”, erzählt der Wingbrush-Macher.  Im Interview mit deutsche-startups.de spricht Bahlmann außerdem über Hamsterkäufer, Kickstarter und Kanada.

Wie würdest Du Deiner Großmutter Wingbrush erklären?
Wir sind ein Startup aus dem medizintechnischen Sektor. Unsere erste große Sparte befasst die Zahnmedizin. Dort haben wir mit Wingbrush eine Marke für die Zahnzwischenraumreinigung etabliert. Wir werden in diesem Segment auch weitere Entwicklungen vorantreiben und nächstes Jahr ein neues Produkt vorstellen. Wir haben aber seit kurzem eine neue Sparte, welche im medizinischen Bereich angesiedelt ist. Unser Entwicklungspartner und Technologiegeber Livinguard kann Stoffe chemisch positiv aufladen und damit Textilien antibakteriell und antiviral machen. In der Coronakrise ist dadurch ein einzigartiger Mundschutz geworden, der sich durchgehend selbst reinigt.

Hat sich euer Konzept seit dem Start irgendwie verändert?
Als wir 2015 gestartet sind, hätten wir wahrscheinlich nicht gedacht, 2020 im Bekleidungsmarkt für Mundschütze zu stecken und uns weitere Textilien mit antiviraler Beschichtung zu überlegen. Ich würde aber nicht sagen, dass sich unser Konzept komplett geändert hat, sondern wir sind als Firma gewachsen und haben neben dem zahnmedizinischen Bereich Wingbrush, nun mit WingGuard ein weiteres Geschäftsfeld mit protektiver Kleidung und unserem ersten Produkt der Gesichtsmaske Pro eingeführt.

Inzwischen bietet ihr also auch Mund-Nase-Masken an. Wie ist es zu dazu gekommen?
Wir steckten mit Livinguard in anderen Entwicklungen, um deren Technologie, Stoffe positiv chemisch zu laden, zu nutzen. Während der Coronakrise, die den negativen Begleiteffekt hat, dass tonnenweise Einmalmundschütze die Umwelt verschmutzen, hat Livinguard eine Lösung gefunden, die innere und äußere Schicht mit der Technologie zu veredeln und in der Mitte einen Filter zu verbauen. Der Mundschutz ist somit von beiden Seiten antiviral und antibakteriell, Viren und Bakterien werden in Kontakt zur Baumwolle eliminiert. Außerdem ist der Mundschutz dadurch 210 Tage nutzbar und spart somit Unmengen an Müll ein. Und neuerdings ist die antivirale Wirkung des Textils auch von der Freien Universität Berlin und der RWTH Aachen gegen Sars-Cov-2 nachgewiesen worden.

Die Corona-Krise traf die Startup-Szene zuletzt hart. Wie habt ihr die Auswirkungen gespürt?
In unserem zahnmedizinischen Geschäft haben wir das stark gespürt. Durch die “Höhle der Löwen”-Sendung im letzten Jahr waren wir in vielen Einzelhandelsgeschäften vertreten, wie auch Kaufhof und Karstadt. Viele dieser Läden hatten lange Zeit geschlossen und leider gehörten unsere Zahnzwischenraumprodukte nicht in den Einkaufswagen eines Hamsterkäufers. Aber wir hatten Glück und konnten in der Zwischenzeit WingGuard aufbauen und mit dem ersten Produkt auf den Markt gehen.

Wie ist überhaupt die Idee zu Wingbrush entstanden?
Die Idee entstand während des Zahnmedizinstudiums. Zahnzwischenraumreinigung ist einfach zu kompliziert und so entstand die Idee zur Wingbrush Interdentalbürste. Die Wingbrush vereinfacht das Suchen des Zahnzwischenraums und macht die Reinigung zum Kinderspiel. Das passte perfekt in den Wunsch von Burak, Marc und mir ein Unternehmen zu gründen und so legten wir 2015 mit dem Exist Gründerstipendium los.

Wie hat sich Wingbrush seit der Gründung entwickelt?
Wir haben schon einige Höhen und Tiefen durchgemacht und meist gab es jedes Jahr ein Highlight, das uns aus der Krise geholt und ein Weitermachen ermöglicht hat. Um diese kurz zu nennen: 2016/17 Kickstarter Kampagne, 2018 Rossmann-Listung und 2019 der Auftritt bei der Sendung “Die Höhle der Löwen”.

Nun aber einmal Butter bei die Fische: Wie groß ist Wingbrush inzwischen?
Die Frage, die jeder gerne beantwortet. Wir sind weiterhin ein kleines Team. Neben den Gründungsgesellschaftern haben wir zwei Festangestellte und eine Menge fleißige Studenten, die uns tatkräftig unterstützen. Wir sind aber derzeit auf der Suche nach weiteren Mitarbeitern, um die Aufgaben besser zu verteilen. Über Umsatz redet man ungern, aber ich kann so viel sagen, wir haben das letzte, bereits ganz erfolgreiche Jahr, vor einer Woche geschlagen und hoffen, dass das Jahr weiterhin so gut verläuft.

Blicke bitte einmal zurück: Was ist in den vergangenen Jahren so richtig schiefgegangen?
Schief gelaufen ist immer wieder eine Menge, aber das sind ja bekanntlich die besten Anregungen um daraus zu lernen. Ich könnte dir eine Menge Punkte nennen, aber um einen herauszugreifen: Wir haben 2016 unsere erste Kickstarter-Kampagne gestartet. Wir haben in einem Monat Zahnzwischenraumbürsten für 330.000 Euro verkauft, 13.000 Unterstützer in 102 Ländern. Wir dachten, dass wir es mit unserem Team selbst schaffen, alles zu verpacken und zu verschicken. Es war ein riesiges Chaos. Außerhalb der EU hat gefühlt jedes Land andere Zollbestimmungen. Die Pakete sind teilweise acht Monate später aus Kanada wiedergekommen, da der Adressat nicht aufzufinden war. Mittlerweile haben wir in Deutschland ein Logistikzentrum und die Pakete gehen zweimal am Tag an unsere Kunden raus.

Und wo habt Ihr bisher alles richtig gemacht?
Ich denke, wir müssen einige Punkte richtig gemacht haben, sonst wären wir nicht mehr auf dem Markt verfügbar. Aber den wichtigsten Punkt sehe ich im Zwischenmenschlichen. Ich gehe immer noch gerne zur Arbeit und Stand jetzt kann ich fünf Jahre nach Gründung sagen, dass das Gründen unter Freunden auch funktionieren kann. Wir hoffen, aber glauben auch, dass wir dies auch noch in weiteren fünf Jahren sagen.

Wo steht Wingbrush in einem Jahr?
Wir hoffen, dass wir in einem Jahr unter unseren beiden Marken Wingbrush und WingGuard neue Produkt gelauncht haben und diese vom Markt positiv angenommen werden. Wir haben dann die Coronakrise hoffentlich alle gemeinsam überwunden und das Leben ist wieder wie gewohnt möglich. Vielleicht ist dieses “new normal” auch noch besser als vorher, wir gucken positiv in die Zukunft.

Durchstarten in Köln – #Koelnbusiness

In unserem Themenschwerpunkt Köln berichten wir gezielt über die Digitalaktivitäten in der Rheinmetropole. Mit circa 400 Startups, über 60 Coworking Spaces, Acceleratoren und Inkubatoren sowie attraktiven Investoren, zahlreichen Veranstaltungen und Netzwerken bieten Köln und das Umland ein spannendes Ökosystem für Gründerinnen und Gründer. Diese Rubrik wird unterstützt von der KölnBusiness Wirtschaftsförderungs-GmbH#Koelnbusiness auf LinkedInFacebook und Instagram.

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#DealMonitor - #EXKLUSIV Oetker investiert in ArtNight-Ableger BakeNight

Deutsche Startups - 29. July 2020 - 13:30

Im aktuellen #DealMonitor für den 29. Juli werfen wir wieder einen Blick auf die wichtigsten, spannendsten und interessantesten Investments und Exits des Tages. Alle Deals der Vortage gibt es im großen und übersichtlichen #DealMonitor-Archiv.

