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Aktualisiert: vor 17 Stunden 3 Minuten

Upcycling: Kopfbedeckung aus alter Arbeitskleidung und Kaffeesäcken

10. March 2019 - 11:27

Hüte und Mützen gehören bei vielen zum täglichen Kleidungsstück dazu, wie bei anderen die Unterwäsche. Wäre es da nicht genial, wenn die Headwear aus nachhaltigen, fair-produzierten und handgemachten Materialien bestehen würde und dabei noch gut aussieht? Und obendrein noch aus gebrauchten Stoffen oder Stoffresten besteht, die ohnehin auf dem Müll landen würden? Solche, oder so ähnliche Fragen hat sich wohl auch das Berliner Start-Up ReHats gestellt. Denn sie produzieren genau solch eine Kopfbedeckung, die dem ein oder anderen Hut- und Mützen-Liebhaber das Herz höher schlagen lassen dürfte.

© ReHats

 

Wer ist ReHats Berlin?

ReHats wurde 2015 gegründet und macht weltweit die wohl nachhaltigste Headwear, die es auf dem Markt gibt. Dabei steht neben dem schicken Aussehen das verwendete Material im Vordergrund. Bei dem Upcycling-Label erzählt jedes Stück seine eigene Geschichte. “Jedes Stück ein Unikat, jedes Material mit seiner eigener Geschichte. Nachhaltig, stylisch und fair”, so die Gründer.

© ReHats

Dabei kommt zum Beispiel Jute aus gebrauchten Kaffeesäcken, Stoffreste aus der Textilproduktion (wofür die Industrie keine Verwendung mehr findet) und seit neuestem auch alte Arbeitskleidung zum Einsatz, aus der kurzerhand neue, hochwertig verarbeitete und handgemachte Kopfbedeckung wird. So werden die robusten Materialien weiterverwendet und landen demnach nicht auf dem Müll.

© ReHats

Seit einigen Jahren arbeitet Rehats mit einer polnischen Hutmanufaktur in dritter Generation zusammen, die die Headwear in Handwerksqualität auf traditionellen Maschinen fertigt. Auch hier achtet man auf kurze Lieferwege und faire Arbeitsbedingungen vor Ort.

Wenn ReHats einen neuen Hut herstellt, sparen sie im Vergleich zum Einsatz neuer Baumwollstoffe 2.500 Liter Wasser ein. Auch beim hochwertigen Innenfutter aus schadstofffreier Baumwolle, setzt man auf Nachhaltigkeit, da es aus Restbeständen der Textilindustrie stammt. Die Hüte sind zudem vegan, da keinerlei Stoffe tierischen Ursprungs zum Einsatz kommen.

 

Crowdfunding der „GEWERKSCHAFT“: Aus alten Arbeitsklamotten werden schicke Kopfbedeckungen

Bisher hat sich das junge Unternehmen selbst finanziert. Jedoch startete ReHats am 05. März diesen Jahres eine Crowdfunding-Aktion auf Kickstarter und wagen sich an neue, oder sollte man eher sagen, alte Materialien aus recycelter Arbeitskleidung heran und brauchen diesmal für die erste größere Produktion Unterstützung von Hut- und Mützen-Liebhabern, die es fair und nachhaltig mögen.

© ReHats

Nach ihrer ersten erfolgreichen Kollektion „Coffee2Go“ mit Hüten und Mützen aus Kaffeesäcken, beweist ReHats erneut, dass es nachhaltige Alternativen bei der Herstellung von stylischer und Headwear gibt – durch Wiederverwertung und Zweckentfremdung, von aufbereiteter Arbeitskleidung. Bei den Stoffen handelt es sich um gebrauchte, aber immer noch äußerst robuste Blaumänner, Warnwesten und andere Berufsbekleidung. So werden wertvolle Ressourcen gespart und der Lebenszyklus der eingesetzten Materialien erheblich verlängert.

