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Aktualisiert: vor 22 Stunden 55 Minuten

Studie zeigt: Europas Urwälder lassen sich mit wenig Aufwand schützen

23. September 2020 - 14:06

In diesem Jahr wurde die „EU-Biodiversitätsstrategie für 2030“ präsentiert. Darin ausdrücklich festgeschrieben: Die in Europa noch vorhandenen Primärwälder müssen so gut wie möglich geschützt werden. Gemeint sind damit alle Waldflächen, die ohne menschliche Einflussfaktoren gedeihen. Es findet also keine wirtschaftliche Nutzung statt und es werden auch keine alten Bäume entfernt oder Flächen aufgeforstet. Im Volksmund spricht man auch vom „Urwald“. Um die Vorgabe der Politik nach einem besseren Schutz dieser Wälder umsetzen zu können, bedurfte es allerdings zunächst einer wissenschaftlichen Bestandsaufnahme. Konkret ging es im Wesentlichen um die folgenden Fragen: Wie viele dieser unberührten Waldflächen gibt es in Europa überhaupt noch? Wo befinden diese sich? Und: Wie sieht der aktuelle Schutzstatus aus?

Die Primärwälder sind ungleich verteilt

Zur Beantwortung dieser offenen Punkte haben sich insgesamt 28 europäische Institutionen zusammengefunden. Geleitet wurde die Forschungsgruppe von Wissenschaftlern der Universität Halle-Wittenberg und der Humboldt-Universität Berlin. Als erste Erkenntnis trat dabei zutage, dass die noch vorhandenen Primärwälder sehr ungleich verteilt sind. So befindet sich ein Großteil davon im Norden von Russland sowie in Skandinavien und Osteuropa. In Mittel- und Südeuropa hat die wirtschaftliche Nutzung von Wäldern hingegen eine sehr lange Tradition. Außerdem gab und gibt es schlicht deutlich weniger kaum besiedelte Flächen. Folgerichtig sind dort auch weniger Primärwälder zu finden. Die Wissenschaftler fordern daher eindringlich, die noch vorhandenen Primärwälder umfassend zu schützen. Gleichzeitig sollten in Regionen ohne noch vorhandene unberührte Waldflächen entsprechende Gebiete renaturiert werden.

Die Schutzgebiete müssten nur geringfügig ausgeweitet werden

Denn die Urwälder sind spielen nicht nur als CO2-Speicher eine wichtige Rolle, sondern bieten auch einen einzigartigen Lebensraum für viele Tiere und Pflanzen. Der Schutz der Wälder trägt also auch zum Erhalt der Biodiversität bei. Bleibt die Frage zu klären, wie viele Ressourcen für einen wirksamen Schutz investiert werden müssen. In diesem Punkt macht die Studie durchaus Hoffnung. So würde es ausreichen, die vorhandenen Schutzgebiete um ein Prozent auszuweiten. Dies entspräche nur zwei bis drei Tausendstel der gesamten Landfläche Europas. Auf Basis dieser Datenlage liegt der Ball nun wieder im Spielfeld der Politik. Diese muss die notwendigen Schritte einleiten, um die noch vorhandenen Primärwälder besser zu schützen und zusätzliche Gebiete zu renaturieren. Die Studie der Forscher zeigt, dass beides durchaus realistisch ist.

Via: Uni Halle

„Battery Day“: Elon Musk verspricht einen Tesla für 21.000 Euro

23. September 2020 - 11:52

Kaum ein Unternehmen hat so treue und loyale Kunden wie Tesla. So wurde auch der groß angekündigte „Battery Day“ des Unternehmens mit Spannung erwartet. Aufgrund der Corona-Pandemie fand dieser unter freiem Himmel statt. Viele Tesla-Fans blieben deshalb in ihren Autos und schauten sich die Präsentation von dort aus an. Firmenchef Elon Musk hatte im Vorfeld zunächst die Erwartungen geschürt und von „wahnsinnigen“ Entwicklungen gesprochen. Kurz vor dem Event trat er dann allerdings auf die Bremse und verkündete, dass die gezeigten Neuerungen erst in einigen Jahren verfügbar sein werden. Tatsächlich verlief die Präsentation dann anhand dieses Musters: Musk kündigte viele spannende Sachen an. Bis zum kommerziellen Einsatz müssen sich die Fans und Käufer aber noch ein bisschen gedulden.

Bild: JD Lasica from Pleasanton, CA, US / CC BY (https://creativecommons.org/licenses/by/2.0) Auf Kobalt soll zukünftig komplett verzichtet werden

Die spektakulärste Neuankündigung ist sicherlich, ein neues und extrem preiswertes Tesla-Modell. So kündigte Musk an, einen Wagen für lediglich 21.000 Euro auf den Markt bringen zu wollen. Möglich werden soll dies – und hier schließt sich der Kreis zum Titel der Veranstaltung – durch deutlich preiswertere Batterien. So sollen die Produktionskosten pro Kilowattstunde um 56 Prozent sinken. Erreicht werden soll dies durch eine ganze Reihe an Maßnahmen. So präsentierte Musk einige Neuerungen bei der Konzeption der Batteriezellen. Außerdem wird es Veränderungen bei den benötigten Rohstoffen geben. Die wichtigste Nachricht in diesem Zusammenhang: Zukünftig soll kein Kobalt mehr verwendet werden. Der Rohstoff ist nicht nur teuer, sondern wird in Afrika auch oftmals unter nicht tolerierbaren Bedingungen abgebaut. Lithium wiederum will Tesla zukünftig selbst fördern – und zwar im US-Bundesstaat Nevada.

Die Umstellung der Produktion wird Zeit in Anspruch nehmen

Ein Teil der Rohstoffe soll zudem durch das Recycling von Altbatterien gewonnen werden. Hierfür soll am neuen Standort in der Nähe von Berlin die nötige Expertise aufgebaut werden. Alle diese Ankündigungen klingen zunächst einmal sehr gut. Allerdings gibt es einen Haken: In größeren Produktionsvolumen dürften sie erst ab dem Jahr 2022 zum Einsatz kommen. Die Kosteneinsparungen dürften sich dann auch erst nach und nach einstellen. Bis der neue extrem günstige Tesla auf den Markt kommen wird, dürften also noch einige Jahre vergehen. Die Anleger an der Börse reagierten dementsprechend ein wenig enttäuscht auf die Präsentation: Der Kurs gab um rund sieben Prozent nach. Für die Aktionäre dürfte dies zu verschmerzen sein. Denn zum einen hat die Aktie in den vergangenen Monaten einen gewaltigen Anstieg hinter sich. Zum anderen konnte Musk auf der Hauptversammlung einen wichtigen Meilenstein verkünden: Erstmals hat Tesla in vier aufeinander folgenden Quartalen einen Gewinn erzielt.

Via: The Verge

NASA hat nachgerechnet: Bemannte Mondmission kostet 28 Milliarden Dollar

23. September 2020 - 9:33

Aktuell steht der Astronaut Eugene Cernan als bisher letzter Mann auf dem Mond in den Geschichtsbüchern. Er verließ den Erdtrabanten mit seiner Crew am 14. Dezember 1972. Anschließend verzichtete die NASA aus Kostengründen auf weitere bemannte Missionen. Inzwischen ist das Interesse am Mond aber wieder stark angestiegen. Ursprünglich plante die US-Weltraumbehörde daher, bis zum Jahr 2028 wieder Menschen auf den Mond zu bringen. Dann allerdings schaltete sich US-Präsident Donald Trump ein und verkürzte den Zeitplan kurzerhand um vier Jahre. Nun hat die NASA eine mögliche bemannte Mission im Detail geplant und auch gleich die dadurch entstehenden Kosten kalkuliert. Diese belaufen sich auf stolze 28 Milliarden Dollar. Ein Großteil davon fließt allerdings in die Entwicklung einer neuen Mondlandefähre – die dann auch bei zukünftigen Missionen genutzt werden könnte.

Foto: Dino Abatzidis, via Flickr. CC BY-NC-SA 2.0 Der erste unbemannte Flug ist schon nächstes Jahr geplant

Nun ist die Politik am Zug. Diese muss bis Weihnachten die erste Tranche in Höhe von 3,2 Milliarden Dollar bewilligen. Die weiteren Kosten fallen dann im Laufe der nächsten vier Jahre an. Findet sich für die Finanzierung keine Mehrheit innerhalb des Parlaments, würde dies das Ende der neuen bemannten Mondmission bedeuten. Andernfalls orientiert sich die NASA an einem selbst gesetzten Zeitplan. So soll schon im nächsten Jahr eine unbemannte Mission namens Artemis 1 stattfinden. Dabei ist geplant, sämtliche benötigten technischen Komponenten ausführlich unter realen Bedingungen zu testen. Für das Jahr 2023 ist dann Artemis 2 geplant. Im Rahmen dieser Mission werden vier Astronauten den Mond mehrmals umfliegen, aber noch nicht auf ihm landen. Auch hier wird es vor allem darum gehen, die Technik an Bord auf Herz und Nieren zu prüfen.

