Martin Bartonitz - der Mensch das faszinierende Wesen

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Aktualisiert: vor 1 Woche 6 Tage

GEZ-Gebühren: Dem Zwang gehorchen, oder davon befreien?

19. January 2019 - 14:32

Das Thema der GEZ-Gebühren hatte ich schon länger nicht mehr auf der Uhr. Der letzte Artikel dazu stammt aus 2015: Aktion für den Erhalt des Bargelds – #GEZ noch in bar? Nun gibt es Anlass, das Thema wieder aufzugreifen, denn es gibt nun Möglichkeiten, sich den GEZ-Gebühren zu entledigen. Dazu möchte ich das folgende Interview mit dem Gründer von »rundfunk-frei«, der größten Bewegung zur Befreiung des Rundfunkzwangs in Deutschland, Olaf Kretschmann bringen. Dazu ist auf youtube zu lesen:

Log der Initiative rundfunk-frei

Dieses Interview ist ein Muss für jeden, der die Zahlung nicht mehr mit seinem Gewissen vereinbaren kann … Mittlerweile hat sich der öffentlich-rechtliche Rundfunk zu einem Staat im Staat entwickelt, der seit dem 01. Januar 2013 nur noch durch Zwangsabgaben am Leben erhalten werden kann. Aufgrund der hohen Pensionsverpflichtungen ist dieses System mehr als ins Wanken gekommen, da es Deckungslücken in Milliarden Höhen aufweist. Die Bewegung »rundfunk-frei« kann mit ihrem zentralen Aufruf zum sofortigen Zahlungsstopp der entscheidende Auslöser für die Beendigung des Zwangs sein. Schon innerhalb einer Woche folgten Tausende diesem Aufruf. Mit dabei sind Juristen, Soziologen, Physiker sowie Menschen aus allen Teilen der Gesellschaft. Mehr noch: erstmals wird es einen zentralen bundesweiten Rundfunk-Volksentscheid geben, der einmalig in der deutschen Geschichte ist.

Diesen Fragen wird in dem Interview nachgegangen:

  • Warum Zwang in der Demokratie kein legitimes Mittel ist?
  • Wollen die Rundfunkanstalten 8 Mrd. erpressen?
  • Warum verlieren Journalisten ihren Job, wenn sie Kritik am Rundfunk äußern?
  • Woran liegt es, dass immer mehr Menschen nicht mehr bereit sind für Einseitigkeit und Unausgewogenheit eine Abgabe zu entrichten?
  • Warum ist dies die größte Selbstermächtigungsinitiative in Deutschland?
  • Wie ist es möglich kann, dass auf Basis des Rundfunkstaatsvertrages ein Härtefall-Befreiungsantrag aus Gewissensgründen gestellt werden kann, dies aber den Bürgern verschwiegen wird?
  • Warum eine Petition nichts bringt und ein Volksentscheid die Achillesferse des GEZ-Systems ist.

Ich empfinde diese Form der Gebührenzwangseintreibung als ein Mittel einer Diktatur und einer Demokratie nicht würdig! Ich zahle gerne freiwillig für das, was ich brauche. Aber eine Erziehung, wie es von Anja Reschke Letztens klarstellte, schon gar nicht (siehe). Also ab mit dem Interview ins Regal:

https://www.youtube.com/watch?v=1suVzZyWDrM&feature=share&fbclid=IwAR3wloXyot0te5wDkzT3jPypnLQzysHyAHrftQviiset-ab_L_YrL66o11Q

Fremdbestimmung – Ja, bitte!

12. January 2019 - 16:02
Marianne Gronemeyer, emiritierte Professorin für Erziehungs- und Sozialwissenschaften

Der Unterschied zwischen selbstbestimmter und fremdbestimmter Arbeit ist unkenntlich geworden, und das ist ganz im Sinne derer, die das Sagen haben. Es kann ihnen gar nichts Besseres passieren, als wenn die Untergebenen sich ihrer Willensfreiheit rühmen und an ihre Entscheidungsfreiheit glauben. Betrug und Selbstbetrug wirken da einträchtig zusammen. Denn natürlich möchte man sich lieber als Herr im eigenen Hause fühlen denn als Knecht unter fremder Knute.
Marianne Gronemayer

Ich habe Mal wieder einen sehr inspirierenden Text von Marianne Gronemeyer gefunden. Es ist das Skript zu einem Vortrag, den sie anlässlich des 10. Todestages von Ivan Illich am 1. Dezember 2012 auf der Veranstaltung „Narrenfreiheit in Absurdistan“ hielt.

Sie hält ein Plädoyer, die Fremdbestimmung nicht grundsätzlich zu verurteilen. Dabei zeigt sie auf, wie das Leben in Selbstbestimmung den Menschen in seiner Entfaltung eher nicht voran bringt. Marianne zeigt wunderbar auf, was passiert, wenn Jemand für eine herausfordernde Aufgabe vertrausensvoll berufen, also bestimmt wird.

Was diesen Artikel für mich auch so besonders macht, ist ihre Systemanalyse mit Blick auf die Lohnarbeit. Also ab ins Regal und lasst Euch inspirieren:

Fremdbestimmung – Ja, bitte! (Quelle)

Da scheint sich ein Masochist zu Wort zu melden, der ergebenst um Prügel bittet; oder vielleicht ein Zyniker? Oder ein Witzbold? Oder einer, der auf der ‚Flucht vor der Freiheit’ (Erich Fromm) ist und sich lieber unter fremdes Kommando stellt, als sich den Gefahren der eigenen Entscheidung auszusetzen? Normal ist es jedenfalls nicht, um Fremdbestimmung zu betteln, und wer halbwegs bei Courage und Verstand ist, votiert für Selbstbestimmung. Nicht einmal diejenigen, die daraus Kapital schlagen, dass sie Andere nach ihrer Pfeife tanzen lassen können, finden ein ungeteiltes Vergnügen an der Fremdbestimmung. Wer einen Anderen fremdbestimmt, muss mit dessen Widerwillen rechnen, und der hat viele Spielarten: Aufsässigkeit, Rebellion, Nachlässigkeit in der Auftragserfüllung, Flucht in die Krankheit, insgeheime Verweigerung, wenn nicht gar Sabotage. Fremdbestimmung ist selbst aus der Perspektive der Mächtigen immer auch kontraproduktiv, weil demotivierend.

Und so wird – zum Beispiel in der modernen Arbeitswelt – viel darüber gegrübelt, wie man fremdbestimmter Arbeit den Anschein von Selbstbestimmung geben kann. Das ist im Großen und Ganzen recht gut gelungen. Die Mehrheit der Lohndiener würde schon aus Selbstachtung entschieden bestreiten, nur fremdbestimmt zu arbeiten und keine Spielräume für eigene Entscheidungen zu haben. Der Unterschied zwischen selbstbestimmter und fremdbestimmter Arbeit ist unkenntlich geworden, und das ist ganz im Sinne derer, die das Sagen haben. Es kann ihnen gar nichts Besseres passieren, als wenn die Untergebenen sich ihrer Willensfreiheit rühmen und an ihre Entscheidungsfreiheit glauben. Betrug und Selbstbetrug wirken da einträchtig zusammen. Denn natürlich möchte man sich lieber als Herr im eigenen Hause fühlen denn als Knecht unter fremder Knute.

Um den möglichen Widerstand im Keim zu ersticken, muss fremdbestimmte Arbeit akzeptabel gemacht werden. Das kann auf sehr verschiedene Weise geschehen. Die primitivste und auch anfälligste Art, den Eigenwillen eines Anderen zu brechen, ist der unverhohlene Zwang. Das ist das Prinzip der Galeere. Wer über die entsprechenden Machtmittel verfügt, kann Andere zwingen zu tun, was sie sollen, Um aber die Nachteile des schieren Zwangs zu vermeiden, setzte sich ein anderes Prinzip durch: die Bezahlung. Die Untergebenen werden für ihre Beherrschung entschädigt, damit sie sich bereitwillig statt unwillig zur Verfügung stellen.

Jede Lohnzahlung lässt sich als eine Ent-Schädigung für zugefügten Schaden verstehen, während wir gewohnt sind, sie als Gegenleistung für geleistete Arbeit anzusehen.

Elegant und unauffällig wird Fremdbestimmung erst, wenn sie sich eines Paradoxes bedient: Obwohl dem fremdbestimmt Arbeitenden die Souveränität, seine eigenen Ziele zu bestimmen, abgesprochen wird, wird ihm in modernen Arbeitsverhältnissen Selbständigkeit und Eigenverantwortlichkeit abverlangt, und die Höhe seines Lohnes bemisst sich geradezu daran, wie ‚selbständig’ und ‚eigenverantwortlich’ er oder sie arbeitet. Diese Eigenverantwortlichkeit ist illusionär, denn Eigenverantwortlichkeit, die mir jemand aufnötigen kann, hört augenblicklich auf zu sein, was sie zu sein vorgibt. Ich soll verantworten, was meinem Einfluss im Vorhinein entzogen ist. Ich werde dafür bezahlt, dass ich Selbständigkeit und Verantwortlichkeit perfekt simuliere. Das Arbeitsarrangement begünstigt die Illusion. Dem äußeren Anschein nach treffe ich souveräne Entscheidungen. Das Gerede um die ‚flachen Hierarchien’ ist Teil dieser Selbstbestimmungspropaganda. Bereitwillig nehme ich den Anschein von Selbstbestimmung für bare Münze und bin verlässlich dienstbar für Zwecke, die nicht meine sind. Um den schwer erträglichen Widerspruch zwischen meiner illusionären und meiner realen Arbeitssituation vor mir selbst zu kaschieren, übernehme ich die fremden Ziele, in deren Auftrag ich tätig bin, als meine eigenen und mobilisiere dann, ohne mich unter Zwang zu fühlen, Kräfte, die ich normalerweise nur für eigene Zielsetzungen und persönliche Herzensanliegen aufbringen könnte. Ich erfahre mich als ‚selbstbeherrscht’ und nehme dafür sogar in Kauf, mich selbst auszubeuten. Das ist, wie gesagt, die eleganteste Variante der Fremdbestimmung und die totalitärste. Sie ist den gehobenen Positionen in der Arbeitshierarchie vorbehalten, jenen, in denen die hoch ausgebildeten Eliten sich tummeln. Dort darf man sich nach Herzenslust souverän fühlen, während man doch nichts weniger als das ist.

In den unteren Etagen gelten einfachere Spielregeln. Da wird den Arbeitenden ihre Selbstbestimmung mit mehr oder weniger kargem Lohn abgekauft und ihr Widerwille durch die Androhung von Arbeitsplatzverlust im Zaum gehalten. Und kaum jemand würde etwas Anstößiges oder Skandalöses daran finden können, dass derjenige, der die Arbeit bezahlt, sie auch seiner Zwecksetzung unterwerfen kann. Wer seine Arbeit verkauft, dem gehört sie halt nicht mehr. Das scheint so vollkommen selbstverständlich und rechtens, dass es schon harter Gedankenarbeit bedarf, um diese Selbstverständlichkeit anzuzweifeln. Natürlich gehört mir nicht mehr, was ich verkauft habe. Und wer meine Arbeitskraft gekauft hat und sie fortlaufend bezahlt, der kann sich ihrer als eines Mittels bedienen, mit dem er seine Absichten realisiert. Das ist der Deal.

Fremdbestimmung ist verrufen

Fremdbestimmung ist also heutzutage durch vertragliche Vereinbarungen gezähmt, sie ist tariflich verregelt und gesetzlich abgesichert. Wir haben uns angewöhnt zu denken, dass die Höhe des Lohnes ein sicheres Indiz für den Grad der Fremdbestimmung ist. Am meisten von ihr geplagt seien diejenigen, so glauben wir, die am wenigsten ent-schädigt werden. Aber nicht einmal diese einfache Faustregel stimmt mehr.

Halten wir fest: Über die Fremdbestimmung wird ziemlich einhellig geurteilt. Sie ist in weiten Teilen legal, aber nicht legitim. Sie ist moralisch verwerflich, aber zum Erhalt des Ganzen unverzichtbar; für die, die bestimmen, ist sie äußerst profitabel, und für die anderen beschämend. Aus sehr verschiedenen Gründen sind folglich Herrschende und Beherrschte darum bemüht, dass sie unsichtbar bleibt oder mindestens nicht ins Rampenlicht gerät.

Ebenso einhellig, wie die Fremdbestimmung moralisch missbilligt wird, wird Selbstbestimmung ins Recht gesetzt und zur politisch korrekten Forderung erhoben. Wer oder was sich als selbstbestimmt ausweist, ist demokratisch legitimiert und mit Gütesiegel versehen. Gegen Selbstbestimmung lässt sich mit Fug und Recht nichts einwenden.

1975 erschien Ivan Illichs Streitschrift: Tools for Conviviality unter dem Titel ‚Selbstbegrenzung’ erstmalig in Deutschland. Sie wird auch in der Wiederauflage von 1998 im Klappentext als ein großes Plädoyer für Selbstbestimmung angekündigt: Ivan Illich, so heißt es da, fordert „eine Begrenzung des Wachstums nicht nur aus ökologischen Gründen, sondern vor allem mit dem Ziel, den Menschen wieder zu einem autonomen Wesen werden zu lassen. Seine These: Der Fähigkeit zur Selbstbestimmung stehen im wesentlichen die von uns selbst geschaffenen Institutionen und die immer größer werdende Schar von Spezialisten und Experten im Wege, die den Menschen zunehmend entmündigen.“ [1]

Es mag den modernen Leser verwirren, wenn ein Buch mit dem Titel ‚Selbstbegrenzung’ für die Wiedergewinnung von Selbstbestimmung plädiert. Selbstbestimmung ist heutzutage viel eher mit der Bedeutung von Selbststeigerung belehnt als mit der von Selbstbegrenzung.
Aber noch in anderer Hinsicht ist dieses entschiedene Eintreten Illichs für Selbstbestimmung irritierend.

Erstens: Es sieht Ivan Illich nicht sehr ähnlich, dass er mit seinen Forderungen so ganz auf der Linie dessen liegt, was allgemein im Schwange ist und gutgeheißen wird. Und Selbstbestimmung ist in den gehobenen Diskursen seit den späten 60er und frühen 70er Jahre sehr im Schwange.

Zweitens: Es ist auch kaum vorstellbar, dass er sich positiv für eine bestimmte en ausgerichtet werden sollen, ausspricht.Er hat sich immer gehütet, zu sagen, wo es lang gehen soll. Er hat sich vielmehr darauf konzentriert, die Bedingungen zu benennen, zu analysieren und zu kritisieren, die verhindern, dass Menschen „ihre unmittelbare Umgebung nach eigenen Vorstellungen gestalten“ können. [2] Er nannte diese Vorgehensweise Suche nach ‚negative design criteria’. Er hätte also Niemandem vorgeschrieben, sich selbst zu bestimmen, aber die Verhältnisse gegeißelt, die es ihm unmöglich machen, es zu tun.

Drittens: In einem Aufsatz über Eigenarbeit bespöttelt Illich den wachsenden Wust von Bemühungen, die sich zu ihrer Selbst-Bezeichnung der Vorsilbe ‚selbst’ bedienen. Sozialpädagogen leiten zur Selbsthilfe an, Mediziner propagieren all-monatliche Selbstbetastung nach Krebssymptomen, Psychologen organisieren Gruppen zur Selbstbefreiung durch Psychodrama und Beziehungsgelaber.“ [3] Die Reihe der genannten Selbstbefriedigungsaktivitäten ließe sich beliebig ergänzen: Selbstverwaltung, Selbstverwirklichung, Selbsterfahrung, Selbstsuche und –findung, kurzum: Selbsthilfe. „Selbsthilfe“, so Illich, „ist wortwörtlich ein masturbatorischer Begriff. Das Wort Masturbation stammt aus dem Lateinischen und ist aus manus (mit der Hand) und stuprum (Vergewaltigung) zusammengesetzt. … Solche Selbstvergewaltigung zerlegt das handelnde Subjekt in eines das hilft“ und eines, das selbst sein einziger Klient ist, „dem geholfen wird.“ [4]

Dieser Selbst-Enthusiasmus, der besonders in der Alternativbewegung grassiert, ist demnach eine Art trojanisches Pferd, mit dem die Direktiven der Expertenkaste in die Bedürfnisse von Klienten eingeschleust werden oder genauer: als Bedürfnisse verinnerlicht werden. Die selbstbefreiten Einzelnen tun zwar immer noch, was sie sollen und was der Dienstleistungsindustrie förderlich ist, glauben aber aus freien Stücken und unverfälschtem Eigeninteresse zu handeln, weil sie unablässig mit sich selbst beschäftigt sind.

Ist nun also die Selbstbestimmung, die Ivan Illich – angeblich – einfordert, auch nur eine Spielart dieser selbstischen Selbstzurichtung, über die er sich andernorts lustig macht? Und führt sie auch – je selbstbestimmter desto zuverlässiger – zum Einschluss in den „netzhaft dicht gesponnenen Zusammenhang“ des Systems, von dem Adorno sagt, dass er klaustrophob mache, während die modernen Soziologen von Inklusion schwärmen und glauben, damit der Gleichheit und der sozialen Gerechtigkeit einen Dienst zu erweisen? Einen Dienst vielleicht, aber einen Bärendienst.