In Sachen Sustainable Fashion zeigt das junge Unternehmen das man auch in der Hut- und Mützenbranche durchaus als Innovationstreiber ein Zeichen setzen kann. „Gemeinsam revolutionieren wir die Hutbranche – wir crowdfunden die weltweit erste Kollektion von Hüten und Mützen aus recycelter Arbeitsbekleidung – nachhaltig, vegan und einfach einzigartig. Von der streetweartauglichen Basecap bis zum aufwändigen Traveller Hut“, erklärt ReHats CEO Stanislaus Teichmann.

Die zunächst neun verschiedenen Modelle kombinieren die charakteristischen Blautöne der Arbeitsbekleidungen mit auffälligen Akzentstoffen in Signalfarben.
© ReHats

Eine besondere Herausforderung ist der aufwändige Zuschnitt der upgecycelten Materialien. Hier müssen die Charakteristika der zuvor mikrobakteriell gereinigten Jacken und Hosen berücksichtigt werden. „Als stylische Details bleiben vereinzelte Nähte, Knöpfe und Taschen nachher auf den Mützen erhalten und deuten so die Geschichte hinter den Stoffen an. Auf diese Weise stellen wir ausschließlich Unikate her,” erklärt Teichmann. „Jeder Hut wird aus den super robusten Stoffen neu zusammengestellt, quasi regelrecht komponiert.”
Allein in Deutschland sind über 17 Millionen „Blaumänner“ im Einsatz, somit sollte es dem Start-Up wohl kaum an Materialien fehlen.

„Mit unseren Hüten und Mützen zeigen wir, dass man äußerst stylische Headwear auch auf nachhaltige Weise produzieren kann, und das in Europa. Wir leisten zudem einen kleinen Beitrag dazu, dass ein Teil der Millionen von Berufsbekleidungen, die jedes Jahr in Deutschland produziert werden, nach einem teils viel zu kurzen Lebenszyklus eine tolle Weiterverwendung finden, erklärt der ReHats Gründer.
 
 

GEWERKSCHAFT – hats and caps made from work wear from ReHats Berlin on Vimeo.

 
 
Wer das sympathische Unternehmen mit der neuen Kollektion unterstützen möchte, hat hier die Gelegenheit dazu: kickstarter.com/projects/rehats/gewerkschaft-hats-and-caps-made-from-workwear

Alle weiteren Infos zu ReHats Berlin und wo man die nachhaltigen Kopfbedeckungen finden kann, gibt es hier: re-hats.com

 

Quelle: re-hats.com
Danke für den Tipp, Stani! :-)

Australische Stadt vermeidet Plastikabfall im Wasser

9. March 2019 - 11:23

Im letzten Sommer hat die Stadt Kwinana in Westaustralien ein neuartiges Filtersystem in deren Abwasseranlage eingebaut. Diese Filteranlage ist unglaublich einfach konstruiert und dennoch äußerst wirkungsvoll. Sowohl die Stadtverwaltung als auch die Einwohner von Kwinana sehen die Vorteile der Anlage und sind sehr zufrieden damit.

Aufgesammelter Abfall in der Natur: Ein einfaches Filtersystem an einer Abwasseranlage könnte dies größtenteils verhindern.
Photo by Daria Shevtsova on Pexels

Einfach ausgedrückt besteht die Anlage aus Netzen, die über die Ausgänge der Abwasserrohre gestülpt werden. Diese Netze verhindern, quasi wie ein mechanischer Filter, das Abfälle drinnen hängen bleiben und damit die Umwelt vor Verschmutzungen schützen.

Abwasserrohre befördern schmutziges Wasser aus bewohnten Gebieten in die Natur und können dort zu großen Verschmutzungen durch Vergiftungen führen. Verstärkt wird dieser Effekt noch durch Starkregenfälle, die zusätzlich Schmutz in das Abwassersystem schwemmen.

Die Stadtverwaltung begann zunächst mit zwei Netzen und war erstaunt über die Ergebnisse. Ihr neues Filtersystem sammelte mehr als 400 Kilogramm Abfall innerhalb von einigen Wochen. Daraufhin war der Entschluss gefasst, alle Abwasserrohre mit solchen Netzen auszustatten. Die Installation eines solchen Netzes kostet zwar 10.000 Dollar, aber es rechnet sich, da man sich die Kosten spart, die beim manuellen Aufsammeln des Abfalls entstehen.