Erstmals wird der Südpol des Mondes das Ziel sein

2024 könnte dann die eigentliche bemannte Mondmission starten. Im Vergleich zu den bisherigen Mondlandungen wird es dabei drei Neuerungen geben. Zum einen werden die Astronauten nicht direkt auf den Erdtrabanten fliegen. Stattdessen docken sie zunächst auf der geplanten Lunar Orbital Gateway-Plattform an und machen sich von dort aus auf den Weg. Zum anderen wird die Landung diesmal am Südpol des Monds im sogenannten Shackleton-Krater erfolgen. Einen einfachen Flug zu den früher genutzten Landeplätzen schließt die NASA hingegen aus. Und zu guter Letzt soll es eine Premiere geben: Erstmals wird sich eine Frau auf die Reise zum Mond begeben. In den Folgejahren sind dann noch weitere Artemis-Missionen geplant. Teilweise werden dabei auch wieder Astronauten auf den Erdtrabanten gebracht. Teilweise dienen diese aber auch dazu, die Orbital-Plattform weiter auszubauen.

Via: Der Standard

U-Shift soll die Logistik revolutionieren: Modulares System rollt leise durch die Städte

22. September 2020 - 19:48

Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) will die Logistik in der Stadt, ob es um Personen oder Waren geht, völlig umkrempeln. U-Shift heiß das modulare Mobilitätskonzept, das aus einem Fahrgestell und unterschiedlichen Aufbauten besteht, die je nach Bedarf angeklemmt werden. So kann das System als Rufbus, Sammeltaxi, mobiles Verkaufsgeschäft oder als Transportmittel für Paketboten genutzt werden. Bei geschickter Planung ist ein Betrieb des Fahrgestells, Driveboard genannt, rund um die Uhr möglich. Jetzt hat das DLR den ersten Prototypen präsentiert. Das Konzept stellten die Entwickler vor knapp einem Jahr vor.

Bild: DLR Die Technik steckt in einem liegenden „U“

Das Fahrzeug, das das DLR gemeinsam mit Kollegen der Universität Stuttgart, des Karlsruher Instituts für Technologie und der Universität entwickelten, sieht ohne Aufbau aus wie ein liegendes „U“. Es enthält den Elektroantrieb, Batterien oder eine Brennstoffzelle, Lenkung und alle übrigen technischen Systeme.

„Wir wollen die Mobilität von morgen nachhaltiger, effektiver und komfortabler gestalten. Aus futuristischen Innovationen wie dem U-Shift-Fahrzeugkonzept können ganz neue Produkte und Geschäftsmodelle entstehen“, sagt Baden-Württembergs Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut. Die die Entwicklung mit zwölf Millionen Euro fördert. Der U-Shift-Prototyp hat die Maße eines größeren Transporters. Das Driveboard fährt derzeit ferngesteuert und soll in Zukunft autonom unterwegs sein – für einen Fahrer ist kein Platz vorgesehen. Den bisherigen Lösungen, wie sie vor allem in den USA getestet werden, trauen die deutschen Entwickler offensichtlich nicht, zu Recht. Denn es hat schon zahlreiche Unfälle gegeben.

Autonom wird der U-Shift in vier Jahren

Die Personenkapsel ist mit sieben Sitzplätzen und einem Klappsitz ausgestattet. Für einen barrierefreien Einstieg sorgt eine große Tür mit integrierter Rampe. Die Cargokapsel bietet Platz für vier Europapaletten oder acht Gitterrollwagen. Wegen der hohen Standardisierung lassen sich die Kapseln auch auf andere Verkehrsträger umladen, etwa auf Waggons im Schienenverkehr, in künftige Lufttaxis oder gar als Nutzlast per Seilbahn transportieren.

Für das Jahr 2024 ist ein zweiter, voll automatisiert und rund 60 Kilometer pro Stunde fahrender Prototyp geplant.

via DLR

Termin vorverlegt: Großbritannien verbietet ab dem Jahr 2030 Autos mit Verbrennungsmotor

22. September 2020 - 13:47

Auch die britische Wirtschaft leidet stark unter den Folgen der Corona-Pandemie. Die Regierung des Landes arbeitet daher an einer Reihe von Maßnahmen, um Industrie und Handel zu unterstützen. Gleichzeitig wird die Situation aber auch als Gelegenheit betrachtet, vor allem nachhaltige und grüne Geschäftsmodelle zu fördern. Eigentlich wollte die Regierung daher in dieser Woche ein großes Maßnahmenpaket präsentieren. Dies wurde nun allerdings verschoben, weil aktuell vor allem die Eindämmung der Pandemie im Vordergrund steht. Denn Großbritannien hat – wie viele andere Länder in Europa auch – aktuell mit stark steigenden Infektionszahlen zu kämpfen. Einige der geplanten Maßnahmen wurden aber bereits publik. Die wahrscheinlich drastischste: Ab dem Jahr 2030 sollen keine Autos mit Verbrennungsmotor mehr neu zugelassen werden.

Symbolbild Norwegen ist in Europa am ambitioniertesten

Damit zeigt sich die Regierung deutlich ambitionierter als noch in der Vergangenheit. Denn ursprünglich sollte ein entsprechendes Verbot erst ab dem Jahr 2040 gelten. Im Frühjahr wurde der Termin dann auf das Jahr 2035 vorgezogen. Nun soll es noch einmal fünf Jahre früher soweit sein. Die Unterstützung des Parlaments dürfte der Regierung in dieser Frage sicher sein. Denn die größte Oppositionspartei Labour fordert einen solchen Schritt bereits seit längerem. Innerhalb Europas würde Großbritannien damit zu den Vorreitern gehören. Denn bisher hat nur Norwegen ein noch früheres Verbot für Verbrenner angekündigt: In dem nordeuropäischen Königreich wird aktuellen Plänen zufolge im Jahr 2025 das letzte Auto mit Verbrennungsmotor zugelassen. Deutschland und Frankreich sind hingegen weniger ambitioniert und peilen das Jahr 2040 an.

Das Stromnetz würde der Belastung standhalten

Die britische Regierung hat die Pläne zudem mit den nationalen Stromnetzbetreibern abgesprochen. Denn ein Umstieg auf Elektroautos ergibt nur Sinn, wenn diese anschließend auch ohne größere Einschränkungen aufgeladen werden können. Zumindest in diesem Punkt scheint aber keine Gefahr zu drohen. So haben erste Prognosen ergeben, dass in Stoßzeiten – etwa am frühen Abend, wenn viele Menschen von der Arbeit kommen – die Nachfrage um rund zehn Prozent ansteigen dürfte. Damit käme das britische Stromnetz gut zurecht. Allerdings verweisen die Betreiber darauf, dass dennoch viel Geld investiert werden müsste – und zwar in den Aufbau der notwendigen Ladeinfrastruktur. Die Ziele der britischen Regierung gehen zudem weit über die Elektrifizierung des Straßenverkehrs hinaus. So gibt es bereits Medienberichte, dass die Regierung bald ein neues Klimaziel verkünden möchte: Ab dem Jahr 2050 soll Großbritannien demnach vollkommen klimaneutral sein.

Via: The Guardian

Volodrone: Frachtdrohne aus Deutschland kann bis zu 200 Kilogramm transportieren

22. September 2020 - 11:37

Das deutsche Startup Volocopter gehört zu den weltweit führenden Unternehmen in Sachen Flugtaxis. Insgesamt investierten namhafte Firmen wie Daimler, Intel und die Deutsche Bahn sowie weitere bekannte Investoren 122 Millionen Euro in das Unternehmen. Das große Ziel: Es soll eine Drohne entwickelt werden, die Passagiere über Staus hinweg direkt ans Ziel bringen kann. Erste Testflüge wurden bereits erfolgreich absolviert. Bis der Service aber tatsächlich in Deutschland zur Verfügung stehen wird, dürften noch einige Jahre vergehen. Ein anderes Projekt des Startups aus Bruchsal könnte hingegen schneller kommerziell zum Einsatz kommen: Gemeinsam mit der Bahn-Tochter DB Schenker wird eine Drohne für den Transport von Waren entwickelt. Diese könnte schon im Jahr 2023 über alle notwendigen Genehmigungen verfügen und anschließend kommerziell zum Einsatz kommen.