Tatsächlich finden sich in ‚Selbstbegrenzung’ zahlreiche Stellen, in denen von Selbstbestimmung die Rede ist, nicht immer wörtlich aber der Sache nach. Um Ihnen davon einen Geschmack zu geben, zitiere ich einige davon:

Über den Begriff der Konvivialität sagt Illich, er solle „für den autonomen und schöpferischen zwischenmenschlichen Umgang und den Umgang von Menschen mit ihrer Umwelt“ stehen „als Gegensatz zu den konditionierten Reaktionen von Menschen auf Anforderungen durch andere und Anforderungen durch eine künstliche Umwelt.“ [5] Er spricht von der Freude an einer „bestimmten Ressource, die alle Menschen in fast gleichem Maße besitzen …: der eigenen Kraft, über die man selbst bestimmt.“ [6] Ausdrücklich fordert er „selbstbestimmte Arbeit“ [7] , durch die sich jeder Mensch „verwirklichen kann, ohne dass deshalb einem anderen Ausbildung oder Konsum aufgezwungen wird.“ [8] Dieser Nachsatz ist ziemlich wichtig. Ein Lehrer zum Beispiel kann so selbstbestimmt sein, wie er will, wenn er um seiner eigenen professionellen Existenz willen anderen Ausbildung oder Konsum von Unterricht aufnötigt, vergeht er sich an der Konvivialität. Statt große „Werkzeuge für leblose Menschen zu optimieren“, sei die Verwendung individuell zugänglicher Werkzeuge zu begünstigen, „um das sinnvolle und eigenverantwortliche Tun, wirklich bewusster Menschen zu fördern.“ [9] Werkzeuge, die den Menschen dabei helfen, „die eigenen Ziele auf ihre jeweils eigene Weise zu erreichen“, [10] würden vollständig verdrängt von jenen übergroßen und überprogrammierten Werkzeugsystemen, in denen Menschen nur noch als Maschinenkomponenten fungierten. Und schließlich beklagt er, dass in einer „Welt der industriellen Fertigpackungen“ Menschen ihrer „Fähigkeit, selbst etwas zustande zu bringen, immer weniger“ vertrauten. [11]

Industrielle Gewalt, Manipulation und Konditionierung

Es fällt auf, dass in all diesen Äußerungen jede pädagogische, psychologische oder therapeutische Grübelei darüber, wie Menschen dazu gebracht werden könnten, sich selbst zu bestimmen, unterbleibt. Ivan Illich will nicht „tun, was Gott nicht kann, nämlich andere zu ihrem Heil …manipulieren.“ [12] Er begnügt sich damit, „den Terminus ‚konvivial’ für Werkzeuge“ zu verwenden „und nicht für Menschen“, und er hofft damit vor dem Missverständnis gefeit zu sein, es gehe ihm um einen Aufruf zur Menschenbesserung. Er ist überzeugt, dass die Menschen Alles in allem von Natur aus [13] recht gut geeignet sind, ihr Leben auch unter schwierigen Bedingungen – sogar respektgebietend – zu meistern, wenn sie nur nicht durch Expertenmacht, Institutionenwillkür und Maschinen-Power daran gehindert werden. Er weist nach, dass daseinsmächtige Menschen systematisch dazu abgerichtet werden, ihr Leben als eine „Prozedur des Bestellens aus einem alles umfassenden Einkaufskatalog“ fristen zu müssen [14] und nur noch „aus einer Produktpalette … ihre Auswahl treffen dürfen.“ [15] Er brandmarkt den Industrialismus als einen unermesslichen Diebstahl, der die Menschen ihres Tuns beraubt hat und sie zu kriegenden Mängelwesenmacht, die alles, was sie zum Leben brauchen oder zu brauchen glauben, kriegen müssen, und die sich darum zugleich im Kriegszustand mit ihresgleichen befinden, im Kampf um die immer knapp gehaltenen Befriedigungsmittel. Er ist also weit davon entfernt, Selbstbestimmung als eine Angelegenheit zu beschreiben, zu der man sich in Volkshochschulkursen und Wochendendseminaren in der Obhut von Experten ertüchtigen sollte. Entsprechend wird auch die Fremdbestimmung – Ivan Illich benutzt das Wort nicht, er spricht von industrieller Gewalt, von Manipulation und Konditionierung – als etwas beschrieben, das von den ‚tools’, vom Apparat ausgeht und ihm einprogrammiert ist. Moderne Werkzeuge sind demnach längst nicht mehr Instrumente, die man (selbstbestimmt) für gute oder schlechte Zwecke nutzen kann, so wie man mit einem Hammer eine Hütte zimmern oder einen Nachbarn erschlagen kann. Dieses Stadium ihrer souveränen Nutzungsmöglichkeit haben sie im Zeitalter der Systeme endgültig hinter sich gelassen.

Ehrenrettung der Fremdbestimmung

Nachdem ich nun einigen Zweifel am guten Ruf, den die Selbstbestimmung genießt, gesät habe, taucht die Frage auf, ob nicht umgekehrt eine Ehrenrettung der Fremdbestimmung fällig wäre. Und damit sind wir beim Thema: Ist es überhaupt richtig, dass alles, wozu ich von außen bestimmt werde, zwangsläufig schändlich und erniedrigend ist?

Wir sind möglicherweise in einem verhängnisvollen Irrtum befangen, wenn wir ganz selbstverständlich, geradezu reflexhaft Fremdbestimmung negativ und Selbstbestimmung positiv beurteilen. Ich könnte geradezu darauf bestehen, dass nur aus fremdbestimmtem Tun, also aus solchem, zu dem ich bestimmt oder ‚berufen’ bin und das mich unter einen ‚Anspruch’ stellt, etwas Gutes erwachsen kann. Während selbstbestimmte Tätigkeit vielleicht in erster Linie auf Eigennutz spekuliert, ist jene, zu der jemand in Anspruch genommen und berufen wird, von vornherein in ein soziales Gefüge eingebunden. Die für diesen Vorgang der Beauftragung benutzten Wörter oder Wortkombinationen: ‚berufen, in Anspruch nehmen, bestimmen, jemandem etwas zur Aufgabe machen’, bezeichnen alle ein Geschehen zwischen Menschen, die als Sprechende und Hörende aufeinander bezogen sind. Wer Jemanden ‚beruft’, muss einen Hörer finden. Das gleiche gilt, wenn er ihn ‚in Anspruch nehmen’ will. Wenn jemand zu etwas bestimmt wird, wird ihm zugleich eine Stimme verliehen, kraft derer er selber Sprecher werden kann. Wer Jemandem etwas zur Aufgabe macht, sucht als Gebender einen Empfänger, der bereit ist, seinen Eigenwillen vorübergehend ‚aufzugeben’, also seinerseits Geber zu werden. Was diese Fremdbestimmung von Bemächtigung, was die Berufung von der Ausbeutung unterscheidet, ist, dass Auftraggeber und Auftragnehmer sowohl Sprecher als auch Hörer sind. Sobald Einer nur anordnet und der Andere stumm bleibt und ausführt, was ihm vorgeschrieben wurde, wird nicht Fremdbestimmung, sondern Herrschaft ausgeübt. Nennen wir sie also Fremdbeherrschung. So gesehen wären also Fremdbestimmung und Selbstbestimmung gar keine unversöhnlichen Gegensätze.

Berufen kann nur ein Auserkorener werden, einer, der zu der Bestimmung, die ihm zugedacht ist, in jeder Hinsicht stimmt. Eine Berufung stiftet eine unverwechselbare Bezogenheit zwischen Rufer und Berufenem und der Aufgabe, die sie miteinander teilen. Sie ist so konkret, dass sie nur namentlich geschehen kann. Jemanden berufen, ist etwas ganz Anderes als ihn auf seine Eignung für ein Projekt hin zu mustern. Die Eignungsprüfung ist vom Gesichtspunkt der Selektion bestimmt und konzentriert sich auf die Ausmusterung der Ungeeigneten. Die Berufung hingegen ist eine Einladung, die den Berufenen in eine Aufgabe und in eine Gemeinschaft hereinholt.

Sie setzt gerade nicht voraus, dass der Angesprochene das erforderliche Know how bereits mitbringt und die geforderte Könnerschaft routiniert handhaben kann, sondern eher umgekehrt, dass er oder sie über sie noch nicht verfügt. Auf den Berufenen richtet sich eine Hoffnung, auf den Getesteten eine Erwartung. Und das ist wahrlich ein Unterschied.

Ich berufe Jemanden zu einer Aufgabe, die er „ – zumindest zunächst – kaum bewältigen kann“, setze ihm Ziele, „die seine Möglichkeiten – zumindest im Moment überschreiten“, und lege Qualitätsmaßstäbe an, „die jedes Mal weit über seinen – augenblicklichen – Fähigkeiten liegen“. [16] Ich traue also Jemandem etwas, was er noch nicht ist und noch nicht unter Beweis stellen kann, zu und gehe das Wagnis ein, mich in ihm zu irren. Dazu ist etwas notwendig, was nur in einem persönlichen Verhältnis seinen Platz hat: gegenseitiges Vertrauen. Wer sich zutraut- und das ist wahrlich ein Wagnis -, einen Anderen fremdzubestimmen, muss vor allem sich und dem Anderen Rechenschaft über die Rechtmäßigkeit der Aufgabe geben. Er muss im Rahmen des Möglichen sicher sein, dass er den Anderen nicht zu schädlicher, zerstörerischer oder überflüssiger Arbeit anstiftet. Wenn ich Jemandem etwas zu tun gebe, von dem ich glaube, dass es unbedingt getan werden muss, hoffe ich, dass der Andere darin mit mir übereinstimmt und sich angesichts des Vertrauens, das ich ihn setze, zutraut, sich der Sache anzunehmen. Insofern Fremdbestimmung eine Beziehung zwischen Dreien stiftet, dem Rufer, dem Berufenen und der Aufgabe,  müssen alle drei gleiches Gewicht haben. Sobald eine der drei Instanzen das Übergewicht bekommt und die Belange der anderen benachteiligt oder ganz missachtet werden, entsteht eine Schieflage. Wenn die Aufgabe dominiert, werden Diejenigen, die sie tun, instrumentalisiert, wenn die Beauftragten dominieren, herrscht pädagogische Tyrannei, wenn der Auftraggeber dominiert herrscht Ausbeutung. Alle drei Instanzen müssen füreinander nicht nur in Rufweite, sondern auch hörfähig sein, um die immer gefährdete Balance zwischen ihnen aufrecht zu erhalten. Dafür aber braucht es überschaubare Zusammenhänge, kleine Einheiten und kurze Wege. Nichts von dem findet sich z.B. in der modernen Berufswelt. Beruf und Berufung sind mittlerweile so weit auseinandergedriftet, dass sie trotz ihrer engen sprachlichen Verwandtschaft keine Gemeinsamkeit mehr haben. Dies ist ein weiteres Beispiel dafür, dass wir uns über die bindende Macht unserer Sprache achtlos hinweggesetzt haben und uns Wörter mit gutem Klang für schlechte Gewohnheiten ausleihen.

Wenn ich Jemanden fremdbestimme, dann muss also die Aufgabe bedeutsam, ja notwendig sein. Ich berufe Jemanden, weil ich ihn oder sie in einer wichtigen Angelegenheit brauche, und zwar ausdrücklich diesen besonderen Anderen für dieses besondere Anliegen brauche. Menschen werden durch die Aufgaben, die ihnen im Laufe ihres Lebens gestellt werden, geprägt und in ihrem Werdegang bestimmt. Wer mit Überflüssigem beschäftigt wird, wird selber austauschbar und überflüssig. Wem Belanglosigkeiten zugemutet werden, wird selber belanglos. Wer dagegen mit ernsten Anliegen betraut wird, kann wachsen. Die Möglichkeit‚ überhaupt ‚Ich’ zu sagen, hängt daran, dass ich in meiner Lebensgeschichte oft genug für bedeutsame Aufgaben ‚in Anspruch’ genommen wurde: „Das Hören, dass wir für andere da sind und etwas bedeuten, dass sie etwas von uns wollen, geht also dem Aussprechen dessen, dass wir selber sind und was wir selber sind, vorauf. Dass wir Befehle von außen erhalten und von außen beurteilt werden, gibt uns Selbstbewusstsein. Denn nun empfinden wir uns als Etwas und Besonderes gegenüber diesem Befehl und diesem Urteil. Etwas anderes und etwas Besonderes zu sein, ist das Grunderlebnis des Ich.“ [17]

Schulen sind wahre Produktionsstätten für belanglose Aufgaben

Wenn wir auf unsere Schulen und Hochschulen schauen, dann müssen uns erhebliche Zweifel kommen, ob die Aufgaben, mit denen Schüler in Trab, wenn auch nicht bei Laune gehalten werden, diesen Anforderungen genügen. Können wir uns Lehrer vorstellen, die auf die Mitarbeit ihrer Schüler für eine wichtige gemeinsame Angelegenheit angewiesen sind? Können wir uns Schüler vorstellen, die das im Ernst erwarten? Die Aufgaben, die Schülern und Studenten auferlegt werden, sind beinah ausnahmslos trivial. Schulen sind wahre Produktionsstätten für belanglose Aufgaben. Allein die Tatsache, dass immer alle das Gleiche tun müssen und immer alle am festgelegten Standard gemessen werden, macht die Arbeit, die in der Schule geleistet wird – von Schülern wie von Lehrern – systematisch belanglos. Dass ein Schüler mit einer ihm gemäßen Aufgabe befasst werde, wird nicht einmal mehr für wünschbar gehalten. Dass ein Professor sich um Talent und Begabung jedes seiner Studenten sorgt, macht ihn zu einem Störfaktor im Betrieb. Aufgaben müssen nicht bedeutsam sein, wenn nur die Resultate abprüfbar sind und mit einer Note erledigt werden können. Und an die Stelle der Kooperation bei der Bewältigung wichtiger Aufgaben ist die Konkurrenz getreten, die jede Erkenntnis und alle Wahrheitssuche dem Siegeswillen und der Imagepflege opfert. Aus Lehrenden und Lernenden sind Prüfer und Prüflinge geworden und die Aufgaben sind zum Prüfstoff verkommen, wodurch selbst Inhalte von erheblicher Tragweite zu Bagatellen werden. Bildung ist von diesen Bildungseinrichtungen nicht zu erwarten und wird auch nicht von ihnen erwartet. Man kann in ihnen reussieren oder scheitern, das ist alles. Dass sich im Einzelfall Bildung dennoch ereignet, weil Lehrer und Schüler trotz alledem auch unter den widrigsten Umständen dort einander und ihre Aufgaben finden, ist ein Wunder, ändert aber nichts an der traurigen Bilanz. Wäre diese Prozedur nur einfach wirkungslos, dann könnte man die vergeudete Zeit und die verschwendeten Steuergelder beklagen, und müsste sich sonst nicht weiter aufregen. Dann wäre die Sache eben einfach unnütz. Tatsächlich aber ist sie sehr wirksam, und es wird dabei eine verheerende Lektion gelernt, nämlich die, dass es auf mich überhaupt nicht ankommt, auch nicht auf das, was ich tue oder kann oder lasse, nicht darauf, ob ich Gutes oder Böses im Sinn habe oder ignorant gegenüber beidem bin, sondern lediglich darauf, dass ich mithalten kann im Kampf um Rang und Vorteil.

Fremdbestimmung ist umso kostbarer, je fremder sie ist. Auch hier gilt die von Adorno getroffene Feststellung, dass „nur Fremdheit … das Gegengift gegen Entfremdung“ sei. [18] Die Selbstbestimmung greift ja notwendig auf das, was ich schon kenne und kann, was schon in meinem Horizont ist, zurück. Man kann bei ‚selbstbestimmten’ Tätigkeiten durchaus die eigene Könnerschaft verfeinern, sie sogar auf die Spitze zu treiben. Aber wie soll denn das Andere, das Noch-Nicht meiner selbst hervorgelockt werden, wenn nicht durch die Herausforderung des Fremden. ‚Selbstbestimmung’ wird die Fähigkeiten, die unerprobt und unerweckt in mir schlummern, nicht erwecken. Sie hat einen autistischen Zug und ist eher langweilig. Das fanden auch die Kinder, die in den sechziger und siebziger Jahren antiautoritäre Erziehung genossen und die sich, wenn sie morgens in ihren antiautoritären Kindergarten kamen, einigermaßen besorgt erkundigten, ob sie heute schon wieder machen müssten, was sie wollten. Man kann diese Frage natürlich als einen erschreckenden Beleg für ihre konsumistische Verirrung nehmen. Ich glaube eher, diese Kinder haben von den Erwachsenen ihre Berufung eingefordert und haben verstanden, dass sie nicht ernst genug genommen wurden für eine wichtige Bestimmung. Sie haben einfach gefunden, dass Selbstbestimmung langweilig ist und unter ihrem Niveau bleibt.

Das Gleichnis vom Samariter im Licht der Fremdbestimmung

Wenn ich auf das Verhältnis von Fremd- und Selbstbestimmung ein anderes Licht zu werfen versuchte, so hatte ich dabei eine Erzählung im Sinn, die Ivan in seinen letzten Lebensjahren in immer neuen Varianten und mit immer überraschenden Nuancen zu erzählen, nicht müde wurde. Es ist nicht möglich, zu seinem 10. Todestag die Geschichte vom barmherzigen Samariter nicht zu erzählen, und schon gar nicht, wenn wir über Fremdbestimmung nachdenken wollen.