INVESTMENTS

BakeNight
+++ Der Bielefelder Foodgigant Dr. Oetker investiert eine unbekannte Summe in BakeNight, einen 2019 gestarteten Ableger von ArtNight. Das Spin-Off des Berliner Startups bietet Backworkshops an und “unterstützt lokale Meisterbäcker und Konditoren, die durch die Leitung der Backerlebnisse zusätzlichen Umsatz generieren”. Oetker hält nun 29,4 % an BakeNight, die restlichen Anteile an BakeNight entfallen auf ArtNight. Acton Capital Partners investierte zuletzt mit M-Venture und den Bochumer Masterplan-Machern 4 Millionen Euro in ArtNight. #EXKLUSIV

Yepoda
+++ Lesara-Gründer Roman Kirsch investiert eine unbekannte Summe in Yepoda. Beim Berliner Beauty-Startup finden schönheitsbewusste Onliner koreanische Hautpflege, also sogenannte K-Beauty-Produkte. “Bei Yepoda glauben wir fest an die koreanische Expertise, die jahrhundertealten Traditionen, sowie die Beauty-Innovationen des Landes”, teilt das Startup mit. Gründer der Jungfirma sind Sander van Bladel (früher Marketing Director bei Lesara) und Veronika Strotmann (Brand Strategy Director bei Leverate Media).

salted
+++ Invisible Hand Ventures, also Norbert Neef, Karsten Schröder, Johannes Bräutigam, Frederik Fleck und Jan Dzulko investieren eine unbekannte Summe in salted. Das junge Berliner Beauty-Startup beschreibt sich selbst als “junge, innovative Kosmetikmarke”. Die Jungfirma, die von Moritz Richter und Florian Karber geführt wird, vertreibt Produkte mit natürlichen Wirkstoffen. “Wir vertreiben unsere Produkte in unserem eigenem Online-Shop, unsere Kunden erreichen wir via Influencer Marketing”, teilt das Startup mit. #EXKLUSIV

ToolSense
+++ btov Partners und die Altinvestoren aws Gründerfonds, Segnalita Ventures, Martin Global und Georg Hoblik investieren 3 Millionen Euro in das Wiener IoT-Startup ToolSense. Das junge Unternehmen, das im Rahmen des Deep Tech Inkubator-Programms der FH Technikum Wien von Rostyslav Yavorskyi, Benjamin Petterle, Stefan Öttl und Alexander Manafi gegründet wuerde, bietet Maschinenbauern eine zentrale After-Sales-Plattform.

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#Brandneu - 5 neue Startups, die gerade so richtig losrocken

Deutsche Startups - 29. July 2020 - 8:46

Jeden Tag entstehen überall in Deutschland, Österreich und der Schweiz neue Startups. deutsche-startups.de präsentiert an dieser Stelle wieder einmal einige ganz junge Startups, die zuletzt, also in den vergangenen Tagen, Wochen und Monaten an den Start gegangen sind sowie einige junge Firmen, die zuletzt aus dem Stealth-Mode erwacht sind und erstmals für Schlagzeilen gesorgt haben.

Knowunity
Bei Knowunity dreht sich alles um Schulwissen. Das Startup tritt an, um den Schulalltag durch Präsentationen, Karteikarten, Buchzusammenfassungen und Nachhilfe zu vereinfachen will. Den jungen Gründern schwebt eine “Art Spotify für den Schulalltag” vor.

URL: www.knowunity.de
Hashtags: #App #EdTech #eLearning
Ort: Stuttgart
Gründer: Lars Lins, Benedict Kurz, Julian Prigl

Tough Design
Bei Tough Design finden Onliner Rucksäcke, Aktentaschen und Accessoires aus sogenanntem Vollnarbenleder. Das junge Unternehmen, das von Yusuf Zorlu geführt wird, möchte sich vor allem als Anlaufstelle “für deutsche Qualität und die stilsichere Mode aus Düsseldorf” etablieren.

URL: www.tough-design.com
Hashtags:#eCommerce
Ort: Düsseldorf
Gründer: Yusuf Zorlu

CNC One
Bei CNC One wird gefräst – und zwar ordentlich. Das Startup bietet eine CNC-Fräsmaschine für den Hausgebrauch an. “Automated workflows and free video tutorials empower even beginners to machine beautiful products from Day One”, teilt die Jungfirma aus München mit.

URL: www.cncone.de
Hashtags: #Hardware
Ort: München
Gründer: Sven Rittberger, Filip Simic

Advise Media Consulting
Das Hamburger Startup Advise Media Consulting verspricht eine “neue Ära im Media Auditing”. Die Jungfirma bietet ihren Kunden eine Plattform, mit der “sowohl lokale als auch internationale Pitch-, Tracking- und Monitoringprojekte zentral gesteuert, neutral analysiert und optimiert werden können”..

URL: www.advise-mc.com
Hashtags: #AdTech
Ort: Hamburg
Gründer: Marino Vukovic, Rolf-Dieter Wulf

Kimoknow
Das junge Unternehmen Kimoknow, eine Ausgründung des KIT, entwickelt digitale Montageassistenten. In der Selbstbeschreibung heißt es: “Ohne spezielle Kenntnisse können Objekte antrainiert werden. Dies wird automatisch von unserem Algorithmen übernommen”.

URL: www.kimoknow.de
Hashtags: #IndustrialTech #B2B
Ort: Karlsruhe
Gründer: Lukas Kriete, Roman Wiegand, Aaron Boll, Michael Grethler, Vesa Klumpp

Tipp: In unserem Newsletter Startup-Radar berichten wir einmal in der Woche über junge, frische und brandneue Startups, die noch nicht jeder kennt. Alle diese Startups stellen wir in unserem kostenpflichtigen Newsletter kurz und knapp vor und bringen sie so auf den Radar der bundesweiten Startup-Szene und im besten Fall auf die Agenda von Investoren, Unternehmen und potenziellen Kooperationspartnern. Jetzt unseren Newsletter Startup-Radar sofort abonnieren!

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#DealMonitor - Hedosophia investiert in Flixbus und Flaschenpost – everphone bekommt 34 Millionen

Deutsche Startups - 28. July 2020 - 16:55

Im aktuellen #DealMonitor für den 28. Juli werfen wir wieder einen Blick auf die wichtigsten, spannendsten und interessantesten Investments und Exits des Tages. Alle Deals der Vortage gibt es im großen und übersichtlichen #DealMonitor-Archiv.

INVESTMENTS

Flixbus / Flaschenpost
+++ Der stille englische Growth-Geldgeber Hedosophia, hinter dem unter anderem Ian Osborne steckt, investierte in den vergangenen Monaten und Jahren nicht nur in deutsche FinTechs wie Raisin, Billie, N26 und zuletzt Scalable Capital, sondern auch in Grownups wie Flixbus und flaschenpost.de. Hedosophia ist der stillste der stillen Investoren. In Pressemitteilungen fällt der Name des 2012 gegründeten Kapitalgebers nie und selbst auf der Website von Hedosophia gibt es keinerlei Infos über die Beteiligungen. Dabei verwaltet Hedosophia mittlerweile eine Milliarde Dollar an Beteiligungen. Dazu gehören auch Unternehmen wie Wefox, Qonto, Oscar, Transferwise und Ant Financial. Hintergründe gibt es im aktuellen ds-Insider-Podcast. #EXKLUSIV

everphone
+++ signals Venture Capital, AlleyCorp, Telekom Innovation Pool und die niederländische NIBC Bank investieren 34 Millionen Euro in everphone. Das 2016 vom ehemaligen CHECK24-Vorstand Jan Dzulko gegründete Berliner Unternehmen positionierte sich zunächst als “Rundum-Sorglos-Club” für Smartphone-Besitzer. Inzwischen ist everphone ein Anbeiter für Firmensmartphones. Das frische Kapital soll unter anderem in den Ausbau des  Geräteparks fließen. 70 Mitarbeiter wirkten bereits für everphone.

Advertima 
+++ Das Schweizer Immobilienunternehmen Fortimo Group investiert 15 Millionen Euro in Advertima. Der Anbieter einer 3D-Computer-Vision-Plattform, wurde 2016 gegründet. Das frische Kapital soll die “Entwicklung der Computer Vision-Plattform von Advertima beschleunigen”. Mit der Technologie von Advertima können etwa Lebensmittelgeschäfte sogenannte Smart Spaces erschaffen, “um Verbraucher-zentrierte, einfache und zielführende Einkaufserlebnisse in ihren Geschäften zu realisieren”.

Tandem
+++ Der Frühphaseninvestor Brighteye Ventures, Trind Ventures, Rubylight Limited und GPS Ventures investieren 5 Millionen Euro in das Berliner Startup Tandem. Insgesamt flossen nun schon 7,5 Millionen Euro in die App, die Sprachlernende verbindet.  Tandem wurde 2015 von Arnd Aschentrup, Tobias Dickmeis und Matthias Kleimann gegründet. Nach eigenen Angaben hat das Startup bereits 10 Millionen “sprachbegeisterte Mitglieder in über 180 Ländern”.

hello again
+++ Florian Leibert (Mesosphere), Alexander Kudlich (ehemals Rocket Internet)‚ Runtastic-Macher Florian Gschwandtner und Hansi Hansmann investieren eine hohe sechsstellige Summe in hello again aus Leonding in Österreich. Das junge Startup, ein Joint Venture der runtastic-Gründer und der Szene1-Macher, unterstützt Unternehmen dabei, individuelle Kundenbindungsprogramme aufzubauen. Zuletzt wirkten 32 Mitarbeiter für die Jungfirma, die auch ein Büro in München unterhält.

SignD
+++ Das primeCROWD-Netzwerk investiert 1 Million Euro in das Wiener Startup SignD. Das junge Unternehmen kümmert sich um “digitale Onboarding- und KYC- (Know Your Customer) Prozesse für Banken und Versicherungen, Broker sowie Unternehmen aus der Telekom- und Glücksspielindustrie”. Das Startup wurde 2019 von Bernhard Reiterer gegründet. Mit dem Kapital soll nun die “Internationalisierung finanziert und die weitere Entwicklung des Unternehmens vorangetrieben werden”.