Bild: Volocopter Es handelt sich um ein Angebot für Firmen

Die sogenannte Volodrone soll über eine Reichweite von vierzig Kilometern verfügen und bis zu 200 Kilogramm an Last transportieren können. Damit ist auch klar: Der Ansatz unterscheidet sich fundamental von Unternehmen wie Amazon. Der Online-Riese arbeitet ebenfalls seit einigen Jahren an Drohnen zum Transport von Paketen. Dabei geht es aber vor allem um die Zustellung auf der letzten Meile. Die bestellten Waren sollen also direkt bis zum Haus des Kunden geflogen werden. Dadurch könnte die Verkehrssituation auf den Straßen deutlich entspannt werden. Volocopter und die Deutsche Bahn haben hingegen deutlich längere Flüge mit mehr Last im Auge. Bedient werden soll damit auch nicht der Endkunde, sondern es handelt sich um ein Angebot für Transporte innerhalb eines Unternehmens oder zwischen zwei Firmen. Auch dadurch werden aber natürlich Transporte auf der Straße vermieden.

Die Steuerung soll für jeden Mitarbeiter erlernbar sein

Firmenchef Florian Reuter ist überzeugt, mit diesem Modell erfolgreich sein zu können: Er schätzt die Geschäftsmöglichkeiten ähnlich groß ein wie beim Personentransport per Drohne. Voraussetzung für einen flächendeckenden Einsatz ist allerdings, dass die Drohne ohne größere Voraussetzungen geflogen werden kann. Denn wenn Unternehmen erst in eine langwierige Ausbildung der Mitarbeiter investieren müssen, hemmt dies in der Regel die Verbreitung eines Produkts. In diesem Punkt gibt Reuter aber Entwarnung. Seinen Plänen zufolge soll jeder Logistik-Mitarbeiter bei Schenker in der Lage sein, die Transportdrohnen sicher zu steuern. Volocopter drückt bei der Entwicklung der Transportdrohne nun aufs Tempo, um den Markt frühzeitig zu besetzen und möglichen Konkurrenten einen Schritt voraus zu sein. Denn mit Airbus und Uber arbeiten weitere finanzstarke Firmen an Neuentwicklungen in Sachen Drohnentransporte.

Via: Handelsblatt

Neues Operationszentrum: Auch die Bundeswehr überwacht jetzt den Weltraum

22. September 2020 - 9:04

Donald Trump ist bekannt als der Meister der groß klingenden Ankündigungen. So gab er vor einiger Zeit die Gründung der sogenannten US Space Force bekannt. Diese soll die Sicherheit im Weltall garantieren und stellt die sechste Teilstreitkraft der Vereinigten Staaten dar. Deutsche Militärexperten halten die Unterscheidung zwischen Luftwaffe und Spezialkräften für den Weltraum allerdings für weitgehend unnötig. Folgerichtig geht die Bundeswehr in diesem Punkt auch einen anderen Weg. So wurde in Uedem in Nordrhein-Westfalen zwar ein neues Operationszentrum zur Überwachung des Weltraums in Betrieb genommen. Dabei handelt es sich aber nicht um eine neue eigenständige Teilstreitkraft. Stattdessen wird die Arbeit unter dem Dach der Luftwaffe organisiert. So wurden auch nicht alle Mitarbeiter neu angestellt, sondern teilweise auch bereits vorhandene Ressourcen gebündelt.

Bild: Bundeswehr/Kommando Luftwaffe Der Schutz von Satelliten hat an Bedeutung gewonnen

Das Ziel des neuen Operationszentrums ist es, mögliche Gefahren im Weltraum zu beobachten und möglichst früh eine Warnung auszusprechen. Der Hintergrund: Auf der einen Seite gewinnt die Funktionsfähigkeit der Satelliten im Weltraum immer stärker an Bedeutung, weil sich zahlreiche neue Dienste auf diese Form der Kommunikation stützen. So könnte ein Defekt zukünftig nicht nur den Ausfall des Fernsehbilds zur Folge haben, sondern etwa auch dafür sorgen, dass autonome Autos nicht mehr korrekt navigieren können. Auf der anderen Seite ist die Gefahr einer Beschädigung der Satelliten aber stark angewachsen. Dies kann durch direkte Angriffe von Terroristen oder feindlichen Staaten der Fall sein. Gleichzeitig steigt aber auch die Gefahr einer folgenschweren Kollision mit Weltraumschrott. Mithilfe des Radarsystem GESTRA und des Weltraumbeobachtungsradar TIRA sowie mehreren Teleskopen sollen die Soldaten die Gefahrenlage daher beständig im Auge behalten.

Einemilitärische Antwort direkt im Weltall ist nicht möglich

Zusätzlich wird auch das „Weltraumwetter“ beständig kontrolliert, um etwaige Störungen der Kommunikation frühzeitig durch Gegenmaßnahmen umgehen zu können. Anders als die US Space Force verfügt die Bundeswehr allerdings nicht über die Fähigkeit, Attacken im Weltraum selbst abzuwehren. Hier müsste man im Zweifelsfall auf eine doppelte Strategie setzen. Zum einen könnte man sich an die Vereinigten Staaten wenden und um Hilfe bitten. Zum anderen könnte die Antwort auch auf dem Boden erfolgen. So würde im Ernstfall eines staatlichen Angriffs auf einen wichtigen Satelliten wohl vor allem versucht werden, diplomatischen Druck aufzubauen. Auch passive Abwehrmanöver sind möglich. Wird beispielsweise ein Satellit mithilfe eines Laserstrahls angegriffen, wäre es denkbar diesen so wegzudrehen, dass er keiner unmittelbaren Gefahr mehr ausgesetzt ist. Aktuell arbeiten in Uedem rund fünfzig Mitarbeiter in der Weltraumbeobachtung. Mittelfristig soll sich diese Zahl verdreifachen.

Via: Bundeswehr

CO2-Emissionen: Airbus arbeitet an Flugzeugen mit Wasserstoffantrieb

21. September 2020 - 19:45

Mit der Corona-Pandemie kam für die Luftfahrt quasi eine existentielle Krise. Aber auch vorher stellte sich bereits die Frage, ob die Art und Weise, wie wir reisen, langfristig so erhalten bleiben darf. Dabei geht es vor allem um die Frage, wie viel CO2-intensiven Luftverkehr sich die Menschheit in Zukunft noch erlauben will – und natürlich auch darf. Airbus hat nun ein interessantes Konzept vorgelegt, dass diesbezüglich Abhilfe schaffen soll: Der Luftfahrtgigant will, dass Flugzeuge in der Zukunft mit Wasserstoff fliegen.

Bild: Airbus Drei Wasserstoffflugzeuge von Airbus

Ideen, die die Luftfahrt umwelt- und vor allem klimafreundlicher gestalten sollen, gibt es mehrere. Dazu gehören klimaneutrale Kraftstoffe genauso wie die Elektromobilität für die Luft. Oder eben der Wasserstoffantrieb. Dieses Antriebskonzept scheint insbesondere für den europäischen Flugzeugbauer Airbus interessant zu sein: Heute stellte das Unternehmen drei neue Ideen vor, wie sich das „erste klimaneutrale und emissionsfreie Verkehrsflugzeug“ verwirklichen ließe. Das Projekt läuft dabei unter dem Namen „ZEROe“.

Damit hat Airbus gleich drei interessante Flugzeugkonzepte vorgestellt. Diese umfassen im einzelnen:

  • Eine Propellermaschine, die bis zu 100 Passagiere mehr als 1.850 Kilometer weit transportieren soll. Für den Antrieb sind für die Verbrennung von Wasserstoff modifizierte Gastriebwerke verantwortlich.
  • Ein Jet, der 120 bis 200 Passagiere aufnehmen kann und über eine Reichweite von mehr als 3700 Kilometer verfügt. Airbus scheint hier eine Art wasserstoffgetriebenen Nachfolger des A320 zu denken.
  • Am Interessantesten ist sicherlich das „Blended-wing-body“ Flugzeug, eine Art Nurflügler. Auch hier geht Airbus von einer Reichweite von etwa 4000 Kilometer aus. Damit ist auch klar, dass Langstreckenflüge noch eine ganze Weile beim Kerosin bleiben werden.

Dies ist ein historischer Moment für die gesamte kommerzielle Luftfahrt“, erklärt Airbus-Chef Guillaume Faury. Das Unternehmen möchte damit einen ersten Blick auf seine ehrgeizigen Ziele für die Zukunft ermöglichen. „ Ich bin fest davon überzeugt, dass der Einsatz von Wasserstoff – als Bestandteil synthetischer Treibstoffe wie auch als Hauptenergiequelle für Verkehrsflugzeuge – das Potenzial hat, die Klimaauswirkungen des Luftverkehrs deutlich zu reduzieren“, so Fraury weiter.

Erster Einsatz 2035

Zumindest eines der drei Modelle möchte Airbus bis zum Jahr 2035 einsatzreif machen. Was nach einer langen Zeit klingt, ist aus Sicht von Entwicklungszyklen um Flugzeugbau allerdings durchaus ambitioniert. Der offizielle Programmstart ist dabei für 2027 oder 2028 vorgesehen. Vorher soll die nötige Technologie entwickelt, ein Konzept ausgewählt und Partner ins Boot geholt.