„Die Geschichte ist bestens bekannt.“ [19] Aber gerade diese Bekanntheit hat dazu beigetragen, ihre anstößige Pointe zu verharmlosen. „Die vielleicht einzige Art, wie wir sie heute ins Gedächtnis zurückrufen können, ist, uns den Samariter als einen Palästinenser vorzustellen, der einem verwundeten Juden beisteht.“ [20] Ivan Illich macht darauf aufmerksam, dass dieses Gleichnis in einem jahrhundertelangen Missverständnis umgedeutet wurde zur Parabel darüber, wie man sich seinem Nächsten gegenüber benehmen soll. In Wahrheit aber ist die Frage, die Jesus von den Pharisäern – mit wahrscheinlich nicht ganz lauterem Hintersinn – gestellt wurde, nicht: ‚Was gehört sich gegenüber meinem Nachbarn, wie muss man sich ihm gegenüber verhalten?‘, sondern: ‚Wer ist mein Nachbar?‘ Und die zugleich irritierende und ärgerliche Antwort Jesu lautet: Das liegt bei Dir. Wer dein Nächster ist, entscheidest du selbst. Weder Familienbande, noch ethnische Zugehörigkeit, noch Tradition oder Konvention oder Norm bestimmen, wer dein Nächster ist, sondern nur du allein. Die Verbundenheit, die euch zu Nächsten füreinander macht, schaffst du selber. Der Samariter, der in Geschäften unterwegs ist von Jerusalem nach Jericho, ist nach all den herkömmlichen Kriterien gerade nicht zuständig, für den, der da verwundet am Wegesrand liegt, von Wegelagerern ausgeplündert bis auf die nackte Haut. Der Priester und der Levit, die auf ihrem Weg nach Jerusalem an dem Geschundenen vorbeigegangen sind, weil sie wichtige Tempeldienste zu verrichten haben, die keinen Aufschub und keine Blutbesudelung dulden, wären von Rechts wegen zuständig gewesen, denn der Geschlagene war einer von ihnen, einer aus ihrer Sprach-, Sitten- und Religionsgemeinschaft. Der Samariter hingegen war keinesfalls zu helfen verpflichtet, im Gegenteil: er war ein Erzfeind des Juden, und machte sich mit seiner Hilfeleistung sogar eines Verrats gegenüber den eigenen Leuten schuldig. Er also entschied ganz allein, dass dieser geplünderte Jude sein Nächster ist. Und genau darum geht es, Illich zufolge, in diesem Gleichnis. Es ist eben keine Anleitung zu korrektem moralischen Verhalten. Und der Samariter handelt weder nach ethischen Grundsätzen, noch nach Moral, Pflicht, Regel oder Gesetz.

Ich muss gestehen, dass mir diese Zuspitzung des Gleichnisses zu einem Akt vollkommener Freiheit wirklich anstößig gewesen ist. Sie scheint der Selbstherrlichkeit, der Willkür, der Beliebigkeit, der schrankenlosen Subjektivität, ja der Selektion Tor und Tür zu öffnen. Aber nun kommt etwas ganz anderes ins Spiel. Die Hinwendung des Samariters zu dem Juden im Straßengraben, der in seiner Erbärmlichkeit nicht gerade ein prädestiniertes Objekt der Erwählung ist, diese Hinwendung zum erbarmungswürdigen Anderen entspringt nicht dem eigenen großherzigen Entschluss, nicht einer Generosität, derer sich der Samariter rühmen könnte, nicht einem Akt der Selbstüberwindung, auf die er stolz sein könnte, nicht seiner Selbstbestimmung, sondern sie ist Resonanz, Widerhall auf ein Geschenk, das der Geschundene dem Vorbeikommenden macht. Die Möglichkeit der Zuwendung nämlich entsteht durch den Anblick des Geschlagenen; ‚Anblick’ im doppelten Sinn des Blickens und des Anblicks, den er in seiner Not bietet und der dem Samariter buchstäblich in die Eingeweide fährt. Der Samariter verdankt nicht sich selbst, sondern dem Anderen die Möglichkeit, sich ihm zuzuwenden und seine Geschäfte einstweilen fahren zu lassen. Man könnte auch sagen, dass er seine Unternehmungen unterbricht, dass er innehält, dass er für das Nächstliegende – oder den Nächstliegenden – frei wird, ist eine Folge davon, dass er auf den Anderen, der sich ihm anbefiehlt, hört. Er ist frei, es zu tun oder zu lassen. Hätte er es aber unterlassen, dann hätte er seinerseits das in ihn gesetzte Vertrauen ausgeschlagen.

Die Freiheit, die der Samariter praktiziert, geht noch über das, was Emmanuel Lévinas „Güte“ nennt, hinaus. Die Güte muss, damit sie nicht ein Phantasma bleibt, im „Werk“ wirklich werden. Das Werk ist die verkörperte Güte; es ist „eine Bewegung des Selben zum Anderen, die niemals zum Selben zurückkehrt.“ [21] Dem Ich wird dabei die Anstrengung auferlegt, seine Freiheit als ungerecht, übergriffig und darum unberechtigt zu erkennen. Nur aus dieser Anerkenntnis heraus, kann ‚Ich’ mich dem Anderen zuwenden, ohne ihn zu ‚verselbigen’. ‚Ich’ bin dann zwar nicht Gewinner in einem Bemächtigungsakt, aber doch willentlicher Initiator der Zuwendung. Der Samariter aber ist von Anfang an durch den Anderen bestimmt. Er erfährt sich nicht als Initiator, sondern als Berufener. Und das schützt ihn davor, auf den moralischen ekulieren und so doch wieder bei sich selbst und dem eigenen Vorteil zu landen. Er geht ohne eine Gegenleistung – und sei es die des Dankes – zu fordern, aber doch in einzigartiger Verbundenheit mit dem ebenbürtigen Opfer seiner Wege. Demgegenüber kann der Andere, Levinas zufolge, vor seiner Verselbigung und Übermächtigung nur bewahrt werden, wenn die Trennung zwischen Ich und Du als zwischen zweien, die fremd für einander bleiben und ihre Fremdheit verzweifelt respektieren, strikt aufrechterhalten wird.

In dem Gleichnis, erscheint die Fremdbestimmung als unerhörte, nie dagewesene Freiheit. Freiheit von allem, was nach Sitte und Brauch maßgeblich darüber entscheidet, für wen und was ich zuständig oder verantwortlich bin. Diesen Ausbruch aus Tradition und Konvention, den der Samariter wagt, kann ich noch einigermaßen mühelos als Freiheit verstehen. Was mir aber zugemutet wird, ist, mich an einer Freiheit zu freuen, die mich von der Selbstbestimmung befreit und mir erlaubt, mich vom Anblick des Fremden bestimmen zu lassen.

Und beinah noch widersprüchlicher ist es, dass der Samariter, der sich den Fremden angelegen sein lässt, vollkommen frei von Verantwortlichkeit für ihn ist, während wir doch ganz selbstverständlich sagen würden, er habe Verantwortung für ihn übernommen, als er sich seiner annahm. Über die Verantwortung habe ich bei Ivan einen Satz gefunden, der mir mit einem Schlag viel tiefer begreiflich gemacht hat, warum er die Zumutung der Verantwortung mit einem klaren ‚Danke, Nein!’ zurückgewiesen hat. „…our responsability for the other, exempting us from responsability to him.“ [22] Ich würde diesen Satz etwas holprig so übersetzen: Meine Verantwortung für den Anderen bringt mich um die Möglichkeit, ihm zu antworten, ihm gegenüber ‚antwortlich’ zu sein. Sie macht aus ‚DIR’, der du mir deinen Anblick, deinen Anspruch und dein Vertrauen gewährst, ein ‚Der da’, ‚Die da’, ,Das da’, dem gegenüber ich mich bestenfalls benehme, wie es der Anstand gebietet. Sie macht aus einem ‚Du’ ein Objekt der Behandlung. Was es heißt, dir gegenüber antwortend zu sein, das sagen uns die drei christlichen Tugenden,‚Glaube, Liebe, Hoffnung’. Ivan übersetzt diese drei abstrakten Substantive in eine konkrete Bezogenheit zwischen Du und Ich: „Glaube: – ‚auf Dein Wort hin’ / Hoffnung: – ‚baue ich auf Dich / Liebe – und zwar Dir zu Liebe.“ [23] Bezogen auf den Samariter hieße das: Auf Deinen Anblick hin, von dir bestimmt, gehe ich auf ‚Abwege’, und zwar um deinetwillen. Fremdbestimmung ist also in dieser Geschichte ein Akt vertrauensvollen Gehorsams, Selbstbestimmung wäre dann der aus dem Gehorsam erwachsende Ungehorsam, die Anarchie, die der Samariter übt. Über den Gehorsam schreibt Ivan: Gehorsam im biblischen Sinn meint die bedingungslose Bereitschaft auf den Anderen zu hören und der Hang, die Neigung, sich von ihm immer neu überraschen zu lassen. [24]

Inmitten einer von Institutionen, radikalen Monopolen, rationalisierten Verfahren, kriegenden Menschen und übereffizienten Apparaten verunstalteten Welt sagt Ivan Illich: „Ich glaube, dass diese Wahl, (dass nämlich ein konkreter Anderer, wahrscheinlich von Räubern gerade verprügelt, …von mir als Nächster gewählt (wird)) heute noch möglich ist.“ Er vertraue darauf, dass jene Traditionsstränge „überleben, die es mir möglich machen, das Soll nicht nach einer Regel, sondern nach der immer überraschenden, immer anderen Eigentümlichkeit der Freundschaft auszurichten.“ [25]

Es geht darum, ins Abseits zu gelangen

Im Lichte dieser Freiheit wendet Ivan Illich seine Aufmerksamkeit nun aber doch noch einmal der Möglichkeit der Selbstbestimmung in unserer apokalyptischen Zeit zu, pointierter noch, als er es in der frühen Streitschrift tat. Wenn es in den siebziger Jahren darum ging selbstbestimmte Tunsmöglichkeiten zurückzugewinnen, geht es heute in erster Linie darum, dem Absurdistan, so gut es geht, zu entkommen. Es geht darum, ins Abseits zu gelangen. Beinah bedauernd stellt Illich fest: „Ich bin nicht Bob Hope, der amerikanische Komiker, dessen Slogan in den 1960ern jedem bekannt war: ‚Lord, let the world stop for a moment, I want to get off!’ Ich weiß, dass dieser Wunsch utopisch ist. Ich kann nicht umhin, mich von Helfern, Rettern und Heilern umgeben zu wissen und bedroht zu fühlen. Aber ich will nicht in diese Welt gehören. Ich will mich in ihr als Fremder, als Wanderer, als Außenseiter, als Besucher, als Gefangener fühlen. Ja, ich spreche von einem VorUrteil, also von einer Haltung, nein, nicht einer Haltung, meiner Haltung. …Einem Grund auf dem ich stehe, auf dem ich be-stehe, auf den ich mich in jedem Punkt besinne. …“ [26] Hier ist er wieder der unerhörte Widerspruch:

Ich will mich in dieser Welt als Gefangener fühlen, um meiner Freiheit willen, als Außenseiter, um meiner Verbundenheit willen, als Fremder, um der Freundschaft willen.

Die Schule, ein großer soul-shredder

Mit großem Respekt beruft sich Illich auf die drop outs dieser Welt. Die Schule, die er einen großen soul-shredder nennt, hat sie auf dem Gewissen, sie schafft und rechtfertigt eine Welt, in der die große Majorität als drop out stigmatisiert wird, während die Minorität darin bestärkt wird, sich als Superrasse zu fühlen, deren Pflicht es ist zu herrschen. [27] Illich ist weit davon entfernt, die drop outs wegen ihrer Aussperrung aus der gesellschaftlichen Mitte und wegen ihres Verlustes von Zugehörigkeit zu bedauern. Nicht weil er ihr Elend ignoriert, sondern weil er auf ihre Fähigkeit setzt, erfolgreiche ‚Aus-dem-Weg-Geher’ (successful avoiders) zu werden, die gelernt haben, sich klug zu verstellen. Der drop out ist gesellschaftlich gezeichnet als ein defizientes menschliches Wesen, das der Lenkung und Leitung bedürftig ist. Aber genau dies könnte er als Privileg entdecken, das es ihm ermöglicht, auf eine soziale Realität zu pfeifen, welche ordentliche Leute noch nicht einmal wegzuwünschen die leiseste Chance haben. Drop outs könnten sich zu ‚refusniks’ mausern und dann ein herzhaftes ‚Nein, Danke! zu all jenen ‚Wohltaten’ sagen, mit denen wir Insider und Eingesessenen uns bei der Stange halten lassen, um den Preis unserer Selbstbestimmung – jetzt ohne Anführungsstriche. Es ist die Freiheit, sich aus dem Staub zu machen vor der Drohung „diagnostiziert, kuriert, erzogen, sozialisiert, informiert, unterhalten, garagiert, beraten, zertifiziert, gefördert oder beschützt zu werden, gemäß den Bedürfnissen die (uns) durch professionelle Wärter aufmontiert werden. [28]

Die Nischen und Narren in Absurdistan

Und was könnten wir dazu tun, dass solche Orte im Abseits entstehen? „Ich denke an Nischen, freie Räume, Hausbesetzungs-Arrangements, geistige Zelte, die einige von uns eventuell zur Verfügung stellen könnten. Nicht für den ‚drop out im Allgemeinen’, aber Jeder von uns für eine kleine „Liste“ (Anspielung auf Schindlers Liste) von Anderen, die durch die Erfahrung wechselseitiger Fremdbestimmung (obedience) instandgesetzt wurden, dem Einschlus in das System zu entsagen.“ [29] Da sind sie: die Nischen und Narren in Absurdistan.

Literaturliste:

[1] Ivan Illich: Selbstbegrenzung. Eine politische Kritik der Technik, München 1998, Klappentext., [2] Ebenda S. 59f.
[3] Ivan Illich: Eigenarbeit, in: ders.: Vom Recht auf Gemeinheit, Reinbek 1982, S. 50., [4] Ebenda, S. 50.
[5] Selbstbegrenzung a.a.O. S. 28., [6] Ebenda S. 29.
[7] Im englischen Original: self-defined, [8] Ebenda S. 31, [9] Ebenda S. 35., [10] Ebenda S. 45., [11] Ebenda S. 92
[12] Ivan Illich: In den Flüssen nördlich der Zukunft, München 2006, S. 33. [13] I.Illich : Selbstbegrenzung a.a.O. S. 11: „natürliche Fähigkeiten frei entfalten“ auch: „Kraft und Phantasie, die jeder besitzt… S. 27,
[14] Ebenda S 47., [15] Ebenda S. 59.
[16] Bauman, Zygmunt: Wir Lebenskünstler, Berlin 2010, S. 38.
[17] Rosenstock-Huessy, Eugen: Die Sprache des Menschengeschlechts, Bd. 1, Heidelberg 1963, S. 754.
[18] Adorno, Theodor W.: Minima Moralia, in: ders.: Gesammelte Schriften Bd. 4, Darmstadt 1998, S. 105.
[19] Das Evangelium nach Lukas 10, 25-37. 20 Illich: Ivan: In den Flüssen nördlich der Zukunft. München 2006, S. 74.
[21] E.Levinas: Die Spur des Anderen, Freiburg/München 1998, S. 215.
[22] 20th Anniversary Rendezvous – Ivan Illich
[23] Vorlesungsnotizen, Bremen, 26. November 1998, ohne Seitenangabe.   
[24] „Obedience in the biblical sense means unobstructed listening, unconditional readiness to hear, untrammeled dispostion to be surprised. I.Illich: The Educational enterprise in the Light oft he Gospel, Chicago Nov 13th 1988, S.8
[25] Vorlesungsnotizen, Bremen, 4. Dez.1998 ohne Seitenangabe
[26] Vorlesungsnotizen, Bremen 21.Jan. 1999
[27] Ivan Illich: The Educational enterprise in the Light oft he Gospel, Chicago Nov 13th I 1988, S.1, [28] Ebenda S. 2, [29] Ebenda letzter Absatz.

Der EVOLUTIONS-GEIST transformiert das BILDUNGS-BEWUSSTSEIN

11. January 2019 - 13:41

Ich bekam den folgenden Text von Horst Költze, einem pädagogischen Schriftsteller (siehe auch hier), mit der Frage, ob ich ihn veröffentlichen mag. Dem komme ich gerne nach, geht es doch um nichts anderes als eine zuträglichere Geisteshaltung zum Entfalten unserer Potentiale auf dem Weg zum Erwachsensein:

Der Evolutions-Geist bewirkt im integralen Bewusstseins-Zeitalter eine fundamentale Transformation des Bildungs-Bewusstseins.
Das bedeutet:
Der Algorithmus der Geisteshaltung, der bisher das Bildungs-Bewusstsein prägt, wird mit substantiell höherwertiger Geistesqualität ausgestattet.

Der Bildungs-Algorithmus des zu Ende gehenden mentalen Bewusstseins-Zeitalters ist von patriarchalisch-dominanter Geistesqualität.
Dieser Bildungs-Algorithmus wirkt seit zweieinhalb Jahrtausenden, seit dem antiken Griechentum.
Die antike griechische Kultur wertete die Weiblichkeit in allen Lebensbereichen ab. Denn Weiblichkeit galt als „natürlicher Mangelzustand“ (Aristoteles). Plato diskriminierte die Weiblichkeit, indem er keine Mädchen in seine Akademie aufnahm, in sein Gymnásion.

In der ersten Phase der Transformation wird die Bildungs-Qualität des patriarchalisch-dominanten Algorithmus´ des mentalen Bewusstseins-Zeitalters entlarvt.

Die Wirkung des patriarchalisch-dominanten Bildungs-Algorithmus´ ist an folgenden Merkmalen erkennbar:

Der patriarchalisch-dominante Bildungs-Algorithmus bewirkt

  1. konkurrenzorientiertes Lernen
  2. separate Schulung des kognitiven Potenzials
  3. Ignorierung des Herzgehirns
  4. Fixierung auf männliche Denkmuster
  5. Konditionierung auf Funktionärsverhalten.