EXITS

Checkmyplace
+++ Das Schweizer Proptech PriceHubble übernimmt Checkmyplace, einen Wiener Anbieter für datenbasierte Standortanalysen und datengetriebene Digitalisierungsprodukte. PriceHubble, das 2016 von Markus Stadler und Stefan Heitmann gegründet wurde, unterhält bereits Büros in Zürich, Berlin, Paris, Tokio und Wien. Checkmyplace wurde 2014 von Jörg Buß gegründet. “Durch die Übernahme sind nun über 70 zumeist auf Data Science und Product Engineering spezialisierte Mitarbeiter für das Unternehmen tätig”, teilt das Unternehmen mit.

Achtung! Wir freuen uns über Tipps, Infos und Hinweise, was wir in unserem #DealMonitor alles so aufgreifen sollten. Schreibt uns eure Vorschläge entweder ganz klassisch per E-Mail oder nutzt unsere “Stille Post“, unseren Briefkasten für Insider-Infos.

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#Interview - Ein Startup, das auf dem Rhein surft

Deutsche Startups - 28. July 2020 - 15:01

Das junge Kölner Startup surft. bringt “Surf-Lifestyle” an den Rhein. “All das, was unser Surferleben am Meer so außergewöhnlich gemacht hat, machen wir nun hier in Deutschland, mit vielen alten und neuen Freunden. Anscheinend kommt es gar nicht darauf an, wo man ist, sondern was man tut und mit wem man es tut!”, sagt Mitgründer Ben Ickenroth. Im Interview mit deutsche-startups.de stellt er das Konzept von surft. einmal ganz genau vor.

Wie würdest Du Deiner Großmutter surft. erklären?
Hey Omi, ich wohne jetzt wieder in Deutschland! Ja, das Meer und die Sonne fehlen mir schon, aber hier ist halt mein Zuhause. Mach dir keine Sorgen, wir haben uns da etwas überlegt. Wir surfen jetzt einfach auf dem Rhein, anstatt am Meer und fahren am Wochenende Stand-Up Paddlen in der Eifel, anstatt runter zum Strand. Generell, wollten wir nicht sowieso weniger fliegen? All das, was unser Surferleben am Meer so außergewöhnlich gemacht hat, machen wir nun hier in Deutschland, mit vielen alten und neuen Freunden. Anscheinend kommt es gar nicht darauf an, wo man ist, sondern was man tut und mit wem man es tut!

Welches Problem genau wollt Ihr mit surft. lösen?
Wir wollen es möglich machen, auch Zuhause in Deutschland diese Art von Lebensstil zu leben, den man zuvor nur aus dem Urlaub oder den Surferstädten der Welt kannte. Unserer Meinung nach ist das Lebensgefühl der Traveller und Surfer nicht an einen fernen Ort gebunden, sondern entsteht durch das, was man tut und mit wem man es tut. Wir wollen, dass der Montag der beste Tag der Woche sein kann und dass du in deinem Alltag Abenteuer erleben kannst, ohne dass du dafür 24 Stunden nach Bali fliegen musst. Wir erreichen das durch unsere Sports, Lifestyle und Travel Community mit eigenem kleinen Modelabel. Wenn man an einem Mittwoch nach der Arbeit eine Runde auf dem Rhein surfen geht, hinter einer künstlichen Welle am Boot und dann mit nassen Haaren nach Hause kommt, dann ist das ein Weg, sich dieses besondere Lebensgefühl in seinen Alltag zu holen.

Jede Woche entstehen dutzende neue Startups, warum wird ausgerechnet surft. ein Erfolg?
Zuerst einmal wahrscheinlich genau deshalb, weil wir uns um den Erfolg bei der Gründung überhaupt gar keine Gedanken gemacht haben. Wir haben ganz privat für uns selbst überlegt, wie wir uns das Leben in einer deutschen Großstadt erfüllender und aufregender gestalten können. Aus gelegentlichen Ausflügen und einer WhatsApp Gruppe wurde eine Firma, wurde eine Finanzierung, wurde ein StartUp, was nun jede Woche hunderte Menschen bewegt. Wir haben gemerkt, dass wir nicht die einzigen sind, die zwar Geld verdienen und genug Freizeit haben, aber nicht so recht damit zufrieden sind, wie der Arbeits- und Lebensalltag in Deutschland oftmals aussieht. Die positive Rückmeldung und das organische Wachstum basiert augenscheinlich auf den Industrietrends und den Zeichen der Zeit. Weniger Fliegen, lokaler Denken, nachhaltig Leben und bewusst Reisen, sowie eine Work-Life Balance in der Selbsterfüllung durch Sport, Reisen und zwischenmenschliche Beziehungen erreicht wird, wird durch alle Alterschichten immer wichtiger. Wir denken, dass der Kurzurlaub in Asien, genau wie bis 20:00 auf der Arbeit hängen in den kommenden Jahren immer weniger werden wird und dass sich der Markt dahingehend entwickelt, seine Freizeit individualisierter und regionaler zu gestalten. Corona wird auch hier das Denken nachhaltig verändern.

Wer sind eure Konkurrenten?
Es gibt die selben “Old Economy” Wettbewerber, die es schon immer gibt: Fußballvereine, Sportveranstalter, Pauschalreiseanbieter und Eventveranstalter. Aber wir sehen im Markt niemanden, der den Surf und seine Strahlkraft als Katalysator für ein Lebensgefühl nutzt, was in Deutschland eigentlich gar nicht existiert. Unser Fokus auf die Community, eine Gemeinschaft, die einen gemeinsamen Lifestyle teilt, in der Freundschaften entstehen und durch regelmäßige Treffen in unserer Infrastruktur gehalten werden gibt uns die nötige Retention unserer Kunden, um auch langfristig gegenüber den oben genannten Wettbewerbern bestehen zu können. Vielleicht gibt es auch keine direkten Konkurrenten, weil das Konzept zu schräg und noch zu nischig ist. In dieser Nische fühlen wir uns derzeit aber sehr wohl und wir glauben daran, dass neben unserem Startpunkt Köln in Zukunft auch viele weitere deutsche Städte vom Surf Lifestyle ergriffen werden.

Wo steht surft. in einem Jahr?
Wir haben letzten Monat, fünf Monate nach der Gründung, den operationellen Break-Even erreicht und stellen gerade den ersten Mitarbeiter ein – Ziele, die eigentlich erst für 12 Monate geplant waren. Daher schauen wir gerade ganz entspannt in die Zukunft, wollen uns aber auch nicht übernehmen und unsere eigene “Work” Life Balance im Blick behalten. In einem Jahr werden wir den stationären Handel unserer Bekleidungsmarke SaltyConcepts um ein weiteres Ladenlokal erweitert haben, wir werden 2-3 neue Mitarbeiter in Vollzeit haben, die sich allein darum kümmern sich besondere Reisen und Events auszudenken, die es vorher noch nicht gab und wir werden wahrscheinlich mit dem Gedanken spielen, langsam in Richtung Ruhrpott zu expandieren. Unser Ziel ist es einfach, möglichst vielen Menschen einen erfüllenden und aufregenden Alltag zu ermöglichen, ohne dabei unsere Philosophie zu verkaufen oder nicht mehr real zu bleiben. Jede mögliche Expansion wird daher aus eigenen Mitteln finanziert werden.

Reden wir zudem noch über den Standort Köln. Wenn es um Startups in Deutschland geht, richtet sich der Blick sofort nach Berlin. Was spricht für Köln als Startup-Standort?
Die Kölner sind bekannt für ihren Pragmatismus. Vielleicht ist es gerade diese Unaufgeregtheit, die Köln als Standort attraktiv machen. Auch hier wird einiges an Geld bewegt und große Player aus der Medien- und Eventbranche sitzen hier als Kunden und Partner. Alles findet aber mit weniger Show statt. Die Sparkasse hält hier ein hervorragendes Gründerzentrum und die Infrastruktur aus Coworkings, Accelerators und VC wächst mit jedem Jahr.

Was genau macht den Reiz der Startup-Szene in Köln aus?
Aus meinen früheren Beteiligungen kenne ich die StartUp Szene in Hamburg und Berlin. Als gebürtiger Kölner und Karnevalist hatte ich aber quasi nie eine Wahl, eines Tages zurück in meine Heimatstadt zu ziehen. Ich mag die bodenständige Art der “Szene” hier in Köln. Alleine sie so zu nennen, scheint schon beinahe falsch. Von der Finanzierung über Konzeption, Netzwerk und den Demo Days: Es gibt weniger Gin Tuesday und mehr “mach halt erstmal, dann reden wir”.

Was ist in Köln einfacher als im Rest der Republik?
Für StartUps mit eher klassischen Geschäftsmodellen, die harte Metrics vorweisen können und realistisch irgendwann Geld verdienen können, sehe ich in Köln meiner Meinung nach einen hervorragenden Standort, an dem Geld, Ideen, Drive und Lebensart zusammenkommen. Dadurch, dass die Szene kleiner und familiärer ist, kennt jeder einen, der einen kennt, der einen kennt. Kooperationen und Investments lassen sich über Kontakte beim Kölsch knüpfen, ohne dass große Pitches, gezwungenes Network oder unpersönliche Massenakquise notwendig ist.