Die Idee an sich ist nicht neu. Bereits Ende der 80er flog in der Sowjetunion das experimentelle Flugzeug Tupolew Tu-155. Am 15. April 1988 konnte erstmals eines der drei Triebwerke mit Wasserstoff betrieben werden. Auch Tests mit Erdgas fanden statt. Die Flüge verliefen ohne größere Probleme, allerdings wurde das Projekt mit dem Fall der Sowjetunion eingestampft. Seitdem gab es jedoch noch mehrere Versuche im kleineren Rahmen.

Wasserstoff birgt Herausforderungen

Eine der großen Herausforderungen beim Einsatz von Wasserstoff ist die Infrastruktur. Diese fehlt auf Flughäfen komplett, müsste also von Grund auf neu aufgebaut werden. Hinzu kommt, dass die benötigten Mengen Wasserstoff erstmal zur Verfügung stehen müssen – natürlich klimaneutral hergestellt. Dies ist insofern problematisch, als dass die Herstellung von Wasserstoff mittels Elektrolyse noch sehr ineffizient ist.

Frankreich und Deutschland haben aber bereits große Mengen Fördermittel angekündigt, um die Wasserstoffforschung voranzutreiben. Auch die EI-Kommission hat eine Wasserstoffstrategie, die den Energieträger weiter voranbringen soll.

In eine ähnliche Kerbe schlägt Airbus nun. Das Unternehmen forderte weitere öffentliche Unterstützung von Wasserstofftechnologien., um die Technik weiter voranzubringen.

via Airbus

Quantencomputer: Der erste 1000-Quantenbit-Rechner ist in greifbarer Nähe

21. September 2020 - 17:27

Quantencomputer werden als Rechner der Zukunft gesehen. Sie können komplexe Aufgaben wesentlich schneller und effizienter erledigen als herkömmliche Rechner. Statt mit herkömmlichen Bits arbeiten Quantenrechner mit Quantenbits. Diese kennen nicht nur die Zustände Null und Eins, sondern dank des Phänomens der Quantenüberlagerung auch Zustände dazwischen. Allerdings ist die Arbeit mit Qubits aus verschiedenen Gründen kompliziert, weshalb bisherige Quantencomputer sich auch wenige dieser Einheiten beschränken. Das Unternehmen IBM hat nun einen Meilenstein angekündigt: Bis 2023 will man einen Quantencomputer mit mehr als 1000 Qubits fertigstellen.

IBM will durch die Schallmauer

So verheißungsvoll das Thema Quantencomputer auch ist: In der Praxis sind die Qubits sehr störanfällig. Je mehr der Quanteneinheiten miteinander kombiniert werden, desto instabiler und störanfälliger ist das System. Der erste kommerzielle Quantencomputer hatte daher auch nur 5 Qubits. Die Rekorde halten derweil IBM mit einem 65-Qubits-System und Google mit 54 Qubits. Ein Team aus Europa arbeitet derweil an der 100-Qubits-Marke und will diese bis 2021 knacken.

IBM hat sich da ganz andere Ziele gesteckt. Aus einer aktuellen Roadmap geht hervor, dass das Unternehmen bis 2023 einen Quantencomputer mit mehr als 1000 Qubits entwickeln will. „ Die Marke von 1.000 Qubits und mehr pro System wird als die Schallmauer angesehen, ab der wir auf einem Quantencomputer Probleme effizienter lösen können als auf den leistungsstärksten Supercomputern von heute“, heißt es von Seiten des Unternehmens.

Das Projekt läuft unter dem Namen „IBM Quantum Condor“ und soll den Weg für wirklich einsetzbare Quantencomputer ebnen. „ Die größte Herausforderung ist es, herauszufinden, wie man Qubit-Systeme dieser Größe lange genug und mit wenig genug Fehlern laufen lassen kann“, so Projektleiter Jay Gambetta.

Neue Technologien ermöglichen mehr Qubits

Der Quantum Condor soll am Ende über insgesamt 1121 Quantenbits verfügen – und zwar in Form sogenannter „Transmon-Qubits“. Das sind virtuelle Teilchen in Form supraleitender Inseln in fünf Metallspulen. Über Mikrowellen können diese Qubits dann zu Schaltkreisen verknüpft werden. Dieses System soll dann in einem speziellen, drei Meter hohen „Gefrierschrank“ stabilisiert werden, der die Supraleiter und die erzeugten Transmons unter Einsatz flüssigen Heliums auf eine Temperatur knapp über dem absoluten Nullpunkt herunterkühlen kann. Dieser Schrank befindet sich derzeit in der Entwicklung und wurde auf den Namen „Behemoth“ getauft. „ Wir haben diesen Behemoth schon im Hinblick auf kommende Millionen-Qubit-Systeme hin entwickelt. Für die Zukunft stellen wir uns über Quantenlinks verbundene Gefrierschränke vor, die jeder eine Million Qubits enthalten. Ähnlich wie die Intranetlinks der heutigen Supercomputer-Prozessoren würde dies einen massiv parallelen Quantencomputer erzeugen, der die Welt verändern kann“, so Gambetta weiter.

Neben dem „Behemoth“ sollen bei dem Quantum Condor Computer neue Formen der Verschaltung zum Einsatz kommen, die IBM auch schon beim aktuellen 65-Qubits-Quantencomputer einsetzt. „ Ähnlich wie die Intranetlinks der heutigen Supercomputer-Prozessoren würde dies einen massiv parallelen Quantencomputer erzeugen, der die Welt verändern kann. Dadurch benötigen wir weniger Leitungen und andere für das Auslesen wichtige Komponenten und machen das System besser skalierbar“, so Gambetta.

Außerdem soll ein spezielles Qubit-Layout sowie die enge Koppelung von Transmon-Paaren die Fehleranfälligkeit reduzieren. Verbesserte Latenzzeiten der Kontrollsysteme soll eine engmaschigere Kontrolle der Qubits gewährleisten.

Auf dem Weg zu einer Million Qubits

Auf dem Weg zum 1000-Qubit Rechner hat IBM mehrere Schritte eingeplant. So soll nächstes Jahr ein Prozessor mit 127 Qubits bereit für den Einsatz sein. Im Jahr 2022 möchte IBM dann auf 433 Qubits erhöhen. Dass das ehrgeizige Ziele sind, weiß das Unternehmen auch. „ Den Weg zu kennen, bedeutet noch nicht, die Hindernisse zu beseitigen – wir stehen vor einigen der Größten Herausforderungen in der Geschichte des technologischen Fortschritts. Aber dennoch erscheint uns ein vollwertiger, fehlertoleranter Quantencomputer als ein innerhalb des kommenden Jahrzehnts erreichbares Ziel“, so die Forscher.

Neben IBM arbeitet auch Google an Quantenprozessoren, die in den nächsten zehn Jahren die Marke von einer Million Qubits übersteigen sollen. Der genaue Zeitplan des Suchmaschinengiganten ist allerdings unbekannt.

via IBM

Mobiler Stromspeicher: Dieser Porsche-Truck kann zehn Elektroautos gleichzeitig aufladen

21. September 2020 - 11:42

Porsche stellt innerhalb der Automobilbranche eine Ausnahmeerscheinung dar. Denn dem Sportwagenbauer konnte selbst die Corona-Pandemie nichts anhaben. Weiterhin werden Milliardengewinne eingefahren. Auch die Zahl der Mitarbeiter wächst – was nicht zuletzt am neuen Elektroauto Taycan liegt. Damit diese erfreuliche Entwicklung aber weiterhin anhält, ist es wichtig, auch zukünftig ausreichend Kunden vom Kauf eines Porsches zu überzeugen. Deshalb organisiert Porsche regelmäßig sogenannte Experience-Veranstaltungen, bei denen das besondere Fahrgefühl vermittelt werden soll. So konnten ausgewählte Kunden vor einiger Zeit den neuen Taycan auf dem Hungaroring in Budapest testen. Zuvor allerdings musste noch ein Problem gelöst werden: Denn die Infrastruktur an der Rennstrecke war nicht in der Lage, mehrere Porsche Taycan gleichzeitig und schnell mit Strom zu versorgen.

Bild: Porsche Der Truck wird in der Regel mit Erneuerbaren Energien aufgeladen

Deshalb schritten die Ingenieure des Konzerns selbst zur Tat: Sie packten zahlreiche Batterie-Packs in einen LKW-Auflieger und versahen die Konstruktion mit insgesamt zehn Ladepunkten. Auf diese Weise konnten sie eine mobile Ladekapazität von stolzen 2,1 Megawattstunden erreichen. Dies genügt, um den Porsche Taycan immerhin dreißigmal voll aufzuladen. Ist der mobile Akku dann leer, kann er vergleichsweise einfach über das öffentliche Stromnetz wieder aufgeladen werden. Dies dauert bei idealen Bedingungen rund vier Stunden. In der Regel ist Porsche zudem bemüht, eine nachhaltige Energiequelle in der Nähe zu finden. Bei einer Veranstaltung in Portugal beispielsweise stellten nahegelegene Photovoltaik-Anlagen die Stromversorgung sicher. Inzwischen hat Porsche in Kooperation mit dem Nürtinger Unternehmen ads-tec insgesamt neun mobile Ladestationen gebaut. Diese kamen schon auf Events in ganz Europa zum Einsatz und stellten ihre Funktionsfähigkeit unter Beweis.