Eine Phänomen-Analyse der Wirkungen ergibt folgende Fakten:

  1. Fundament der patriarchalisch-dominanten Bildung sind FACH-Anforderungen der Bildungsministerien und länderübergreifende Fächerstandards, die von der Kultusministerkonferenz als Bildungsstandards etikettiert sind.
    Fundament ist nicht das Schüler-Gehirn, die anthropologisch-organische Basis des Lernprozesses.
  2. Ziel sind Spitzenwerte in der konkurrenzorientierten internationalen PISA-Studie, die Wolfram Meyerhöfer als „Menschenmesserideologie“ brandmarkt, und besonders auch Spitzenwerte in nationalen Schulrankings.
    Für solche scheinbar objektiven, statistischen Werte werden Kinder und Jugendliche mit einem Stress auslösenden Zensurensystem auf extrinsisches Lernverhalten konditioniert und zu Lernarbeitern mit einem Zehnstunden-Tag entwürdigt.
  3. Durch Fokussierung auf kognitive Lernleistung wird das noch nicht ausgereifte Gehirn der Mädchen und Jungen während ihres Wachstums auf die linke Hemisphäre reduziert. Das Potenzial der rechten Hemisphäre, die Herzintelligenz FemmeQ, wird während mindestens zehnjähriger Schulzeit abgespalten.
  4. Lernergebnisse werden im Rahmen eines von Angst besetzten Lernklimas nur im Kurzzeitgedächtnis gespeichert.
  5. Die vom patriarchalischen Geist dominierte Schule entlässt den jungen Menschen, der im Sinne des ökonomistischen Zeitgeistes funktionieren soll, orientierungslos als „Derivat-Selbst“ (Karen Gloy).

Die zweite Phase der Transformation des Bildungs-Bewusstseins vollzieht sich durch einen integralen Algorithmus aus weiblichem und männlichem Prinzip.
Die Wirkung weiblich-kooperativer Geisteshaltung ist an folgenden Merkmalen erkennbar:

Weiblich-kooperativer Bildungs-Algorithmus bewirkt

  • kooperatives Lernverhalten
  • Entwicklung des kognitiven und des emotionalen Potenzials
  • Aktivierung des Kopf- und Herzgehirns
  • Integration weiblicher und männlicher Denkmuster
  • Förderung der SELBST-Werdung.

Eine Phänomen-Analyse der Wirkungen ergibt folgende Fakten:

  1. Fundament des Bildungsprozesses ist das SELBST des Kindes als anthropologische Basis und nicht die Summe verordneter FACHanforderungen.
  2. Ziel des Bildungsprozesses ist SELBST-Werdung und nicht Employability.
  3. Das Curriculum ist der junge Mensch selbst mit seinem eigenen Potenzial und nicht die von den Interessen der alten Generation gesteuerten Fachanforderungen.
  4. Der Bildungsprozess vollzieht sich nach der Interessenlage und dem Neugierverhalten der/des Lernenden in einem angstfreien Lernklima und in interaktioneller Kooperation zwischen den Lernenden untereinander und mit  der Lehrerin/des Lehrers als Lernbegleiter.
  5. Die Schule entlässt den jungen Menschen als ein sich seines SELBST bewussten Individuums.

FAZIT:

Im integralen Bewusstseinszeitalter verläuft der Bildungsprozess in Gestalt eines Kontinuums zwischen dem SELBST als Fundament, der SELBST-Werdung als Prozess und dem entwicklungsoffenen SELBST als Ziel.
In solchem Bildungsprozess wirken die selbst-kompetenten „neuen Kinder“ bei der Entwicklung ihres ureigensten Potenzials selbstbestimmt mit.

Der Bildungs-Algorithmus des integralen Bewusstseins-Zeitalters bewirkt menschenwürdige Bildung als  „Selbstevolution“ (Andreas Koch).

Die Botschaft des Evolutions-Geistes zur Transformation des Bildungs-Bewusstseins lautet:

Das weibliche Prinzip

mit der Herzintelligenz FemmeQ

in die Schule!

Führt der Pazifist den falschen Kampf?

11. January 2019 - 10:32
Skulpturen auf der Museumsinsel Hoimbroich – Bild: Martin Bartonitz 2018

Ich habe gerade einen Text auf Facebook von Alexander Wölk als Kommentar erhalten, der sich lohnt, hier zur Diskussion zu stellen. Es geht um Jene, die sich für den Frieden einsetzen, sprich den Pazifisten. Es sieht so aus, dass er keinen Frieden erreichen wird, weil er das eigentlich Problem nicht sieht?

 Wie schafft nun der Pazifist die wirtschaftlichen Bedingungen für ein lebenswertes Leben? Wie beendet er den seit Jahrtausenden mit unverminderter Heftigkeit tobenden Bürgerkrieg, wie rottet er die Kapitalisten (Zinsgewinner) und das Proletariat (Zinsverlierer) gleichermaßen aus, wie verhält er sich gegenüber dem Zins, wie zum Privatgrundbesitz, wie zum Recht auf den vollen Arbeitsertrag?
Auf diese Fragen hat der Pazifist zu antworten, wenn er in den Kreisen derjenigen Eindruck machen will, die seit Jahrtausenden Krieg führen und seit Jahrtausenden besiegt am Boden liegen und geschlagen werden. Sieht der Pazifist diesen Krieg nicht, steckt er den Kopf in den Sand, um ihn nicht zu sehen, nun, so kann er einpacken. Das, was er dann noch zu sagen hat, interessiert nur noch die Leute, die nichts anderes wollen, als eine Organisation, und die dann schließlich noch den Krieg ihrer Organisation wegen nicht entbehren wollen, wie jeder Apotheker die Krankheiten, wie jeder Parteibonze die Soziale Frage verewigen möchte.
Es ist ja wahr, dass der Völkerkrieg mit seinen Giftgasen und weiten Schlachtfeldern auf naive Gemüter stärkeren Eindruck macht als der in den Eingeweiden der Staaten bohrende Bürgerkrieg, obschon die Opfer dieses Krieges ungleich zahlreicher sind und unendlich größer ihre Qualen. Denn der Bürgerkrieg erschöpft sich nicht in den täglichen Einzelgefechten, wo 10 bis 50 oder 100 Mann fallen; das sind nur die äußern Erscheinungen. Für den Bürgerkrieg sind die Waffen ohne Knall und Rauch schon längst erfunden in Gestalt von Hunger, Schmutz und Schwindsucht. Und dieser geräuschlose Vorgang ist nicht geeignet, die Aufmerksamkeit oberflächlicher Geister auf sich zu lenken, nicht wie es das Massenmorden der Feldschlacht tut.
Nichtsdestoweniger ist nicht an der Tatsache zu rütteln, dass der Bürgerkrieg die primäre Erscheinung ist und der Völkerkrieg die sekundäre. Der bürgerliche Kriegszustand ist es ja gewesen, der die Anregung dazu gab, die Staaten als Machtorganisationen auszubauen, und die Staaten sind es doch wohl, nicht die Menschen, die wegen der ewig auseinanderstrebenden Interessen zusammenprallen müssen. Ohne den bürgerlichen Kriegszustand wäre es darum auch niemals zu zwischenstaatlichen Kriegen gekommen. Die Staaten würden ebenso friedlich nebeneinander liegen wie die Gemeinden heute nebeneinander liegen. Die Pazifisten packen also das Friedensproblem beim Schwanz an.
Das Problem des Friedens heißt:

Wie schaffen wir bürgerliche Zustände, die den Staat als Machtorganisation überflüssig machen, sodass wir die öffentliche Macht entbehren, bis auf den Nachtwächter abbauen können?“

The wall builder

7. January 2019 - 8:00

Well, here he is, by golly,
snickering, sniveling, sneering,
greedily grinning, and smiling.
Alas, only to his oddly addicted loyalists
is he still weirdly, strangely, sordidly,
sickeningly, mysteriously beguiling,

doing what to date he is proven to have done…
greedily grabbing, gripping, and groping…
pathologically, endlessly, wantonly wallowing,
fanatical, fiercely fiendish, felonious,
threatening, intimidating, dictating,
fudging, forging, fabricating,
fondling, fooling = faux-facting,
scheming, skimming, and scamming,
in plutocratic, pilfering, plundering, petty partisanship,
shameless cheating and devious, deliberate depleting,
foisting his fiercely fanatical “firsting” on America,
while callously calculating and personally profiteering
by means of personal greed and graft,
in total violation of the supreme law of the land,
The United States Constitution,
while at the same time
coercing, commanding, compelling, causing suffering,
bribing, bragging, bullying, bickering, blackmailing,
belligerently BS-babbling
with self-adulation, habitual self-aggrandizing,
narcissistic self-praising and self-glorification;
however, also being a hatefully hassling hustler,
marauder, manipulator, and hoarder,
compulsively obsessed about
a certain southern border…
which he claims is in immediate need
to be closed, shuttered, barricaded and walled-up…
so that an influx of migrant outsiders
would hereby be put to a stop.
He’s not a real builder of the purposefully positive…
but instead he is deliberately, despicably divisive,
debilitating, degrading and destroying…
angering, upsetting, irritating, assaulting, and annoying…
So, let’s just call him for who and what
he will be ruefully, regretfully
remorsefully remembered as:
Wicked, wacko, wantonly wasteful
WALLY!

When you wall others out,
you’ll wall yourself in.
All this walling
is totally pointless, callous, conniving, costly,
gutless, and galling.
And for all this foolishness,
the government was shut down,
ground to a halt, standing still, stuck,
and is now stumbling and stalling?

Remember the Biblical admonition
that especially loud and boisterous
trumpeting
will, in due course, be a curse,
to cause even the biggest
and best-built wall
to come tumbling down,
to crumble, to fail and fall.
Let not evil and vile deeds done,
but actual goodness be the real measure
of a real, trusted and truthful man!

We were put on earth by God’s good grace
to be good stewards,
on HIS behalf,
for our benefit, and to do it well,
not to be tricky and treacherous,
only to leave a lamentably lousy legacy
of shame, degradation, destruction, and disgrace.

Therefore, stand for freedom,
stand for justice and right,
stand for truth and honor,
stand for a life to be lived in liberty,
a life of dignity and decency.
Stand for humanity
against treason, dirty trickery and treachery.
Stand fearlessly and unfailingly
against all mania, immorality and madness,
against intolerance, bigotry and prejudice.
Stand fearlessly, unfailingly,
with courage and profound conviction
against molestation by malevolent might.
Stand against darkness!
Stand for liberty in light!

Gerhard A. Fürst
Januar 4, 2019

Source of the illustration of
The Wall “Builder”

Caricatures and cartoons by Franz Eder:
www.franz-eder.de, info[at]franz-eder.de

The cartoon was added here with the express personal permission of the artist Franz Eder. Copies were sent to the White House, but were returned to him without commentary.

Es gibt ein weit verbreitetes Missverständnis darüber, was „Zuhören“ ist …

1. January 2019 - 20:38
Logo des Projekts ‚Talent‘

Ich habe Mal wieder ein Leckerbissen eines Blogger-Kollegen, der als Führungsberater aktiv ist, und sich aber auch viele Gedanken über eine wirklich funktionierende Demokratie macht, eine, in der anstelle für Wenige möglichst für Alle gesorgt wird. In dem Artikel untersucht er ein Thema, das wir von unseren Politikern letzte Zeit so häufig hören: man müsse mehr zuhören. Wie schwierig das ist, besonders in hierarchischen Umgebungen, und wann das gut funktionieren kann … unsere Institutionen wären wohl umzukrempeln. Aber lest Mal rein:

Die unterschätzte Kraft des erkennbaren Zuhörens (Quelle)

Uns wird viel zugemutet in Sachen Zuhören heutzutage. Alles mögliche müssen wir uns anhören, ohne dass wir uns leicht dagegen verwehren können. – Das beginnt nicht erst in der Schule. Und es endet nicht in unseren Ausbildungen, Studien und Betrieben. Auch im öffentlichen Raum, an unseren Wohnungstüren, auf unseren Online-Kanälen und unseren Festnetzanschlüssen werden wir zugeknallt mit Dingen, „die wir uns mal anhören sollen“.

Gleichzeitig werden wir permanent dazu ermuntert, „besser zuzuhören“. Weil das ja so unglaublich segensreich für Alle sei.

Mein Eindruck als Jemand, der zu viel spricht, weil er sich zuviel anhören musste, ist ja: Es gibt ein weit verbreitetes Missverständnis, was „Zuhören“ ist und wie es sich auf die daran beteiligten Menschen auswirkt.

Am besten bekommt man dieses Unerhörte ins Ohr, wenn man vom „Erkennbaren Zuhören“ spricht. Was ist damit gemeint?

Hartnäckig hält sich der Mythos, es ginge bei zwischenmenschlicher Kommunikation allein um Informationsaustausch. Genauer: Über eine wechselseitige oder einseitige Verständigung über Dinge da draußen, also über die sogenannte „Außenwelt“. – So nach der Devise: „Guck mal, da ist ein Reh!“ Oder: „Du hast den Müll wieder nicht rausgebracht!“ – „Doch, hab ich wohl, schau doch mal nach!“

Diese Dimension von Gesprächen ist unleugbar vorhanden. Doch es ist in den allermeisten gehaltvollen Gesprächen die relativ unwichtigere Komponente der Kommunikation.

Wenn ein Mensch spricht, will er sicher sein, dass er „gehört wird“. – Und damit das gewährleistet ist, reicht es leider nicht aus, dass ein anderer Mensch tatsächlich zuhört, mitdenkt, das Gesagte auf sich wirken lässt (was selten genug der Fall ist).

Nein: Beim erkennbaren Zuhören geht es ganz simpel darum, dass der, der spricht, überdeutlich erkennen kann, dass der Zuhörer wirklich voll dabei, aufnahmebereit und offen dafür ist, dass das Gesagte „etwas mit ihm macht“.

Es macht in den allermeisten sprachlichen Interaktionen zwischen Menschen den denkbar größten Unterschied, ob das passiert oder ob das nicht passiert.

Allerdings unterschätzen wir diesen Unterschied nahezu immer und überall. – Selbst dort, wo „gut zugehört wird“, wird nur selten „erkennbar gut zugehört.“

Psychologisch löst dieses Fehlen von erkennbarem Zuhören bei den meisten Menschen, die glauben, sich gerade äußern und andere Menschen addressieren zu müssen, dass sie weiter sprechen, dass sie mehr sprechen und dass sie nach und nach immer „lauter“ werden.

Im umgekehrten Fall: Wenn Zuhören für Sprecher erkennbar wird – und erst dann! -, tritt beim Sprecher Entspannung ein.

Sprecher sind also auf Rückmeldungen angewiesen, die ganz subjektiv für sie sicherstellen, dass ihnen gerade zugehört wird oder wurde. – Thomas Gordon und andere Beziehungs- und Kommunikationspraktiker haben dafür die Form „Aktives Zuhören“ erarbeitet, detailliert beschrieben und in eigenen Trainings eingeübt.

Sprechen und Zuhören ist für uns Menschen ein primär emotionales Geschehen, bei dem Informationsaustausch „über Fakten“ nachrangig ist. Zumindest solange wir darunter allein Informationen über die nicht-menschliche Außenwelt verstehen. Und nicht auch Informationen über die menschliche Innenwelt (Gefühle, Bedürfnisse, Wünsche) und über die zwischenmenschliche Beziehungswelt (wie stehst du zu mir? Bin ich dir wirklich wichtig? Gehöre ich für dich wirklich zu deiner Bezugsgruppe dazu?).

Dieses emotionale Geschehen und diese Beziehungsdimension läuft nahezu in jedem Gespräch mit, auch noch im scheinbar nüchternsten und faktenorientiertesten.

Leider haben viele Menschen heute Probleme damit, sowohl diese Diemension überhaupt auf dem Schirm ihres Bewusstseins zu haben als auch ihr aktiv gerecht zu werden. Insbesondere Menschen mit starken „Management-Neigungen“ und Menschen mit stark technischer und/oder theoretischer Ausbildung verkennen diese Dimension von Kommunikation regelmäßig. Sie wurden in der Regel darauf getrimmt und dafür trainiert, genau von der Beziehungsdimension abzusehen und sie für unerheblich zu halten.

Dass sie für uns, in unserem Bewusstsein verschwunden ist, heißt jedoch nicht, dass sie auch in der Realität verschwunden ist. – All die damit verbundenen Gefühle und Bedürfnisse laufen weiter mit und spielen eine gewaltige Rolle in der Zusammenarbeit. Mangels Wahrnehmung jedoch nun subkutan und unbewusst.

Die Folge: Es wird unglaublich viel geredet, aber es entsteht über dieses „informative Gerede“ unglaublich wenig Zusammenhalt und Commitment.

Beim erkennbaren Zuhören tritt dagegen Entspannung und Beruhigung ein: Es wird weniger geredet. Und die Rollen von Sprecher und Zuhörer wechseln häufiger und organischer. Meist pendeln sich die Rede-/Zuhör-Anteile bei gleichen Anteilen zwischen den beteiligten Menschen ein, wenn erkennbar zugehört wird. – Dieser messbare Wert kann daher auch als Indikator dafür gelten, ob in der Wahrnehmung der beteiligten Menschen gerade gut erkennbar zugehört wird. Oder eben nicht.

WARUM ERKENNBARES ZUHÖREN FÜR UNS HEUTE BESONDERS WICHTIG IST

Die Auswirkungen von vorhandenem/nicht-vorhandenem erkennbaren Zuhören sind für uns heute wichtiger denn je geworden.