Was fehlt in Köln noch?
In Köln fehlt es an weitreichender, branchenübergreifender Akzeptanz und Wertschätzung für Gründergeist und entrepreneurial spirit. Banken, Institutionen, Dienstleister und vor allem die Politik muss verstehen, dass man als StartUp eben nicht vier Monate auf einen Antrag warten kann und das, wenn man neuartige Angebote konzipiert eben nicht alles mit Sicherheit vorhergesagt werden kann. Da sind andere Städte einfach viel weiter. Mit dem Gründerstipendium hat das Land NRW allerdings schon reagiert und einen einfachen und unbürokratischen Weg für early stage Finanzierung geschaffen. Mehr davon!

Zum Schluss hast Du drei Wünsche frei: Was wünscht Du Dir für den Startup-Standort Köln?
Erstens: Mehr Accelerator und Incubator! Nach dem Vorbild von Fond of und Xdeck: Wenn ihr was erreicht habt, gebt etwas zurück und pusht dabei junge Gründer, eure Marke und verdient auch noch Geld damit. Zweitens: Mehr Commitment der offiziellen Stellen. Es liegt richtig viel Geld auf der Straße, wovon niemand etwas weiß, weil die Dinge nur halbgar angegangen werden. Vertraut darauf, dass sich Investments in Firmengründungen und Innovation auf lange Sicht lohnen! Drittens: Ein gescheites HotPot-Restaurant. Es kann nicht sein, dass wir dafür immer noch nach Düsseldorf fahren müssen!

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In unserem Themenschwerpunkt Köln berichten wir gezielt über die Digitalaktivitäten in der Rheinmetropole. Mit circa 400 Startups, über 60 Coworking Spaces, Acceleratoren und Inkubatoren sowie attraktiven Investoren, zahlreichen Veranstaltungen und Netzwerken bieten Köln und das Umland ein spannendes Ökosystem für Gründerinnen und Gründer. Diese Rubrik wird unterstützt von der KölnBusiness Wirtschaftsförderungs-GmbH#Koelnbusiness auf LinkedInFacebook und Instagram.

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#Gastbeitrag - So schafft ihr es als Gründer in die Presse!

Deutsche Startups - 28. July 2020 - 13:02

Wie man es als Startup in die Medien schafft, weiß niemand besser als Medien-Vertreter selbst! Wir haben dabei aber nicht irgendwelche Medien-Profis gefragt, wie Gründer ihre Pressearbeit zum Erfolg führen können, sondern drei Top-Journalisten, die auch Startup-Erfahrung haben: Für die Standortinitiative nextMedia.Hamburg und ihren Content- und Tech-Inkubator Media Lift haben alle unsere Experten schon Gründer beraten. Lest hier, welche Tipps Sie in Sachen PR auf Lager haben.

Meinolf Ellers, dpa

Meinolf Ellers ist Chief Digital Officer bei der Deutschen Presse-Agentur dpa und Managing Partner des Startup-Beschleunigers next media accelerator. Die Nachrichtenagentur und weitere 29 namhafte Unternehmen investieren damit seit 2015 in Medien- und Marketing-Gründer. Darüber hinaus sitzt Ellers in der Jury des Inkubators MEDIA LIFT von nextMedia.Hamburg, der als Fast Track für Entrepreneure in die Content-und Tech-Welt gilt.

“Wenn ich einen PR-Leitfaden für Gründer entwickeln müsste, wäre mein erster Tipp: Für alles im Startup-Leben gibt es einen richtigen Zeitpunkt. Das gilt auch für Pressearbeit! Der richtige Zeitpunkt für Pressearbeit hängt maßgeblich von der Entwicklungsphase ab, in dem sich das Startup befindet. In Phase 1, der Inkubation, wird aus meiner theoretischen Geschäftsidee ein funktionierender Prototyp. In Phase 2, der Acceleration, teste ich diesen Prototypen zusammen mit ersten Pilotkunden bis zur Marktreife. Und in Phase drei, der Skalierung, kann ich mich dann ganz aufs Wachstum konzentrieren. In dieser letzten Phase kann ich als Startup meist gar nicht genug Presse haben, um möglichst viele potenzielle Kunden oder Investoren auf mich aufmerksam zu machen. In Phase 1 und 2 können Medienberichte aber auch regelrecht schädlich sein, weil sie falsche Erwartungen wecken und enormen Druck aufbauen können. Ich rate Startups daher immer: Konzentriert euch erst einmal darauf, euren Job zu machen. Je besser ihr den macht, desto besser wird auch die Geschichte, die ihr später erzählen könnt.
Denn das ist neben dem richtigen Zeitpunkt der nächste wichtige Schlüssel zu erfolgreicher Pressearbeit: das richtige Storytelling! Ich habe schon Gründer erlebt, die absolute Traumtänzer waren und dachten, die haben so tolle Ideen, dass sie die Tagesschau nur einmal anrufen müssen und die kommt sofort mit zwei Kamerateams. Die Wahrheit ist: Ein Startup ist nur so relevant für Medien – vom lokalen Anzeigenblatt bis zur Tagesschau – wie der Mehrwert, den es für deren eigene Zielgruppen liefert. Das Gute ist: Viele Gründer sind durch Pitches bei potenziellen Kunden oder Investoren bereits gewöhnt, ihr Produkt zu erklären und relevant zu machen. Bei Medien gilt dasselbe Prinzip: Je größer das Problem, das ich löse, und je größer die Gruppe, für die ich ein Problem löse, desto größer auch die Chance, dass ich dafür schon sehr früh auf ein breites Interesse stoße. Bereits in Phase 1 kann zum Beispiel eine noch nie da gewesene Idee erste Journalisten auf den Plan rufen. Die Frage, ob das Startup diese auch wirklich umsetzen kann, zählt da noch nicht. Wenn die Idee alleine jedoch keine Redaktion überzeugt, können in Phase 2 erste konkrete Anwendungsfälle und womöglich namhafte Referenzkunden helfen, Glaubwürdigkeit und Relevanz herzustellen. Zuguterletzt hat natürlich jede Regel Ausnahmen. In Sachen Pressearbeit bei Startups gibt es zwei Stück: Wenn schon sehr früh sehr erfahrene Investoren einsteigen oder der Gründer selbst bereits eine bekannte Persönlichkeit ist, interessiert die Welt sich natürlich schon früher für das Businessmodell – und entsprechend auch die Medien!”

Benjamin Denes, SPIEGEL

Benjamin Denes ist leitender Redakteur im Video-Ressort des SPIEGEL. Darüber hinaus arbeitet der Online-, Fernseh- und Hörfunk-Journalist als Trainer und Berater für Redaktionen. Mit seinem journalistischen als auch technischem Fachwissen steht er auch Startups zur Seite – zusammen mit der Standortinitiative nextMedia.Hamburg. Außerdem hat er selbst schon Gründer-Erfahrung gesammelt und mit dem Videoportal planestream 2017 das „Netflix für Flugzeug-Fans“ geschaffen.

“Die erste Lektion, die ich bei meinem eigenen Startup gelernt habe, war eine harte: Gründer sollten nicht dem Irrglauben verfallen, ihr Startup sei außerhalb ihrer Szene wirklich relevant. Außerhalb von Fachdiensten wird eher selten gezielt ein Artikel oder ein TV-Beitrag über ein Startup geschrieben. Generell können sich Gründer die Frage nach den Nachrichtenfaktoren stellen, um einzuschätzen, ob Pressearbeit für sie wirklich Sinn ergibt: Machen wir etwas, das bahnbrechend, gesellschaftlich relevant und auch für Laien erkennbar neu und anders ist? Ist die Innovation, das Geschäftsmodell des Startups gleichzeitig auch für das Publikum gewisser Medien relevant? Oder sind die Methode, das Gründerteam oder irgendein anderes Detail besonders? Kann ein Journalist daraus eine spannende Geschichte machen? Wer keine dieser Fragen mit Ja beantworten kann, wird es schwer haben, Aufmerksamkeit von der Presse zu erhalten. Das heißt aber nicht, dass der geringere Bekanntheitsgrad von Startups grundsätzlich ein Nachteil sein muss – im Gegenteil! Journalisten mögen Sujets, über die noch nicht zigfach berichtet wurde. Umso wichtiger ist es also, dass junge Unternehmen in der Pressearbeit eben nicht nur eine spannende Geschichte verbreiten, sondern unterschiedliche Ansätze und kontinuierlich daran weiterarbeiten. Das kann sich insbesondere mit Hinblick auf aktuelle Trends und Entwicklungen lohnen, in deren Rahmen das Startup gut reinpasst. Ein Beispiel: Ich habe in den vergangenen Jahren viele Pressemitteilungen und Informationen von Startups für Home-Office-Lösungen erhalten. In der Corona-Krise bekam dieses Thema eine völlig neue Bedeutung. Schreibe ich nun an einer Geschichte über Krisengewinner aus Deutschland, ist es durchaus wahrscheinlich, dass ich auch eines der Startups anfrage, die mir lange Informationen zugeschickt haben. Was mich persönlich nur nervt, sind sehr offensive Anschreiben etwa via LinkedIn oder E-Mail dieser Art: “Ich möchte Sie auf unser Startup hinweisen. (…) Wir wollen den Markt für Stocklocken-Wickler revolutionieren. (…) Ist das nicht auch einen Bericht auf Ihrer Website wert?” Das empfinde ich als eine Art kalte Akquise in der Pressearbeit und wird von mir als Journalisten konsequent mit Missachtung gestraft, vor allem wenn es sich um Startups aus Branchen handelt, mit denen ich als Journalist nie etwas zu hatte. Dagegen halte ich PR mithilfe von auf Medienvertreter gezielt ausgerichtete Ansprache für durchaus wirkungsvoll, ebenso wie intelligentes Seeding. Und: Natürlich freue ich mich über Anschreiben, die zeigen, dass sich jemand mit meiner Arbeit auseinandergesetzt hat. („Ich habe kürzlich Ihren Bericht über Kabinenbeleuchtung in Großraumflugzeugen gesehen. Unser Startup beschäftigt sich mit dimmbaren Flugzeugfenstern. Vielleicht interessieren Sie sich für ein paar technische Hintergründe?“)”