Die Technologie funktioniert auch bei extremer Kälte

So wurden inzwischen mehr als 5.000 Ladevorgänge erfolgreich durchgeführt. Teilweise fanden diese unter extrem klimatischen Bedingungen statt – etwa in der Hitze Portugals oder der Kälte Finnlands. Weil es auch dabei zu keinerlei Problemen kam, wird das Projekt von Porsche inzwischen als voller Erfolg betrachtet. Zukünftig dürfte der Taycan also regelmäßig bei Experience-Veranstaltungen an außergewöhnlichen Orten im Einsatz sein. Die vor Ort vorhandene Ladeinfrastruktur stellt dann kein Hindernis mehr dar. Theoretisch können die mobilen Energiespeicher aber auch noch anders genutzt werden. Beispielsweise als Retter in der Not für Elektroautos, die mit leerer Batterie liegen geblieben sind. Einen etwas anderen Ansatz verfolgt wiederum Toyota. Der Konzern entwickelte ebenfalls einen Lastwagen als Ladestation. Dieser setzt aber zum einen auf Wasserstoff und Brennstoffzelle. Zum anderen ist der Einsatz vor allem im Rahmen der Nothilfe nach Katastrophen geplant.

Via: Porsche

Trans-Europ-Express: Europa soll ein Netz an Schnellzug-Verbindungen erhalten

21. September 2020 - 9:44

Kurzstreckenflüge sind im Zuge der Klimadiskussion ein wenig in die Kritik geraten. Gerade bei grenzüberschreitenden Verbindungen gilt allerdings: Die Alternative der Bahnfahrt ist oftmals schlicht nicht attraktiv genug. Etwa weil es keine direkten Verbindungen gibt oder weil die Fahrpläne der verschiedenen Unternehmen nicht aufeinander abgestimmt sind. Dies war schon einmal anders: Zwischen 1957 und 1987 verkehrten in den Staaten der damaligen EWG sowie in Österreich und der Schweiz Züge unter dem Label des Trans-Europ-Express. Diese stammten von den beteiligten Bahnunternehmen, waren aber einheitlich designt und erreichten Geschwindigkeiten von bis zu 200 Stundenkilometern. Nun fordert Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer eine Neuauflage des Konzepts. Finanziert werden soll das Projekt aus Födergeldern der Europäischen Union. Noch allerdings müssen die Pläne im Detail mit den anderen Verkehrsministern und Bahnunternehmen abgestimmt werden.

Der Ticketverkauf soll vereinheitlicht werden

Die Idee besteht aus einem mehrstufigen Plan. Zunächst einmal sollen die Strecken bedient werden, wo schon heute eine mehr oder weniger direkte Verbindung mit Schnellzug-Gleisen besteht. Dies könnte beispielsweise die Route von Paris über Brüssel, Köln und Berlin bis nach Warschau sein. Auch Fahrten zwischen Amsterdam und Rom sowie Berlin und Barcelona könnten recht schnell unter dem neuen Label vermarktet werden. In diesen Fällen ginge es dann vor allem darum, den Ticketverkauf in allen beteiligten Ländern so einfach wie möglich zu gestalten. In einem zweiten Schritt kämen dann Verbindungen hinzu, die es heute so noch nicht gibt, die sich aber recht leicht realisieren ließen. Und zuletzt ginge es dann darum, Strecken zu realisieren, für die große Infrastrukturprojekte nötig sind. Eine wichtige Rolle spielt dabei beispielsweise die Fehmarnbelt-Querung – ein sich im Bau befindlicher Tunnel zwischen Deutschland und Dänemark.

Nachtzüge mit Schlafabteilen sind ebenfalls geplant

Insbesondere für solche großen Bauprojekte würden dann wohl Gelder der Europäischen Union benötigt. Zunächst einmal muss Scheuer nun aber seine Amtskollegen aus den anderen europäischen Staaten überzeugen. Grundsätzlich haben diese allerdings schon ihre Zustimmung signalisiert. Gleichzeitig wurde auch die Idee ins Spiel gebracht, Nachtzüge ebenfalls in das System zu integrieren. Diese wären vor allem für viele Geschäftsreisende deutlich attraktiver. In anderen Ländern erfreuen sie sich daher auch bereits großer Beliebtheit. So fahren zwischen Peking und Shanghai jede Nacht gleich mehrere Schnellzüge mit Schlafabteilen hin und her. Bevor diese Pläne allerdings realisiert werden können, muss noch eine Frage geklärt werden: Wie kann das ganze so gestaltet werden, dass es sich auch für die beteiligten Bahnunternehmen rechnet? Denn die Deutsche Bahn etwa hat erst vor wenigen Jahren ihr Nachtzug-Netz komplett eingestellt, weil es nur Verluste einfuhr.

Via: Handelsblatt

Gratis-Obst in Fülle: Gelbes Band an Bäumen lädt zum Selberpflücken ein

20. September 2020 - 17:11

Dieser spätsommerliche Anblick ist uns allen vertraut: Vor Früchten strotzende Obstbäume stehen am Wegesrand und in den Gärten; Äpfel und Birnen werden allmählich zu Fallobst und gammeln dahin. Doch wer wagt es schon, einfach zuzugreifen und sich einen Eimer der leckeren Früchte mit nach Hause zu nehmen? Schließlich hat all das Obst auch einen Besitzer, der vielleicht gar nicht freundlich auf solche Aktionen reagiert. Das gelbe Band soll ab jetzt Abhilfe schaffen.

Heimisches Obst retten mit dem gelben Band So finden Obstbaumbesitzer und Selberpflücker zusammen

Die Idee stammt aus Oldenburg, vom Zentrum für Ernährung und Hauswirtschaft, kurz ZEHN. Die findigen Mitarbeiter haben sich eine Möglichkeit ausgedacht, wie freigiebige Obstbaumbesitzer und Freunde frischer Früchte auf einen gemeinsamen Nenner kommen. Damit lässt sich dann auch verhindern, dass die gesunde, wohlschmeckende Nahrung in Massen verfault. Wer sein Obst verschenken möchte, bindet einfach ein gelbes Band um seinen Baum und signalisiert damit: Diese Äpfel, Birnen oder Pflaumen stehen zur freien Verfügung! Nicht nur die Beschenkten werden sich darüber freuen, sondern auch die Eigentümer der Bäume, die oftmals einfach zu überlastet sind, um sich zu allem anderen auch noch um das viele Obst zu kümmern.

Achtung: Nicht mit gelben Schlauchbändern verwechseln!

Die Pflücker wiederum lernen hoffentlich die leckeren Früchte auf neue Weise zu schätzen, da sie an der Ernte selbst beteiligt sind. Die gelben Bänder von ZEHN bestehen aus reißfestem Papier, die gekennzeichneten Bäume sind auch immer mit einem Aushang versehen, der die Nutzungsbedingungen und das ZEHN-Logo enthält. Wichtig ist, die Kennzeichnung nicht mit anderen gelben Bändern zu verwechseln, die von anderen Institutionen verwendet werden. Im Obstbau existieren beispielsweise gelbe Schlauchbänder aus Plastik oder Gummi, die dazu dienen, den jeweiligen Baum zu stabilisieren. Natürlich ist auf diesen meist gewerblich genutzten Flächen das Selbstpflücken strenge verboten!

Am 22. September startet die Aktionswoche »Deutschland rettet Lebensmittel« im gesamten Bundesgebiet. Die Gelbe-Bänder-Aktion gesellt sich nun als neuester Ableger zu dieser Kampagne, sie könnte sich durchaus auch bundesweit ausbreiten.

Quelle: zehn-niedersachsen.de

»Geh ruhig, ich seh’ dich!«: Wie kommunizieren autonome Autos mit Fußgängern?

20. September 2020 - 10:05

Ein Blickkontakt, ein Nicken, ein Winken: Menschliche Kommunikation kann ganz einfach sein. Ein Fußgänger, der die Straße überquert, weiß, dass er vom nahenden Autofahrer beachtet wird, wenn dieser ihn direkt ansieht und vielleicht sogar lächelt. Bei einem autonomen Fahrzeug ist das ganz anders, die Insassen schauen vielleicht gar nicht nach draußen, sind in ihre Handys vertieft und haben ohnehin nichts mit der Steuerung ihres Wagens zu tun. Wie soll in diesem Fall die Verständigung laufen?