Sind die Netze voll, so werden sie kurz entfernt und der Abfall wird von Lastwagen zu einer Recyclinganlage gefahren. Dort wird der Müll sortiert und getrennt. Die Netze werden wieder angebracht und können weiter ihre Aufgabe verrichten.

Dieses Filtersystem beweist wieder einmal, dass einfache Lösungen oft zu den besten Ergebnissen führen können. Ein Beispiel, das auch für andere Städte, Länder etc. , mit solch einem Abwassersystem als Vorreiter dienen kann, um dem Müllproblemen weltweit in Teilen entgegenzuwirken.

Hier gibt es weitere Infos zum Thema unter anderem findet ihr dort etliche Bilder von den Netz-Anlagen:

stormwatersystems.com

Did you know the City has installed two drainage nets in Henley Reserve? Started as a trial to reduce the discharge of…

Gepostet von City of Kwinana am Freitag, 3. August 2018

 

Quelle: thewildchild.co.za

Haferflocken selber machen – So geht es

6. February 2019 - 22:13

Haferflocken sind ein besonders gesundes Frühstück. Sie sind reich an guten Inhaltsstoffen und sind zudem vielseitig verwendbar. Egal ob im Müsli oder Porridge, im Smoothie, im Joghurt oder einfach nur mit Früchten – Haferflocken gehen immer. Noch besser ist es natürlich, wenn man sie selbst herstellt. Doch wie geht das eigentlich?

Bild: cgdsro / pixabay.com

 

Vorteil von selbstgemachten Haferflocken

Getreidekörner sind wichtige Lieferanten von Eiweiß, Fett, Mineralstoffen und Vitaminen. Haferflocken sind gequetschter Hafer. Frisch verzehrt bleiben die Inhaltsstoffe gut erhalten. Hersteller von Haferflocken haben allerdings das Problem, dass die Flocken lange Lagerzeiten überdauern müssen, bevor sie letzten Endes auf dem Teller des Verbrauchers landen. Weil die Flocken gequetscht sind, können sie allerdings schnell ranzig werden oder Feuchtigkeit ziehen. Das Produkt schmeckt also nicht mehr. Die Lösung des Problems ist eine Wärmebehandlung der Haferflocken. So bleiben sie zwar frisch, aber auch ein Großteil der wertvollen Inhaltsstoffe geht verloren.

 

Das benötigt man um Haferflocken selbst herzustellen

Im Prinzip ist es nicht schwer, Haferflocken selbst herzustellen. Man benötigt, wenn die Flocken frisch verzehrt werden, lediglich eine herkömmliche Flockenquetsche. Dieses Gerät ermöglicht es, dass die Haferflocken die gewünschte Konsistenz erreichen. Sollen die Haferflocken haltbar gemacht werden, benötigt man darüber hinaus ein Dörrgerät, welches Flüssigkeit aus den Flocken entfernt und so weniger anfällig für äußere Einflüsse macht. Ebenfalls benötigt man frischen Hafer oder auch anderes Getreide.
Die Flockenquetsche eignet sich auch gut dafür, andere Dinge wie z.B. Gewürze zu zerflocken. Achtung: es gibt Flockenquetschen mit Stein und Metallquetschen. Ölsaaten oder ähnliche Produkte sollten eher mit Metallquetschen verarbeitet werden, da diese gern an den Steinen kleben bleiben und eher eine Sauerei als frische Flocken entstehen lassen. Härteres Getreide wie z.B. Weizen sollten einige Zeit in Wasser eingelegt werden, damit die Flocken nicht brechen und tatsächlich Flocken bleiben.

 

Mit der Flockenquetsche Haferflocken selber machen

Mit der Flockenquetsche lassen sich nun die Haferflocken selber machen. Dazu füllt man die Getreidekörner lediglich oben in das Gerät ein. Abhängig davon, ob das Gerät elektrisch oder mit Kurbel betrieben wird, muss man nun mit Muskelkraft oder der kraft des Motors die Körner quetschen.