Björn Staschen, NDR

Nach Stationen als Reporter für NDR und ARD, Auslandskorrespondent in London und Chef vom Dienst führt der NDR unter Björn Staschens Projektleitung aktuell die Nachrichtenredaktionen von TV, Radio und Print zusammen. Mit dem NextNewsLab rief er außerdem eine Innovationseinheit des NDR ins Leben, um die Digitalisierung im Nachrichtenbereich voranzutreiben. Für nextMedia.Hamburg engagiert er sich zudem als Mentor für Startups in den Branchen Medien und Digitales.

“Manche Startups folgen bei der Medienarbeit einem Impuls, den viele kennen: Erstmal eine Pressemitteilung schreiben und dann möglichst breit verschicken. Aus meiner Sicht bringt das meist wenig bis gar nichts. Dagegen gewinnt gezielte Kommunikation! Was das heißt? Aus meiner Sicht zwei Dinge: Zum eine n ist es erfolgversprechender, einzelne Journalisten gezielt anzusprechen als gleich alle Redakteure eines Mediums mit einer Massen-E-Mail zu langweilen, die mit „Liebe Redaktion“ beginnt. Zum anderen steigen die Chancen auf Berichterstattung, wenn das Thema passgenau zu Journalist, Medium und dessen Zielgruppe passt. Viele Redaktionen sind aufgeteilt in unterschiedliche Themen-Ressorts, und Redakteure haben eigene Spezialgebiete. Die zuständigen Ansprechpartner lassen sich in der Regel leicht recherchieren: Entweder googeln, wer bei dem gewünschten Medium schon mal einen Beitrag zu meinem Thema geschrieben hat, oder im Impressum schauen, wie die Redaktion organisiert ist. Ob per E-Mail, Anruf oder auch per Twitter: Wie die Ansprache letztlich passiert, ist egal. Wichtig ist nur, die Story klar zu formulieren. Sie sollte zu aktuellen Themen passen und echten Nutzen für das Publikum des Mediums bieten. Ein Beispiel: In meinem wöchentlichen TechTalk auf Tagesschau24, den ich mit Marcus Schuler aus San Francisco führe, haben wir in Corona-Zeiten viel über Zoom berichtet – über Sicherheitsbedenken, aber auch über Startups, die um Umfeld von Zoom entstehen. Als uns dann ein Startup aus Aachen kontaktierte, das Ähnliches bietet, war es natürlich Thema im Talk. Im Nachrichtengeschäft und generell online kommt es anders als etwa bei gedruckten Special-Interest-Magazinen mit langen Vorläufen besonders aufs Timing an. Da lohnt es, sich vorher zu fragen: Passt das, was ich tue, auch zu aktuellen öffentlichen Debatten, breit platzierten Themen? Oder kann ich mein Thema so aufbereiten, dass es passt? Kann ich als Experte zu aktuellen Diskussionen oder kann mein Produkt als Lösung zu aktuell diskutierten Problemen beitragen? Falls ja, heißt es: schnell reagieren. Denn die Sau, die heute durchs Dorf getrieben wird, ist morgen oft schon wieder vergessen!”

Tipp33 Journalisten, an denen 2020 kein Start-up vorbeikommt

Podcast: Tilo Bonow (Piabo) über PR für Startups

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#Anzeige - Digitale Lösungen für den Garten der Zukunft gesucht

Deutsche Startups - 28. July 2020 - 10:55

Mit dem GARDENA garden award werden in diesem Jahr zum zweiten Mal in Partnerschaft mit der koelnmesse und dem Handelsverband Heimwerken, Bauen und Garten (BHB) innovative Unternehmer, Erfinder und Gründer ausgezeichnet, die nachhaltige Lösungen für die Zukunft des „digitalen Gartens“ im Blick haben. Der Preis ist mit insgesamt 10.000 Euro sowie Sachpreisen dotiert.

Als Medienpartner ist auch in diesem Jahr das Fachmagazin diy wieder mit dabei sowie erstmalig auch „Schöner Wohnen“, die führende deutsche Wohnzeitschrift. Die Verleihung findet in diesem Jahr als digitale Veranstaltung statt, die von der Fachmesse spoga+gafa, der größten Gartenmesse der Welt, in Köln ausgerichtet wird.

„Bereits die erste Runde im vergangenen Jahr hat eindrucksvoll gezeigt, wie viele innovative Ideen es rund um den Garten gibt. Und wir sind überzeugt, dass es davon noch viele weitere gibt. Mit dem GARDENA garden award wollen wir ihnen eine Plattform geben und setzen diesmal einen Schwerpunkt auf nachhaltige Lösungen“, erläutert Gardena-Chef Pär Åström die Motivation des Preisstifters.

Gesucht werden auch diesmal nachhaltige Lösungen für den Garten der Zukunft. Innovatoren sind eingeladen, ihre Ideen und Geschäftsmodelle für die folgenden Themenfelder bis zum 15. August 2020 unter gardena.com/de/gardenaward einzureichen: Smart Gardening, Bewässerungstechnik, Schneidtechnik, Stadtgärtnern, E-Commerce und Services im Gartenumfeld, Mobile Apps im Gartenumfeld und Gartentechnik allgemein.

„GARDENA steht für Innovation und wird diese auch in Zukunft weiter vorantreiben“, sagt Tobias Schlitzke, Head of Business Development und Organisator des GARDENA gardenawards. Gerade deshalb ist der award auch in schwierigen Zeiten eine gute Möglichkeit für Startups und innovative Projektteams, ihre Vision des zukünftigen Gartens vor namhaften Personen der Branche vorzustellen. „Wir hoffen auf viele interessante Bewerbungen, welche die Gartenindustrie nachhaltig verändern werden“, so Schlitzke.

Im ersten Schritt werden zunächst drei Kandidaten im Hinblick auf den Innovationsgrad und den Nachhaltigkeitsaspekt als Finalisten ausgewählt. Diese können sich selbst und ihre Konzepte dann der Jury präsentieren können. Dies geschieht im Rahmen einer digitalen Veranstaltung, die live aus Köln übertragen wird. Nach Beratung der Jury werden dann unmittelbar die Platzierungen bekannt gegeben und der Sieger gekürt.

Foto (oben): GARDENA garden award

#Interview - “Wir sind von einem ahnungslosen Haufen zu einem Unternehmen gewachsen”

Deutsche Startups - 28. July 2020 - 8:46

Das Rostocker Startup Hepster, das 2016 von Alexander Hornung, Christian Range und Hanna Bachmann gegründet wurde, verkauft Fahrradversicherungen. “hepster ist sozusagen Herr Kaiser zum Mitnehmen”, sagt Mitgründer Range. Inzwischen wirken 34 interne und fünf externe Mitarbeiter für das Unternehmen. Hepster kann bereits 35.000 Kunden und 40.000 Verträge vorweisen.

“Wir sind von einem recht ahnungslosen Haufen – zu viert in einem Büro – zu einem strukturierten und organisierten Unternehmen mit 34 internen und 5 externen Mitarbeitern gewachsen. Vor vier Jahren sprachen wir über Claims und Visionen – heute sprechen wir über Prozesse und Deckungsbeiträge. Die Lernkurve war und ist sehr steil. Der Markt verändert sich, Kundenbedürfnisse ändern sich und bei aller Organisationsentwicklung versuchen wir den Spagat zwischen der steten Anpassung an diese Bedürfnisse und der Entwicklung von Prozessen zu halten”, sagt Range.

Im Interview mit deutsche-startups.de spricht der Hepster-Macher außerdem über Wintersport, frische Luft und die Ostsee.

Wie würdest Du Deiner Großmutter hepster erklären?
hepster ist sozusagen Herr Kaiser zum Mitnehmen. Wir sorgen dafür, dass Du ganz unkompliziert eine Versicherung buchen kannst und zwar immer dort, wo Du sie gerade brauchst. Das funktioniert entweder in wenigen Schritten über Dein Handy oder aber die Versicherung ist direkt dort inkludiert, wo Du beispielsweise gerade ein Fahrrad ausleihst oder kaufst.