Am Zebrastreifen ist Blickkontakt besonders wichtig Autonome Wagen müssen lernen, Aktionen zu kommunizieren

Forscher in Linz haben sich Gedanken über dieses Thema gemacht und verschiedene Möglichkeiten ausprobiert. Ihnen geht es nicht nur darum, Unfälle zu vermeiden, sondern auch, das Vertrauen der Menschen in die neue Technik zu stärken, Unsicherheiten zu beseitigen. Darum, so meinen sie, sollten autonome Wagen lernen, ihre Aktionen zu kommunizieren, um Missverständnisse von vorneherein zu vermeiden. Christina Olaverri-Monreal, Professorin an der Johannes-Kepler-Universität, erklärt ihr Ansinnen folgendermaßen: »Damit andere Verkehrsteilnehmer Vertrauen aufbauen können, muss auch bei einem autonomen Fahrzeug klar sein, ob es sie erkannt hat oder nicht. Es braucht also entsprechende Methoden, die diese Interaktion übernehmen.«

Sollten autonome Fahrzeuge sichtbar Augen haben?

Vielleicht reicht es bereits aus, wenn das Auto sichtbar abbremst, um zu signalisieren: Ich habe dich gesehen. Eventuell benötigt der Wagen auch eine Art Ampel, die Lichtzeichen gibt. Oder ist es tatsächlich notwendig, das Fahrzeug mit gut sichtbaren Augen auszustatten, die sich öffnen und schließen können? Gemeinsam mit ihren Kollegen führte Olaverri-Monreal verschiedene Studien durch und stellte dabei fest, dass den meisten Menschen die Augenvariante am liebsten war; zumindest in der Theorie. In der Praxis besteht der Straßenverkehr aus vielen verschiedenen Situationen, und in manchen von ihnen reicht ein Paar Augen zur Kommunikation einfach nicht aus. Vor allem dann, wenn schnell gefahren wird und sich größere Abstände ergeben, entpuppt sich dieses Zeichen als wenig wirksam. Eventuell könnten in diesem Fall Lichtprojektionen auf der Straße helfen.

Was aber, wenn der Fußgänger in sein Smartphone vertieft ist? In diesem Fall bestünde die Möglichkeit, die Person mit einer Kurznachricht zu alarmieren, falls Gefahr droht. Doch diese Art der Kommunikation ist aufwändig und vielleicht nicht schnell genug. Spätestens jetzt wird klar, dass wir uns mit dieser Fragestellung auf ein spannendes neues Feld begeben, der Gefahrenkommunikation zwischen Mensch und Maschine. Wahrscheinlich werden die Lösungen eines Tages ganz normaler Alltag für uns sein, doch im Moment scheint noch alles offen.

Quelle: derstandard.de

500.000 t Feinstaub durch Reifenabrieb: Studenten finden Weg, Partikel zu binden

19. September 2020 - 17:05

Autoreifen nutzen sich mit der Zeit ab und irgendwann ist das Profil so flach, dass sie nicht mehr griffig sind. Diese Binsenweisheit stößt uns mit der Nase direkt auf ein ernstzunehmendes Problem: Der Abrieb verschwindet nicht im Nichts, sondern er gerät als Feinstaub in unsere Luft, belastet die Umwelt und den menschlichen Körper. Es wird Zeit, sich nicht nur um die Verringerung der Autoabgase zu kümmern, sondern auch diese zusätzliche Verschmutzung abzustellen.

Reifenabrieb sorgt in Europa pro Jahr für 500.000 Tonnen Feinstaub Feinstaub aus Reifenabrieb hat erheblichen Einfluss

Bislang stand eher die Feinstaubbelastung im Fokus, die uns durch Autoabgase zuteilwird. Der Reifenabrieb war eher ein Nebenthema, doch hat er massive Auswirkungen. Beinahe die Hälfte sämtlicher Partikelemissionen unseres Straßenverkehrs sind auf ihn zurückzuführen, wir haben es also mit einer Größe zu tun, die wir nicht vernachlässigen sollten. Im Klartext heißt das nämlich: Selbst, wenn wir sämtliche Fahrzeuge elektrifiziert haben, ist der Kampf gegen die Feinstaubbelastung erst zu 50 % gewonnen. Denn Elektroautos weisen denselben Reifenverschleiß auf wie Verbrenner, sie emittieren bei jeder Beschleunigung, jedem Bremsvorgang und in jeder Kurve winzigste Partikel, die Luft und Wasser verschmutzen. 500.000 Tonnen Feinstaub kommen dabei pro Jahr in Europa zusammen, eine Zahl, die deutlichen Handlungsbedarf signalisiert.

Der Kollektor funktioniert mittels statischer Aufladung

Eine Studentengruppe in Großbritannien fühlte sich von dieser Herausforderung angesprochen und erfand einen Kollektor, der die Abriebpartikel direkt dort binden soll, wo sie entstehen: am Autoreifen. Das Gerät funktioniert mittels statischer Aufladung, es konnte in ersten Versuchen immerhin 60 % des Feinstaubs auffangen. Für ihre Erfindung, die im Rahmen eines Start-ups weiter entwickelt werden soll, erhielten die Jung-Wissenschaftler den James Dyson Award. Die Gummipartikel sind klein genug, um durch die Atmung tief unsere Lunge zu gelangen und dort Krankheiten zu verursachen. Sie finden sich aber auch in unserer Nahrungskette wieder, so besagen es verschiedene Studien. Was genau sie im Körper anrichten, kann niemand sagen, aber es gibt gute Gründe, sie endlich wieder loszuwerden.

Quelle: stern.de

Zeit, zu handeln: Diabetes-Kinder in Deutschland immer schlechter versorgt

19. September 2020 - 10:05

Morgen ist Weltkindertag und zu diesem Anlass meldet sich die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) mit einem ernsten Anliegen zu Wort: Die Behandlung der etwa 32.000 an Diabetes mellitus erkrankten Kinder gerät zunehmend in Gefahr. Teilweise müssen Eltern erhebliche Belastungen auf sich nehmen, um ihren erkrankten Nachwuchs im Kindergarten und der Schule versorgt zu wissen. Als mögliches Vorbild rückt Schweden ins Visier.

An Diabetes mellitus können schön Babys erkranken Es gibt zu wenig multiprofessionelle Diabetes-Teams

Gegen Diabetes ist längst ein Kraut gewachsen, zumindest, was die Eindämmung der Symptome betrifft. Moderne Technologien und Therapien sind natürlich auch in Deutschland verfügbar, für Erwachsene ebenso wie für Kinder. Trotzdem warnen Experten vor einer Verschlechterung der Versorgung erkrankter Kinder, weil zu wenig multiprofessionelle Diabetesteams und finanzielle Mittel zur Verfügung stehen. Denn: Die Jüngsten benötigen viel mehr als nur medikamentöse Unterstützung, sondern auch soziale Hilfe und kompetente Eltern mit Know-how, die ihnen Beistand leisten. Um die Krankheit in den Griff zu bekommen, ist ein Verständnis für komplexe Zusammenhänge nötig, ebenso wie eine gute Portion Selbstdisziplin und Selbstmanagement.

Familien, Kindergärten und Schulen sind überfordert

Viele Familien sind mit dieser Mammutaufgabe schlichtweg überfordert, aber auch in Schulen und Kindergärten kommen zunehmend Probleme auf. Es mangelt an psychosozialer Hilfe, ebenso wie an medizinischen Leistungen in den Betreuungseinrichtungen – während der Bedarf an ambulanten Langzeitbehandlungen wächst. Eltern mit nur geringen Deutschkenntnissen, Alleinerziehende, Patchwork-Familien, Mütter und Väter mit psychischen Erkrankungen geraten oftmals ins Taumeln, wenn sie sich darum kümmern müssen, Stoffwechselwerte zu kontrollieren und die seelische Gesundheit der Familie aufrechtzuerhalten. Dafür wären beispielsweise Psychologen und Diabetesassistenten zuständig, die vor allem auf dem Land rar gesät sind.

Ist ein Kindergartenkind an Diabetes erkrankt, hängt manchmal sogar ein Elternteil den Job an den Nagel, um sich kümmern zu können. Auch auf Schulausflügen lässt es sich oftmals kaum vermeiden, dass die Mutter oder der Vater mit dem Kind reist, weil die medizinische Betreuung fehlt. Der Mangel macht sich auch im stationären Bereich bemerkbar.

An schwedischen Schulen und Kindergärten hat sich das Schulschwester-System etabliert, das auch für Deutschland ein Vorbild sein könnte, wenn es den Willen und die finanziellen Mittel dafür gäbe. Das allein schon würde für eine deutliche Entlastung sorgen.
Quelle: aerzteblatt.de

Wie Messenger-Dienste in die Privatsphäre eindringen: Sensible Daten lassen sich mit wenig Aufwand Sammeln

18. September 2020 - 20:09

Hacker können sich sensible persönliche Daten von einer Milliarde Nutzern der Messenger-Dienste WhatsApp, Signal und Telegram beschaffen. Das haben Forscher an der Technischen Hochschule Darmstadt gemeinsam mit Kollegen der Universität Würzburg bewiesen. Das gelang den Forschern mit Hilfe von so genannten Crawling-Angriffen – Crawler sind Computerprogramme, die automatisch das World Wide Web durchsucht und Webseiten analysieren.