Und zwar durch zwei Phänomene, die unsere heutige Gesellschaft stärker prägen als jede andere menschliche Gesellschaft zuvor:

1.) Die Virtualität bzw. Körperlosigkeit von menschlicher Kommunikation. – Es ist für uns als Menschen, die biologisch auf Kommunikation im gleichen Raum angelegt sind, unglaublich schwer und anstrengend, in virtuellen Räumen erkennbar zuzuhören.

Wer das schonmal über einen beliebigen social media-Kanal oder in der Kommentarspalte zu irgendeinem Artikel versucht hat, weiß im Grunde sofort, wovon ich hier spreche.

Der Virtuelle Raum des Internets ist daher trotz der Unmenge an sofortigen Rückmeldungen, die wir dort generieren können, ein Raum, in dem kaum erkennbar zugehört werden kann.

Dieser Zusammenhang ist völlig hinreichend um zu erklären, warum unsere Gesellschaft über die Möglichkeiten virtueller Kommunikation so zu überhitzen und emotional zu überladen scheint: Alle sprechen, aber keiner kann sich gehört fühlen.

Das ist Niemandes Schuld. Und das ist auch kein Argument dagegen, die wunderbaren Möglichkeiten, die uns dadurch geboten sind, nicht zu nutzen. Auch nicht offensiv zu nutzen.

Es bedeutet nur, dass überall dort, wo Konflikte, Interessengegensätze oder starke Bedürfnisse im Raum sind, Menschen nach wie vor physisch zusammen kommen müssen, weil es anders für uns nicht funktionieren kann. Weil wir als körperliche Wesen erkennbares Zuhören brauchen, das wir nur in gemeinsamer physischer Anwesenheit im gleichen Raum erhalten können. – Und selbst dort hat es starke Voraussetzungen.

Diese Einsicht hat Konsequenzen für das, was wir heute „virtuelle Teams“ nenne. Und es hat insbesondere auch Konsequenzen für den zweiten Punkt: Die Politik in einer halb-anonymen Großgesellschaft, wie unsere heutige Weltgesellschaft nun Mal eine ist.

2.) Der politische Raum ist neben dem ökonomischen derjenige Raum menschlicher Zusammenkünfte und Gespräche, in denen am wenigsten erkennbar zugehört wird.

Und das ist insofern fatal, als wir heute in einer Welt leben, in der wir uns – ob wir wollen oder nicht – durch unsere Lebensvollzüge und Entscheidungen recht unmittelbar wechselseitig in unseren Handlungsspielräumen beeinflussen: Uns wechselseitig einschränken, aber auch uns wechselseitig Handlungen ermöglichen, das ohne entsprechendes Handeln anderer gar nicht möglich für uns wäre.

Kurz: Wir leben in einer – physisch! – stark vernetzten Welt.

Das heißt auch: Wir leben in einer Welt, in der es entscheidend ist, dass wir Sicherheit haben, „gehört zu werden“, wenn für uns wichtige Bedürfnisse unerfüllt sind. Bedürfnisse, die wir allein für uns niemals befriedigen können, „wenn andere nicht entsprechend mitmachen“.

Fundamentale Voraussetzung für jenes Mitmachen Anderer ist aber wieder zweierlei: A) Dass Andere überhaupt mitbekommen, dass wir etwas brauchen, und was genau wir brauchen; und B) dass Andere selber gerade nicht so in Not, so akut bedürftig sind, dass sie uns gar nicht entgegen kommen und um uns kümmern können.

Wir sind heute auf eine extrem gute gesellschaftliche Kooperation angewiesen, damit Bedürfnismängel nicht so akut werden, dass eine wechselseitige Blockade-Situation auftritt, in der Keiner mehr bereit ist, sich auch nur anzuhören, was der Andere gerade von ihm will und braucht.

Die unmittelbare Beruhigung des erkennbaren Zuhörens ist hier ein probates Mittel. Leider wird es wenig genutzt.

Das ist nicht nur ein Bewusstseins-Problem. Es fehlen uns heute auch Formate, Verfahren und Institutionen, die auf erkennbares Zuhören fokussieren und es ermöglichen.

Ich bin daher sehr skeptisch, was alle oberflächliche und rein virtuell bleibende politische Kommunikation angeht.

Wir brauchen m.E. heute Formate, die eine Kultur des erkennbaren Zuhörens pflegen. Formate, die Menschen als Menschen unterschiedlicher Situation und Lebensführung physisch in einem Raum zusammenbringen und zwischen ihnen Gespräche ermöglichen, in denen sie sich wechselseitig erkennbar zuhören können.

Diese Formate sind nicht unmöglich. Sie sind auch nicht furchtbar schwer ins Leben zu bringen. Sie sind – im Vergleich zu unseren bereits vorhandenen politischen Institutionen – noch nicht einmal besonders kostspielig, sondern vergleichsweise preisgünstiger zu haben.

Was m.E. fehlt, ist Klarheit darüber, wie sehr wir als Menschen erkennbares Zuhören brauchen. Und wie sehr erkennbares Zuhören gerade im politischen Raum fehlt. Also in jenem Raum, der der Beilegung von Konflikten dient und der Findung neuer gesellschaftlicher Lösungen, bei denen Keiner verliert, sondern Alle gewinnen. Und denen daher Alle zustimmen können.

Ist diese Klarheit über die Wichtigkeit erkennbaren Zuhörens gegeben, lassen sich leicht eine Fülle von ganz verschiedenen politischen Verfahren und demokratischen Institutionen (er-)finden, die dem Abhilfe schaffen.

ERKENNBARES ZUHÖREN VERLANGT WECHSELSEITIGKEIT – AUS STRUKTURELLEN GRÜNDEN

Erkennbares Zuhören ist strukturell ein Treiber von Demokratisierung. Denn es verlangt strukturell wechselseitig.

Wir gehen oft unbewusst davon aus, dass „auf der anderen Seite des Sprechens“, beim Zuhörer unbegrenzte Zuhör-Ressourcen vorhanden sind. Da wir jedoch alle Menschen und keine Götter sind, ist das so gut wie niemals der Fall.

Alle Menschen sind bedürftig. Und in manchen Situationen ist jeder Mensch so bedürftig, dass er nicht mehr zuhören kann.

Das vorausgesetzt, können wir nicht von Menschen in so genannten „Führungspositionen“ verlangen, „immer ein offenes Ohr zu haben“ und uns dann vielleicht auch noch erkennbar Zuzuhören.

In der Realität ist das dann ja auch so gut wie nie der Fall. Die Kommunikation in hierarchischen Beziehungen krankt strukturell an einem Mangel an erkennbarem Zuhören.

Wenn mal eine Führungskraft auf eigene Rechnung beschließt, der ihr anvertrauten Menschen wirklich erkennbar zuzuhören, erschließt sich ihr in der Regel ein ganzer Kosmos an menschlicher Bedürftigkeit. In Ausmaßen, die jeden Menschen überfordern müssen.

Daher hören viele Menschen in Machtpositionen aus purem Schutz vor Selbstüberforderung nicht mehr zu. – Und es erscheint mir unmenschlich, diesen Menschen daraus einen Vorwurf zu stricken.

Auch wenn wir über Empathie sprechen, gibt es ein weit verbreitetes Vorurteil, nach der „empathisches Verhalten“ ausschließlich oder vorrangig darum drehe, „ganz beim Anderen zu sein“. – Erfahrene Praktiker in Empathie-Verhalten haben jedoch ein ganz anderes Verständnis von Empathie: Sie betonen die Selbstoffenbarung, die Offenbarung eigener Bedürftigkeit und Verletzlichkeit als Moment einer wirksamen Empathie-Praxis.

https://youtu.be/3oDKJsENhpU

Menschen in fixierten Machtpositionen haben aber in der Regel reflexhaft die Befürchtung, dass Offenbarung eigener Bedürftigkeit sie allzu schwach und angreifbar erscheinen lässt. Mental befinden sie sich permanent in einem Krieg, in dem sie Schachzüge berechnen und sich absichern müssen.

In dieser Lage ist weder Selbstoffenbarung eigener Emotionen und Bedürfnisse noch erkennbares Zuhören mit Offenheit für die Emotionen und Bedürfnisse anderer zu erwarten.

Erkennbares Zuhören ist nur dann möglich, wenn es sich um reziproke Beziehungen auf Augenhöhe handelt. Nur hier ist erkennbares Zuhören keine strukturelle Überforderung einiger Weniger, die Gott-gleich mit der Bedürftigkeit von unzählig Vielen konfrontiert werden, wenn sie beginnen, „wirklich zuzuhören“ und das auch erkennbar zu machen.

Die Auflösung von insitutionalisierten „Gott-Positionen“ in unseren sozialen Systemen: In Schulen, Unternehmen, in der Politik ist daher der zentrale Baustein um eine Kultur des erkennbaren Zuhörens zu etablieren oder auch nur zu ermöglichen.

Nur wenn Alle „ganz offiziell“ bedürftig sein können: Andere um ihre Gefühle und Bedürfnisse wissen lassen können, können umgekehrt Alle immer wieder in die Verfassung kommen, in denen ihnen selbst erkennbares Zuhören möglich ist.

Menschen, die latent bedürftig sind, die das aber positionsbedingt nicht zeigen können, ohne in eine bedrohliche Situation geraten, können nicht zuhören. Und erkennbar zuhören schon gleich zweimal nicht.

„Ich sehe Mistgabeln“

30. December 2018 - 12:34

Es ist nicht so, dass die wirklich Reichen nicht eine Vorstellung davon haben, dass die Spielregeln des monopolistischen Kapitalismus zu einem gesellschaftlich unguten Ende führen werden. Hier mag auf ein offener Brief eines ‚Stink-Reichen‘ an seine Mit-Reichen als Beispiel gelten, dass auch sie das Gefühl haben, am Ende auch das Spiel verlieren zu können, und dass es gescheiter wäre, die Spielregeln zu ändern:

Ich sehe Mistgabeln.
In Zeiten, wo Menschen wie Du und ich über die Plutokratie träumen, liegt der Rest des Landes, die 99,9%, weit im Rückstand. Die Kluft zwischen Arm und Eeich wird immer schlimmer. Und sie wächst schnell. Im Jahr 1980 kontrollierten die Top 1 etwa 8% des US-Volkseinkommens. Heute kontrollieren die Top 1 rund 20%. Aber das Problem ist nicht die Ungleichheit an sich. Diese ist immer untrennbar mit jeder kapitalistischen Wirtschaft verbunden. Das Problem ist, dass diese Ungleichheit auf einem historischem Hoch angelangt ist und von Tag zu Tag schlimmer wird. Unser Land entwickelt sich von einer kapitalistischen Wirtschaft zu einer feudalen Gesellschaft. Wenn sich unsere Politik nicht dramatisch ändert, wird die Mittelschicht verschwinden und wir werden wieder im späten 18. Jahrhundert in Frankreich sein. Vor der Revolution. [Anmerkung: Siehe auch Was unsere Finanzkrise mit dem Untergang des römischen Imperiums zu tun hat …]

Und so habe ich eine Botschaft für meine steinreichen Kollegen und Kolleginnen und alle, die in dieser Blase leben: Wachen Sie auf ! Es wird nicht mehr lange dauern. Wenn wir nicht bald etwas tun, um die eklatanten Ungerechtigkeiten in dieser Wirtschaft zu beheben, werden die Mistgabeln zu uns kommen. Keine Gesellschaft kann diese Art von wachsender Ungerechtigkeit auf Dauer aufrechterhalten. Es gibt in der Tat kein einziges Beispiel in der Geschichte der Menschheit, wo Reichtümer wie diese angesammelt wurden und nicht irgendwann Mistgabeln gekommen sind. Am Anfang ist es ein Polizeistaat, dann kommen die Aufstände.

Viele von uns denken, sie wären etwas Besonderes, weil „Das ist Amerika“. Wir denken, wir sind immun gegen diese Kräfte wie den arabischen Frühling, die französische oder russische Revolution. Ich weiß, dass die 0,01% dazu neigen, diese Art von Argumenten zurückzuweisen. Viele von Euch sagten mir schon ins Gesicht, ich sei verrückt. Ich sage Euch, Ihr lebt in einer Traumwelt. Jeder Geschichtsstudent weiß, wie es passiert. Revolutionen, Konkurse kommen nach und nach. Und dann plötzlich setzt Jemand etwas in Brand und dann kommen tausende Menschen auf die Strassen und bevor man sich versieht, steht das ganze Land in Flammen. Und dann werden wir keine Zeit mehr haben, um zum Flughafen zu fahren, in unsere Gulfsream V zu steigen und nach Neuseeland zu fliegen. Wenn die Ungleichheit weiter so zunimmt, wird es passieren. Wir werden nicht in der Lage sein, vorherzusagen wann es passiert. Aber wenn es passiert, wird es schrecklich. Vor allem für uns. …

independent24

Offener Brief des US-Milliardärs Nick Hanauer an seine reichen Freunde
Deutsche Übersetzung
Sie kennen mich wahrscheinlich nicht aber ich bin einer dieser 0,01% stolzen und uneinsichtigen Kapitalisten. Ich habe etwa 30 Unternehmen in unterschiedlichen Branchen mitbegründet und finanziert. Vom Nachtclub bis zu Amazon.com. Dann gründete ich AQuantive, ein Internet Werbeunternehmen, welches im Jahr 2007 von dem Softwarehersteller Microssoft für etwa sechs Milliarden US-Dollar übernommen wurde. In Bar. Meine Freunde und ich besitzen eine Bank. Ich sage Ihnen dass, weil ich in vielerlei Hinsicht nicht anders bin als Sie. Wie Sie, habe ich einen Blick auf Wirtschaft und Kapitalismus. Und für meinen Erfolg führe ich ein Leben, von dem 99,9% der Amerikaner nicht einmal zu träumen wagen. Ich besitze viele Häuser, ein eigenes Flugzeug usw, Sie wissen schon wovon ich rede.

Im Jahr 1992 verkaufte ich Polster und Betten in meinem Familienbetrieb „Pacific Coast Feather Company“, zu einer Zeit wo das…

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Die Sippe als egalitäre und mutterrechtliche Gemeinschaft

29. December 2018 - 20:51

In den letzten Tagen hatte ich reichlich Muße und so nahm ich ein Buch in die Hand, das schon lange in einem großen Stapel noch zu lesender Bücher darauf wartete, von mir erschlossen zu werden: Wie wir wirklich leben wollen – Aussichten auf eine ganzheitliche Gesellschaft – HOLON NETzwerk für integrale Entwicklung. Das Buch wird mit einem Text beworben, der gut zu meiner Suche nach einer besseren Welt passt:

Die Erneuerung unserer Gesellschaft wird immer dringender. Doch was brauchen wir dazu? HOLON ist der Auffassung, dass es für eine friedliche Welt nicht nur um das Lernen neuer Wege der Kooperation und Solidarität und um Demokratiereformen geht. Wir brauchen noch viel mehr menschliche Reifung durch Erkennen und Befördern der uns Menschen von Natur aus eigenen Spiritualität, verbunden mit Weiterentwicklung des Bewusstseins und fundamental neuem Denken. In letzter Zeit ist viel die Rede von neuen Netzwerken, die über das bisher Gedachte und ein oft im nationalen Rahmen befangenes Bewusstsein hinausgehen müssen. Es gilt auch hier, die positiven Seiten der ja überhaupt nicht so neuen Globalisierung wahrzunehmen. Dem Anspruch auf Ganzheitlichkeit verpflichtet, kann HOLON nicht dabei stehen bleiben, unsere heutigen gesellschaftlichen Zustände zu bejammern oder gar Schuldige dafür zu benennen. Daher versuchen die acht Autoren kollektiv und individuell die Frage zu beantworten, wie denn das Leben und die Gesellschaft, die sie sich wünschen, aussehen könnten.

Aus dem Buch möchte ich eine Passage bringen, die recht gut eine Theorie wieder gibt, die ich als Saharasia-Theorie von James DeMeo kennengelernt habe. Forschungen zeigten, dass in Westeuropa ausgegrabene Skelette, die vor die Zeit von etwa 5.000 bis 7.000 Jahren datiert wurden, kaum Tötungsmerkmale aufwiesen. Ab etwa 3.000 vor unserer Zeitrechnung waren nur noch 50% der Menschen eines natürlichen Todes gestorben. Der folgende Text versucht zu beschreiben, wie die Gemeinschaftsstrukturen beschaffen waren und was den Wandel in die heutigen Strukturen forcierte.