Probiert doch einfach mal aus, welche Dicke der Körner euch am besten schmeckt. Es spricht nichts dagegen, einfach mal ein wenig zu experimentieren. Unten kommen nun die fertigen Haferflocken heraus. Es empfiehlt sich, die Haferflocken direkt und immer frisch selbst herzustellen. Wenn man sie mit Hilfe eines Dörrautomaten haltbar macht, gehen viele der wertvollen Inhaltsstoffe jedoch verloren. Dennoch lohnt es sich, die Haferflocken zu dörren, um die Haltbarkeit auf bis zu einem Jahr zu verlängern.

 

Glutenfreie Haferflocken selber machen

Wer unter einer Glutenallergie oder Unverträglichkeit leidet, der greift gerne auf glutenfreie Haferflocken zurück. Doch eins vorneweg: Hafer enthält Gluten. Hafer enthält zwar auch das sogenannte “Klebereiweiß”, jedoch ist dessen chemische Zusammensetzung eine ganz andere als z.B. beim Weizen. Somit ist das Gluten im Hafer wesentlich verträglicher als bei Weizenprodukten.

Die Besonderheit bei der Herstellung von glutenfreien Haferflocken liegt vor allen Dingen darin, dass genau darauf geachtet wird, dass der Hafer keinen Kontakt zu anderen Getreidesorten bekommt. Das gilt sowohl für den Anbau, die Ernte, die Lagerung und auch die Verarbeitung. Bei normalen Haferflocken kann da schnell eine Verunreinigung entstehen. Glutenfreie Haferflocken sind schlicht akribisch von anderen Getreidesorten getrennt worden.

Somit kann man Glutenfreie Haferflocken auch ganz einfach selbst machen. Dafür sollte man lediglich darauf achten, dass der Hafer unter genau diesen Bedingungen angebaut, geerntet und gelagert wurde. Diesen Hafer muss man dann nur noch in seiner Flockenquetsche verarbeiten. Trotzdem sollten Allergiker ausprobieren, inwieweit sie das im Hafer enthaltene Klebereiweiß vertragen.

 

Fazit

Haferflocken selber machen ist ganz einfach. Man benötigt nur eine Flockenquetsche und frischen Hafer, um das wertvolle Getreide in Flockenform zum Frühstück zu genießen. Der große Vorteil ist, dass die wertvollen Inhaltsstoffe beim frischen Quetschen nicht verloren gehen und die Flocken besser schmecken und zudem wesentlich wertvoller sind. Dem frischen Müsli am morgen steht so nichts mehr im Wege und ein guter Start in den Tag ist somit garantiert.

 

100 Prozent Biostaat: Keine chemischen Dünger und Pestizide in Sikkim

14. January 2019 - 0:04

Sikkim liegt im Himalaya und war bis anfangs der Siebzigerjahre ein eigenständiges Königreich, eingekeilt zwischen Nepal und Bhutan. Auf Grund der geopolitischen Lage hat man sich Indien angeschlossen und Sikkim ist heute der zweitkleinste Bundesstaat in Indien.

Photo by Karen W Lim on Pexels

Anfangs Januar 2016 erklärte der indische Premierminister Modi und der Premier von Sikkim, Pawar Kumar Chanling, dass die gesamte Landwirtschaft in Sikkim auf biologischen Anbau umgestellt wird. Kunstdünger und chemische Pflanzenschutzmittel wurden auf den Feldern verbannt. Somit ist Sikkim der erste Staat weltweit (neben Bhutan!), der von sich aus zu einhundert Prozent auf Biolandwirtschaft umgestellt hat.

 

Wie kann „Bio“ nicht auf freiwilliger Basis, sondern per Gesetz funktionieren?

Das hat in Sikkim seine besonderen Gründe. Sikkim ist ein Schmelztiegel aus verschiedenen Volksgruppen. Neben den Ureinwohnern, Bhutia und Lepcha, gibt es eingewanderte Nepali, Sherpa und auch Inder, die Hindi sprechen. Sikkim ist nur dünn besiedelt. Der seit 1994 amtierende Premierminister Chamling hat bereits 2003 angefangen, sein Volk auf organische Anbaumethoden einzuschwören. Es ging ihm um nicht weniger als sauberes Wasser, saubere Luft und sauberes Essen.