Angriffe auf Dienste in den USA

Für die umfangreiche Studie haben die Forscherinnen und Forscher zehn Prozent aller Mobilfunknummern in den USA für WhatsApp und 100 Prozent für Signal abgefragt. Dadurch waren sie in der Lage, persönliche Daten zu sammeln, wie sie üblicherweise in den Nutzerprofilen der Messenger gespeichert sind, inklusive Profilbilder, Nutzernamen, Statustexte und „zuletzt online“ verbrachter Zeit.

Wenn Hacker diese Daten längere Zeit verfolgen, können sie genaue Verhaltensmodelle der Nutzer erstellen. Werden die Daten mit sozialen Netzen und anderen öffentlichen Datenquellen abgeglichen, können Dritte auch detaillierte Profile erstellen und beispielsweise für Betrugsmaschen nutzen. Bezüglich Telegram fanden die Forscherinnen und Forscher heraus, dass der Dienst zur Kontaktermittlung auch sensible Informationen selbst über die Besitzerinnen und Besitzer von Telefonnummern preisgibt, die nicht bei dem Dienst registriert sind.

Adressbücher der Nutzer liegen offen

Welche Informationen gesammelt werden können, hängt vom Dienstanbieter und den gewählten Privatsphäre-Einstellungen ab. Beispielsweise übertragen WhatsApp und Telegram das komplette Adressbuch der Nutzenden an entsprechende Server. Messenger wie Signal, die die Privatsphäre besser schützen, übertragen nur kurze Hashwerte von Telefonnummern – sie werden nach einer bestimmten Vorschrift verschlüsselt – oder verlassen sich auf vertrauenswürdige Hardware. Die Forschungs-Teams zeigen jedoch, dass es mit Hilfe neuer und optimierter Angriffsstrategien möglich ist, innerhalb von Millisekunden von den Hashwerten auf die zugehörigen Telefonnummern zu schließen.

Privatsphäre-Einstellungen überprüfen!

„Wir empfehlen bei der Verwendung von mobilen Messengern dringend, sämtliche Privatsphäre-Einstellungen zu überprüfen. Dies ist derzeit der effektivste Schutz gegen unsere untersuchten Crawling-Angriffe“, sind sich Alexandra Dmitrienko (Universität Würzburg) und Professor Thomas Schneider (TU Darmstadt) einig. Sie haben ihre Erkenntnisse mit den jeweiligen Dienstanbietern geteilt. WhatsApp hat seine Schutzmaßnahmen daraufhin derart verbessert, dass großangelegte Angriffe nun erkannt werden, und Signal hat die Anzahl möglicher Abfragen reduziert, um Crawling zu erschweren.

via Universität Würzburg

Infarm: Mit Millionenfinanzierung zur lokalen Lebensmittelversorgung

18. September 2020 - 9:48

In vielen Supermärkten sind die Gewächshäuser von Infarm bereits zu finden. Dabei handelt es sich um – ein wenig futuristisch aussehende – Glaskästen, in denen Kräuter und verschiedene Gemüsesorten direkt vor Ort angebaut und geerntet werden. Im Idealfall können die Supermärkte so Lebensmittel verkaufen, die gar nicht erst groß transportiert werden müssen. Zu den Kunden des Startups gehören unter anderem Edeka und Aldi Süd. Aktuell werden in den Supermärkten monatlich rund 500.000 Pflanzen geerntet. Noch immer aber übersteigt die Nachfrage das Angebot. Um weiteres Wachstum finanzieren zu können, hat sich Infarm daher nun neues Geld gesichert. Verschiedene Investoren – darunter unter anderem der Lichtensteiner Investor LGT Lightstone und die Duisburger Familie Haniel – steckten 170 Millionen Dollar in das Unternehmen.

Bild: Infarm Moderne Technologie erhöht den Ertrag

Das Geld soll zum einen genutzt werden, um das bestehende Geschäft weiter auszubauen. Gleichzeitig wird aber auch viel Geld in eine neue Generation von Gewächshäusern investiert. Diese soll dann den gleichen Ertrag liefern wie ein Hektar Acker mit konventioneller Landwirtschaft. Möglich wird dies durch hochmoderne Technologien. So wird das Wachstum der Pflanzen automatisiert überwacht. Auf Basis dieser Daten wird dann auch die Versorgung mit Wasser und Nährstoffen kontinuierlich optimiert. Das Unternehmen verspricht, auf diese Weise Lebensmittel mit weniger menschlichen Arbeitskräften, einem niedrigeren Energie- und Wasserverbrauch sowie einem geringeren Bedarf an Flächen anbauen zu können. Dies wiederum soll dazu beitragen, die Versorgung mit Lebensmitteln nachhaltiger zu gestalten.

Aktuell verdient das Unternehmen noch kein Geld

Das Geschäftsmodell des Unternehmens ist dabei ein wenig ungewöhnlich. Denn bisher bauen Landwirte Obst und Gemüse an und verkaufen die Produkte anschließend auf dem freien Markt. Infarm hingegen möchte „Landwirtschaft als Dienstleistung“ anbieten. Die Gewächshäuser verbleiben also im Besitz des Unternehmens und werden auch von den hauseigenen Experten betrieben und gewartet. Im Gegenzug müssen die Supermärkte eine Art Miete zahlen und dürfen dafür die geernteten Produkte übernehmen und verkaufen. Bisher allerdings wirft dieses Modell noch keine Gewinne ab. Das Startup wird daher auch in den nächsten Jahren zunächst noch auf das Geld von Investoren angewiesen sein. Ab dem Jahr 2023 soll die Technologie dann aber soweit sein, dass mehr Geld eingenommen als ausgegeben wird.

Via: Infarm

Ist das neue Gesetz gegen Hassrede verfassungswidrig?

17. September 2020 - 19:30

Das „Gesetz zur Bekämpfung des Rechtsextremismus und der Hasskriminalität“ gilt als Prestige-Objekt der Bundesjustizministerin Christine Lambrecht. Beschlossen wurde es vom Bundestag am 18. Juni. Das Gesetz soll eine Pflicht für Internetplattformen und soziale Netzwerke etablieren, Hassposts an das Bundeskriminalamt (BKA) zu melden. So soll ein wirkungsvolles Mittel geschaffen werden, um gegen Hass und Hetze im Netz vorzugehen. Das Gesetz muss noch im Bundesgesetzblatt verkündet werden und ist daher auch noch nicht im Kraft. Seitens des Wissenschaftlichen Diensts des Bundestags werden nun allerdings Zweifel an der Verfassungsmäßigkeit des sogenannten Gesetzes gegen Hassrede laut.

Zweifel vom wissenschaftlichen Dienst

Das betreffende Gutachten wurde von der Bundestagsfraktion der Grünen in Auftrag gegeben, umfasst 27 Seiten und postuliert die folgende Kernthese: Die in dem Gesetz enthaltenen Befugnisse zur Übermittlung und zum Abruf sogenannter Bestandsdaten der einzelnen Nutzer gehen teilweise über den Rahmen des Grundgesetzes hinaus. Das Problem ist, dass der Zugriff auf die Daten an keinerlei nennenswerte Voraussetzungen geknüpft wird. Mit dem Abruf der in den Bestandsdaten enthaltenen Informationen wie etwa Name, Anschrift oder Geburtsdatum wird in die Grundrechte der Betroffenen eingegriffen. Dieser Eingriff ist nicht besonders tief, aber dennoch dürfen derartige Auskunftsansprüche nicht einfach pauschal zugelassen werden.

Konkret findet sich diese Aussage in einem Beschluss des Bundesverfassungsgerichts vom 17. Juli diesen Jahres, in dem es um die Zulässigkeit der Speicherung solcher Daten durch Telekommunikationsanbieter ging. „ Auch Auskünfte über Daten, deren Aussagekraft und Verwendungsmöglichkeiten eng begrenzt sind, dürfen nicht ins Blaue hinein zugelassen werden“, heißt es dort. Nach Ansicht des Wissenschaftlichen Dienstes kann der Beschluss des Gerichts auch auf Internetplattformen und soziale Netzwerke übertragen werden.