Die Sippe als egalitäre und mutterrechtliche Gemeinschaft

Influencing … das neue Manipulieren …

29. December 2018 - 18:50

Die Tage machten mich meine Töchter auf einen neuen Trend im Netz aufmerksam, der so völlig an mir vorbei ging. Es gäbe eine neue Sorte VIPs. Diese würden im Netz bekannt geworden sein, allein, in dem sie Werbung für Produkte machten. Und richtig reich wären sie damit auch geworden. Sie würden Influencer genannt, da sie mit ihrer Meinung viele andere erreichten, und die es ihnen dann nach machten. Heute kam mir dann gleich dieser Clip daher und ich musste schmunzeln, denn ich verstand nicht, wie Mensch solcher Art Werbung ertragen könne:

https://www.youtube.com/watch?v=afEiWrP8Buw

Nun wollte ich doch mal mehr wissen, was denn einen guten Influencer so ausmacht. Ich will da gar nicht viele Worte verlieren, denn diese junge Juristin erklärt recht gut, was ein Influencer so den lieben langen Tag zu arbeiten hat. Das schöne dabei: Sie kritisiert sich und ihre Mit-Influencer. Und: Sie ist sehr irritiert, dass inzwischen jeder zweite Hauptschüler vor hat, nun auch Influencer zu werden. Für sie haben Influencer auch eine Verantwortung, besonders, wenn sie auch die Welt ‚verbessern‘ wollen und nicht nur gut verdienen:

https://www.youtube.com/watch?v=WGNxaBH9Mvg

Nach ein wenig mehr Recherchen stelle ich fest, dass sich hier eine neue virtuelle Welt aufzuspannen scheint, in der sich Mensch verfangen kann, sprich viel Zeit mit wenig Sinnvollem verbringen kann. Ist das die nächste Phase der Verblödung, wie im letzten Video angesprochen? Oder wäre das doch die nächste Möglichkeit, mehr Bewusstsein über das, was in unserer Welt abläuft, zu verbreiten? Zumindest scheint es ein geniales, neues Werbewerkzeug unserer Konzerne zu sein …

Faszination Mensch

29. December 2018 - 18:01
Logo des Projekts ‚Talent‘

Das faszinierende am Menschen ist nicht sein Körper. Unsere Sinne verleiten uns dazu, das zu glauben.

Einstein: „Es gibt zwei Dinge die unendlich sind.
Das Universum und die Dummheit des Menschen.
Beim Ersten bin ich mir nicht so sicher.“

Einstein: „Die Realität ist eine Illusion, wenn auch eine sehr hartnäckige.“

Guido Vobig: „Der Mensch ist verkörpertes Bewusstsein.“

Gott, erhebe dich über deine Sinne, sei ICH
in deinem Wissen.

Alles Wissen ist gewusst, Beispiele sind Jesus, Leonardo
da Vinci, Nikola Tesla, Viktor Schauberger und einige Menschen mehr.

Sie hatten Zugang zu universellen Wissen.
Sie sind aber alle bis heute unerkannt.

Das faszinierende am Menschen ist, dass jeder Mensch
einen Zugang zu diesem Wissen hat, wenn er danach sucht.

Das meinte Jesus als er sagte,

Suchet, so werdet ihr finden.
Wenn sie finden, werden sie schockiert sein.
Wenn sie schockiert sind, werden sie erkennen.
Wenn sie erkennen, werden sie wissen
und sie werden herrschen über das All.

2018 nach Christus vollkommen unverstanden.

Walter Russell: „Es gibt nichts, was der Mensch nicht aus
dem Nichts erschaffen kann.“

es gibt nichts, was der Mensch nicht aus
dem Nichts erschaffen kann.

Das nenne ich Faszination Mensch.

Guido Vobig: „Der Mensch kann fliegen, wenn er vergisst,
dass er nicht fliegen kann.“

Nikola Tesla: „Aus Materie lässt sich keine Energie erzeugen.“

Wie auch ohne ATOME.

Die Kernkraft wird absolut nicht verstanden.
Die Kernkraft führt zur Radioaktivität.
Es gibt die natürliche Radioaktivität und die vom
Menschen künstlich erzeugte Radioaktivität.
Kein Mensch weiß um die Radioaktivität.
Radioaktive Strahlung löst Materie zu Raum auf.

Die Explosion löst auf, wie es das Feuer auch tut.
Die Implosion baut auf, weshalb das Wasser den Weg
zur Quelle auf den Berg findet.

„Ihr bewegt falsch.“,
Viktor Schauberger hat das Wissen darüber nicht mit
ins Grab genommen.

Zu allen Zeiten gab es Mitwisser.
Wissen kann nicht verloren gehen, denn das Universum
besitzt keinen Notausgang, weil das Bewusstsein das
Universum begrenzt.

Der Mensch ist ein geistiges Wesen.
Der Mensch kann zum Mitschöpfer mit dem
universalende EINEN Denker werden.

Das verbirgt sich hinter der Faszination Mensch.

Euer Gerd Zimmermann

8 Jahre ‚Faszination Mensch‘

22. December 2018 - 13:56

Nun sind es auf den Tag schon 8 Jahre her, als ich meinen Blog ‚Faszination Mensch‘ auf die Reise brachte. Ich war kurz vor meinem 52 Lebensjahr. Einem Alter, von dem ich kurz danach erfuhr, dass sich der große Zyklus des Maya-Kalenders vollendet und eine neue Runde beginnt. Für die Mayas geht der Mensch damit in die Phase der Weisheit.

Die Motivation für meinen Blog war, dass ich einen Platz brauchte, an dem ich meine Artikel, die ich bisher auf dem Blog der Firma (inzwischen nicht mehr am Netz) zur Arbeitswelt schrieb und die zunehmend gesellschaftskritischer wurden, veröffentlichen konnte. Ich begann hinter das Bühnenbild zu schauen, das uns die Herrschenden zu unserer ‚Beruhigung‘ hinstellen. So beschäftigte sich auch mein erster Artikel mit den zwei Menschenbildern, die Manager von ihren Untergebenen haben: Schlechte Menschen – gute Menschen: die X-Y-Theorie. Ich wollte mich daran abarbeiten zu erkennen, warum es das Konzept der Belohnung gibt, das doch die natürliche Eigenmotivation zerstört.

Nach 8 Jahren des Wühlens hatte ich gestern den Artikel Vom Kanibalismus der anderen Art …
mit einem Text auf die Reise gebracht, der uns vor Augen führt, dass wir noch immer nicht wirklich aus der Zeit der Sklaverei herausgetreten sind. Aus einer Zeit, in der systematisch die Gewinner auf Kosten der Verlierer leben, nur dass nicht mehr physische Gewalt angewendet wird, sondern diese Gewalt strukturell geworden ist. Da sei Hartz IV als Damoklesschwert genannt, das eine der neuen Peitschen ist, vor der sich der noch Fleißige unbewusst fürchten soll. Die Tafeln ebenfalls gut im Blick, oder alle Jene, die von Mülleimer zu Mülleimer laufen, um ein Wenig besser vom Pfand der Bessergestellten leben zu können.

Ich habe inzwischen sehr viele Menschen getroffen, die an kleinen Projekten arbeiten, um die Welt etwas besser zu machen. Einer sucht gar den Hebel mit der möglichst größten Wirkung zum ‚Schönermachen‘. Leider sehen auch sie noch immer nicht den wahren Webfehler in unserem gesellschaftlichen Betriebssystem (Stichwort Zinsknechtschaft). Und so kommt mir das angestrengte Arbeiten so vieler gutmeinender Menschen an einer besseren Welt so wenig zielführend vor. Ich habe dabei das Bild des jungen Mannes vor Augen, der einen großen Stein der Berg hinaufrollt und ihm dieser Stein doch immer wieder nach unten rollt, bevor er es geschafft hat.

Ich freuen mich allerdings auf das neue Buch Gebt eure Stimme nicht ab von Lars Vollmer, das Anfang kommenden Jahres auf den Markt kommen wird. Lars zeigt sehr gut auf, wie Viele von uns in dem Bild des Hirten und seiner Herde gefangen sind, warum unsere Hirten versagen, und dass wir besser nicht unsere Verantwortung abgeben sollten, sprich die Machtpyramide umkehren sollten. Ich habe schon in das Buch hineinlesen dürfen. Ich denke, es wird einen weiteren Schub der Bewusstwerdung über unser für die Vielen unzuträgliches Betriebssystem geben, zumal Lars als unbequemer Unternehmensberater eine gewisse Reichweite hat.

Die Freimaurer haben zum Konzept, dass Neues am Schnellsten aus dem Chaos entsteht. Sie begrüßen es, wenn etwas so richtig zu Bruch geht, so dass dann schon vorbereitete neue Konzepte schneller ergriffen werden (Stichwort Hegel´sche Dialektik). Was mir an Lars Konzept gefällt ist, dass er mehr einen Änderungsprozess empfiehlt, in dem nicht erst großes Leid her muss, sondern über Einsicht Schritt für Schritt in eine zuträgliche Zukunft gegangen wird. Dazu möchte ich mit einem kurzen Zitat aus dem Buch schließen:

Vom Kanibalismus der anderen Art …

21. December 2018 - 21:13

Andere Völker andere Sitten … es ist immer wieder interessant, wenn Menschen, die in einer ganz anderen Kultur aufgewachsen sind, über den Eindruck, den sie von unserer Zivilisation haben, schreiben. Dass die real-kapitalistischen Strukturen, in denen inzwischen die meisten Menschen leben, an ihre Grenzen kommen, wird inzwischen schon fast jeden Tag zunehmend offensichtlicher. Der folgende Text zeigt gnadenlos auf, wie diese Art des gesellschaftlichen Lebens wirkt. Interessant sind auch die Kommentare am Quelltext

Die Einen sehen hier einen versifften Linken schreiben, der nur noch mehr vom gleichen Sozialismus fordern würde. Die Anderen sehen darin ein sehr gute Momentaufnahme unseres gesellschaftlichen Betriebssystems.

Kapitalismus als Kannibalismus – von Norbert Knobloch

Unsere fälschlich so genannte „Kultur“ und „Zivilisation“ beruht in Wirklichkeit auf Zwangsarbeit und Sklaverei, Zuhälterei und Prostitution, Organisierter Kriminalität und Kannibalismus. Ein indianischer Professor reißt uns die Maske herunter und hält uns den Spiegel vor – wir sehen eine teuflische Fratze.

Die Gesellschaftsform der Neuzeit ist die der Organisierten Kriminalität – weltweit, in jeder Minute. Minütlich werden überall auf der Welt Menschen ausgebeutet, denn gearbeitet wird ja in drei Schichten rund um die Uhr, also 24 Stunden täglich, auch sonn- und feiertags, also sieben Tage die Woche, 52 Wochen oder 365 Tage im Jahr (interessant ist in diesem Zusammenhang, dass bis zur Reformation [!] die Gesetze der katholischen Kirche den Arbeitern zusätzlich zu den Sonntagen noch 38 [achtunddreißig!] Feiertage garantierten, während deren es streng untersagt war zu arbeiten! Heute sind es bundesweit noch neun!). Und da Lohnarbeit nichts anderes als gewaltsame Zuhälterei und erzwungene Prostitution ist, finden weltweit in jeder Minute ungestraft unzählige Straftaten statt. Aber das ist noch nicht alles. Jeder einzelne Kauf und Verkauf irgendeiner Ware durch Kaufleute oder Händler ist eine weitere Straftat, nämlich Hehlerei: Es gibt ja (fast) keine anderen Waren als solche, die durch eine Straftat, nämlich Lohnarbeit, also Zuhälterei und Prostitution, produziert worden sind. Aber auch das ist immer noch nicht alles. Der Händler kauft und verkauft nicht nur (dem Arbeiter/Prostituierten durch den Arbeitgeber/Zuhälter) gestohlene und geraubte Ware (was ja die Definition des Hehlers ist), sondern das auch noch zu einem nochmals überhöhten, unverhältnismäßigen Preis, der nun seinen Profit ausmacht. Sprachlich exakt und juristisch präzise ausgedrückt, belügt und betrügt, täuscht und übervorteilt er den Endverbraucher – und das wiederum ist niemand anders als der nun doppelt übervorteilte und ausgebeutete Arbeiter…

Solch eine kriminelle Gesellschaftsform, die sich in unfreiwilliger, realsatirischer Selbstironie „zivilisiert“ und „kultiviert“, „frei“ und „sozial“ nennt, aber die auf ununterbrochenem Gesetzes- und Rechtsbruch, der Versklavung und Prostituierung, der Entrechtung und Enteignung, der Knechtung und Ausbeutung der absoluten Mehrheit ihrer eigenen Mitglieder durch eine selbsternannte pseudo-elitäre, privilegierte Minderheit von Zuhältern und Hehlern beruht, in der nur noch Reichtums- und Armutsbildung durch gewaltsame Umverteilung von unten nach oben sowie betrügerische und räuberische Aneignung in Form von staatlich organisierter Kriminalität stattfinden, und in der Armut und Obdachlosigkeit, Hunger und Krankheit, Elend und Leid „produziert“ (im doppelten Wortsinn!) werden, kann nur, an einem halbwegs objektiven Maßstab gemessen, mit dem völlig vernichtenden Urteil „entartet und asozial, barbarisch und verbrecherisch“ bedacht werden. Die moderne Gesellschaft ist auf den totalen Tiefstpunkt in der Geschichte der Menschheit gesunken:

Wer sich den Scherben einer [antiken] griechischen Vase ansieht, aber nicht einsieht, wie heruntergekommen wir sind, dem ist nicht mehr zu helfen.

Georg Picht [1913 – 1982], deutscher Religionsphilosoph, Pädagoge u. Soziologe; Anm. d. d. V.

Der moderne, parasitäre, schmarotzende, reiche Banker/Kapitalist/Zuhälter ist nur mit einem blutsaugenden Vampir und einem unersättlichen Kannibalen vergleichbar, der das Eigentum, die Gesundheit und das Leben Anderer rücksichtslos konsumiert, um gut zu leben, ohne selber etwas dafür zu tun. Damit aber offenbart er einen pathologischen, für seine Mitmenschen bedrohlichen und gefährlichen, die Gesellschaft zersetzenden und zerstörenden Mangel an Empathie oder

Du-Evidenz (Karl Bühler [1879 – 1963]), ist psychisch abnorm und gehört in eine geschlossene psychiatrische Anstalt, da eine Schwäche der Du-Evidenz ihn zu einem gemeingefährlichen Monstrum macht.

Konrad Lorenz [1903 – 1989], österreichischer Ethologe u. Nobelpreisträger

Die (richtige und zutreffende) Identifizierung der Kapitalisten als Kannibalen und des Kapitalismus als organisiertes Verbrechen ist nach Kenntnis des Autors zuerst dem indianischen Wissenschaftler und Schriftsteller Prof. Dr. Jack D. Forbes, Leiter des „Tecumseh Center“, des Institute for Native American Studies an der University of California, und Mitbegründer des Colleges „Deganawidah-Quetzalcoatl-University“, beide in Davis/Kalifornien, in seinem Werk „A World Ruled by Cannibals: The Wétiko Disease of Aggression, Violence, and Imperialism“ („Eine von Kannibalen regierte Welt: Die Wétiko-Seuche der Aggression, der Gewalt und des Imperialismus“; o. J.) gelungen. Der Wuppertaler Peter Hammer Verlag veröffentlichte das Manuskript 1981 in der Übersetzung von Dr. Uwe Zagratzki mit Prof. Dr. Hartmut Lutz als Herausgeber unter dem Titel „Die Wétiko-Seuche: Eine indianische Philosophie von Aggression und Gewalt.“ Der folgende zusammenfassende Auszug der Gedanken Prof. Forbes´ ist der anlässlich der makabren „500-Jahr-Feiern“ der „Entdeckung“ Amerikas 1992 im selben Verlag erschienenen Neuauflage unter dem Titel „Columbus und andere Kannibalen. Die indianische Sicht der Dinge“ entnommen.

Forbes hat ganz richtig erkannt, daß zwischen der Vergewaltigung von Tieren (Tierversuche, Massentierhaltung), der Vergewaltigung von Kindern und Jugendlichen („Erziehung“, „Schule“, „Ausbildung“), der Vergewaltigung der Frau (Chauvinismus/Judentum/Islam), der sexuellen Vergewaltigung einer Frau, der Vergewaltigung eines Menschen (Gefängnis, Folter, Krieg), der Vergewaltigung des Arbeiters (Ausbeutung), der Vergewaltigung ganzer Völker (Kapitalismus/ Faschismus/Zionismus/Imperialismus/Kolonialismus) und der Vergewaltigung der Natur (Umweltzerstörung) nur graduelle, aber keine prinzipiellen Unterschiede bestehen, daß sie alle vielmehr nur unterschiedliche Ausdrucksformen ein- und derselben bösartig-kranken Einstellung, nämlich der teuflischen Haltung, das Eigentum und das Leben Anderer zu konsumieren, sind.

Diese Haltung wurzelt in einer klinisch-psychologisch zu diagnostizierenden geistigen Erkrankung derjenigen, die sie einnehmen und in ihrem Verhalten, Gewalt gegen andere Lebewesen auszuüben, ausdrücken:

Imperialisten, Vergewaltiger und Ausbeuter sind nicht einfach nur Leute, die auf einen falschen Weg geraten sind. Sie sind Wahnsinnige, in des Wortes wahrer Bedeutung. Sie sind geistig krank, und tragischerweise ist diese Art seelischer Krankheit ansteckend.

Forbes, a. a. O., S. 16

Tragischerweise ist die Weltgeschichte der vergangenen 2000 Jahre zum größten Teil die Geschichte der Verbreitung der Wétiko-Seuche. (…), daß Wétiko-Verhalten und Wétiko-Ziele als die wahren Produkte der europäischen Evolution anzusehen sind.

Forbes, a. a. O., S. 62, 55

Brutalität kennt keine Schranken. Habgier kennt keine Hindernisse. Perversionen kennen keine Grenzen. Arroganz kennt keinen Halt. Betrug kennt keine Zäune. Sie sind Charakteristiken, die immer extremere Formen annehmen. Sie setzen sich krebsartig fort, sobald die erste Infektion zu wirken beginnt.