Hilfreich ist sicher auch die traditionelle Naturverbundenheit der Einwohner. Das Land schuf Schulungen für die Bauern und man investierte in Kompostierungsanlagen. Im Jahr 2010 gründete Chamling eine Behörde, die Sikkim Organic Mission (SOM). Die Behörde hat die Aufgabe, sich darum zu kümmern, dass aus Kompost und Mist-Biodünger erzeugt wird und dass Krankheiten und Schädlinge auf den Äckern und Plantagen mit natürlichen Mitteln bekämpft werden.

Die Topografie in Sikkim trägt einen Großteil dazu bei, dass der biologische Anbau sich relativ schnell durchsetzen konnte. Sabine Zikeli von der Uni Hohenheim sagt dazu. „Sikkim ist sehr bergig, die Anbauflächen sind sehr kleinteilig. Eine mechanisierte Landwirtschaft ist da schwierig. Auch in der Schweiz und in Österreich gibt es überdurchschnittlich viele Ökobauern.“

Vielleicht war es der Weitblick des Premierministers, der ihn soweit brachte, dass er sich sagte „warum nicht aus der Not eine Tugend machen?“ Der Umfang der Bio-Produktion wird durch die Gebirgslandschaft begrenzt. Laxuman Sharma, Experte für Gartenbau an der Sikkim University in der Hauptstadt Gangtok argumentiert: „Wir werden nie in der Lage sein, die Bevölkerung autark zu ernähren. Das Problem ist, Sikkim produziert kaum Weizen.“ Und gerade gefüllte Teigtaschen aus Weizen sind eine Leibspeise der Sikkimesen.

Gemüse baut man in Sikkim nahezu ausschließlich zum Eigenverzehr an. In den Export gehen in der Hauptsache Gewürze, wie Ingwer, Ingweröl, Kurkumapulver und die extra-scharfen Fireball-Chilis. Damit und darüber hinaus mit Buchweizen und schwarzem Kardamom lässt sich für die Sikkimesen gutes Geld verdienen.

Sikkim ist in unserer Welt sicherlich ein positiver Sonderfall, vor allen Dingen, wenn man bedenkt, dass der „Rest“ von Indien sich für Umweltschutz und Umweltbewusstsein wohl sehr wenig engagiert. Der Biostaat Sikkim ist ein Vorreiter, der zeigt, wie wir der Natur wieder ein Stück näher kommen – auf dass etliche diesem Beispiel Folgen mögen.

 

Schöne Bilder zum Thema findet ihr hier: brandeins.de

 

Quelle: brandeins.de
Besten Dank für den tollen Tipp, lieber Torsten! :)

″20 Sekunden Lektüre: Beleidigungen und deren Geschenk″ – Paulo Coelho

23. December 2018 - 21:00

Zwei Jahre ist es nun schon her, als wir das letzte Mal eine Geschichte von Paulo Coelho hier für euch weitergegeben haben. Freuen uns, dass es endlich mal wieder so weit ist…

Bei der folgenden kleinen Geschichte handelt es sich um eine kurze Lektüre, die wie immer zum Nachdenken anregen soll. Der Text (Original: “20 sec reading: the gift of insults“) stammt vom Blog des Bestsellerautors und wurde am 15. November 2018 von Paulo Coelho veröffentlicht. Wir haben ihn für euch ins Deutsche übersetzt – viel Freude beim Lesen!

Photo by Harli Marten on Unsplash

 

In der Nähe von Tokio lebte ein großer, heute in die Jahre gekommener Samurai, der sich entschied, jungen Menschen den Zen-Buddhismus zu lehren.

Eines Nachmittags kam ein Krieger – bekannt für seine völlige Skrupellosigkeit – dort an. Der junge und ungeduldige Krieger hatte noch nie einen Kampf verloren. Als er von dem alten Samurai und dessen Ruf hörte, war er gekommen, um diesen zu besiegen und seinen Ruhm zu steigern.

All seine Schüler waren gegen diese Idee, aber der alte Mann akzeptierte die Herausforderung.