Hat sich das Konzept seit dem Start irgendwie verändert?
Grundsätzlich nicht – wir setzen nach wie vor neben dem Vertrieb unserer Produkte über den hauseigenen Webshop zentral auf die Zusammenarbeit mit Unternehmen als Kooperationspartner. In 2016 haben wir noch relativ breit gefächert situative Versicherungen für Sportausrüstung und Erlebnisse vertrieben – beispielsweise Wassersport und Wintersport. Mit zunehmendem Erfolg wollten und mussten wir uns auf einzelne Produktbereiche konzentrieren und wachsen seitdem besonders stark in den Bereichen Fahrrad- und E-Bike-Versicherungen sowie Elektronik. Wir haben viel direkt am Kunden und Partner gelernt und dementsprechend zwar nie unseren Business Case, aber ständig unsere Versicherungsprodukte und deren Distributionsmöglichkeiten angepasst.

Die Corona-Krise traf die Startup-Szene zuletzt hart. Wie habt ihr die Auswirkungen gespürt?
Corona hat neben vielen weiteren gesellschaftlichen Veränderungen auch ein Umdenken beim Thema Mobilität bewirkt. Anstatt zu feiern und ins Sportstudio zu gehen sind viele auf das (E-)Bike umgestiegen und verbringen nun deutlich mehr Zeit draußen an der frischen Luft. Dementsprechend ist auch die Nachfrage nach den entsprechenden Policen bei uns und unseren Partnern quasi durch die Decke gegangen. Von April zu Mai konnten wir Buchungen und Umsätze verdoppeln.

Und was waren die Schattenseiten?
Natürlich war nicht alles nur eitel Sonnenschein: Die Umstellung komplett auf Home Office ist uns trotz eines komplett digitalen Geschäftsmodelles nicht so leicht gefallen wie gedacht – Kommunikation auch auf dem Flur ist und bleibt elementar. Mit dem Einbruch der Reisebranche haben wir natürlich auch Geschäft verloren. Alles in allem können wir aber von uns behaupten, in den letzten vier Jahren ein krisensicheres Unternehmen auf die Beine gestellt zu haben.

Euer Firmensitz ist Rostock. Was spricht für Rostock als Startup-Standort?
Die Ostsee, das schöne Wetter und die netten Menschen! Daneben gibt es hier viel Raum, um das Startup-Ökosystem und die gesamte wirtschaftliche Entwicklung mitzugestalten. Die Mittelständische Beteiligungsgesellschaft Mecklenburg-Vorpommern war und ist zudem einer unserer wichtigsten Unterstützer und Partner.

Wie ist überhaupt die Idee zu Hepster entstanden?
Alles begann 2015 mit der Idee, Unfallversicherungen situationsgerecht und ab einem Tag Laufzeit anzubieten. Alex und ich kommen aus der Versicherungsbranche, haben viele Jahre Erfahrung. Irgendwann konnten wir es kaum mehr fassen, dass sich die Welt da draußen rasant verändert, man alles online kaufen kann – nur die Versicherungsprodukte und deren Distribution schaffen die Anpassung nicht – weder in der Vertragsausgestaltung noch in technischen Lösungen. Im Bereich Sport hat es sich zuerst angeboten, Schritt für Schritt haben wir unsere Produktpalette angepasst. Unser Ziel ist neben der kompletten Digitalisierung der Wertschöpfungskette „Versicherung“ auch deren kontinuierliche Anpassung an die Entwicklungen des Marktes, beispielsweise das Thema New Mobility oder Sharing.

Wie genau funktioniert eigentlich euer Geschäftsmodell?
hepster entwickelt individuelle und maßgeschneiderte Versicherungsprodukte, die sich an den Bedürfnissen der Menschen von heute sowie den Geschäftsmodellen unserer Partner orientieren. Besonderes Augenmerk legen wir auf eine flexible und transparente Vertragsgestaltung sowie einen unkomplizierten Versicherungsabschluss, um ein optimales Kundenerlebnis sicherzustellen. Durch die enge Zusammenarbeit mit unseren sieben Rückversicherern sind schnelle, auf die Bedürfnisse unserer Kooperationspartner angepasste Produktlösungen möglich. Zum einen können Versicherungen im Onlineshop mit wenigen Klicks und komplett digital gebucht werden. Zum anderen können die Versicherungsprodukte mithilfe verschiedener Schnittstellen nahtlos und vollkommen digital in bestehende und neue Prozesse integriert werden. Unsere Technologie ermöglicht die Kommunikation der beteiligten Systeme in alle Richtungen und übermittelt versicherungsrelevante Daten und Dokumente in Echtzeit. Indem wir unsere Versicherungslösungen mit weiteren Dienstleistungen unterstützen, gewährleisten wir unseren Kooperationspartnern und deren Kunden einen Rundum-Service für einen reibungslosen Ablauf. Alle wesentlichen Geschäftsprozesse vom Versicherungsabschluss über die Dokumentenerstellung bis zur Schadensabwicklung sind digital. Darüber hinaus bieten wir ein breites Portfolio an individuellen Services, unter anderem White-Label-, Business-Intelligence- und SaaS-Lösungen.

Wie hat sich Hepster seit der Gründung entwickelt?
Extrem stark. Wir sind von einem recht ahnungslosen Haufen – zu viert in einem Büro – zu einem strukturierten und organisierten Unternehmen mit 34 internen und 5 externen Mitarbeitern gewachsen. Vor vier Jahren sprachen wir über Claims und Visionen – heute sprechen wir über Prozesse und Deckungsbeiträge. Die Lernkurve war und ist sehr steil. Der Markt verändert sich, Kundenbedürfnisse ändern sich und bei aller Organisationsentwicklung versuchen wir den Spagat zwischen der steten Anpassung an diese Bedürfnisse und der Entwicklung von Prozessen zu halten.

Blicke bitte einmal zurück: Was ist in den vergangenen Jahren so richtig schief gegangen??
Die Zusammenarbeit mit einigen Dienstleistern in Vertrieb und Marketing ging gründlich in die Hose. An dieser Stelle haben wir einige Fehler gemacht! Die meisten Dienstleister beteiligen sich nicht an Entwicklung, sondern sehen ihren Standardprozess in Adaption als gültige Lösung an. Das funktioniert nicht mit einem Geschäftsmodell, das auf der grünen Wiese entstanden ist. Für uns bestand die Herausforderung darin Idee und Markt zusammen zu bringen. Am Ende haben wir alle Teilschritte bis zur endgültigen Marktreife dann intern gelöst.

Und wo hat Ihr bisher alles richtig gemacht??
Außer bei der Wahl unserer Socken haben wir in keinem Bereich alles richtig gemacht. Was wir uns zugutehalten können, ist, dass wir als Gründer immer zusammengehalten haben und dass uns unser Team zu jedem Zeitpunkt extrem wichtig war. Wir haben immer versucht, keine Entscheidungen auf dem Rücken unserer Mitarbeiter auszutragen, sondern neben dem wirtschaftlichen Erfolg auch den Erfolg als Team nie aus den Augen zu verlieren.

Wo steht Hepster in einem Jahr?
In einem Jahr werden wir in Deutschland Marktführer im Bereich digitale Bike- und E-Bike Versicherungen sein und von diesem Standpunkt aus sowohl vertikal als auch horizontal wachsen. Wir sind neben Deutschland ja bereits in Österreich unterwegs, wir werden in weitere europäische Märkte expandieren und wir werden weitere modulare und individualisierbare Versicherungen entwickeln, die wir aus dieser gestärkten Position heraus vertreiben.

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Foto (oben): Hepster

#DealMonitor - Hedosophia ist der geheime Scalable Capital-Investor

Deutsche Startups - 27. July 2020 - 16:55

Im aktuellen #DealMonitor für den 27. Juli werfen wir wieder einen Blick auf die wichtigsten, spannendsten und interessantesten Investments und Exits des Tages. Alle Deals der Vortage gibt es im großen und übersichtlichen #DealMonitor-Archiv.