Forbes, a. a. O., S. 15

Diese Haltung der Falschheit, Habgier, Ausbeutung und Gewalt, die unsere heute weltweit verbreitete „Kultur des Bösen“ formt, könnte man „teuflisch“ oder „macchiavellistisch“ nennen, doch trifft dies vor allem ihren pathologischen Charakter nicht exakt. Jack D. Forbes, Indianer vom Stamm der Cree, führt stattdessen einen Begriff aus seiner Muttersprache ein, der wesentlich besser, nämlich bildhaft-plastisch, das Wesen dieser bösartig-kranken Einstellung veranschaulicht: »wétiko«, ein Wort aus der Sprache der Cree (»windigo« bei den Ojibway/Chippewa, »wintiko« bei den Powhatan), das einen kranken Menschen oder bösen Geist meint, der andere Geschöpfe mit dämonischen, teuflischen Handlungen einschließlich Kannibalismus terrorisiert.

Forbes kommt zu dem (zutreffenden) Schluss, dass Imperialismus und Ausbeutung entartete Formen des Kannibalismus sind, und zwar dessen böseste und teuflischste Formen. Traditioneller Kannibalismus der primitiven Naturvölker beinhaltete nämlich lediglich den rituellen Verzehr einer kleinen Menge Fleisches eines toten Feindes, um einen Teil der als positiv (!) angesehenen Eigenschaften dieser Person auf sich selber zu übertragen, und bezeugte so spirituellen Respekt für diese Person (so wurde gewöhnlich nur ein geachteter Gegner auf diese Weise behandelt).

Kannibalismus aber, wie ihn Forbes definiert, um den Begriff passend auf das Verhalten der Reichen und Mächtigen anwenden zu können, ist das skrupellose Zerstören der Würde, des Glückes und der Lebensfreude, das habgierige Verbrauchen des Eigentums, das gefühl- und rücksichtslose Vernichten der Gesundheit und das selbstsüchtige Verzehren, Verschlingen des Lebens Anderer für materialistische, egoistische Zwecke: privaten Profit. Es ist einfach nur gewalttätiges Einverleiben, gieriges, rohes Verschlingen um des persönlichen Profits wegen – ohne Respekt, ohne symbolische Kommunikation, ohne Zeremonie wie bei den sog. „Primitiven“ oder angeblichen „Barbaren“.

Die Bösartigkeit, Falschheit, Gewalttätigkeit und Grausamkeit der europiden, also weißen Rasse in den letzten zweitausend, noch mehr in den letzten fünfhundert Jahren sind ohne Beispiel in der Menschheitsgeschichte und jenseits des menschlichen Fassungsvermögens. Die unvorstellbaren Massenmorde an 100 (einhundert) Millionen Schwarzer im „Black Holocaust“ (Artur P. Schmidt), dem Sklavenhandel mit Afrikanern zwischen dem 15. und 20. Jahrhundert, an 70 (siebzig) Millionen Ureinwohnern Süd- und Mittelamerikas während der Conquista im 16. Jahrhundert (Tzvetan Todorov), an mindestens zwei Millionen nord-amerikanischer Ureinwohner („Indianer“) im Verlauf der blutigen Usurpation Nordamerikas im 17., 18. und 19. Jahrhundert, an 100 (einhundert) Millionen Chinesen und 60 (sechzig) Millionen Russen durch künstlich generierte Hungersnöte und in unmenschlichen Zwangsarbeitslagern durch Mao Tse Tung und Stalin im 20. Jahrhundert, an 10 (zehn) Millionen Menschen in der Inquisition und zwei Millionen Frauen in der Hexenverfolgung durch die Römisch-Katholische Kirche, Millionen Juden, Slawen sowie Sinti und Roma („Zigeunern“) in den mörderischen Konzentrationslagern der Nationalsozialisten zeugen eindeutig von der Tatsache, daß die Reichen und Mächtigen buchstäblich und wortwörtlich das Leben derer verzehren und verschlingen, verbrauchen und vernichten, die sie knechten, versklaven und ausbeuten.

Der charakteristische Wesenszug des Wétiko ist also, dass er anderes Leben konsumiert, das heißt, er ist ein Kannibale. Sein Gesetz ist das des Stärkeren, seine kranken Motive sind Macht und Profit. Für Forbes sind die wétiko-Menschen „viehisch“, und man muss ihm Recht geben: Menschen, die sich wie Tiere (genau genommen sogar schlimmer als Tiere!) verhalten, sind viehisch, so wie Erwachsene, die sich wie Kinder benehmen, nicht „kindlich“, sondern kindisch, also infantil sind. Infantile Unmündigkeit und viehische Brutalität in Kombination mit der von Forbes erkannten und benannten Geisteskrankheit sind es denn auch, die diese kannibalischen Kapitalisten zu jenen gemeingefährlichen Monstern im Sinne Konrad Lorenz (s. o.) machen, die nicht frei sein dürften.

Ihr Erfolg hängt davon ab, die Massen mit Hinterlist und offener Gewalt dazu zu bringen, ein fremdbestimmtes, berechenbares, angepasstes Leben in Abhängigkeit, Furchtsamkeit, Gehorsam und Unterwürfigkeit sowie nach Regeln und „Gesetzen“, welche die Reichen und Mächtigen aufgestellt und ihnen vorgegeben haben, zu führen und dennoch irrigerweise zu meinen, sie hätten einen eigenen, freien Willen. Menschen aller Hautfarben und Nationalitäten werden ihrer Gesundheit, ihrer Freiheit und ihrer Freude am Leben beraubt, durch Armut, Verschuldung oder offene Gewalt abhängig gemacht und gezwungen, ihr kurzes, unglückliches Leben als Sklaven, Leibeigene oder Lohnarbeiter zu verbringen. Jungen werden gedrillt und dressiert, Befehlen von „Vorgesetzten“ (Arbeitgebern, Militärs) zu gehorchen und „Kanonenfutter“ abzugeben; Mädchen werden abgerichtet, ihre Kinder den Kasernen, Schlachtfeldern, Lazaretten und Friedhöfen sowie den Fabriken und Plantagen zu überlassen und auszuliefern:

Kinder, macht Kinder! Der Staat braucht Soldaten! [und Arbeiter/Lohnsklaven! N. K.] (…) Produziert Kinder! Unentwegt!

Kurt Tucholsky [1890 – 1935], Arbeit tut not!

In diesem bösartig entarteten System werden alle, denen es an intellektueller und wirtschaftlicher Potenz fehlt, ausgebeutet und missbraucht, ja verbraucht und dann weggeworfen. Jeder „lernt“, den jeweils Schwächeren auszubeuten und seinen eigenen, materialistischen Interessen zu opfern. Das „Recht“ der Wétikos ist das Unrecht, das Gesetz der Wétikos ist das Gesetz des Stärkeren – ohne Moral, ohne Gnade: faschistischer Sozialdarwinismus. So wird die breite Masse der Bevölkerung von den herrschenden Irren und Schwerstverbrechern kriminalisiert, werden die Gesunden wahnsinnig und die Verbrecherischsten und Wahnsinnigsten zu Politikern und Regierenden gemacht.

„Gerechtfertigt“ wird diese wahnsinnige, verbrecherische „Politik“ fast immer mit makaberen, zynischen Vorwänden wie „im Namen Gottes“, „Gottes Wille“ (sic!) und ähnlichem absurden Schwachsinn (G. W. Bush!). Das ist an Perversion und Bösartigkeit nicht mehr zu überbieten. Bezeichnend dabei ist, dass die Gottlosen den Namen Gottes am häufigsten im Munde führen…

Bösartigkeit, die oben schon erwähnte „Kultur des Bösen“, ist denn auch das Syndrom, mit dem sich wétiko, die geistige Erkrankung, die pandemische Seuche der Weißen Rasse ausdrückt. Forbes nennt dieses Phänomen das mátchi-Syndrom. »Mátchi« ist, wie wétiko auch, ein Ausdruck des Cree-Dialektes und bezeichnet die dämonische Schlechtigkeit oder teuflische Verdorbenheit eines Geistes oder Menschen und seiner Gedanken, Worte und Taten. Das mátchi-Syndrom ist also der Ausdruck der wétiko-Krankheit, der sich in allen Bereichen des „modernen“ Lebens zeigt: Arroganz/Ignoranz, Denunzianz/Intriganz, Intoleranz/Has, Aberglaube/Unglaube, Ungerechtigkeit, Infantilität/Unmündigkeit, Narzissmus/Egoismus, Masochismus/Sadismus, Aggression/Destruktion, Perversion/Pornographie, Depression/Suizid, Gewalt/Folter, Kriminalität, Pogrome, Krieg… Die Aufzählung erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit und ließe sich endlos fortsetzen.

Im Grunde ist alles bis hierhin Geschriebene „müßig“, weil es eigentlich evident ist; es sollte nur der offenbar doch notwendigen Aufklärung und dem leichteren Verständnis dienen. Der Fehler, die Ungerechtigkeit und das Verbrechen liegen seit der Antike lediglich darin, dass Arbeit, Muße und Besitz ungleich und einseitig verteilt worden sind: Eine parasitäre Minderheit von asozialen Schmarotzern (Reiche/Kapitalisten) arbeitet gar nicht und zwingt die Mehrheit, für jene mit zu arbeiten. Diese faule Minderheit lebt also schmarotzend auf Kosten und zu Lasten der Mehrheit, wobei sie dieser fast alles gewaltsam und/oder hinterlistig wegnimmt. Wenn hingegen jeder einzelne Mensch selber für seinen eigenen Lebensunterhalt sorgte, wie es der Apostel Paulus in seinem zweiten Brief an die Thessalonicher forderte, dann gäbe es weder Armut noch Reichtum, weder Macht noch Ohnmacht; niemand müsste sich um seine physische Existenz sorgen, und jeder hätte die Zeit und die Muße, sich, neben den wichtigsten sozialen und humanitären Aufgaben wie der Erziehung der Kinder („Erziehung ist Liebe und Vorbild – sonst nichts!“; Friedrich Wilhelm August Fröbel [1782 – 1852; Pädagoge und Erfinder der Kindergärten]) sowie der persönlichen Pflege der Behinderten, Kranken und Alten, dem wahren Sinn und einzigen Zweck des menschlichen Lebens, des einzigen (!) bewussten Daseins, zu widmen: der Religion, der re-ligio, der Rück-Bindung an dessen Wurzel, dessen Quell, dessen Ursprung und dessen Urgrund: Gott.

Von Staaten, Parteien, und von Psychopathen am Steuer …

16. December 2018 - 18:48

Ist stelle mir gerade vor, wie in einem Konzern alle 4 Jahre gewählt wird, welche Partei mit welcher Ideologie die Ausrichtung der Firma steuern soll …
Wenn das so abwegig ist, warum sollte das dann für ein Land, das ja offensichtlich auch wie eine Firma unterwegs ist, eine gute Sache sein?

Diese Zeilen schrieb ich gestern als Facebook-Nachricht spontan auf. Einen Kommentar erhielt ich von Juergen Frost, und finde sein Ansichten gar nicht so abwegig:

Die Menschen leben seit Jahrhunderten in asozialen, psychopathischen Systemstrukturen. Eben von Psychopathen beherrscht, die von einem extremen Habgier- und Größenwahn getrieben sind und diesen befriedigen wollen. Der Habgierwahn veranlasst immer wieder Kriege, um dem Nachbarn sein Land, seine Rohstoffe zu rauben.

Aus Fehlern wie beim 1. Weltkrieg mit 17.000.000 Toten + Verkrüppelten und Verwundeten, und dem 2. Weltkrieg mit 50 bis 80.000.000 Toten + Verkrüppelten, können diese Gen-geschädigten Monster nicht lernen. Somit ist auch ein 3. Weltkrieg mit nuklear verbrannten Millionen Menschen absehbar. 

Was ist ein Staat, was sind die Politiker, was sind sogenannte Demokratische Wahlen? Einfach die Historie aufrufen: 

Die meisten gesellschaftlichen Systeme, Völker in der Welt werden von einem asozialen, psychopathischen FINANZ-ADEL beherrscht, unterstützt von ihren POLITISCHEN KNECHTEN. 

Bei den POLITISCHEN KNECHTEN kommt es nicht auf geistige Reife, Weitsicht, Verantwortungsgefühl für die Bürgern, die Untertanen an, sondern auf Gehorsam, das zu erfüllen, was ihnen vorgeben wird. Siehe Leibeigenschaft, siehe Abschaffung der Vermögenssteuer, siehe Gesetze, die die Unterbezahlung der Landlosen, der Existenzlosen, der Lohnabhängigen bis in die Armut steuert. 

Solche asozialen, psychopathischen Systemstrukturen braucht eigentlich kein geistig, moralisch, sozial gesunder Mensch, doch die Traditionen haben erreicht, dass geglaubt wird, was die herrschenden Psychopathen dem Volk vorgaukeln.

Die geistig gesunde Mehrheit wird also von Wahnsinnigen beherrscht, deren Vorfahren vor 15.000 Jahren, als sich die Sammler und Jäger sesshaft machten, die NATUR privatisierten und sich riesige Landstriche angeeignet haben. 

Wer da glaube, einen Fisch aus dem bisher freien Fluss oder See angeln zu können, um die Familie zu ernähren, der wurde weggejagt und später, als die Justiz eingeführt wurde, bestraft. Dann haben die herrschenden Psychopathen einen GOTT, einen HERRN erfunden um die breite Masse der Landlosen, Existenzlosen beherrschen zu können.

Einschub: Psalm 23

1 Ein Psalm Davids. Der Herr regieret mich, und nichts wird mir mangeln. 2 Auf einem Weideplatze, da hat er mich gelagert: am Wasser der Erquickung mich erzogen. 3 Meine Seele bekehret: mich geführt auf die Wege der Gerechtigkeit, und seines Namens willen. 4 Denn wenn ich auch wandle mitten im Todesschatten, so will ich nichts Übels fürchten, weil du bei mir bist. Deine Ruhte und dein Stab, die haben mich getröstet. 5 Du hast einen Tisch vor meinem Angesichte bereitet wider die, so mich quälen. Du hast gesalbet mit Öl mein Haupt: und mein berauschender Becher wie herrlich ist er! 6 Und deine Barmherzigkeit folget mir all‘ die Tage meines Lebens: daß ich wohne im Hause des Herrn auf lange Zeit.

Bibeltext seit 1830 ( Wikipedia), Lars Vollmer nennt dies das Hirtenprinzip

Wie sagte der erfundene Gott der Psychopathen zu den Psychopathen und den Landlosen, Besitzlosen: Macht Euch die Erde untertan! Und schon waren die Untertanen zu Abhängigen gekürt worden. Die geistig normalen Menschen hatten sich so von den Monstern die Fremdbestimmung überstülpen lassen, ähnlich wie auf einem Bauernhof, wo der egomanische Großgrundbesitzer, Großbauer die domestizierten Rinder, Schweine, Hühner und Haus-Primaten für seine eigenen Zwecke und Vorteile hält.

Ist der Mensch etwas anderes als ein Käfig-Huhn, was durch Licht manipuliert wird, um widernatürlich 2 Eier am Tag zu legen. Die Menschen fühlen doch, dass auch sie manipuliert und ausgebeutet werden, gegen den Willen einer Natur, die etwas anderes vor hatte mit den Menschen, den Mitgeschöpfen.

***

Soweit der Kommentar von Juergen. Interessant ist dann die Frage, wie lässt sich was ändern? Kann das nur von oben kommen? Wie aber, wenn der Fisch vom Kopfe stinkt, wie es der Volksmund sagt. Juergen spricht die Systemstrukturen an, in denen wir leben. Manche sagen, dass sich erste der Mensch an sich ändern müsse, bevor sich das System wandeln würde. Andere haben die Hoffnung, dass es Obere geben könne, die erkennen, dass sie am eigenen Ast sägen, wenn sie das System so belassen und damit die Menschheit an die Wand fahren. Ich möchte dazu gerne ein Zitat aus einem Buch bringen, in das ich schon ein Blick vorab werfen durfte, und das Anfang 2019 auf den Markt kommen wird:

Lart Vollmer, Unternehmer, Berater, Autor und Speaker,  schreibt dies in seinem neuen Buch ‚Gebt eure Stimme nicht ab‘, mit dem er aufrufen möchte, das veraltete Gesellschaftsbetriebssystem zu transformieren. Er sagt, dass noch nirgends auf der Welt eine Systemänderung von unten Bestand gehabt hätte, als graswurzelnd. Nach der Revolution wäre immer die Revision gekommen. Erst, wenn die Mächtigen bereit seien, das System zu ändern, könne dies von Bestand sein. Und die Menschen würden sich schnell dem System anpassen, besonders, wenn sie ihre Vorteile darin erkennen können. Er sieht heute schon, dass in einigen speziellen Unternehmensbereichen die Mitarbeiter zunehmend in die Eigenverantwortung und Selbstbestimmtheit kommen. Und stellt die Frage in den Raum, warum das nicht auch im gesellschaftlichen Betriebssystem, der Politik, genauso erfolgen solle. Und so sieht der Autor des Buches die Transformation:

Roland Dürre meint in einem anderen Facebook-Diskussionsstrang,  dass diese Transformation eine wahrlich große Anstrengung benötige, und dass das mit den aktuellen Machtstrukturen mehr als schwierig würde:

Nach meiner Meinung ist das große Ganze ganz klein und einfach zu beschreiben, aber aktuell unmöglich zu schaffen: Das wäre nämlich eine konsequente Veränderung unseres Lebens ohne „wenn und aber“. Weniger Konsum und Mobilität. Verzicht auf jegliche Art von Plastik und Motorisierten Individualverkehr. Aber solange die Macht so verteilt ist wie heute, wird das nicht funktionieren. Dazu würde auch ein ganz neu definierter Eigentumsbegriff benötigt werden und eine Reform wahrscheinlich aller Gesetze.