So versammelten sich alle auf dem Stadtplatz, woraufhin der junge Mann begann den alten Meister zu beleidigen. Er warf ein paar Steine in seine Richtung, spuckte in sein Gesicht, rief jede nur erdenkliche Beleidigung aus – er beleidigte sogar seine Vorfahren.

Stundenlang tat er alles, um ihn zu provozieren, aber der alte Mann blieb unberührt. Am Ende des Nachmittags zog der ungestüme Krieger, der sich jetzt erschöpft und gedemütigt fühlte, hinfort.

Enttäuscht von der Tatsache, dass der Meister so viele Beleidigungen und Provokationen erhalten hatte, fragten die Schüler:

– Wie können Sie solche Demütigungen ertragen? Warum haben Sie Ihr Schwert nicht benutzt, obwohl Sie wussten, dass Sie den Kampf verlieren könnten, anstatt Ihre Feigheit vor uns allen zu zeigen?

– Wenn jemand mit einem Geschenk zu Euch kommt und Ihr es nicht annehmt, wem gehört das Geschenk dann? – fragte der Samurai.

– Demjenigen, der versucht hat es zu geben – antwortete einer seiner Schüler.

– Das gleiche gilt für Neid, Ärger und Beleidigungen – sagte der Meister.
“Wenn all dies nicht akzeptiert wird, gehört es weiterhin zu demjenigen, der es mit sich getragen hat.”

 

In diesem Sinne, lasst euch auch an den Feiertagen nicht ärgern, bleibt gelassen und geht liebevoll mit euch selbst und miteinander um. Es wird tausendfach zu euch zurückkehren.

 

Quelle: paulocoelhoblog.com

Gesetz: Kanada verbietet Gefangenschaft von Walen und Delphinen

21. December 2018 - 19:42

Wale dürfen nicht länger in Gefangenschaft gehalten werden – dazu zählen alle zur Familie der Wale gehörenden Tiere, wie auch Delphine. Das verbietet das Gesetz Nr. S-203, über das die kanadische Regierung seit 2015 verhandelt hat und das nun nach zähem Ringen im Parlament verabschiedet wurde. Mit der Verabschiedung dieses Gesetzes hat Kanada einen weiteren Schritt unternommen in dem Bestreben, verantwortungsvoller mit der Umwelt umzugehen.

Photo by Georg Wolf on Unsplash

 

Die Einführung dieses Gesetzes ist umso bedeutsamer, wenn man sich darüber bewusst ist, dass es Zustimmung quer durch alle Parteien fand. Es war also nicht nur reine Parteipolitik die hinter der Einführung stand, sondern in allen Parteien ist man sich bewusst, dass Umweltpolitik nicht nur die eine oder andere Partei angeht, sondern die ganze Bevölkerung, denn wir leben alle auf dem gleichen Planeten.

Das Gesetz S-203 verbietet die Aufzucht von Delphinen und Walen in der Gefangenschaft und die Gesetzeslage wird dahingehend abgeändert, dass dies ab jetzt als kriminelle Tat gilt. Weiter bedeutet das in der Praxis, dass kanadische Freizeitparks, wie zum Beispiel das Marineland, ihren aktuellen Bestand an Delphinen und Walen behalten dürfen, aber sie sind nicht weiter befugt, Aufzucht zu betreiben und Tiere zu fangen. Das Ziel ist dabei, dass die Bestände in den Parks damit auf Sicht zurückgehen und in Zukunft völlig verschwinden.

Aktivisten fordern noch strengere Regeln. Sie wollen, dass die vorhandenen 55 Tiere in Marineland in die Freiheit entlassen werden. Lobbyarbeit kann effektiv sein, um Dinge schneller zu ändern, wenn man den Regierungen damit „Druck“ machen kann.

Ein weiteres eingeführtes Gesetz mit der Nr. S-238 verbietet die Einfuhr von Haifischflossen. Auch dieses Gesetzt wurde von allen Parteien bewilligt.

Jetzt können Delphine und Wale glücklich in Freiheit leben, ohne dass sie in einem Aquarium in Kanada landen, um dort zur Belustigung der Besucher artfremd gehalten werden.

Wenn das keine gute Nachricht ist! :D

 

Quelle: thewildchild.co.za

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