INVESTMENTS

Scalable Capital
+++ Hedosophia ist – wie erwartet – der geheime Scalable Capital-Investor. Gmeinsam mit BlackRock, Holtzbrinck Ventures und Tengelmann Ventures investierte der sehr stille Growth-Geldgeber gerade beachtliche 50 Millionen Euro in Scalable Capital. Der digitale Münchner Vermögensverwalter wurde im Dezember 2014 von Florian Prucker, Erik Podzuweit, Patrick Pöschl, Adam French und Stefan Mittnik gegründet. Hedosophia investierte bereits in die drei FinTechs Raisin, Billie und N26. Zudem ist der Geldgeber auch bei Flixbus an Bord – was bisher nicht bekannt war. Hintergründe gibt es im aktuellen ds-Insider-Podcast. #EXKLUSIV

Niro
+++ Atlantic Labs investiert eine unbekannte Summe in Niro. Beim Hamburger Startup Niro, das von Amir Bohnenkamp, Dustin Jaack gegründet wurde, handelt es sich um eine “no-code Software zur Erstellung, dem Design und der Integration von Clickflows – der nächsten Generation von Webformularen”. Das Startup will seinen Kunden dabei helfen, seine “digitale Kundeninteraktion” und somit die Kundeninteraktion zu verbessern. Hintergründe gibt es im aktuellen ds-Insider-Podcast. #EXKLUSIV

nooa
+++ Atlantic Labs investiert eine unbekannte Summe in nooa. Das Mannheimer Startup, das zuletzt zeitweise unter dem Namen Hermes Pflege im Netz unterwegs war,emöchte die “ambulante Pflege in Deutschland digitalisieren”. Dabei geht es um Themen wie Tourenplanung, Dokumentation und Maßnahmenpläne. “Zusätzlich können Angehörige die Gesundheitsdaten ihrer Angehörigen verfolgen”, teilt die Jungfirma mit. Hintergründe gibt es im aktuellen ds-Insider-Podcast. #EXKLUSIV

cargo.one
+++ Index Ventures investiert – wie bereits Ende Juni berichtet – in cargo.one, ein noch junges Logistik-Startup. Index Ventures investiert gemeinsam mit Next47, Creandum, Lufthansa Cargo und Point Nine Capital 18,6 Millionen US-Dollar in die Jungfirma. Creandum, Point Nine Capital und Lufthansa Cargo investieren zuletzt rund 3 Millionen US-Dollar in das Berliner Unternehmen, das sich um die digitale Distribution und Buchung von Luftfracht kümmert. cargo.ono wurde 2017 von Moritz Claussen, Oliver T. Neumann und Mike Rötgers gegründet.

Traxpay
+++ Die Deustche Bank steigt beim Frankfurter Fintech Traxpay ein – siehe DerTreasurer. “Dem Vernehmen nach hat sich Deutsche Bank aber mit einem Anteil von unter 10 Prozent bei dem Frankfurter Fintech eingekauft”, heißt es im Artikel. Gründer Markus Rupprecht, Sven Weissmann, Jochen Siegert und Thomas Fuhrmann hatten einen Management-Buy-Out bei Traxpay, einem Unternehmen rund um das Thema Lieferantenfinanzierung  vollzogen.

Achtung! Wir freuen uns über Tipps, Infos und Hinweise, was wir in unserem #DealMonitor alles so aufgreifen sollten. Schreibt uns eure Vorschläge entweder ganz klassisch per E-Mail oder nutzt unsere “Stille Post“, unseren Briefkasten für Insider-Infos.

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#Podcast - Insider #82 – Plantura – Scalable Capital – Thrasio – navabi – Niro – nooa – Jens-Philipp Klein – Joblift – PR-Nummer

Deutsche Startups - 27. July 2020 - 15:05

Im ds-Insider-Podcast liefern OMR-Podcast-Legende Sven Schmidt und ds-Chefredakteur Alexander Hüsing regelmäßig spannende Insider-Infos aus der deutschen Startup-Szene. In jeder Ausgabe gibt es exklusive Neuigkeiten, die bisher zuvor nirgendwo zu lesen oder hören waren. Zu guter Letzt kommentiert das dynamische Duo der deutschen Startup-Szene in jeder Ausgabe offen, schonungslos und ungefiltert die wichtigsten Startup- und Digital-News aus Deutschland.

Insider #82 – Unsere Themen

* Millionen-Deals und -Exits: Quantilope, Scalable Capital, Zeotap, Pricefx, TeleClinic, Ubimax #ANALYSE
* Plantura plant Millionenrunde #EXKLUSIV
* Hedosophia ist der geheime Scalable Capital-Investor #EXKLUSIV
* Hedosophia investiert auch in Flixbus #EXKLUSIV
* Sieben Teams klonen Thrasio #ANALYSE
* navabi schlittert in die Insolvenz #ANALYSE
* Atlantic Labs investiert in Niro und nooa #EXKLUSIV
* Jens-Philipp Klein verlässt Atlantic Labs #EXKLUSIV
* Joblift verlässt die USA #EXKLUSIV
* Gründer-PR-Nummer #ANALYSE

Insider #82 – Unser Sponsor

Stackfield ist eine webbasierte Plattform für Unternehmen, die alle Funktionen kombiniert die jedes Team braucht, um kollaborativ zusammenzuarbeiten. Zu diesen Funktionen zählen der Team Chat, Videotelefonie, Screen Sharing, Aufgaben und Projekte, gemeinsames Bearbeiten von Dokumenten oder Terminverwaltung. Stackfield ist ein deutsches Unternehmen und hat als Besonderheit einen sehr starken Fokus auf den Datenschutz. Eine der Maßnahmen ist die implementierte Ende-zu-Ende Verschlüsselung, wodurch die Daten nur durch die Benutzer der Plattform eingesehen werden können. Gerade in diesen Zeiten, in denen der Privacy Shield gefallen ist und in Unternehmen Unsicherheit herrscht, eignet sich Stackfield ideal als datenschutzkonforme Alternative zu US-Kollaborationslösungen wie MS Teams, Slack oder Asana. Das Tool kann jederzeit unter www.stackfield.com für 14 Tage kostenlos getestet werden.

Insider #82 – Unser Podcast

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#Interview - “Ich habe von morgens bis spät nachts in Zoom-Calls verbracht”

Deutsche Startups - 27. July 2020 - 10:56

Das Berliner Bryter, das von Michael Grupp, Micha-Manuel Bues und Michael Hübl geführt wird, positioniert sich als sogenannte “No-Code-Automatisierungsplattform”. Das Startup ermöglicht seinen Kunden ohne Programmierkenntnisse Applikationen und Bots zu betreiben. Thematisch geht es dabei um die Segmente Recht, HR, Einkauf, Finanzen, Steuern und Compliance. Kürzlich konnte das Startup 16 Millionen für das weitere Wachstum einsammeln.

“Knapp 60 Unternehmen nutzen Bryter, vor allem Konzernabteilungen, Wirtschaftskanzleien, Prüfgesellschaften und Beratungen. Bryter richtet sich an den Enterprise-Bereich mit größeren Lizenzpaketen und hatte so nach einem Jahr schon siebenstellige Umsätze. Wir sind jetzt exakt zwei Jahre alt und die Software läuft fast auf der ganzen Welt – im Mai wurde die zweitausendste Anwendung auf Bryter entwickelt, und zwar von einem Nutzer in Indien”, sagt Mitgründer Grupp.

Im Interview mit deutsche-startups.de spricht der Bryter-Macher außerdem über Programmierkenntnisse, Kundentermine und Geldwäscheprüfungen.

Wie würdest Du Deiner Großmutter Bryter erklären?
Software kann Abläufe einfacher und schneller machen. In Unternehmen, wo ähnliche Fragen immer wieder gefragt werden, kann Software besonders viel erleichtern. Leider können aber viele Fachleute in den Unternehmen nicht programmieren und benötigen deshalb Unterstützung von Entwicklern. Das kostet Geld und Zeit und viele Projekte scheitern. Bryter ist ein digitaler Werkzeugkasten, mit dem Fachleute in Unternehmen für viele Prüfungen alleine, schneller und günstiger Software entwickeln können – ganz ohne Programmierkenntnisse.

Wie genau funktioniert das?
Ein Beispiel: Bei PwC fragen sich Mitarbeiter mit Kundenkontakt oft, in welchem Rahmen sie Geschenke annehmen dürfen. Bisher mussten sie dafür immer in der Complianceabteilung anrufen oder im Intranet nachlesen. Das ist für beide – die Mitarbeiter und die Compliance-Abteilung – nicht ideal. Diese Prüfung kann man zwar digitalisieren, aber die Abbildung der Regeln, nach denen man Geschenke annehmen darf, ist aufwändig. Bisher wurde die Compliance-Fachleute internen IT-Entwicklern oder eine Agentur beauftragt, das hat lange gedauert. Vor allem aber: Meistens wurden Lösungen gar nicht entwickelt, weil sie sich nicht „lohnten“. Bryter funktioniert wie ein digitaler Werkzeugkasten. Damit können Fachleute solche Prüfungen einfach selbst entwickeln. Und die Lösung ist dann überall – über das Mobiltelefon, über das Intranet, oder über Chatbots – für alle bei PwC aufrufbar.

Hat sich das Konzept seit dem Start irgendwie verändert?
Der Kern ist gleich geblieben: Wir geben Experten ein Toolset, damit sie ihr Wissen – ohne Programmierkenntnisse – digitalisieren und verteilen können. Aber natürlich haben sich viele Details erst im Verlauf gezeigt: So haben wir erst im Markt gemerkt, dass Beratungsunternehmen nicht nur interne Prozess, sondern auch Anwendungen für Ihre Kunden entwickeln. PwC hat also z.B. begonnen, Mandanten solche Gift & Hospitality-Compliance Apps anzubieten. Das hat den Vertrieb und Akzeptanz vereinfacht und etwas beschleunigt. Wir haben auch gemerkt, dass solche Fragestellungen nicht nur im Bereich Recht und Compliance, sondern wirklich überall in der Unternehmenswelt auftreten, der Markt also nochmal größer ist.

Kürzlich konntet ihr 16 Millionen Euro einsammeln. Wofür braucht ihr so viel Geld?
Wir wollen in allen Bereichen wachsen: Wir investieren in Customer Success und Support, gleichzeitig eröffnen wir sobald wie möglich einen weiteren Standort in den USA. Und ein großer Teil fließt auch in die Produktentwicklung.