Gesetz ist zu unpräzise

Kernelement des Kampfes gegen Hass im Netz ist die Identifizierung einzelner Nutzer mithilfe einer IP-Adresse. Auch das Gesetz gegen Hassrede enthält eine Vorschrift, die diese ermöglichen soll. Nach der Einschätzung des wissenschaftlichen Dienstes ist diese Vorschrift jedoch verfassungswidrig, wenn man den Maßstab aus Karlsruhe anlegt. Denn die Richter und Richterinnen des Bundesverfassungsgericht beschlossen, dass es eine „hinreichend präzise Umgrenzung“ des Verwendungszwecks der Informationen geben müsse. Der Wissenschaftliche Dienst kann diese Umgrenzung in dem Gesetz gegen Hassrede aber nicht entdecken. Dies stelle die komplette Meldepflicht in Frage, auch wenn die Experten des Bundestags diese eigentlich für ein geeignetes Instrument hält. Denn wenn die Betreiber zwar Posts und Äußerungen melden müsse, das BKA diese Meldungen aber nicht abrufen dürfe, dann laufe die Meldepflicht komplett ins Leere.

Als das Bundesverfassungsgericht seinen Beschluss im Juli veröffentlichte, war das Gesetz gegen Hassrede eigentlich schon in trockenen Tüchern. Nun könnte es sein, dass das Gesetz entweder überarbeitet werden muss oder eben mit hoher Wahrscheinlichkeit nach seinem Inkrafttreten auf den verfassungsrechtlichen Prüfstand des Bundesverfassungsgerichts kommt.

Aus Sicht der Grünen ist das Gesetz damit bedenklich, da ohne die nötigen Korrekturen sein durchaus sinnvolles Ziel, also die Bekämpfung von Hasskriminalität, massiv gefährdet sei.

Angriff auf Krankenhaus: Hackern wird fahrlässige Tötung vorgeworfen

17. September 2020 - 17:36

Genau vor einer Woche drangen Hacker in das IT-System der Universitätsklinik Düsseldorf ein. Dort verschlüsselten sie dreißig Server und hinterließen eine Botschaft. Der Inhalt war wenig überraschend: Die Erpresser baten freundlich um Kontaktaufnahme. Eine konkrete Summe wurde zwar noch nicht genannt. Doch in der Regel wird bei solchen Angriffen Geld verlangt, bevor die verschlüsselten Server wieder freigeschaltet werden. Eine Sache machte die eingeschalteten Ermittler allerdings stutzig: Das Schreiben war an die Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf adressiert. Handelte es sich möglicherweise nur um eine folgenschwere Verwechslung? Um dies zu klären wurde tatsächlich mit den Hackern Kontakt aufgenommen. Als diese erfuhren, dass durch die Aktion Menschenleben in Gefahr waren, händigten sie umgehend einen digitalen Schlüssel zur Entsperrung der Server aus. Geld wurde dafür nicht mehr verlangt.

Bild: Wiegels / CC BY (https://creativecommons.org/licenses/by/3.0) Der Betrieb ist noch immer nicht wieder voll angelaufen

Trotzdem sind die Auswirkungen auf den Klinikalltag gewaltig. So konnten keine neuen Patienten mehr aufgenommen werden. Die Zahl der belegten Betten sank daher von rund 1.000 auf nur noch etwa 550. Auch die Zahl der Operationen musste drastisch reduziert werden. Vor dem Angriff lag diese bei 70 bis 120 pro Tag. Aktuell können hingegen nur 10 bis 15 Eingriffe durchgeführt werden. Die Rettungswagen in der Stadt müssen zudem teilweise deutlich längere Wege fahren als nötig, weil sie das Krankenhaus nicht mehr ansteuern können. In mindestens einem Fall hatte dies tragische Folgen: Die Behandlung einer Patientin konnte erst mit einstündiger Verspätung beginnen, weil sie in ein deutlich weiter entferntes Krankenhaus gebracht werden musste. Damit aber blieb den Ärzten nicht mehr genug Zeit: Die Patientin verstarb kurz nach der Einlieferung in das Ersatz-Krankenhaus.

Elementare Infrastruktur muss besser geschützt werden

Dies könnte für die Angreifer nun ernste juristische Folgen haben. Denn die Staatsanwaltschaft ermittelt nun nicht mehr nur wegen Computersabotage, sondern untersucht auch den Vorwurf der fahrlässigen Tötung. Noch ist aber unklar, ob es tatsächlich gelingt, die Angreifer zu identifizieren und zur Rechenschaft zu ziehen. Die Frage, wie es zu dem folgenschweren Angriff kommen konnte, wurde bisher zudem nur sehr allgemein beantwortet. Demnach existierte in einer weltweit genutzten Zusatzsoftware eine Sicherheitslücke, die von dem Anbieter nicht mehr schnell genug geschlossen werden konnte. Der ganze Vorfall ist aber auch ein warnendes Beispiel dafür, dass das Thema IT-Sicherheit in Krankenhäusern und ähnlich elementarer Infrastruktur nicht auf die leichte Schulter genommen werden sollte. Aktuell ist Deutschland dabei nicht immer optimal aufgestellt. So wurden auch bei zahlreichen Wasserwerken erhebliche Sicherheitsmängel aufgedeckt.

Via: WDR

Studie in Ruanda: Bargeld ist die beste Form der Entwicklungshilfe

17. September 2020 - 9:47

Allein von staatlichen Stellen fließt jedes Jahr ein dreistelliger Milliardenbetrag an Entwicklungshilfe in arme Regionen und Länder. Schon seit einiger Zeit wird dabei auch regelmäßig untersucht, ob die mit dem Geld gestarteten Programme auch einen positiven Effekt haben. Ein Ansatz dabei sind sogenannte „Randomized Controlled Trials (RCT)“. Dahinter steht das aus der medizinischen Forschung bekannte Prinzip der Kontrollgruppe. Vereinfacht ausgedrückt werden die Menschen vor Ort also in zwei Gruppen eingeteilt: Die eine erhält Unterstützung aus Mitteln der Entwicklungshilfe und die andere nicht. Die gute Nachricht in diesem Zusammenhang: In aller Regel kann auf diese Weise nachgewiesen werden, dass die Maßnahmen durchaus einen positiven Effekt haben. Die Entwicklungshilfe ist also keinesfalls sinnlos.

Bild: Manuel Dohmen / CC BY-SA (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/) USAID ermöglichte eine Studie in Ruanda

In den letzten Jahren ist die Zielsetzung aber noch einmal ambitionierter geworden. So wurde der Begriff des „Cash Benchmarking“ etabliert. Dahinter verbirgt sich eine einfache Idee: Programme der Entwicklungshilfe sollten nicht nur einfach besser sein als gar nichts zu tun. Stattdessen müssen sie sich mit den Effekten messen lassen, die eintreten, wenn man die Kosten einer Maßnahme einfach bar an die Empfänger auszahlt. Die staatliche „US Agency for International Development (USAID)“ hat nun eines ihrer Projekte in Ruanda auf diese Weise untersuchen lassen. Dabei ging es um ein Programm zur beruflichen Ausbildung von armen Menschen. Auch hier gilt zunächst die gute Nachricht: Die Teilnehmer hatten nach achtzehn Monaten mehr Ersparnisse und gaben an, glücklicher zu sein. Bei der klassischen Betrachtungsweise wäre das Programm also als reiner Erfolg gewertet worden.

Die Menschen investieren das Geld in aller Regel sinnvoll

Diesmal allerdings gab es noch zwei weitere Kontrollgruppen. Eine erhielt anstelle des Trainings einfach eine Barzahlung, die den sonst anfallenden Kosten entsprach. Eine zweite wiederum erhielt die berufliche Weiterbildung plus den Geldtransfer. Das erstaunliche Ergebnis: Die Gruppe, die einfach nur Bargeld erhielt, schnitt nach achtzehn Monaten in fast allen untersuchten Kategorien am besten ab. Offensichtlich wissen die Menschen vor Ort also selbst am besten, wo das Geld am sinnvollsten investiert werden sollte. Damit wurde lokal nachgewiesen, was in der Fachliteratur schon vielfach besprochen wurde: Einfache Geldtransfers sind in der Regel die sinnvollste Form der Entwicklungshilfe. Allerdings gibt es natürlich auch Ausnahmen. Fehlt es beispielsweise nach einer Naturkatastrophe an Lebensmitteln in einer Region, würden Bargeldzahlungen einfach nur die Preise verteuern.

Nicht alle Aspekte konnten einbezogen werden

Außerdem wurden in der Studie lediglich die Auswirkungen auf das Leben der Teilnehmer untersucht. Es ist aber durchaus denkbar, dass berufliche Fortbildungsprogramme auch einen zusätzlichen volkswirtschaftlichen Nutzen mit sich bringen. Auch die langfristige Entwicklung muss bei dem Projekt in Ruanda noch weiter untersucht werden. Die Forscher wollen daher nach weiteren achtzehn Monaten noch einmal schauen, ob sich an dem grundlegenden Befund etwas geändert hat. Weitere ähnliche Untersuchungen in anderen Ländern wären zudem sinnvoll, um die Ergebnisse zu bestätigen. Mittelfristig könnte dies dann eine Neuausrichtung der internationalen Entwicklungshilfe zur Folge haben.

Via: Vox

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