Ich erinnere mich gerade an die Geschichte des Hundertsten Affen, der die Hypothese der Shaldrake’schen morphischen Felder untermauern mag, und die aufzeigt, dass das mit dem Graswurzeln doch zu gesellschaftlichen Umschwüngen führen kann:

https://youtu.be/1EmcUuMFnio

Verdummung & Verdammung

12. December 2018 - 21:01

Es ist so mehr oder weniger überall das Gleiche,
das gleiche Malheur, die gleichen Miseren…
die gleichen Methoden der Manipulierung und Malträtierung
Man sieht überall, wie die „Großen“
sich sehr selbstsicher in Selbstverherrlichung verehren…
und wie sie global nur mit Ihresgleichen
und üblen Gleichgesinnten verkehren…
und wie sie gezielt und sehr profitabel
ihre multiplen Massen an Moneten…
ihr Leben in Luxus absichern & maximalisieren
und ihren bereits übergroßen Reichtum
mit üblen Mitteln noch weiter ausbauen und vermehren…

Das begann alles so „nach und nach“…
aber nach Plan…
Erst kam die sogenannte „Privatisierung“
aller öffentlichen Belange und Verpflichtungen…
mit der erfundenen, erlogenen Behauptung,
man könnte mit privaten Unternehmungen
alles viel kostengünstiger und billiger gestalten…
und dabei doch die notwendigen Dienstleistungen aufrechterhalten…
und dann folgte die „Reduzierung“ und „Verkleinerung“
der Konzerne…alles gegen die eigenen Leute gerichtet…
denn das Profitieren auf Kosten anderer…
das tun die plündernden Plutokraten, die Bänkerbanditen ,
und ihre helfenden Handlanger in der Politik
sehr gezielt, sehr bewußt, und sehr gerne…
von ihren erhabenen Höhen als sehr opportunistisch gesichtet…
und von gekauften Medien sehr nutznießend
als angeblich “positiv denkend, gut und sinnvoll handelnd” berichtet…
und so schickte man dann auch die Geschäftemacherei in die Ferne…
man verlagerte gesamte Betriebe in Länder,
wo man noch viel weniger bezahlte,
all den überarbeiteten, erniedrigten, vollkommen versklavten Leuten…
die man dort zur Arbeit zwingen konnte…
um sie mithilfe lokaler, gekaufter, korrupter Ganoven auszubeuten…
Und in den eigenen Landen palaverte man nun unentwegt
und man propagandierte und verbreitete diese üblen Sachen…
Man verlangte von den hier Ausgebooteten,
sie sollten, müssten, und könnten doch eigentlich
noch mehr mit viel weniger machen…
Einkommen wurden und werden weiterhin reduziert…
Versprechungen wurden und werden systematisch gebrochen…
und durch gekaufte Medien wurden und werden
die Menschen manipuliert…
und durch willkürliche Methodik malträtiert…
und als „Bezahlung“ bekam man bereits abgekiefte Knochen…
Und obendrein ist die Problematik der “Migration”…
Man läßt noch mehr bereits verarmte Leute ins Land…
und so geht es weiter mit diesem Wahnsinn…
Die Mistmacher machen Mist…
und den verleiteten Leuten sagt man dann:

„Maul halten, stillhalten, hinhalten, zufrieden sein,
akzeptieren, nicht protestieren gegen Not und Pein!…
Es ist, was es ist… …und…
es könnte ja eigentlich
noch viel schlimmer sein…!“

Erst kam die gezielte Verdummung…
und dann die konsequente Verdammung!

Gerhard A. Fürst,
12.12.2018

Gerhard A Fürst

„Es ist zynisch, wenn die Menschen ohne Befragung in ein soziales Experiment gezwungen werden!“, hier: Migrationspakt

11. December 2018 - 15:25

Nun ist der Migrationspakt von Frau Merkel paraphiert (Ihre Rede in Marrakesch). Für die Einen wird das soziale Weltempfinden nun wärmer, weil sich alle lieb haben werden, und für die Anderen wird es kälter, denn es heißt nun ungefragt über sich ergehen lassen zu müssen, was ein Menschenrecht sei: Jeder Mensch habe das Recht, sich in die über Jahre organisierten Sozialsysteme irgendwo auf der Welt ‚einzubringen‘, sogar einzuklagen.

Die in Frankreich lebende Philosophin Dr. Claudia Dorchain erklärt die aktuellen Entwicklungen und Handlungen aus philosophischer Sicht. Sie sieht in dem Migrationspakt eine sehr gefährliche Gesinnungsethik zugrundeliegen. Für sie seien wir am Ende der Aufklärung, den der Bürger werde nur gar nicht mehr an den Entscheidungsprozessen beteiligt, da er nicht einmal Mal informiert würde, wenn er an einem großangelegten Experiment beteiligt wird, von dem völlig unklar ist, ob das gut ausgehen könne. Zuerst nochmals der offizielle Hinweis auf das „historisch einzigartige Experiment“ bei Minute 1:20:

Und nun das sehr hörenswerte philosophische Gespräch mit für mich neuen Perspektiven auf das, was mit dem Thema Migrationspakt verbunden ist:

Mut – Der Film

10. December 2018 - 8:23


Der pubertierende Gymnasiast Magnus stößt während seiner Recherchen rund um die New Yorker Terroranschläge des 11. September 2001 auf einige obskure Ungereimtheiten, die ihm mit der offiziellen Darstellung der Ereignisse in der Öffentlichkeit unvereinbar erscheinen. Als er seine unglaublichen Entdeckungen völlig unbedarft in der Schule vorträgt, droht ihm sein Klassenlehrer mit einem Schulverweis. Schnell beginnt Magnus zu begreifen, dass Fragenstellen ebenso wenig erwünscht ist wie das unvoreingenommene Forschen nach der Wahrheit. Stattdessen wird er gezwungen, staatlich verordnete Meinungen ungeprüft und widerspruchslos hinzunehmen, bis jegliches eigenständiges Denken im Keim erstickt ist. Als Magnus daraufhin den Friedensforscher Daniele Ganser kontaktiert und ihn in der Schweiz besucht, wird seine ganze Welt zunehmend auf den Kopf gestellt…

Norbert Peter – Filmemacher, Initiator von ‚Mut – der Film‘

Norbert Peter hat sich angeschickt, diesen Film zu realisieren. Und da er dafür Unterstützung benötigt, möchte ich auf sein Vorhaben aufmerksam machen. Vielleicht will ja einer der Leser mitmachen. Wer sich dafür interessiert, wie Norbert zu der Idee zum Film gekommen ist, der mag sich dieses Interview mit ihm anschauen. Hierin erfahren wir u.a., dass unsere inzwischen 200 Jahre alte Bildung10slandschaft immer schneller gegen die Wand fährt, dass die angestrebte Digitalisierung die Leistung der Schüler nach unten bringt, wie Handy-Apps uns immer abhängiger und dümmer machen. Dieser Film möchte zum Nachdenken anregen und Mut machen, einen der vielen angebotenen Bausteine zum zuträglicheren Spiel der Lernens anzuwenden.

Die Schule der Tiere – ein Klick auf das Bild führt zur Geschichte dazu

Hier ist noch der Link auf das Projekt, wo auch die Beteiligung in welcher Art auch immer, und wenn es der Auftritt als Statist ist, hinterlegt werden kann: Mut – Der Film.

Übrigens soll das Anschauen des Films kostenfrei sein, u.a. auf Amazon Prime, aber auch anderen, auch realen Plattformen, damit ihn möglichst Viele möglichst schnell anschauen können. Das ist übrigens möglich, da Mitwirkende wie Daniele Ganser und Dirk Müller auf eigene Kosten mit dabei sind.

Von den Forderungen der Gelbwesten …

9. December 2018 - 12:13

Markus Gelau hat heute auf Facebook einen Text eingestellt, in dem er die deutsche Übersetzung des Kommunique der Forderungen der Gelbwesten ihren Protest in Frankreich betreffend.  Und ich muss gestehen, dass sind viele Forderungen enthalten, die auch genauso für Deutschland gestellt werden sollten, nein müssten.

Zuvor wirft er noch einen Blick auf das Narrativ unserer Mainstream-Medien:

Es ist auffällig, wie detailreich die deutsche Konzernpresse über die (angeblichen) Verfehlungen der französischen „Gelbwesten“ „berichten“, wie auffällig sie jede Form von Nachahmung umgehend in die rechte Ecke rücken und wie WENIG (kurz: GAR NICHT) deutsche Mainstream-Medien eines tun: Schlicht und ergreifend sachlich zu kommunizieren, WAS EIGENTLICH GENAU die Forderungen der mittlerweile laut offiziellen Umfragen von fast 90% der Franzosen unterstützten Bewegung lauten. Ich proklamiere an dieser Stelle mal wieder meine uneingeschränkte Sympathie für die Franzosen, die aktuell im Bewusstsein der Taten ihrer Ahnen (wie der Pariser Kommune von 1871 oder der Revolution von 1789) auf der Straße ihre Rechte fordern. DIE – muss man nämlich verteidigen. Und zwar ab dem Zeitpunkt, wo sie mit dem Blut unserer Vorfahren erstritten wurden. Das ist eine bewusst archaische Formulierung, und ich meine es genauso. Wer glaubt, das durch einen imaginären Automatismus all die Errungenschaften unserer Gesellschaft (wenige davon verfassungsrechtlich garantiert) bis in alle Ewigkeit Bestand haben, ist nicht nur blöd, sondern vor allem blind. Blind für das Unrecht, das eine sich selbst bereichernde, global organisierte neoliberale Finanz- und Konzernelite mithilfe ihrer Polit-Marionetten anrichtet. Indem sie vermeintlich etablierte Menschenrechte, soziale Errungenschaften, Gerechtigkeit und moralische Werte Stück für Stück aushöhlt und demontiert.

Die dezentral agierende Bewegung der französischen „Gilet Jaunes“ hat jüngst ein Kommunique mit ihren Forderungen veröffentlicht. Wer aktuell – indoktriniert von zuviel FAZ und Spiegel online – noch nicht recht weiß, wo er steht, der sollte spätestens nach dem Studium dieses Kommuniques einen Schritt weiter sein.

Original-Quelle:
https://de.scribd.com/…/Les-revendications-des-gilets-jaunes

Deutsche Übersetzung (Auszug):

Abgeordnete Frankreichs, wir übermitteln Ihnen die Direktiven des Volkes, damit Sie diese in Gesetze umsetzen. Abgeordnete, verschaffen Sie unserer Stimme Gehör in der Nationalversammlung! Folgen Sie dem Willen des Volkes! Setzen Sie diese Direktiven durch:

  • Null Obdachlosigkeit: DRINGEND.
  •  Mehr Progression bei der Einkommenssteuer, das heißt mehr Stufen.
  •  Mindestlohn von 1.300 Euro netto.
  •  Förderung der kleinen Geschäfte in den Dörfern und Stadtzentren. Einstellung des Baus großer Einkaufszentren um die Großstädte herum, die den Einzelhandel abwürgen, und mehr kostenlose Parkplätze in den Stadtzentren.
  • Steuern: die GROSSEN (MacDonalds, Google, Amazon, Carrefour, …) sollen GROSSES GELD zahlen, und die Kleinen (Handwerker, Klein- und Mittelbetriebe) zahlen KLEINES GELD.
  • Ein einheitliches System der Sozialversicherung für alle (Handwerker und kleine Selbständige eingeschlossen). Abschaffung der Selbständigen-Sozialversicherung (RSI).
  • Das Rentensystem muss solidarisch bleiben und demzufolge vergesellschaftet werden. Keine Rente nach Punkten.
  • Schluss mit der Erhöhung der Treibstoffsteuer.
  • Keine Rente unter 1.200 Euro.
  • Jeder gewählte Abgeordnete hat das Recht auf den Durchschnittslohn. Seine Reisekosten werden überprüft und, soweit begründet, erstattet. Recht auf Restaurant- und Urlaubsgutscheine.
  • Die Löhne aller Franzosen sowie die Renten und Leistungen sind entsprechend der Inflation zu indexieren.
  • Schutz der französischen Industrie: Verbot von Verlagerungen. Schutz unserer Industrie bedeutet Schutz unseres Know-how und unserer Arbeitsplätze.
  • Schluss mit der Arbeitnehmerentsendung. Es ist nicht normal, dass jemand, der auf französischem Territorium arbeitet, nicht den gleichen Lohn und die gleichen Rechte erhält. Jede Person, die autorisiert ist, auf französischem Territorium zu arbeiten, ist einem französischen Staatsbürger gleichzustellen, und ihr Arbeitgeber muss für sie die gleichen Abgaben entrichten wie ein französischer Arbeitgeber.
  • Zur Sicherung der Beschäftigung: Befristete Arbeitsverträge in großen Unternehmen stärker begrenzen. Wir wollen mehr unbefristete Verträge.
  • Abschaffung der „Steuergutschrift für die Förderung des Wettbewerbs und der Beschäftigung“ (CICE)*. Nutzung dieser Gelder zur Förderung einer französischen Wasserstoffauto-Industrie (wirklich ökologisch, anders als Elektroautos).
  • Ende der Austeritätspolitik. Einstellung von Zinszahlungen auf illegitim eingeschätzte Schulden und Beginn der Schuldentilgung, ohne auf das Geld der Armen und weniger Armen zurückzugreifen, sondern durch Aufspüren der 80 Milliarden hinterzogenen Steuern.
  • Beseitigung der Ursachen erzwungener Migration.
  • Korrekte Behandlung von Asylbewerbern. Wir schulden ihnen Wohnraum, Sicherheit, Ernährung sowie Bildung für die Minderjährigen. Zusammenarbeit mit der UNO zur Einrichtung von Empfangslagern in zahlreichen Ländern der Welt in Erwartung des Ergebnisses des Asylverfahrens.
  • Rückführung abgelehnter Asylbewerber in ihr Ursprungsland.
  • Umsetzung einer tatsächlichen Integrationspolitik. In Frankreich zu leben heißt, Franzose/Französin zu werden (Französisch-Kurse, Kurse in französischer Geschichte und in staatsbürgerlicher Bildung mit Abschlusszeugnis am Ende der Kurse).
  • Festlegung eines Maximallohns von 15.000 Euro.
  • Schaffung von Arbeitsplätzen für Arbeitslose.
  • Erhöhung der Leistungen für Personen mit Behinderungen.
  • Begrenzung der Mietpreise. Mehr Wohnungen mit geringen Mietpreisen (insbesondere für Studenten und prekär Beschäftigte).
  • Einsatz aller Mauteinnahmen für den Unterhalt der Autobahnen und Landstraßen Frankreichs sowie für die Straßenverkehrssicherheit.
  • Da die Gas- und Strompreise seit der Privatisierung gestiegen sind, wünschen wir, dass beides wieder in die öffentliche Hand kommt und die Preise entsprechend gesenkt werden.
  • Sofortiger Stopp der Einstellung kleiner Bahnstrecken, der Abschaffung von Postämtern und der Schließung von Schulen und Entbindungsstationen.
  • Wohlergehen für ältere Menschen. Verbot der Gewinnerzielung auf Kosten älterer Menschen. „Graues Wohlergehen“ statt „Graues Gold“.
  • Maximal 25 Schüler pro Klasse von der Vorschule bis zur Abschlussklasse.
  • Volksentscheide sind in die Verfassung aufzunehmen. Schaffung einer lesbaren und effizienten Website, überwacht durch ein unabhängiges Kontrollorgan, auf der Menschen Gesetzesvorschläge einbringen können. Wenn ein solcher Vorschlag 700.000 Unterschriften erhält, ist er von der Nationalversammlung zu diskutieren, zu ergänzen und ggf. mit Änderungsvorschlägen zu versehen. Die Nationalversammlung ist zu verpflichten, ihn (ein Jahr nach dem Stichtag der Erlangung der 700.000 Unterschriften) der Gesamtheit der Franzosen zur Abstimmung vorzulegen.
  • Rückkehr zu einem Sieben-Jahres-Mandat für den Präsidenten der Republik. Die Wahl der Abgeordneten zwei Jahre nach der Wahl des Präsidenten wird dem Präsidenten der Republik ein positives oder negatives Signal hinsichtlich seiner Politik übermitteln. Dies wird dazu beitragen, der Stimme des Volkes Gehör zu verschaffen.
  • Rente mit 60 Jahren. Recht auf Rente mit 55 Jahren für alle Personen, die körperlich schwer arbeiten (beispielsweise Maurer oder Schlachthausarbeiter).
  • Verlängerung des Systems der Zuschüsse für Kinderbetreuung (Pajemploi) über das sechste Lebensjahr hinaus bis zum zehnten Lebensjahr des Kindes.
  • Förderung des Schienengütertransports.
  • Kein Quellensteuerabzug.
  • Schluss mit den lebenslangen Bezügen für Altpräsidenten.
  • Besteuerung von Schiffsdiesel und Kerosin.

Es lebe die Wahrheit!

9. December 2018 - 9:00

Man lese wieder gutgeschriebene Bücher um sich in den weiten Welten durchwanderter Literatur nicht zu verlieren, sondern sich hier wieder zu finden… und die Wahrheit wieder zu entdecken, die andere zu verhüllen versuchen und verheimlichen wollen, um wirkliche Fakten wirklicher Gegebenheiten zu vertuschen, zu vertauschen, zu entarten, zu entstellen, zu verleugnen, zu verneinen, zu verdrehen, und zu verstecken…

Es lebe die Liebe des Lesens. Es lebe die Liebe der Literatur.

Es lebe die Liebe guter Bücher. Es lebe die wirkliche Wahrheit!,

So wie erlebt, so wie geschehen, so wie gehört und gesehen.

Gerhard A. Fürst, 8.12.2018

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