Die Corona-Krise traf die Startup-Szene zuletzt hart. Wie habt ihr die Auswirkungen gespürt?
Es gab bei uns keinen “Day Covid”, an dem alles anders wurde. Bryter ist remote-first aufgebaut, also komplett dezentral, und die meisten Mitarbeiter haben gearbeitet wie sonst auch. Aber natürlich haben die Corona Krise im Alltag gespürt: Kundentermine und Entscheidungen wurden verschoben, Deals brauchen länger. Der positive Aspekt: Viele Kunden haben mit Bryter mehr entwickelt. Zum Beispiel hat KPMG für die Banken Kredit-Prüfprozesse mit Bryter gebaut. Und die Verbraucherzentralen haben Covid-Informations-Bots live. Eine Sache war besonders: wir haben die von Dir angesprochene Finanzierungsrunde voll in der Covid-Zeit geraist. Wir hatten eine gute Ausgangslage und viele Interesse aus dem Markt, sonst hätten wir das nicht begonnen. Aber ich habe den April von morgens bis spät nachts in Zoom-Calls verbracht, das war eine besondere Erfahrung.

Wie ist überhaupt die Idee zu Bryter entstanden?
Die Idee, mit Hilfe von Regeln Entscheiderwissen zu formalisieren und zu digitalisieren, ist schon so alt wie die Informatik selbst. Das gab es schon in den 1960ern. Aber erst heute gibt es die technischen Grundlagen dafür, das wirklich wirtschaftlich tragfähig anzubieten. Bryter kombiniert das No-Code-Konzept mit der Cloud und einer Service-Plattform, die sich in bestehende Infrastruktur integrieren lässt. Ich hatte mich schon als Anwalt gefragt, warum vor allem repetitive und ähnliche Prüfungen nicht einfach digitalisiert werden und 2013 einen der ersten Automationsanbieter mitgegründet, der etwas sehr ähnliches machte. Aber es hat bis 2018 gedauert, bis die Zeit reif war: Wir hatten gerade unsere ersten Unternehmen verkauft – Thesius ging an Persona Service, Michael Hübl hatte flinc an Daimler verkauft, Micha-Manuel Bues kam von Leverton – und wir hatten Lust auf ein neues Abenteuer. Und wir hatten miterlebt, wie in vielen Bereichen die als langweilig geltenden Automationen aufkamen. Das Timing war schon ideal.

Wie genau funktioniert eigentlich euer Geschäftsmodell?
Für die Nutzung der Software erheben wir eine flexible Jahresgebühr, die sich nach Lizenzen und Nutzungsumfang berechnet, ganz klassisch Enterprise SaaS.

Wie hat sich Bryter seit der Gründung entwickelt?
Wir hatten die Idee und – von unseren alten Firmen – ein kleines Team. Damit gab es schnell einen demofähigen Prototyp, Kundenkontakt und erste Projekte. Der Bedarf nach einer solchen Software war und ist hoch, aber es ging aber trotzdem oft noch um Details, zum Beispiel bestimmte Schnittstellen oder prozesstypische Funktionen. Nach einem Jahr kamen größere Kunden, auch aus dem Ausland, und die Plattform wurde Enterprise-geeignet. Dafür haben wir dann eine größere Seed-Runde gemacht und einen Standort in London eröffnet. Es ging alles sehr schnell aber zum Glück meist nach Plan.

Nun aber einmal Butter bei die Fische: Wie groß ist Bryter inzwischen?
Wir sind jetzt rund 80 Leute. Wir arbeiten full-remote, haben aber in Berlin, Frankfurt und London Büros. Knapp 60 Unternehmen nutzen Bryter, vor allem Konzernabteilungen, Wirtschaftskanzleien, Prüfgesellschaften und Beratungen. Bryter richtet sich an den Enterprise-Bereich mit größeren Lizenzpaketen und hatte so nach einem Jahr schon siebenstellige Umsätze. Wir sind jetzt exakt zwei Jahre alt und die Software läuft fast auf der ganzen Welt – im Mai wurde die zweitausendste Anwendung auf Bryter entwickelt, und zwar von einem Nutzer in Indien.

Blicke bitte einmal zurück: Was ist in den vergangenen Jahren so richtig schief gegangen?
So richtige Schnitzer sind bisher zum Glück nicht passiert. Es ließ sich jedenfalls immer alles korrigieren. Aber ein anekdotischer Griff daneben war einmal eine Werbeanzeige auf LinkedIn: Eigentlich wollten wir anhand von einem konkreten Anwendungsfall – ich glaube eine Geldwäscheprüfung – Werbung für Bryter machen. Aber ein Kunde hatte exakt an diesen Tagen eine solche Anwendung entwickelt und dachte, wir würden seine Anwendung öffentlich zeigen. Das hat zu einem wütenden Anruf geführt. Ließ sich zum Glück klären.

Und wo hat Ihr bisher alles richtig gemacht?
Bryter ist nicht unser erstes Unternehmen, das erleichtert einiges. Ich glaube, wir haben viele gute Hiring-Entscheidungen getroffen und im Rückblick war es gut, sehr offen mit fehlenden Funktionen umzugehen um Kundenanregungen zu bekommen. Vor allem aber hat uns der Fokus auf Großkunden geholfen. Das war zwar extra anspruchsvoll, aber viele Kundenaccounts wachsen jetzt fast von alleine.

Wo steht Bryter in einem Jahr?
Wir haben in einem Jahr unsere US-Präsenz weiter ausgebaut und gezeigt, dass Bryter wirklich global wachsen kann.

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#Brandneu - 5 neue Startups, die man sich unbedingt ansehen sollte

Deutsche Startups - 27. July 2020 - 8:45

Jeden Tag entstehen überall in Deutschland, Österreich und der Schweiz neue Startups. deutsche-startups.de präsentiert an dieser Stelle wieder einmal einige ganz junge Startups, die zuletzt, also in den vergangenen Tagen, Wochen und Monaten an den Start gegangen sind sowie einige junge Firmen, die zuletzt aus dem Stealth-Mode erwacht sind und erstmals für Schlagzeilen gesorgt haben.

Framence
Mit Framence kann man digitale Zwillinge von Gebäude und Anlagen bauen – und zwar innerhalb kürzester Zeit. Auf der Website heißt es dazu: “Der User kann sich jederzeit per Browser zum gewünschten Ort klicken, um den aktuellen Zustand seiner Gebäude und Anlagen zu überprüfen”.

URL: www.framence.com
Hashtags: #VirtualReality #PropTech
Ort: Bensheim
Gründer: Peter Merkel, Adrian Merkel

emlen
Auf der Startseite von emlen steht: “It’s time to start activating your content”. Das Startup positioniert sich als cloud-basierte “Content-Engagement-Software”. Mit emlen können Unternehmen “den ROI von Inhalten bestimmen und gleichzeitig die Interaktion mit ihren Kontakten fördern”.

URL: www.emlen.io
Hashtags: #Software #Marketing
Ort: Saarbrücken, Berlin
Gründer: Marc Grewenig, Max Ulbrich

ai-omatic
Der Slogan von ai-omatic lautet: “Data Science Lösungen – auch ohne Data Scientist”. Das Startup setzt somit auf Unternehmen als Zielgruppe. Diese haben mit ai-omatic die Möglichkeit, Daten in Wissen umzuwandeln. Dies soll unter anderem über “automatische Texterkennung” gelingen.

URL: www.ai-omatic.com
Hashtags: #BigData #B2B
Ort: Hamburg
Gründer: Lena Weirauch, Dario Ramming, Felix Kraft

cleverklagen
Das LegalTech cleverklagen, hinter dem Rechtsanwalt Lucas Rößler steckt, kämpft um die Abfindungen von Menschen, die ihren Job verloren haben. “Aus Erfahrung wissen wir, dass viele Arbeitnehmer aus Angst vor den Kosten nicht zum Anwalt gehen”, heißt es auf der Website.

URL: www.cleverklagen.de
Hashtags: #LegalTech
Ort: Berlin
Gründer: Lucas Rößler

Parklab
Parklab positioniert sich als “intelligente Parklösung”. Im Grunde geht es darum, die Parkplatzsuche zu digitalisieren. Das Team teilt dazu selbstbewusst mit: “Auf diese Weise sind wir für Städte, Kommunen, Unternehmen und Verkehrsverwaltungen die Anlaufstelle auf dem Weg zu einer intelligenten Stadt”.

URL: wwww.parklab.app
Hashtags: #App #Mobility
Ort: Duisburg
Gründer: Kadir Oluz, Luthan Magat, Maximilian Knöfel

Tipp: In unserem Newsletter Startup-Radar berichten wir einmal in der Woche über junge, frische und brandneue Startups, die noch nicht jeder kennt. Alle diese Startups stellen wir in unserem kostenpflichtigen Newsletter kurz und knapp vor und bringen sie so auf den Radar der bundesweiten Startup-Szene und im besten Fall auf die Agenda von Investoren, Unternehmen und potenziellen Kooperationspartnern. Jetzt unseren Newsletter Startup-Radar sofort abonnieren!

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Foto (oben): Shutterstock

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